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MartinHoyer

Anfänger

Beiträge: 11

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21

Mittwoch, 28. Juni 2006, 14:54

Zitat

Original von Nanoc
gute Antwort. Aber solange der Roman / die Erklärung nicht da ist, musst Du glaube ich akzeptieren, wenn manche Leser das als Fehler ansehen.

Selbstverständlich. Daß die Verständnisprobleme der Geschichte durchaus in von mir verursachten konzeptionellen Schwächen begründet sein können, habe ich in diesem Thread bereits vor 14 Beiträgen eingeräumt.

Gerade diesen Punkt hat allerdings bisher niemand als möglichen Fehler angemahnt. Es ist eine allgemein akzeptierte Konvention, daß Kurzgeschichten mit Leerstellen arbeiten müssen, und diese sind gerade dann angemessen, wenn sie etwas verdrängen, was für das Thema der Kurzgeschichte nicht relevant ist.

Kurz: Wohin Dagon seine seine Jünger verschifft, ist irrelevant, entscheidend für die Geschichte ist lediglich, wie er das tut. Andernfalls könnte ich ebenso gut erörtern, warum überhaupt jemand Dagon verehrt, oder wie die Infrastruktur der Gemeinde Arkham funktioniert.

Nanoc

Anfänger

Beiträge: 22

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Wohnort: Leverkusen

Beruf: Lohnsklave

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22

Mittwoch, 28. Juni 2006, 15:02

Zitat

Original von MartinHoyer
Gerade diesen Punkt hat allerdings bisher niemand als möglichen Fehler angemahnt. Es ist eine allgemein akzeptierte Konvention, daß Kurzgeschichten mit Leerstellen arbeiten müssen, und diese sind gerade dann angemessen, wenn sie etwas verdrängen, was für das Thema der Kurzgeschichte nicht relevant ist.


Prinzipiell richtig.
Und man kann als Leser ja auch sagen: Aha, ohne Kiemen unter Wasser, was mag da dahinter stecken.
Aber eben auch: Häh, was soll das denn? Hat der nicht zu Ende gedacht.
Wohl je nach dem, was man vom Autor hält ;)

Zitat

Kurz: Wohin Dagon seine seine Jünger verschifft, ist irrelevant, entscheidend für die Geschichte ist lediglich, wie er das tut. Andernfalls könnte ich ebenso gut erörtern, warum überhaupt jemand Dagon verehrt, oder wie die Infrastruktur der Gemeinde Arkham funktioniert.


Stimmt für mich nur halb. Bei Dagon, Kultisten und Arkham ist klar, dass vorausgesetzt wird, dass der Leser was damit anfangen kann. Das Verwandelte unter Wasser atmen können auch. Was nicht verwandelte unter Wasser halt eben nicht.
Aber gut, siehe oben, ist ja geklärt.

Gruß
Bernd

Lucardus

unregistriert

23

Samstag, 8. Juli 2006, 20:15

Ich habe beim Überfliegen der anderen Reaktionen gesehen, dass hier schon Fragen zur Handlung gestellt und beantwortet wurden, aber ich habe das absichtlich nicht weiter gelesen, da ich meine Meinung als unbedarfter Leser ohne weiterführende Erklärungen bilden will.

Ich muss zunächst anmerken, dass ich allgemein das Nazi-Motiv in Horror-Geschichten nicht sonderlich mag, weil die als Bösewichte schon so ausgekaut sind, dass ich das auch Autoren wie Dan Simmons nicht verzeihen kann.

Womit ich aber überhaupt nicht klarkomme ist die Darstellung des Dagon. Auch das Aufzeigen der Zukunft des Nazireiches und die Diskussion mit dem SD-Mann (es ist doch ein SD-Mann?) ist mir zu unergiebig und die ganze Szene irgendwie zu philosophisch geraten. Ich kann mir einfach eine Mythosgestalt wie den mächtigen Dagon nicht bei der Zwiesprache mit einem Nazi vorstellen. Die Motivationen erscheinen mir nicht schlüssig. Ein an Land gesetzter Nazi-Spion würde meiner Meinung nach eben nicht nachsehen, wer da im Dunkeln Feuer entzündet hat, sondern unauffällig bleiben und im Feindesland versickern. Das ist seine Aufgabe. Mir ist auch nicht klar, was Dagon hier genau will. Noch weniger verstehe ich, warum er über seine Absichten mit Arne palavert. Der einzige Grund für dieses Gespräch ist doch eigentlich, dem Leser mitzuteilen, warum das U-Boot von Dagon gekapert wurde. Der Dialog zwischen den beiden überzeugt mich nicht. Tut mir leid, aber da muss ich sagen, dass mir die Story nicht gefallen hat.

Fazit: 4

Coach

Schüler

Beiträge: 92

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24

Sonntag, 9. Juli 2006, 14:18

Zitat

Original von Lucardus
Ein an Land gesetzter Nazi-Spion würde meiner Meinung nach eben nicht nachsehen, wer da im Dunkeln Feuer entzündet hat, sondern unauffällig bleiben und im Feindesland versickern. Das ist seine Aufgabe.


