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Running Wild

RUNNING WILD PHANTAST

  • »Running Wild« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 17. September 2006, 09:21

[Lesezirkel Sep./Okt. 2006] DAS KASTELL von F. Paul Wilson

15%

Sehr Gut (2)

38%

Gut (5)

46%

Mittelmäßig (6)

0%

Schlecht

Hier nun mit etwas Verspätung der Thread
für den Lesezirkel -September / Oktober- ,
für beide Monate nun das Buch "Das Kastell"
von F.Paul Wilson !
Da ich und einige Andere , das Buch noch nicht
haben , und mehrere Threads nur noch mehr
Verwirrung verursachen könnten ,
gibts nur diesen EINEN mit Bewertung !
Postet bitte halt in der Thema Übersicht
wo ihr seid ! Danke !
Viel Spaß nun mit dem Buch !
Reality is lost - IKON

kaigrimm

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2

Sonntag, 17. September 2006, 15:07

Gedanken zur Halbzeit

Vorab: Ich bin schon gut bei der Hälfte und wer nach 50 oder 100 Seiten schon etwas schreiben möchte, sollte hier erstmal nicht weiterlesen!


Warum habe ich für dieses Buch im Lesezirkel gestimmt? Nein, nicht wegen des Autors, Das Kastell ist für mich in der Tat eine lupenreine Autorenpremiere. Der Grund war, weil mich einfach brennend interessierte, ob eine klassische Horrorgeschichte in diesem brisanten geschichtlichen Kontext funktionieren kann. Wahrt der Autor eine gewisse Neutralität oder nutzt er die Gelegenheit, deutsche Soldaten im 2.ten Weltkrieg angesichts des Übernatürlichen als Idioten hinzustellen? So zu 100 % beantworten mag ich die Frage noch nicht...

Zunächst: Bisher funktioniert der Roman als Horrorgeschichte wunderbar. Ein großes Plus: Dem Autor gelingt es erstklassig, der allgemein nicht mehr gruselig beschriebenen und empfundenen Vampirthematik ein unheimlich-gruselig-blutiges Horrorgefühl zurückzugeben. Die Auftritte des Vampirs, begleitet von schleichend einsetzender Sunkelheit und rasender Gewalt, sind großartig, zumal der Kerl ja wenn überhaupt nur langsam und teilweise sichtbar wird.

Die Art und Weise an eine Vampirgeschichte heranzugehen erinnert mich am ehesten noch an Wolfgang Hohlbeins Dunkel und ehrlich gesagt, Hohlbein ist es nicht so gut gelungen.


Wenn ich mir allerdings die Hauptpersonen des Buches näher betrachte, so fällt mir auf, dass hier trotz des historischen Kontextes eine ganz konventionelle, nahezu genretypische Horrorgeschichte dargeboten wird, erfüllen die Figuren doch nahezu alle genretypischen Klischees eines Horrorromans:

Da hätten wir als erstes SS-Sturmbannführer Kämpffer, der nahezu den Prototypen des menschlichen Soziopathen, der mit dem Übernatürlichen konfrontiert, in sich zusammenbricht, verkörpert. Der klassische Bösewicht! Und: Die Nazis waren ersichtlich bemüht, die Greueltaten der SS von der regulären Wehrmacht fernzuhalten, da erscheint es mir nicht sehr realistisch, wie Kämpffer hier vor Gott und der Welt mit seinen Greueltaten prahlt. Ebenfalls typisches Klischee ist, dass Kämpffer bei aller Unmenschlichkeit, die er verkörpert, auch noch ein erwiesener Feigling ist. Nun, die Waffen-SS war die Elitekampftruppe des Dritten Reichs schlechthin, so dass mir hier einfach zu viel Klischee zusammenkommt.
Dass Kämpffer überlebt, erscheint mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.

