Ich habe bei der Geschichte von Christian von Aster geschrieben, dass ich auf geschwollene Hochsprache stehe. Aber die Sprache diese Story ist künstlich aufgebläht, leidet an übermäßig vielen Adjektiven und wiederholt sich an etwas zu vielen Stellen.
"Ein Schrei entfuhr mir, den ich nur wahrnahm, weil er meine Stimmbänder anriss. Ich fuhr auf meinem Sitz zurück, riss meine Beine in die Höhe ..."
Das kann passieren, passiert mir auch. Aber hier passiert es ein paar Mal zu oft. Ich kann das nicht als gewolltes Stilmittel sehen, denn auch die blumigen Formulierungen liegen ziemlich oft knapp daneben und wirken insgesamt angestrengt und aufgepfropft. Teilweise klingt das so geschwollen, dass ich Angst habe, zwischen den Buchstaben bleibt kein Platz mehr. Der Stil ist über weite Strecken für meinen Geschmack ziemlich daneben, aber offenbar so gewollt, denn der Brief Lovecrafts ist mir dann unverhofft wie eine Erholung und ein Muster an Klarheit vorgekommen.
Dazu kommt, die Handlung selbst ist mir zu abstrakt, verwirrend und durch offenbar vorhandene Bezüge auf den König in Gelb auch oft schwer nachvollziehbar und dahingehend für mich schlicht schnell uninteressant geworden. Geht es hier um den Wahnsinn eines Menschen? Geht es um ein verschwundenes Mädchen? Geht es um den König in Gelb? Was ist mit dem die ganze Zeit nervtötende Fragen stellenden Psychiater geschehen? Was will mir diese Handlung sagen? Wohin führt mich der Autor? Ich kann ihm leider nicht folgen, und bin nicht bereit für ein besseres Verständnis dieser Geschichte den König in Gelb zu lesen.
Schon um Martin Hoyer Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen, bei dem ich hauptsächlich mit der Darstellung des Dagon nicht klarkomme, die aber ansonsten gut geschrieben ist, kann ich hier nur eine glatte 5 verteilen.