Ich lese zur Zeit die Anita Blake-Bücher von Laurell K. Hamilton und bin total begeistert. Ich habe von den bis jetzt gelesenen Büchern eine Rezi verfasst - vielleicht mögt Ihr sie ja lesen:
Wenn es Nacht wird, steigen sie aus ihren Gräbern, auf der Suche nach Blut. Vampire bevölkern jedoch nicht nur die karpatischen Berge, sie tummeln sich auch in modernen Horror-Romanen. Masse statt Klasse. Die wirklich guten Vampir-Romane sind selten. Okay, Anne Rice hat ihnen mit ihrer Chronik der Vampire ein epochales Denkmal gesetzt, doch die Zeiten der Sonja Blue-Romane von Nancy A. Collins sind vorbei. Auch Barbara Hambley macht keine Jagd mehr auf Vampire. Doch Bastei hat sich endlich der Anita Blake-Romane von Laurell K. Hamilton angenommen – auch wenn der 1. Roman erst 10 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in den USA in deutscher Übersetzung gedruckt wurde ...
Laut Klappentext ist Anita Blake jung und schön und eine Vampirin, die ihre Artgenossen jagt. Da hat leider ein Redakteur geschlafen. Anita Blake ist zwar jung, aber zu klein um dem Schönheitsideal zu entsprechen, außerdem ist ihr Körper ist bedeckt mit Narben. Die verdankt sie einem Vampirangriff, den sie jedoch überlebte. Jetzt ist sie ein vom Staat eingesetzter Vampirhenker.
In Laurell K. Hamiltons Romanen verstecken sich Vampire nicht mehr vor der Realität, ein Vampir ist zwar kein Mensch mehr, aber doch eine Person. Das wirft natürlich rechtliche Fragen auf, denn was passiert mit dem Vermögen eines Vampirs. Denn er muss sterben, bevor er zum Geschöpf der Nacht wird. Die Erben haben sich zu früh gefreut, denn auch Tote haben Rechte.
Ein Vampir darf auch nicht einfach gepfählt werden, denn dass er zum Vampir wurde, ist an sich kein Verbrechen. Erst wenn er tötet, verhängt ein Richter die Todesstrafe. Jetzt kommt Anita Blake ins Spiel. Sie schnappt sich die bösen Blutsauger und vollstreckt das Todesurteil – auch wenn sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzt.
Anita Blake trägt übrigens gerne Schusswaffen und silberne Messer mit sich herum. Das stellt sie vor Probleme, denn in St. Louis ist es oftmals heiß. Es gilt also Kleidung zu finden, die Narben und Waffen verdecken, die sie aber nicht an einem Hitzeschlag sterben lassen ...
... und noch eine kleine Eigenheit von Anita: Sie sammelt Stoffpinguine. Manchmal schläft sie mit einer geladenen Waffe unter dem kopfkissen – zur Sicherheit. Und dem Stoffpinguin Sigmund im Arm – auch zur Sicherheit.
Anita Blake Bibliographie:
1993 Bittersüße Tode (Guilty Pleasures)
1994 Blutroter Mond (The Laughing Corpse)
1995 Zirkus der Verdammten (Circus of the Damned)
1996 Gierige Schatten (The Lunatic Café)
1996 (Bloody Bones)
1997 (The Killing Dance)
1998 (Burnt Offerings)
1998 (Blue Moon)
2000 (Obsidian Butterfly)
2001 (Narcissus in Chains)
2002 (Cerulean Sins)
2004 (Incubus Dreams)
2006 (Danse Macabre)
2006 (Micah)
Laurell K. Hamilton:
Bittersüße Tode
Guilty Pleasures, USA 1993
Übersetzung: Angela Koonen
Bastei 15 053
ISBN: 3-404-15053-8
400 Seiten – 7,90 Euro
Willie McCoy war schon vor seinem Tod ein Blödmann gewesen. Dass er jetzt tot war, änderte daran nichts. So beginnt einer der innovativsten Vampir-Romane, den ich seit Jahren habe. Im Vampirclub-Vierte sind vier Vampire niedergemetzelt worden. Menschen wäre zu solchen Verstümmelungen nicht stark und schnell genug gewesen, aber was hat die Unsterblichen zu Sterblichen degradiert? Die Blutsauger von St. Louis bekommen Angst und der Meister der Stadt Nikolaus setzt Anita Blake auf die Morde an. Entweder sie beendet das Morden, oder ihre Freundin muss bluten ...
Der amerikanische Titel der Name des Stripclubs, in dem Vampire Menschen in ihren erotischen Bann ziehen. Nachtclubbesitzer ist der Meistervampir Jean-Claude, der ein Faible für Anita hat. Er beißt Anita, was beide mit einem magischen Band verbindet. Zeitweilig hat sie übernatürliche Fähigkeiten, die sie auch braucht, um mit dem Killer mitzuhalten ... allerdings möchte der Vampir die Henkerin auch anderweitig an sich binden – und wie sagt man nein zu einem Meistervampir, der einen mit einer einfachen Handbewegung töten könnte?
Die Romane von Laurell K. Hamilton sind oftmals hocherotisch, fast schon pornographisch. Einen Beispiel soll folgende Szene geben:
Vier riesige Ratten saßen wie Berge in der brodelnden Felsflut. Eine starrte mich mit schwarzen Augen an. Das war nicht der Blick einer Ratte.
