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Kai Grimm

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361

Mittwoch, 6. Juli 2011, 13:44



P.S. Wobei Bannons "Käfig" in meiner persönlichen Rangliste der schlechtesten Romane Ever den absoluten Highscore eingefahren hat. :)


Wenn folgerichtig "Der Käfig" eine Steigerung zu "Die Show" und "Parasit" sein sollte, wird es wirklich dringend Zeit, dass ich "Der Käfig" lese. :) :)
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Christoph Marzi - Somnia

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362

Mittwoch, 24. August 2011, 01:26

Eben Das Treffen beendet: Sehr langweilig.
Fünf ehemalige Uni-Freundinnen treffen sich jedes Jahr, um eine Woche lang zusammen den Urlaub zu verbringen. Diesmal ist Helen an der Reihe, die horrorbegeisterte unter ihnen. Sie schleppt die Freundinnen zu einem abgelegenen Ferienhaus, das einst Schauplatz eines Gemetzels war. Bis dann mal was passiert ist die Hälfte des Romans vergangen, ein paar Episoden aus ihrer Uni-Vergangenheit eingestreut und viel Geschwafel überstanden.
Erst dachte ich noch, dass die Uni-Episoden ein Rätsel um einen Täter aufbauen sollen, aber sie sind wohl da, um zu zeigen, dass die Freundinnen auch schon damals gefahrvolle Erlebnisse hatten. Die Vergangenheit hat also nichts mit dem plötzlichen Tod Helens zu tun und überhaupt läuft das Ganze zum Schluss nur auf einen wahnsinnigen Killer hinaus, der ein bisschen metzeln will. Zwischendurch taucht noch ein irrer Shemale auf und das Ende wartet noch mit einem "Twist" auf, der sich eigentlich nicht so nennen darf, das war's dann auch schon. 560 Seiten und man hat das Gefühl, dass die Geschichte genau so gut auf 150 hätte erzählt werden können.
Dazu massig ungelenke Formulierungen, die man wohl dem Übersetzer ankreiden muss, Namensverwechslungen, Pluralfehler und wie bei den vorangegangenen beiden Laymon-Büchern, die ich gelesen habe, Figuren, die sich dämlich und unglaubwürdig verhalten (ein bisschen mit dem menschlichen Köder rumfummeln, wenn dessen irrer Bruder sehr wahrscheinlich durch die Gegend schleicht, gefällig?) und dümmliche Gedankengänge.
Ach ja: Sex und Gewalt findet man hier bis auf wenige Stellen auch nicht wirklich;) Und die interessanteste Frage des Buchs wird auch nicht beantwortet (was ist das mitleiderregende Wesen, auf das die Freundinnen bei ihrem Halloween-Ausflug stoßen?).

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363

Mittwoch, 24. August 2011, 08:18

Hm, ich habe ja nicht das Verhalten des Psychopathen bemängelt, sondern das der 5 Freundinnen.

Kai Grimm

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364

Donnerstag, 25. August 2011, 19:44

Hm, ich habe ja nicht das Verhalten des Psychopathen bemängelt, sondern das der 5 Freundinnen.

Gerade das ist ein großer Reiz von Laymon: Das sich seine "Normalos" eben auch nicht immer normal und logisch verhalten. Und selten wirklich "Normalos" sind. Wir haben alle zu viel gelesen. Der Protagonist einer Horrorstory weiß meistens nicht, dass er selbiger ist und sich zielgerichtet retten muss. :)
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Christoph Marzi - Somnia

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365

Montag, 30. Januar 2012, 05:25

Richard Laymon - Der Keller

Bislang der beste Laymon, den ich mir zu Gemüte geführt habe ... Eigenartig, weil es sein Debüt war, oder?

Zwei getrennte Handlungspfade, wobei Pfad 2 (Der psychopathische Ex-Mann) mit dem eigentlich Plot des Spukhauses nichts zu tun hat, würde er nicht unsere Protagonistin und unseren Held zusammenbringen. Der Psychopath ist Laymon-typisch wieder sehr übertrieben dargestellt, ein reines bösartiges Tier, das allein triebgesteuert agiert und Bösewicht-typische Sprüche ablassen darf. Da werden schon wenige Stunden nach Haftentlassung die ersten Menschen aufgeschlitzt.

