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HarryW

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1

Dienstag, 3. Januar 2006, 15:44

Gottheit gesucht

Ich habe zwar einiges von Lovecraft gelesen, möchte mich aber nicht als Spezialisten für dieses Thema bezeichnen. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Gottheit im Cthulhu-Zirkel, der für die Schöpfung von Lebewesen (irgendwelche) verantwortlich ist. Hat Lovecraft zu diesem Thema mal was geschrieben? Kann mich leider echt nicht erinnern und wäre dankbar um Infos.

Gruss
HarryW

Lucardus

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2

Dienstag, 3. Januar 2006, 16:28

RE: Gottheit gesucht

Zitat

Original von HarryW
Ich habe zwar einiges von Lovecraft gelesen, möchte mich aber nicht als Spezialisten für dieses Thema bezeichnen. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer Gottheit im Cthulhu-Zirkel, der für die Schöpfung von Lebewesen (irgendwelche) verantwortlich ist. Hat Lovecraft zu diesem Thema mal was geschrieben? Kann mich leider echt nicht erinnern und wäre dankbar um Infos.

Gruss
HarryW


http://de.wikipedia.org/wiki/Cthulhu

Direkte Schaffung von Lebewesen wird nicht erwähnt, aber da Shub-Niggurath die
Ziege mit den tausend Jungen (oder so ähnlich) genannt wird, dürfte sie auch
schöpferisch tätig (gewesen) sein.

Yuggoth

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3

Dienstag, 3. Januar 2006, 19:41

Mit Shub-Niggurath hat Lucardus recht.
Sie/Er/Es ist für den Bestand "Der Großen Alten" verantwortlich.
Was die Schöpfung der ersten "Großen Alten" wie
Yog-Sothoth und Sub-Niggurath selbst anbelang, würde
ich Azathoth (Den blinden Idiotengott) benennen.
Der hat ja nicht nur die "Großen Alten" erschaffen.
Er ist der Ursprung allen Lebens. Der Urknall.

Am besten du liest mal "Die Herrschaft der Monster" und
"Die Herrscher in der Tiefe" von Brian Lumley.
Vielleicht hilft das weiter.

HarryW

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4

Dienstag, 3. Januar 2006, 21:08

Zitat

Original von Yuggoth
Am besten du liest mal "Die Herrschaft der Monster" und
"Die Herrscher in der Tiefe" von Brian Lumley.
Vielleicht hilft das weiter.


'Die Herrscher in der Tiefe' habe ich seit geraumer Zeit zu Hause. Nachdem ich es allerdings gekauft habe, las ich einige negative Rezensionen, welche die Vorfreude arg gestaucht haben. Das Buch scheint ja nicht so toll zu sein.

Die Frage nach einer Schöpfer-Gottheit interessiert mich deshalb, weil ich mich plötzlich fragte, ob sich Lovecraft auch überlegt hat, wer denn die netten Hasen und Rehe auf die Weide gepflanzt hat ;) .

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5

Dienstag, 3. Januar 2006, 23:27

Ich kenne mich da nicht so sehr aus, aber ich fand in MonstoCity den Hinweis, daß die Lovecraftschen Götter die Galaxis mit menschenähnlichem Leben bevölkert haben. Deswegen sind die Aliens auch alle humanoid.

Peter

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6

Mittwoch, 4. Januar 2006, 07:33

RE: Gottheit gesucht

Edit: Schlampig gelesen.
It almost seems like the old spirit of the night, from my childhood has gone missing.

"Play the spirit of the game, not the rules"
-Robin D. Laws

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cthulhu.de« (4. Januar 2006, 09:07)


Mothman

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7

Mittwoch, 4. Januar 2006, 09:35

Soweit mir bekannt, hat sich Lovecraft gar nicht über die Schöpfung ausgelassen. Abgesehen davon, existieren neben den Großen Alten auch noch die Älteren Götter, gar nicht zu sprechen von den zahllosen Alienspezies, die sich immer wieder mal auf der Erde getummelt haben.
Das Azatoth der Schöpfer ist glaub ich nicht. Es wird immer nur gesagt, dass er im Zentrum des Universums säße, bzw. das Zentrum von allem bilde.
Gut möglich, dass im Lovecraftschen Universum die Menschen vor Urzeiten mal als Dienerrasse von wem auch immer erschaffen worden ist, jedoch glaube ich aus zwei Gründen nicht daran.
Erstens, gab es ja jenes Protofleisch, dass die Großen Alten verwendeten um die Shogotten zu erschaffen, die weitaus effizienter sind als dämliche Menschen.
Zweitens verschwanden ja, nach Lovecraft, die extraterrestrischen Einflüsse auf die Erde vor mehreren Äonen, so dass der Planet durchaus selbst in der Lage war, wieder eine eigene Evolution zu entwickeln.
Gott??
Gott gibt es nicht, weder bei Lovecraft noch bei ...
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HarryW

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8

Mittwoch, 4. Januar 2006, 09:46

Wenn im Zusammenhang mit Lovecraft von einer Gottheit die Rede ist, spielt die christliche Religion natürlich keine grosse Rolle. Ich bin aber schon der Meinung, dass man bei den grossen Alten von Gottheiten sprechen kann. Ob Lovecraft das jemals so oder anders formuliert hat, kann ich jetzt echt nicht sagen.