Hallo Lucardus,
genau das ist aber in der Realität schon mal passiert: Ein deutsches U-Boot hat an der Ostküste Spione (Saboteure) ausgesetzt die den Horseshoe Curve bei Altoona (PA) in die Luft jagen sollten (eine der Hauptversorgungsadern der USA im 2.Weltkrieg). Diese sind übrigens ebenso kläglich gescheitert wie besagter Spion in Hoyers Story.
sh Link
Horseshoe Curve

Geschichtliches

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Coach« (9. Juli 2006, 14:24)


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Running Wild

RUNNING WILD PHANTAST

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25

Sonntag, 9. Juli 2006, 20:03

So hab jetzt die Geschichte auch gelesen !
Erst mal erinnert Sie an 2 Lovecraftstories ,
oder ich würde meinen angelehnt , da Lovecraft
dies auch verwendet hat ! Zum Einen klar "DAGON",
die andere ist türlich die mit deutschen Uboot ,
und zwar "DER TEMPEL " . Gut die Story mag Fehler
haben , aber mir gefiel Sie !
Ich hab erst vor kurzem ein Bericht über deutsche
Ubootaktivität im 2 Weltkrieg vor der US Küste ,
gelesen , deshalb nicht unglaubwürdig !
Ich finde es auch nicht schlimm , das es die NS Zeit
anspielt , warum sollte Dagon ihm nicht den Untergang
zeigen , ich hab da nicht so Probleme damit !
Ich meine diese Jünger ,
können ja auch Futter für Andere dienen !!!
Reality is lost - IKON

Lucardus

unregistriert

26

Sonntag, 9. Juli 2006, 20:07

Zitat

Original von Running Wild
Ich hab erst vor kurzem ein Bericht über deutsche
Ubootaktivität im 2 Weltkrieg vor der US Küste ,
gelesen , deshalb nicht unglaubwürdig !


Hmm, wenn das auf meine Kritik angespielt ist. Ich habe nie behauptet,
dass das Absetzen eines deutschen Spions an der US-Küste unglaubwürdig
ist. Nur, dass er sich ablenken lässt von seinem Auftrag.

MartinHoyer

Anfänger

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27

Montag, 10. Juli 2006, 11:28

Kein Spion würde ein Geschehen ignorieren, daß meinen Auftrag gefährden könnte - besonders dann nicht, wenn es in seinen Rücken gerät.

Nehmen wir mal an, daß dort nur ein paar Pfadfinder campiert hätten; selbst dann müßte er sich Gewißheit verschaffen, ob er selbst oder seine Landung womöglich bemerkt wurde und seine Tarnung als Wanderarbeiter gefährdet ist.

Ferner hat er vor, sich länger in Arkham aufzuhalten, muß sich also mit allen Gepflogenheiten der Gegend befassen, um nicht bei irgendwelchen Spionage- und/oder Sabotageausflügen unangenehme Überraschungen zu erleben.

Wer ernsthaft glaubt, ein Spion würde ein Feuer in einem Wald ignorieren, den er gerade durchquert, dem unterstelle ich augenzwinkernd, erstens ein Großstadtmensch zu sein und zweitens Zivildienst geleistet zu haben. Denn sowohl als naturnaher Mensch als auch bei einer (meinetwegen schlechten) militärischen Ausbildung lernt man, daß man solche Dinge nicht ignorieren darf. Und als Geheimdienstler schon gar nicht, denn da gehört Vorsicht oder sogar Paranoia zum Beruf.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MartinHoyer« (10. Juli 2006, 11:28)


Running Wild

RUNNING WILD PHANTAST

Beiträge: 4 136

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28

Montag, 10. Juli 2006, 11:55

@Luc
Nein nicht auf deine Kritik ! Die ist türlich OK!!!
Ich hab diesen Report gesehn,
und dachte mir in meiner Fantasie ,
WIESO NICHT !
Reality is lost - IKON

Lucardus

unregistriert

29

Montag, 10. Juli 2006, 18:07

Zitat

Original von MartinHoyer
Kein Spion würde ein Geschehen ignorieren, daß meinen Auftrag gefährden könnte - besonders dann nicht, wenn es in seinen Rücken gerät.


Da ich unvorsichtigerweise ignorieren geschrieben habe, gebe ich dir darin recht. Gut, dann muss er halt vorsichtshalber nachsehen, was/wer da ist.

Aber es kam mir beim Lesen irgendwie wie die Old-Shatterhand-Methode vor.

Zitat


Wer ernsthaft glaubt, ein Spion würde ein Feuer in einem Wald ignorieren, den er gerade durchquert, dem unterstelle ich augenzwinkernd, erstens ein Großstadtmensch zu sein und zweitens Zivildienst geleistet zu haben. Denn sowohl als naturnaher Mensch als auch bei einer (meinetwegen schlechten) militärischen Ausbildung lernt man, daß man solche Dinge nicht ignorieren darf. Und als Geheimdienstler schon gar nicht, denn da gehört Vorsicht oder sogar Paranoia zum Beruf.


