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ANUBIS

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  • »ANUBIS« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 4. Juni 2006, 16:05

DIE WIEGE von Markus K.Korb

Die Nummer sechs...von unserem Poe Spezialisten:-)

Greetz
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

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2

Montag, 5. Juni 2006, 19:25

Dann fange ich mal an mit etwas Background-Informationen zu dieser Geschichte:-)

Markus war die erste Person gewesen, die ich damals für das Projekt angeschrieben habe. Ich wollte ihn schon immer mal als Autor gewinnen, nur leider hat es bis dato nie geklappt gehabt, und es war immer wieder etwas dazwischen gekommen. Ich schrieb ihn an, und er sagte sofort zu. 1 - 2 Tage später (es war der 6.7.2005) erhielt ich die ersten Seiten der Geschichte. Der damalige Arbeitstitel lautete "Die Wiege des Todes".

Was mir besonders an dieser Geschichte gefallen hat, ist die düstere und bedrückende Atmosphäre. Gerade der Absatz wo Davin in die Wiege schleicht, ist meines Erachtens die beste Szene in der Geschichte. Ich hatte in diesem Moment ein sehr gutes Bild von diesem düsteren Ort vor meinem inneren Auge.

Damals war noch nicht geplant gewesen die komplette Anthologie zu illustrieren, so dass Markus im Vergleich zu den anderen Autoren seine Illustration erst sehr spät von Timo erhalten hat.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Patrick Grieser« (5. Juni 2006, 19:26)


kaigrimm

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3

Freitag, 9. Juni 2006, 16:16

Zitat

Original von Patrick Grieser

Was mir besonders an dieser Geschichte gefallen hat, ist die düstere und bedrückende Atmosphäre. Gerade der Absatz wo Davin in die Wiege schleicht, ist meines Erachtens die beste Szene in der Geschichte. Ich hatte in diesem Moment ein sehr gutes Bild von diesem düsteren Ort vor meinem inneren Auge.


Das sehe ich auch so. Hier zeigt sich mal wieder Markus´ enorme Fähigkeit, düstere und bedrückende Orte vor des Lesers Auge entstehen zu lassen und Gänsehaut zu erzeugen.

Das Ende hat es aber auch in sich.

"Best in Show" der ersten Hälfte!
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

4

Mittwoch, 21. Juni 2006, 00:20

Hallo,

vielen Dank für die freundlichen Worte, kaigrimm. Schön, dass dir die Story gefallen hat.

Etwas Hintergrund zur Geschichte auch von mir: Ich wollte mir in dieser Erzählung die Freiheit nehmen, mein zwiegespaltenes Verhältnis zu Lovecraft zu katalogisieren.
Zum einen liebe ich HPL wegen seiner enormen Ausdrucks- und Visionskraft in vielen Geschichten. Zum anderen mag ich an seiner Person aber nicht, dass er eindeutig rassistische Züge besaß.
Beides sollte in der Story zum Tragen kommen.

@Patrick: Ja, schade, dass wir bislang noch nicht recht literarisch "zusammenkamen". Aber nun hat es ja geklappt. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

Auf bald,

Markus
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NEU: "DIE ERNTEN DES SCHRECKENS" von Markus K. Korb

Elf Erzählungen aus dem Umfeld des Krieges, gesehen mit den Augen eines Phantasten.

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5

Mittwoch, 21. Juni 2006, 20:48

"Die Wiege" hat mir gut gefallen; trotz des Endes.
Denn genau das (bzw. die Pointe an sich) ist ein bissl dick aufgetragen, finde ich.
Markus' Beweggründe kann ich ja noch teilweise nachvollziehen. Das HPL ein latenter Rassist war, mag ja vielleicht stimmen, aber so find ich das ne Spur zu heftig.
Damit stellst du ihn indirekt auf die gleich Stufe wie diverse andere Leute die von 1930 bis 1945 ähnlich handelten...

Bei der Beschreibung der Wiege musste ich unwillkürlich an die Schule in "Sommer der Nacht" denken. Die ist ähnlich gut geschildert.
Lese gerade: Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
Danach: t.b.a.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »winternam« (21. Juni 2006, 21:24)


Running Wild

RUNNING WILD PHANTAST

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6

Mittwoch, 5. Juli 2006, 19:48

So hab die Story jetzt gelesen !
Wie meistens bei Korb ,
auch diese wunderbar flüssig und mit Stil
geschrieben , wie macht er das nur !
Sehr gute düstere Atmosphäre ,
der Anfang bis Mitte der Story sehr gut !!!
Aber das mit Lovecraft am Ende gefiel mir
nicht so gut , schon wieder ER ,
und dieses mal hat er es auf Diebe und
Ausländer abgesehn ! Mir wäre es lieber gewesen
das es nicht Lovecraft sei , besser hätte mir
gefallen , das Carter der Übeltäter wäre !!!
Und Lovecraft hat seine Ansichten ,
die nun mal radikal waren ,
zumindest in seinen letzten Lebensjahren positiv
geändert , hier noch eine Story zu Schreiben
die zeigt das er bestimmten Leuten
unfreundlich gesinnt war , das gefällt mir leider
gar nicht , hätte nicht sein müssen !
Aber anyway , das ist nur meine Ansicht !!!
Reality is lost - IKON