Kontrastpunkt zu Kämpffer ist der Wehrmachtsoffizier Wörmann. Dieser ist die typische Figur, die der Leser, obwohl sie offensichtlich durch Schicksalsfügung auf der falschen Seite steht, sympathisch findet. Sozusagen der "gute Gangster", wer den Film Panic Room gesehen hat, weiss, was ich meine. Wörmann ist der typisch deutsch-preussische Offizier, dem die soldatische Ehre über alles geht und der Gewalt gegen Zivilisten verabscheut.
Den Konflikt zwischen diesen ganz unterschiedlichen deutschen Offizieren beherrscht dann auch das erste Drittel des Buchs.
Allerdings erscheint es mir sehr unwahrscheinlich, dass Wörmann überleben könnte.

Professor Cuza: Der an den Rollstuhl gefesselte jüdische Wissenschaftler verkörpert perfekt den Genre-Typus des hochintelligenten Kopfmenschen, der in den Sog des Bösen gerät und dessen Bann schließlich so weit erliegt, dass er selbst zum Bösen wird. In dieser Figur ist der faustische Pakt, der ihn seiner Tochter entfremdet und in den Untergang reisst, von Anfang an ganz offensichtlich angelegt. Auch ihm räume ich kaum Überlebenschancen ein.
Ob ich Recht behalte? Ich werde es lesen. Aber: Selten ist es jemandem gut bekommen, den Teufel (die SS) mit dem Beelzebub (dem Vampir) auszutreiben.

Magda: Sie erschien mir zunächst als Quotenfrau des Romans, rückt aber zur Halbzeit des Buches immer stärker in den Mittelpunkt. Eine typische Frauenfigur, die zu Anfang hilflos und schutzbedürftig daherkommt, im Laufe der Handlung aber an Profil, Charakterstärke und Selbstvertrauen gewinnt. Sie dürfte am Ende mit dem Leben davonkommen.

Glenn: Der große Unbekannte mit einem (finsteren?) Geheimnis, quasi der starke Mann des Romans. Es ist offensichtlich, dass seine Rolle im Laufe der Geschichte immer weiter wachsen wird und dass er der Einzige ist, der mit dem Bösen fertig werden kann.

Man sieht, auch im Kastell ist personel alles beim Alten. Aber: Die erste Hälfte des Buches habe ich als superspannenden Pageturner empfunden, das Buch liest sich, auch sprachlich, sehr flott.
Geboten wird bis jetzt eine sehr gute aber absolut genretypische Horrorgeschichte in absolut horroruntypischer Umgebung.

Ich denke, da liegen noch viele Ansatzpunkte für lebhafte Diskussionen zwischen den Buchseiten.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Mothman

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3

Montag, 18. September 2006, 15:33

Bin heute morgen auf der Seite 200 angelangt und das obwohl ich das Buch erst am Samstag Nachmittag erhalten habe und es in Konkurrenz zu einem süchtigmachenden Computerspiel steht (Spellforce II)!
Mit einem Wort "Das Kastell" ist sauspannend!
Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass die Story erfrischend und unkonventionell wirkt, obwohl das Setting -eine alte mysteriöse Burg in den Karpaten- und einzelne Charaktere, wie etwa der alte Gelehrte Prof. Cuza, doch typisch und klischeehaft für eine Horrorgeschichte sind.
Auch der vermeintliche Vampir ist alles andere als der verweichlichte Anne Rice Typ. Der Vampir erscheint wieder als Monster und ist damit auf das wesentliche reduziert und statt in Hälse zu beißen, wird den Opfern gleich die ganze Kehle herausgerissen.
Interessant finde ich auch, dass neben dem Vampir ein weiteres Monster behandelt wird, dass zu dem übernatürlichen Schrecken in Konkurrenz steht.
Das die SS zwangsweise den kürzeren zieht ist zwar logisch, liest sich aber trotzdem sehr gut und die Stelle, wo sich Sturmbannführer Kämpffer nachts vor Angst in die Hosen macht... ist sehr vergnüglich.
Alles in allem ist "das Kastell" bisher ein Top-Buch und ein echter Page-Turner.