Das Spukhaus (Beasthouse trifft es wohl tatsächlich besser) war dann für mich etwas Neues, stellt sich doch heraus, dass dort tatsächlich Monstren ihr Unwesen treiben, was ich so von Laymon auch noch nicht gelesen habe. Die Geschichte dahinter fande ich spannend und durchaus originell. Die Dame, die sich ihrer Lust nach Exotischem hingibt ...

Am Ende nochmal ein Twist (beziehungsweise ein anderer Verlauf, als angenommen), der zwar unglaubwürdig wie Wulffs Beteuerungen ist, aber doch irgendwo lustig zu lesen war.

366

Sonntag, 8. April 2012, 00:24

BODY RIDES// DER GAST

Nach dem plötzlichen Tod Laymons habe ich mir ganz bewusst einige seiner Romane noch"aufbewahrt", um sie wie kostbare Perlen über die Jahre hinweg genießen zu können. Es würden schließlich keine neuen Werke folgen.
Nun, "BODY RIDES" gehörte zu diesen noch ungelesenen Büchern. Als ich jetzt sah, dass die deutsche Fassung des Romans auf dem Markt war, war es an der Zeit, das Buch endlich zu lesen. Tja, die Enttäuschung war leider riesig!
Ich will gar nicht erst auf die "Handlung" eingehen, obwohl sich die 500 Seiten ohne Probleme in vier fünf Sätzen umreißen ließen, es sind vor allem der Stil und die Komposition des Buches, die mich geradezu entsetzt haben. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass ich eingeschworener Laymon- Fan bin, doch "BODY RIDES" scheint all das zu erfüllen, was ihm seine Gegner stets vorwerfen: Zweidimensionale, stereotype Charaktere, ein Handlungsablauf, der selbst wenn er ironisch gemeint wäre (was nicht der Fall ist) einfach absolut abstrus und an den Haaren herbei gezogen ist, Dialoge auf Vorschul- Niveau und ganze Passagen, die offenbar lediglich als "Füllsel" fungieren. Den ganzen Roman hätte man locker auf 250 - 300 Seiten abhandeln können - ohne jeden Verlust! Das, was meine Empörung letztlich zum Überschäumen bringt, ist das permanente, penetrante sexistische Gefasel, das allerhöchstens die vorpubertären, verklemmten Fantasien eines 12jährigen bedient. Wirklich keine Gelegenheit wird ausgelassen, wo nicht nackte Schenkel, nasse T- Shirts mit hervorstehenden Brustwarzen oder kaum bedeckte Hintern beschrieben werden. Natürlich kenne ich Laymons oft ausufernde sexuelle Prosa zur Genüge, doch in seinen besten Büchern hatten diese Passagen auch immer einen inhaltlichen Bezug zur Gesamthandlung. Bei 'BODY RIDES' dagegen hat man den Eindruck, Laymon hätte für jedes Erwähnen einer Brustwarze 5 Dollar extra erhalten. Dies geht so weit, dass man etwa in der Mitte des Buches oft verdutzt inne hält und auf den Umschlag schaut, nur um sicher zu sein, tatsächlich einen Laymon in Händen zu halten. Heftige, typisch- laymon-mäßige Szenen gibt es nämlich nur am Anfang und am Ende des Buches - dazwischen nur die feuchten Träume eines schüchternen Chorknaben.
Puh! Wenn man das Buch mit "ISLAND", "QUAKE", "AFTER MIDNIGHT" oder "BITE" vergleicht, so tun sich Abgründe auf. Denkt man an "THE BEAST- HOUSE- TRILOGY", "AMARA", "NIGHT IN THE LONESOME OCTOBER", "THE TRAVELING VAMPIRE SHOW" oder "SAVAGE", so scheint es fast undenkbar, dass ein und derselbe Autor für diese Werrke verantwortlich zeichnet. So sehr mir das Herz auch blutet, aber das Urteil lautet leider: THUMBS DOWN! :-(((