Lucardus

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7

Samstag, 8. Juli 2006, 19:22

Handwerklich solide und über weite Strecken hat mich der Stil überzeugt. Aber es ist auch irgendwie ein typisches Szenario der unheimlichen Literatur. Ein verlassenes Haus mit einer düsteren Vergangenheit, ein Protagonist, der zwar ein Motiv hat, sich dort allein und bei Nacht aufzuhalten, aber genretypisch natürlich letztlich doch in die Falle geht. Was mir nicht gefallen hat, ist die doch relativ platte und nicht überzeugende Motivation des Antagonisten und das völlig unnötige Blutspritzen am Ende.

Mir ist nicht ganz klar, welche Bedeutung die Puppen haben.

Wegen des Endes von mir leider nur eine 3-.

Oliver

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8

Dienstag, 11. Juli 2006, 11:35

Gerade weil ich Markus gut leiden kann und sein Werk eigentlich immer sehr zu schätzen weiß, schreibe ich das folgende ehrlich gesagt ziemlich ungern: Mir hat die Geschichte leider nicht gefallen.

Ich fand sie zu vorhersehbar, Handlung und selbst die Pointe wurden arg schnell vorab telegraphiert, so dass sie mein Interesse nicht sonderlich fesseln konnte, was auch an dem etwas generischen Helden von der Stange lag. Wie auch Lucardus schon anmerkte, hat mich die Erklärung zum Schluss vergrätzt, die Motivation wirkte auf mich völlig unglaubwürdig und arg weit hergeholt.

Stilistisch habe ich die wohl in der Anthologie obligatorischen HPL-Anlehnungen in den Einführungssätzen mit Augenrollen (irgendwann bekommt man davon zu viel, muss denn das immer am Anfang? Jaja, die Giebel sind schief, und alles ist ganz total unheimlich..), spätere gelungene Momente zur Erschaffung einer unheimlichen Atmosphäre mit Wohlwollen gelesen, da waren einige kurze schöne Momente dabei.

Aber ansonsten: Die Diebes-Mission und das Safe-Knacken zu sehr wie gehabt, und dann die Pointe, das konnte mich alles nicht so fesseln – wie es mich Markus in Zukunft sicher wieder tun wird. Wie gesagt: Macht mir keinen großen Spaß, das zu schreiben, ich kann nur hoffen, dass Markus Ehrlichkeit wichtiger ist als Lobhudelei.

Note 4.
"Film und Buch - Oliblog". Mein Weblog.

Zur Zeit auf meinem Nachttisch:
- "Under the Dome", Stephen King
- "The Life of Charlotte Brontë", Elizabeth Gaskell

kaigrimm

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9

Dienstag, 11. Juli 2006, 13:01

Zitat

Original von Oliver
ich kann nur hoffen, dass Markus Ehrlichkeit wichtiger ist als Lobhudelei.



Ich hingegen kann nur hoffen, dass Markus ehrliches Lob von Leuten, denen die Geschichte gefallen hat, auch als ehrlich und nicht als Lobhudelei empfindet.

Mir gefiel gerade die Gradlinigkeit dieser Story, die sicherlich irgendwo vorhersehbar ist (Hat wirklich jemand angenommen, der Dieb könnte es wieder aus dem Haus herausschaffen?). Denn diese konzentriert sich erkennbar mehr auf Atmosphäre als darauf, den Leser mit überraschender Handlung und Storytwister zu überraschen und schafft es so, die gruselige Stimmung des Ganzen perfekt in den Mittelpunkt zu rücken.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

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Oliver

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10

Dienstag, 11. Juli 2006, 13:04

Zitat

Original von kaigrimm
Ich hingegen kann nur hoffen, dass Markus ehrliches Lob von Leuten, denen die Geschichte gefallen hat, auch als ehrlich und nicht als Lobhudelei empfindet.

Da habe ich mich wohl nicht ganz glücklich ausgedrückt, klar sprach ich da nur von mir bzw. für mich.

Die Leser, denen die Geschichte gefallen hat, haben das hier ja auch schon mit nachvollziehbaren Gründen dargelegt, da wollte ich wirklich niemandem etwas unterstellen.
"Film und Buch - Oliblog". Mein Weblog.

Zur Zeit auf meinem Nachttisch:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Oliver« (11. Juli 2006, 13:04)


kaigrimm

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11

Dienstag, 11. Juli 2006, 13:24

Ich wollte Dir beim besten Willen nichts unterstellen, Oliver, es las sich nur wirklich etwas missverständlich.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

12

Dienstag, 11. Juli 2006, 15:30

Hi,

mir ist beides Recht - Lob oder Tadel.