Ich frage mich ohnehin, weshalb die Menschheit am Leben gelassen wird. Wahrscheinlich sind wir nichts weiter als Flöhe auf Cthulhus Pelz, wenn ich das mal salopp formulieren darf.

Mothman

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9

Mittwoch, 4. Januar 2006, 11:08

Man dürfte die Antwort auf all jene Fragen, vermutlich im Necronomicon finden...

Abgesehen davon, läßt "Die Traumreise ins unbekannte Kaddath" einige tiefere Einblicke in den Mythos zu, auch wenn mir das Buch überhaupt nicht gefallen hat und ich es auch nicht zu Ende gelesen habe.

... und das mit Gott sollte man nur etwas sarkastisch verstehen, dass du nicht den christlichen Gott gemeint hast, war mir klar. Jedoch kann ich selten Anspielungen vermeiden, wenn ich sie sehe.
Ist eben meine Art von kranken Humor...
Nix für ungut
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kaigrimm

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10

Mittwoch, 4. Januar 2006, 16:53

Genau das ist es, was ich an Lovecraft und seinem Mythos so schätze:

Horror außerhalb jeder christlichen Vorgaben und unter Außenvorlassens aller gängiger religiösen Vorstellungen.

Ich würde die Großen Alten auch nicht als Gottheiten verstehen sondern eher als außerdimensionale Superintelligenzen.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Yuggoth

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11

Donnerstag, 5. Januar 2006, 17:07

Ich denke schon das Azathoth der Schöpfer ist.
Er muss ja nicht eine unbeding ein Götterwesen sein, sonder
auch eine Engergie, Sache oder Vorkommnis.
In dem Fall der Urknall.
In Lumley Buch "Sie lauern in der Tiefe" wird das recht gut
beschrieben.
Mag sein das die Geschichte an sich ein wenig mau ist, aber
mir haben die Zusammenhänge recht gut gefallen.
Würde man jetzt also danach gehen, währen nicht
nur die "Großen Alten" seine Geschöpfe, sonder auch
der Mensch.
Ich halte unser Universum für chaotisch, und wer währe
da nicht als Schöpfer passender als Azathoth.
Leider muss ich zugebe das sich HPL nicht sehr groß
über Azathoth ausgelassen hat :evil:

HarryW

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12

Donnerstag, 5. Januar 2006, 17:14

Zitat

Original von Yuggoth
Leider muss ich zugebe das sich HPL nicht sehr groß
über Azathoth ausgelassen hat :evil:


Steht denn in der Biographie, die bei FESTA erschienen ist, nichts weiter zu den Hintergründen von Lovecrafts Universum? Ich habe das Buch bisher nicht gelesen, aber vielleicht jemand in diesem Forum???

Yuggoth

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13

Donnerstag, 5. Januar 2006, 21:45

Nachdem ich mehrere Bücher über HPL und sein
Schaffen durchgesehen habe, bin ich zu dem Ergebnis
gekommen, das es in "Seinem" Cthulhu-Zyklus,den
ich lieber als Yog-Sothoth-Zyklus bezeichnen möchte, keinen
Schöpfer gibt.
Keiner der "Großen Alten" steht in Beziehung mit
dem Anderen.
Es heißt zwar die "Großen Alten" hätten gegen die
"Älteren Götter" rebeliert, was aber nicht heißt
das sie in einem "verwanschaftlichen" Verhäldnis
zueiander standen.

Was den heutigen Cthulhu-Zyklus betrifft, dürfte
die Interpretation von Brian Lumley und meiner
Wenigkeit zutreffend sein.
Den der heutig Cthulhu-Zyklus" unterscheidet sich
sehr drastisch vom lovecraft´schen.

Alles in Allem, würde ich sagen, gibt es nur einen Schöpfer der
"Großen Alten", und das ist Howard Phillips Lovecraft.

Quelle: H.P.Lovecrafts kosmisches Grauen
Hrsg.Franz Rottensteiner
Shurkamp
ISBN:3518392336

Dr.Knox

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14

Donnerstag, 5. Januar 2006, 23:54

Wenn ich mich recht erinnere, läßt sich aus At the Mountains of Madness herauslesen, daß die Menschen (alles Leben auf der Erde)mehr oder minder das Ergebnis einer Züchtung zu Futterzwecken (nämlich für die Shoggoten) gewesen sind. Unsere "Schöpfer" wären also die Alten Wesen.
Und natürlich gibt es keinen "Gottvater" der außerirdischen Entitäten in Lovecrafts Kosmos - abgesehen von der Vielzahl der, hm, Arten - Große Alte, Alte Wesen, Ältere Götter, die Große Rasse von Yith usw. - werden sie deshalb als "Gottheiten" definiert, weil sie eine Macht besitzen, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Aber auch die Großen Alten unterlagen in ihrem kosmischen Krieg der Großen Rasse, die sie fortgesperrt und verbannt hat, nicht? Und auch da gibt es Unterschiede, weil z.B. Cthulhu schon vorher "ertrunken" sein muß, vielleicht während der Kriege mit den Alten Wesen (oder waren das die Älteren Götter in At the Mountains of Madness? Bin zu faul, um nachzusehen.) ...