Ein enormer nackter Schwanz war um ihre Beine geringelt wie ein dickes fleischiges Tau. Sie – nein er, ganz entschieden er – streckte seine Krallenhand vor. „Komm, gesell dich zu uns, Mensch!“
Er ringelte den Schwanz durch die Hände und streichelte ihn. Dann fuhr er sich durch das Bauchfell und streichelte weiter unten. Ich schaute ihm angestrengt ins Gesicht, und er lachte mich aus.
„Wir wollen dich die Freunden von Fell und Zähnen lehren!“ Er rieb sich die Oberschenkel mit den Klauen. Das zog meine Aufmerksamkeit zwischen seine Beine. Ich schaute weg, und Hitze ströhmte über mein Gesicht. Ich wurde rot. Verdammt!
(...)
Laurell K. Hamilton:
Blutroter Mond
The Laughing Corpse, USA 1994
Übersetzung: Angela Koonen
Bastei 15 258
ISBN: 3-404-15258-1
416 Seiten – 7,90 Euro
Anita Blake ist nicht nur Vampirhenkerin, sie ist auch Totenerweckerin. Ihr „Talent“ wurde entdeckt, als ihr Hund starb. Die kleine Anita vermisste ihn so sehr, dass sie ihn sich aus dem Grab herbeiwünschte. Das Voodoo-Erbe ihrer Großmutter.
Mittlerweile hat sie ihre magische Fähigkeit zum Beruf gemacht. Ein Toter ist gestorben und sie finden seine Lebensversicherung nicht? Erwecken sie ihn auf und fragen Sie ihn. Oder gibt es Streitigkeiten wegen eines Testaments – soll der Tote doch sagen, wie sein letzter Wille aussieht.
Normalerweise sind die erweckten Toten nur noch eine Spur ihrer selbst und es wird schwieriger sie zu erwecken, je länger sie tot sind.
Anita soll einen 300jährigen Toten aufwecken, was sie aber ablehnt, da dazu eine „menschliche Zige geopfert werden muss – Anita weigert sich, ein menschenopfer darzubringen. Andere sind nicht so zimperlich.
Ein Toter taucht auf, der sich benimmt, als würde er George Romeros Zombie-Filme nachspielen. Er schlachtet ganze Familien ab und frisst sie. Die harte Anita wettet mit einem Kollegen von der Polizei, wer am Tatort die besseren Nerven hat ... eine Wette, die keiner wirklich gewinnen kann.
Bei ihren Recherchen trifft Anita auf Dominga Salvador. Die sieht aus wie die liebe Oma aus der Nachbarschaft, ist aber die mächtigste Voodoo-Priesterin der Stadt. Jemand, den man sich nicht zum Feind machen sollte, aber auch jemand, der einige (untote) Leichen im keller hat. Klar, dass Anita die Klappe nicht halten kann. Die Voodoo-Oma hetzt ihr zwei Zombies auf den Hals. Die wollen ihr ans Fleisch und verwüsten so nebenbei Anitas Wohnung – wobei all die süßen Stoffpinguine in Blut getränkt werden ...
... dass Anita ihr das heimzahlen wird, kann man sich ja denken, aber der Schluss des Romans ist ein eichter Hammer. Anita will man wirklich nicht zum Feind haben!
Laurell K. Hamilton:
Zirkus der Verdammten
Circus of the Damned, USA 1995
Übersetzung: Angela Koonen
Bastei 15 371
ISBN: 3-404-15371-5
414 Seiten – 7,95 Euro
Der Meister der Stadt, Nikolaos, hat im ersten band ebenfalls Anitas Zorn zu spüren bekommen. Jean-Claude ist an ihre Stelle gerückt. Da sind aber auch noch andere Vampire, die die Machtstellung einnehmen wollen. Ein unglaublich alter Meistervampir sucht mit seinem Rudel St. Louis heim. Er hinterlässt eine Spur des Blutes, eine Fährte, die Antia aufnimmt.
m Mittelpunkt des dritten Teils der Anita Blake Serie stehen wieder die Vampire und insbesondere ihr Kampf um die Herrschaft in der Stadt. Blutleere Leichen werden gefunden, ein neuer Vampir-Meister scheint aufgetaucht zu sein und Jean-Claude geht mit seinen Versuchen, um Anita zu werben, noch einen Schritt weiter. Aber bei Anita dreht sich alles um den geheimnisvollen Richard, den sie im "Circus of the Damned" trifft, der neuen Attraktion im Nachtleben von St. Louis.
Vom Tempo her ist dieser Teil definitiv schneller als die beiden Vorgänger. Wie Anita auf der Jagd kommt man beim Lesen kaum zum Luft holen. Ein Ereignis jagt das andere, wenn ein Vampir bezwungen ist lauert schon der nächste Werwolf um die Ecke. Zum Teil wird es dann etwas hektisch. Und einige der Entscheidungen, die Anita im Verlauf der Geschichte trifft, sind nicht so einfach nachzuvollziehen, vor allem, was Jean-Claude betrifft. Hier fehlt ein wenig der Einblick in Anitas Denkweise und Motivation. Aber das unglaublich gute Finale entschädigt für alles und man fragt sich, wie Anita in Zukunft ihren Job und ihr Privatleben in Einklang bringen
Laurell K. Hamilton:
Gierige Schatten
The Lunatic Café, USA 19965
Übersetzung: Angela Koonen
Bastei 15 466
ISBN: 3-404-154663-1
460 Seiten – 7,95 Euro
lese ich gerade, aber es ist mal wieder SUPER!