Ersteres freut mich selbstverständlich, da ich einem Leser eine vergnügliche Lektürezeit bereiten konnte. Das andere nehme ich mit Interesse auf und werte ganz persönlich für mich aus, ob ich der Kritik zustimmen kann oder nicht.

Am Schlimmsten ist die von mir so genannte "Flatline", d.h. die Geschichte oszilliert nicht, bewegt die Leser weder in die eine noch in die andere Richtung.

:)

Passt scho!

@Oliver: Vielleicht gelingt es mir ja beim nächsten Mal wieder.


@kaigrimm: Nochmals danke für deine freundlichen Worte. Schön, dass dir meine Geschichte gefallen hat.


Auf bald,

Markus
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13

Dienstag, 11. Juli 2006, 16:00

@ MKK:
Mich würd mal interessieren, was du dir bei dem Ende gedacht hast... :]
Warum hast du HPL auf dieses Niveau runtergestuft?
Lese gerade: Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
Danach: t.b.a.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »winternam« (11. Juli 2006, 16:02)


14

Dienstag, 11. Juli 2006, 21:16

Hallo winternam,

für das Ende habe ich Elemente aus HPLs Leben, wie aus Briefen und Biographien ersichtlich, und aus seinen Stories verwendet. Dies alles zeigt einen Teil seiner Persönlichkeit, und zwar den mir unangenehmen.

Auf bald,

Markus
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15

Donnerstag, 13. Juli 2006, 07:42

Zitat

Original von Markus K. Korb
Hallo winternam,

für das Ende habe ich Elemente aus HPLs Leben, wie aus Briefen und Biographien ersichtlich, und aus seinen Stories verwendet. Dies alles zeigt einen Teil seiner Persönlichkeit, und zwar den mir unangenehmen.

Auf bald,

Markus

Also wolltest du die "Dunkle Seite" Lovecrafts zeigen, ok.
Das versteh ich schon. Aber ich finde, das du (für mich persönlich) eine Grenze überschritten hast.
Zu verdeutlichen, das jemand schlechte Seiten hat(te) ist das Eine.

Aber meinst du wirklich, das Lovecraft so weit gehen würde?
Als ich das Ende gelesen habe, musste ich als erstes an die Nazis denken. Beide - die Nazis und der HPL in deiner Story - haben eine extreme Abneigung gegen den (aus ihrer Sicht) "Abschaum der Gesellschaft". Was die Nazis getan haben wissen wir alle; das der HPL in deiner Story gleiches auf seine Weise macht und Arkham "säubert" ist zumindestens für mich fragwürdig.

Versteh mich bitte nicht falsch: Mir hat deine Geschichte - bis auf das Ende - sehr gut gefallen. Ich verstehe allerdings nicht warum du HPL auf das gleiche Niveau wie die Nazis setzt. Vielleicht ist das auch eine Überinterprätation meinerseits aber dieser Vergleich drängt sich mir halt auf.
Und die Tatsache, das anderen Leuten das Ende ebenfalls nicht gefallen hat, zeigt doch das ich nicht alleine bin.

Oder war HPL wirklich so? Ich kenne die Briefe und Bios nicht aber wenn daraus ersichtlich wird, das er wirklich so weit gehen würde, wirft das schon ein anderes Licht auf ihn...
Lese gerade: Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes
Danach: t.b.a.

kaigrimm

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16

Donnerstag, 13. Juli 2006, 12:58

Komisch, mich hat das Auftreten Lovecrafts am Ende der Story irgendwie gar nicht gejuckt, will sagen, ob das jetzt Lovecraft oder irgendein anderer war, das war für mich von eher untergeordnetem Interesse.

Nur wenn man über gewisse eher unangenehme Charaktereigenschaften Lovecrafts redet, sollte man bedenken, in welcher Zeit und wo er gelebt hat. Damals in den ländlichen Vereinigten Staaten dürfte Rassismus so selbstverständlich gewesen sein wie das Frühstücksei morgens in einem guten Hotel.

Was beileibe nicht heißen soll, dass ich das akzeptabel finde.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

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17

Montag, 7. August 2006, 16:43

Zitat

Original von kaigrimm
Mir gefiel gerade die Gradlinigkeit dieser Story, die sicherlich irgendwo vorhersehbar ist (Hat wirklich jemand angenommen, der Dieb könnte es wieder aus dem Haus herausschaffen?)


Also ich nicht, und eben dieses Vorhersehbare in Richtung Brunnen, in die immerhin schon die ganze Geschichte steuerte, machte "Die Wiege" für mich zu einer der Besten bisherigen Geschichten. Dieses wann-endlich-passiert-es Gefühl passte richtig gut in das düstere Haus hinein. (Normalerweise bin ich diesem "Häuser-Horror" mittlerweile etwas abgeneigt, da es doch meistens das gleiche und nichts neues bietet)
Auch das etwas grausige Ende (warum sollte der Protagonist auch immer mit heiler Haut entkommen?) war herrlich. Nur wie die meisten schon angedeutet hatten, dass Lovecraft der Übeltäter ist fand ich doch etwas übertrieben.