Einen Wermutstropfen gibt es aber doch, auch wenn ich mir sicher bin, dass das andere nicht so empfinden werden.
Jedenfalls hat es micht gestört, dass die Wehrmacht und die SS in dem Kastell einen geheimen Raum mit verbotenen Büchern gefunden haben, die allesamt aus dem lovecraftschen Universum stammen.
Angefangen bei einer Orginalausgabe des 'Al Azif' (Necronomicon), über 'De Vermis Mysteriis', 'Die unaussprechlichen Kulte' von Juntz und 'Culte de Goules'.
Um Missverständnissen vorzubeugen, ich verehre Lovecraft und seine Geschichten, genauso liebe ich die Idee und die Namen jener mytischen Werke. Hier wirken sie jedoch wie ein Fremdkörper und ähnlich wie bei einem Loch im Zahn, an dem man ständig mit der Zunge herumspielen muss - bis es dann endlich wehtut-, muss man innerlich an diesen Büchern rumstochern und fummel, was das Lesevergügen doch ein wenig stört.
Ich weiß noch nicht genau woran das liegt und ich bin gespannt welche Rolle die Bücher in der Geschichte noch einnehmen werden. Jedoch bin ich jetzt schon der Meinung das "Das Kastell" ohne diese Bücher besser gewesen wäre.
Na ja, mal sehen wie es weiter geht.
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kaigrimm

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4

Dienstag, 19. September 2006, 14:34

Mothman, wegen der Bücher gebe ich Dir Recht. Sie passen nicht ins Geschehen und wirken hier aufgesetzt. Der Unterschied zwischen uns dürfte jedoch sein, dass ich deswegen nicht das Bedürfnis des Herumstocherns im Zahn empfunden habe, ich habe diese Passage einfach verdrängt.

Achtung, ab jetzt SPOILER!

Ich habe das Buch nämlich schon durch und wer noch nicht so weit ist, sollte erstmal nicht weiterlesen!

Die Bücher spielen im weiteren Verlauf des Romans auch keine tragende Rolle mehr.

Die Tatsache, dass ich mit den 450 Seiten in ein paar Tagen durch war, spricht jedenfalls für eins: Das Kastell hat einen durchgehend ultrahohen Spannungslevel, der seinesgleichen sucht und nur selten findet.

Und, nicht überraschend: Die Hauptpersonen erleiden exakt das Schicksal, das ich ihnen nach der Hälfte vorausgesagt habe...

Obwohl der Vampir (der im übrigen wesentlich mehr ist als ein bloßer Vampir, ah ja, mit einer Überraschung konnte das Buch auch für mich noch aufwarten), in der zweiten Hälfte dann doch noch oft genug persönlich durchs Bild läuft gelingt es dem Autor dennoch den Horrorlevel dieser Gestalt konsequent hochzuhalten. Großartig, wie die Leichen der Soldaten als Werkzeuge missbraucht werden, wie Professor Cuza zum willfährigen Werkzeug des Bösen manipuliert wird und das ganz bittere Ende Wörmanns, das hat auch was für sich.

Gute Frage also, warum ich trotzdem "nur" für gut gevotet habe.

Deshalb:
Ab der Hälfte geht ein gewisser Bruch durch den Roman, in der Form, dass die deutsche Besatzungstruppe und auch die beiden so gegensätzlichen Offiziere im Grunde nur noch Nebenfiguren sind. Der zentrale Konflikt wird sodann durch Magda und ihren vom Bösen beherrschten und manipulierten Vater ausgetragen. Letzteres ist zwar ebenfalls packend, intensiv und eindringlich geschildert, jedoch gerät mir der brisante geschichtliche Hintergrund eben zu sehr in den Hintergrund. Ein wenig mehr sinnvolle Handlungen hätte man den Soldaten doch zugestehen dürfen, ebenso erscheint mir das Konfliktpotential Wörmann vs. Kämpffer nicht ganz ausgespielt.

