Danke für diesen wundervollen Tip! Dies ist eines der raren Bücher, denen ich glatte 10 von 10 Punkten verleihe, da es meiner Meinung nach perfekt ist. Und obwohl es bereits 1959 geschrieben wurde, hat es nichts von seiner philosophischen Tiefe und der Aktualität seines Themas verloren. Die gewählte Form von Tagebucheinträgen und Berichten, die der Protagonist geschrieben hat, macht die Geschichte zudem greifbar und dramatisch.
Zum Inhalt:
Charly Gordon ist geistig behindert, geht jedoch an eine spezielle Schule, um lesen und schreiben zu lernen. Sein innigster (von der Vergangenheit geprägter) Wunsch ist es, intelligent zu werden. Den Lebensunterhalt verdient er sich seit 17 Jahren in einer Bäckerei, in der er Klos putzt, Bestellungen ausliefert und die Räume aufwischt. Hier hat er auch eine Menge Freunde, die ihn mögen.
Als er für ein Projekt ausgewählt wird, das ihn intelligenter machen soll (ein Kombination aus chirurgischem Eingriff und chemischer Stimulanz - in der Geschichte wird nicht weiter darauf eingegangen), scheint sich sein Wunsch endlich zu erfüllen. Der Eingriff wird vorgenommen und Charly beginnt sich zu entwickeln, legt Testreihe um Testreihe ab, lernt immer mehr und immer schneller und wächst über den normalen Menschen hinaus. Nur erkennt er mit diesem intellektuellen Wachstum auch die Falschheit der Menschen. Seien es nun seine angeblichen Freunde in der Bäckerei, die nicht Spässe mit ihm, sonder über ihn gemacht haben, oder die erwachenden Erinnerungen an die Eltern und wie sich seine Mutter vor der Welt schämte, weil sie einen retardierten Sohn hat. Was Charly fehlt, um damit umzugehen, ist die emotionale Reife, die nicht automatisch mit dem Wachstum der Intelligenz gewachsen ist. Als er dann auch noch erkennt, dass der errungene Zustand des übermenschlichen Genies nur von temporärer Natur ist, bricht die Welt für ihn zusammen und er wird immer verbitterter und vergräbt sich in der Forschung nach der Lösung seines Problemes.
Meine Meinung:
Das Buch führt einem vor Augen, wie kompliziert und komplex das Leben wirklich sein kann. Egal ob man nun dumm oder intelligent, hypersensibel oder emotional lahm ist - jeder Zustand hat seine lichten wie dunklen Seiten. Und nur wenn man versucht, seine Mitmenschen so wie sie sind zu respektieren, kann so etwas wie eine gesunde Gesamtheit entstehen. Besser kann eine Geschichte dieses Thema nicht wiedergeben.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HarryW« (31. August 2006, 11:05)