Der ganze obskure "Götterkosmos" in Anlehnung an die christliche Religion und die Verknüpfung mit verschiedenen Elementen (z.B. Feuer, Luft oder - besonders unsinnig - Wasser) entsprang der Phantasie Derleths und fand einen traurigen Höhepunkt bei Lumley, wo die Helden Shoggoten mit Weihwasserpistolen niederstrecken, wenn mein Gedächtnis nicht täuscht.

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Yuggoth

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15

Freitag, 6. Januar 2006, 19:27

Na ja, so weit ich mich erinnere fürchtet sich die
Grosse Rasse vor den Großen Alten.
Denn diese hatten ja die Große Rasse von ihren Heimatplaneten
vertrieben.
Es waren die Älteren Götter die die Großen Alten vertrieben.
Auserdem fällt mir gerade ein das Azathoth auch als
einer der Älteren Götter beschrieben wird.
Sonst wird keiner dieser namendlich
benannt.
Auser vielleicht Nodens.

Regency Rogue

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16

Samstag, 7. Januar 2006, 21:15

Zitat

Original von Dr.Knox
Der ganze obskure "Götterkosmos" in Anlehnung an die christliche Religion und die Verknüpfung mit verschiedenen Elementen (z.B. Feuer, Luft oder - besonders unsinnig - Wasser) entsprang der Phantasie Derleths und fand einen traurigen Höhepunkt bei Lumley, wo die Helden Shoggoten mit Weihwasserpistolen niederstrecken, wenn mein Gedächtnis nicht täuscht.


Bei diesen ganzen Überlegungen sollte man Derleth, Lumley und alle anderen "Mythos-Autoren", egal ob gut, mittelmäßig oder schlecht, beiseite lassen und sich nur auf den "Kanon" der originalen Lovecraft-Stories verlassen. Man betreibt ja auch keine Bibelforschung aufgrund der Traktätchen irgendwelcher frommen Wanderprediger.
Miss Georgiana Halliday: »You’re wearing black again, I see.«
Lord Warwick: »I seldom wear colors, ma’am. Colors seldom suit my mood.«
– Maggie MacKeever: ›Cupid’s Dart‹

17

Samstag, 7. Januar 2006, 21:48

Zitat



Bei diesen ganzen Überlegungen sollte man Derleth, Lumley und alle anderen "Mythos-Autoren", egal ob gut, mittelmäßig oder schlecht, beiseite lassen und sich nur auf den "Kanon" der originalen Lovecraft-Stories verlassen. Man betreibt ja auch keine Bibelforschung aufgrund der Traktätchen irgendwelcher frommen Wanderprediger.


...na ja, aber die Bibel wird ja auch erst dann interessant, wenn man die apokryphen Bücher hinzuzieht.... :D
Phantastische Grüße
Thomas

Meine Grafiken im Netz:
www.fksfl.de/phantastische-ansichten/index.html

...und auf xarto.de

Yuggoth

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18

Sonntag, 8. Januar 2006, 11:07

Ich fürchte das sollche Metamorphosen wie Lumley und
Derleth sie fabriziert haben, wichtig sind für das fortbestehen
des Cthulhu-Mythos.
Übrigens frage ich mich, was passiert währe, wenn Lovecraft
länger gelebte hätte. Welche Ausmaße hätte dann diese
Geschichten gehab?
In welche Richtung wären diese Gegangen?
Mann merkt ja schon in seinen letzten Werke, das es mehr
in die SF-Richtung geht.
Auserdem frage ich mich, welche Autoren aus der
heutigen Zeit Lovecraft am nächsten kommt?
Mir würde da spontan nur Thomas Ligotti einfallen.

kaigrimm

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19

Montag, 9. Januar 2006, 13:27

Es muss sich doch die Frage stellen, ob sich ohne Derleth, Lumley, Carter etc... heute noch jemand für den Cthulhu-Mythos interessieren würde. Unüberschaubar umfangreich ist ja Lovecrafts Werk nicht wirklich...
Lese zur Zeit:
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Regency Rogue

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20

Montag, 9. Januar 2006, 19:50

Zitat

Original von kaigrimm
Es muss sich doch die Frage stellen, ob sich ohne Derleth, Lumley, Carter etc... heute noch jemand für den Cthulhu-Mythos interessieren würde. Unüberschaubar umfangreich ist ja Lovecrafts Werk nicht wirklich...


Der Erfolg und Einfluss eines Ouvres hängen nun wirklich nicht von dessen Umfang ab; die Schriften, die Poe unsterblich gemacht haben, sind auch nicht umfangreicher. Derleth hat das Verdienst, Lovecrafts Werke mit einem Verlag Arkham House "bewahrt" zu haben; seine Pastiches sind ebenso platt wie die von Lumley und vor allem Lin Carter, die ohnehin erst auf den Zug aufsprangen, als Lovecrafts Ruf gesichert war.
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