Dann die Geschichte mit Glenn. Klar war ja schon sehr früh, dass dieser mehr ist als ein gewöhnlicher Mensch. Literarisch gesehen ist die Romanfigur, die den Leser über die Hintergründe des Geschehens aufklärt, eher der Befreiungsschlag als das saubere Passspiel durchs Mittelfeld. Nun gut, auch ein Befreiungsschlag kann dann und wann das probate Mittel sein. Für meinen Geschmack jedoch sind die Hintergründe des Geschehens hier, in diesem strammen Horrorroman, der ja auch durch absolut realen Horror in der finstersten Epoche des vergangenen Jahrhunderts glänzen kann, zu sehr Fantasy.

Alles in allem ist Das Kastell ein über die ganze Länge hochspannender Horrorroman mit finsteren, gruseligen und auch sehr blutigen Szenen, hochinteressanten menschlichen Konflikten, absolut genretypischen und daher auch ein wenig vorhersehbarem Personal sowie einem sehr mutigen Ansatz, wobei ich die Einbindung in den geschichtlichen Kontext nur für bedingt gelungen halte.

Das ergibt alles in allem ein "gut".
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Christoph Marzi - Somnia

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DarkDreamer

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5

Dienstag, 19. September 2006, 15:39

Bis Seite 99

Bis jetzt ließt sich das Buch sehr flüssig und schnell. Es macht echt Spaß weiterzulegen, die Handlungen sind spannend inszeniert und schildern die Geschehnisse sehr lehbhaft, sodass ich mich richtig hineinversetzen kann und auch drinnen bleib. Etwas was mir nicht immer über eine längere Zeit gelingt. In dieser Hinsicht also ein sehr schöner Pluspunkt.

Auch spart Wilson nicht an Blut und Toten, was hier gar nicht stört, da in diesem Buch der Vampir als richtig brutales, hinterhältiges Wesen herüberkommt, wie man ihn nicht immer in Büchern findet.

Auch die SS-Leute kommen mit ihrer Methode (1 Toter Soldat = 10 tote Dorfbewohner) glaubhaft herüber. Wörman hingegen ist der genaue Gegensatz zu diesen Leuten, der die Welt der Nazis nicht verstehen und akzeptieren kann. Was mich jedoch in diesem Punkt etwas irritert ist, das dieser dies in Gegenwart Kämpffers sehr deutlich zum Ausdruck bringt und er keine Folgen daraufhin zu spüren bekommt. Nun gut, wohl ein verschmerzlicher Punkt.

Bin nun gespannt, was es mit der geheimen Kammer in dem Kastell auf sich hat, und wie Magda und der Fremde aus Portugal? (bin mir grad bich sicher woher er kommt) in die Story eingebunden werden. Vor allem aber giere ich nach dem Vampir :D
Also heute abend gehts weiter mit dem Lesevergnügen...

kaigrimm

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6

Dienstag, 19. September 2006, 20:01

RE: Bis Seite 99

Zitat

Original von DarkDreamer

Auch die SS-Leute kommen mit ihrer Methode (1 Toter Soldat = 10 tote Dorfbewohner) glaubhaft herüber. Wörman hingegen ist der genaue Gegensatz zu diesen Leuten, der die Welt der Nazis nicht verstehen und akzeptieren kann. Was mich jedoch in diesem Punkt etwas irritert ist, das dieser dies in Gegenwart Kämpffers sehr deutlich zum Ausdruck bringt und er keine Folgen daraufhin zu spüren bekommt. Nun gut, wohl ein verschmerzlicher Punkt.


Ganz einfach: Wörmann kennt ein paar unangenehme Details aus Kämpffers Vergangenheit. Da traut sich dieser nicht zu offensiv ran. U.a. deshalb will Kämpffer ja auch das Problem im Kastell schnell lösen, denn es ist ihm sicherlich ganz Recht, wenn er nebenbei noch Wörmann als Versager hinstellen kann....
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7

Dienstag, 19. September 2006, 20:11

da hab ich wohl was überlesen, oder vielleicht eher zu schnell gelesen :D
Angedeutet wurde es ja.


