So, ich hatte die Möglichkeit, das Buch bereits zu lesen und möchte für alle Interessierten meine Eindrücke hinterlassen.
Grundsätzlich erinnert mich der Band an eine Art "Cecilia Ahern trifft Johnathan Carroll".
Im Kern des Bandes steht eine klassische Liebesgeschichte zwischen Michael und Elizabeth, welche sich, beide "mitten im Leben stehend", per Zufall kennen lernen und Schritt für Schritt annähern. Diese im Grunde schon fast Ahern'che Beziehungsgeschichte wird allerdings durch eine kräftige Priese Phantastik gewürzt, woraus sich eine Art "grenzensprengende" Betrachtung des ganzen Themas "Liebe und Beziehung" ergibt, ohne dass es irgendwann zu schnulzig wird.
Der "phantastische" Effekt wird in der Hauptsache dadurch erzielt, dass Wright ständig in den Zeit und Erzählperspektive springt und dadurch ungeahnte Facetten eröffnet. So erleben wir die Jugend der beiden Protagonisten, deren Familien und Veränderungen, das Kennen- und Lieben lernen, die Hoch- und Tiefpunkte der Beziehung und der Zeit darüber hinaus aus den unterschiedlichsten Perspektiven mit. Wir sehen die Welt aus Michaels und auch aus Elizabeths Augen.
Bei all diesen praktisch vorausgesetzten "Verwirrungen" packt es Wright dennoch ständig den roten Faden zu behalten. Kaum ein Sprung kommt plötzlich oder gar verwirrend und ich selbst fand ich meistens sofort mit dem neuen Erzählszenario zurecht.
Einzig wenn es auf die "heutigen" Situationen aus der Sicht der beiden Protagonisten kam, bin ich mir teilweise immer noch nicht ganz sicher, wer jetzt wo was machte und wer gerade erzählt. Hier habe ich erst recht spät "kapiert", dass es mal der eine, mal der andere ist.
Auch habe ich ehrlich gesagt noch nicht ganz die "Pointe" kapiert und freue mich da schon auf so manche Debatte hier im Forum.
Ich hab zwar eine "These", aber ob die so stimmt - auf jeden Fall bleibt das Buch im Hinterkopf hängen.
Von der Erzählweise her ist das Buch - trotz seiner vielen Sprünge - sehr ruhig, allerdings auch äußerst tief und fesselnd geschrieben. So hatte ich den Band, der es immerhin auf fast 250 Seiten bringt, an einen langen Nachmittag auf einen Rutsch ausgelesen (und das, obwohl es eigentlich keinen wirklichen "Höhepunkt" - zumindest nicht vom Storyaufbau her - gibt, auf den alles hinausläuft) und war von der erzählerischen Atmosphäre wie gefesselt.
Gerade aktuell, zirka eine Woche nach der Lektüre, kann ich nur sagen, dass mich der Band und vor allem die Atmosphäre noch nicht ganz losgelassen hat.
Es spuken noch einige Fragen im Kopf herum, ich versuche noch immer einige Zusammenhänge für mich zu erschließen, allerdings ohne dem Autor anlasten zu wollen, er hätte mich unwissend zurück gelassen.
Sagen wirs so: Unter normalen Umständen und rein vom Klappentext her hätte ich den Band eher in der unteren Hälfte meines "Zu lesen"-Stapels abgelegt - aber kaum hatte ich (eher durch Zufall) einmal angefangen, konnte ich den Band nicht aus der Hand legen.
Ich würde jedem Interessierten raten, sich die
Leseproben auf der Eloy-Website anzusehen, denn diese geben ein sehr gutes Bild über die Wrights Erzählweise wider.
Wer dort Blut leckt, sollte bei VÖ auf jeden Fall zuschlagen und - bittebitte - seine Ansichten, Ideen und Ansätze über das Buch hier mit uns Teilen, denn ich finde den Band auf jeden Fall diskutierenswert
Vor mir gibts - obwohl mich das Grundthema im Vorfeld eigentlich NULL interessierte - unterm Strich hier eine
gute Bewertung!