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221

Montag, 26. Mai 2008, 20:06

Hallo kaigrimm,

da hast du vollkommen Recht - auch alte Bücher können Spaß machen.
:-)
Aber mit meinem Kommentar wollte ich ausdrücken, dass ich freudig überrascht war, dass im Fandom auch noch nach mehreren Jahren nach Erstveröffentlichung noch ein Leseeindruck im Thread gepostet wird. Ich hatte das nicht erwartet. Umso schöner fand ich es.

Friends

Auf bald,

Markus
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NEU: "DIE ERNTEN DES SCHRECKENS" von Markus K. Korb

Elf Erzählungen aus dem Umfeld des Krieges, gesehen mit den Augen eines Phantasten.

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222

Dienstag, 29. März 2011, 10:01

Ich habe die Kurzgeschichten als Reminiszenz an die klassische Gruselliteratur (E.T.A. Hoffman, E.A.Poe) verstanden.

Gleich die Eröffnungsgeschichte (Wilhelm Arculineus) gibt den Ton an und hat es geschafft mich in ihren Bann zu ziehen. Poetisch wird eine dichte Stimmung getragen, Melancholie gezaubert und als Leser findet man Wörter, die vom Aussterben bedroht sind. Lediglich eine auffällige Häufung des Wortes "empor" hat mich gestört.

Zu den weiteren Geschichten: Markus K.Korb schafft es den in meinen Augen sehr hochwertigen Schreibstil beizubehalten. Leider finde ich dann doch einige Geschichten in ihrem Ablauf vorhersehbar. Vielleicht hätte ich als Leser mehr Abstand zwischen den Geschichten gebraucht, damit sie ihre Magie entfalten können.

Sehr stark fand ich Wilhelm Arculineus,

Der Damm an der Otterbucht: Hier wird eine Stimmung aufgebaut, an die ich mich gut an der Grenze des Erwachsenenwerdens erinnern kann. Und es passt alles. Die Folgegeschichten "Ist es tief genug, um zu tauchen" und "Tief genug" fielen für mich dann ab. Gerade bei "Tief genug" fand ich vieles nicht mehr nachvollziehbar und so zufällig, wie in einigen Horrorfilmen, die ich nicht mag.

Der Duft von Astern im Dialog mit dem Brodem schwärender Wunden: Tja, allein der Titel enthält zwei vom Aussterben bedrohte Wörter und ebenso poetisch wird der Leichengeruch mannigfaltiig und wortgewaltig in die Beschreibung der hohen französischen Küche adaptiert. Allein der Grundidee muss man Respekt zollen, die Umsetzung in Worte erfordert Applaus. Hat mich sehr an Alain Corbin erinnert, was als Lob verstanden werden will.

Nachts auf dem Balkon: Was für eine Schwermut in dieser kurzen Szene des Auf-dem-Balkon-Stehens. Und was für eine Leseerfahrung in der Beschreibung des Suizids durch Ertrinken. Der Kampf, der dann doch ums Überleben einsetzt. Plastischer habe ich eine derartige Todesszene beim Lesen nicht erlebt. Das Ende dann düster, kurz und irgendwie hoffnungsvoll.

223

Dienstag, 29. März 2011, 22:04

Hi vincentvoss,

aufrichtigen Dank für deine Kritik zu meinem Buch "Nachts". Schön, dass nach alle den Jahren das Buch noch eine kritische Wertschätzung erfährt. Ist ja nun schon ein paar Jährchen alt, das Ding.
;-)
"Wörter, die vom Aussterben bedroht sind" ist eine schöne Formulierung. Ich hoffe aber, dass ich nicht den Eindruck hinterlassen habe, ich würde die Worte lediglich verwenden, weil sie selten sind. Ich bemühe mich um Vielseitigkeit im Ausdruck und es gibt mehr Wörter, als man glaubt, um eine ganz bestimmte Sache zu beschreiben. Die Abwechslung in meiner Wortwahl möchte ich aufrechterhalten, auch um den Leser nicht mit Wiederholungen zu langweilen, aber wichtiger noch, um exakt den richtigen, treffenden Ausdruck zu finden, der in dieser Szene passt, die ich beschreibe.
Auch diktiert die Geschichte bei mir den Stil - eine Story muss auch hinsichtlich ihres Themas, ihrer Motive beachtet werden. Diese diktieren einen ganz bestimmten Stil - manchmal flappsig, manchmal eloquent.

Es freut mich zu lesen, welch Gefühle meine Geschichten, meine Formulierungen auslösen. Die Schwermut bei NACHTS AUF DEM BALKON habe ich beim Schreiben ebenfalls empfunden. Was du schreibst trifft die Atmosphäre genau, die ich erzeugen wollte.

Unter uns: Zum Titel von "Der Duft von Astern im Dialog mit dem Brodem schwärender Wunden" wurde ich durch Gottfried Benns Gedicht "Kleine Aster" und einer Speisekarte des Adlon Hotels in Berlin (bei dem ich nur vorbeigelaufen bin) inspiriert. Zudem ist - als kleiner interner Scherz - der Name eines zeitgenössischen Autoren der Phantastik eingebaut. Viel Spaß beim Entdecken.
;-))


Auf bald,

Markus
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