Sagen wir mal so, deine Unterstellung trifft zumindest bei meiner militärischen Ausbildung zu. Melde gehorsamst: War zum Scheißefegen abgemeldet, weiße Uniform, weißer Ford-Panzer, nur mobiler Häuserkampf. Was das Großstadtkind angeht, so würde ich behaupten, dass echte Großstadtkinder meine Heimatstadt bestenfalls als annehmbaren Vorort bezeichnen würden. Jedenfalls gibt es in Sichtweite Bäume und sogar ein zusammenhängendes Waldgebiet.

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MartinHoyer

Anfänger

Beiträge: 11

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30

Dienstag, 11. Juli 2006, 11:10

Zitat

Original von Lucardus
Aber es kam mir beim Lesen irgendwie wie die Old-Shatterhand-Methode vor.

Na, das ist doch schon eher etwas Handfestes. Ich bin seit Kindertagen bekennender Freund der Romane von Karl May, womöglich ist wirklich etwas davon in die Pirsch eingeflossen. Beabsichtigt war das dann aber nicht.


Zitat

Sagen wir mal so, deine Unterstellung trifft zumindest bei meiner militärischen Ausbildung zu. Melde gehorsamst: War zum Scheißefegen abgemeldet, weiße Uniform, weißer Ford-Panzer, nur mobiler Häuserkampf.

Melde gehorsamst, ich habe mich nach erfolgter Grundausbildung hinter einem Bundeswehr-Schreibtisch verbarrikadiert und weiteren militärischen Stumpfsinn mit Kugelschreibern und Stempeln unterschiedlichen Kalibers abgewehrt, bis ich endlich wieder Zivilist war.


Zitat

Was das Großstadtkind angeht, so würde ich behaupten, dass echte Großstadtkinder meine Heimatstadt bestenfalls als annehmbaren Vorort bezeichnen würden. Jedenfalls gibt es in Sichtweite Bäume und sogar ein zusammenhängendes Waldgebiet.

Für einen Burschen von einer ländlich geprägten Insel ist jede Ansammlung von mehr als 20 Häusern eine Großstadt.
Wer nicht im Moos/Schilf oder wenigstens im Acker landet, wenn er aus dem Fenster fällt, ist ein Großstadtkind. :D

Oliver

Fortgeschrittener

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31

Montag, 17. Juli 2006, 15:02

Zur bisher gelaufenen Diskussion kann ich gar nicht so viel sagen, weil für mich der Nazi-Kram gar nicht mal soo zentral für die Geschichte war. Natürlich nicht zu übersehen, ich habe mich aber eher an einer sprachgewaltigen (<-- das mag ich bei H-Martin immer) Geschichte erfreut, die für mich gelungen eine düstere Atmosphäre erschafft. Leider reicht es auch für mich nicht für eine Note im hohen Bereich, aus einem ähnlichen Grund wie Lucardus: Die Zwiesprache mit Dagon gegen Ende konnte mich auch nicht überzeugen, diese Motivation habe ich irgendwie nicht abgekauft, so dass mich das etwas aus der Geschichte warf. Die Geschichte würde sich vielleicht in der Tat für eine Erweiterung anbieten.


Note 3




(Ist eigentlich noch irgendjemandem eine Parallele in der zweiten Hälfte der Geschichte zu einer großen Action-Szene in Schätzings "Der Schwarm" aufgefallen (Stichwort: Pool)? Die Parallele ist entfernt und war wohl sicherlich auch nicht so intendiert, aber trotzdem?)
"Film und Buch - Oliblog". Mein Weblog.

Zur Zeit auf meinem Nachttisch:
- "Under the Dome", Stephen King
- "The Life of Charlotte Brontë", Elizabeth Gaskell

MartinHoyer

Anfänger

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32

Donnerstag, 3. August 2006, 21:13

Nur der Vollständigkeit halber: "Der Schwarm" habe ich bisher nicht gelesen. Cool

DarkDreamer

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33

Dienstag, 8. August 2006, 18:43

Der Anfang von "Die Tiefe" konnte mich überzeugen. Die Stimmung und das Unheimliche verpassten der Story eine Portion Spannung, die mich auf großartiges hoffen ließ. Als der Protagonist jedoch mit Dagon anfing zu reden, als ob es ein völlig normales Gespräch wäre, fand ich es schade, der Auftakt hatte mich mehr erwarten lassen. Besonders nach dem Erscheinen von Dagon, das großartig geschildert wurde. Das Ende riss die Story jedoch völlig runter.
Schade, die Geschichte hatte einen sehr guten Anfang und anscheinend eine gute Idee zugrunde liegen, aber gegen Ende schwächelt sie gewaltig.