Edit:

Hab nun weitergelesen und zwei Seiten weiter steht genau was passiert ist. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »DarkDreamer« (20. September 2006, 14:30)


kaigrimm

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8

Mittwoch, 20. September 2006, 19:49

Zitat

Original von DarkDreamer
da hab ich wohl was überlesen, oder vielleicht eher zu schnell gelesen :D
Angedeutet wurde es ja.


Edit:

Hab nun weitergelesen und zwei Seiten weiter steht genau was passiert ist. :)


Puh, ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, eventuell gespoilert zu haben, wobei ich mir doch recht sicher war, dass das so schon in den ersten 100 Seiten vorkam... Friends
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9

Donnerstag, 21. September 2006, 21:31

Bis Seite 213

Das Buch macht mir immer mehr Spaß zu lesen.
Nach den ersten etwas 100 Seiten gewinnt Das Kastell eindeutig mehr Handlung. Schien der Vampir zuerst nur ein Blutrünstiges Monster zu sein, das Wahllos tötet, erscheint er mittlerweile als ein Wesen das Aufgrund seiner Gefangenschaft nur Rache ausüben will. Verstand besitzt es auch, siehe Schrift an der Wand und der Verschonung des Professor Cuza (zweite Begegnung hab ich nicht nicht gelesen) Mal sehen, was ich von dem Vampir noch erwarten kann und wie er auf den Rothaarigen reagiert, der ja offenbar etwas mit dem Vampir zu schaffen gehabt hatte in der Fernen Vergangenheit.

Die Meinungsverschiedenheiten und kleinen Kämpfe zwischen Kämpffer und Wörman find ich einfach nur zunehmend witzig und unterhaltsam. Sie lockern die Handlung etwas auf.

Was Magda und Professor Cuza angeht haben sie auch ihre kleinen internen Probleme. Zudem liefern sie einige interessante Informationen zu dem Kastell etc. Allerdings erscheint mir das nur ein hinhalten des Autors, da man sich schon denken kann, später alles von dem Rothaarigen zu erfahren. Was aber überhaupt nicht schlimm ist, da so alles schön nach und nach an den Leser durchsickert und die Spannung hochgehalten wird.


Zwischenfazit: Das Kastell bietet sehr guten Lesespaß ohne platt zu wirken. Die Spannung wird konstant hochgehalten und Langeweile beim Lesen kommt nicht auf.

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Felix W

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10

Freitag, 22. September 2006, 17:04

140 Seiten

Ein gutes, spannendes Buch, ohne bisher der absolute Reißer zu sein.

Die Schilderung des Kastells finde ich klasse und auch die Konflikte zwischen Wörman und der SS sind sehr gelungen. Normalerweise meide ich Bücher mit Naz-Thematik, aber hier fühle ich mich wohl.
Was mich etwas überrascht hat, ist, dass auch die rumänischen Soldaten (u.ä.) nicht gut weg kommen und mit den Nazis auf eine Stufe gestellt werden. Eine Sache, die ich niemals so erwartet hätte.

Ansonsten weiß ich noch nicht so ganz, was ich vond em Vampir zu halten habe. Das anfängliche Morden hatte für mich einen größeren Reiz als die Enthüllung des Grauens als Vampir. Aber ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Gruß, Felix
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11

Freitag, 22. September 2006, 19:48

RE: 99 Seiten

So ist mein erstes F.Paul Wilson Buch ,
leider sein "Twins-Schritte ohne Spur" noch ungelesen ,
aber nach dem Buch sicher nicht mehr lange !
Bis jetzt gefällt es mir sehr gut ,
es ist spannend und kommt richtig schnell in Fahrt !
Auch der Handlungsplatz wird logisch erklärt und eingeführt ,
diesem Kastell haftet ja von vornherein etwas Rätselhaftes
an , gut die Idee mit den Kreuzen und das die Feste
von Alexandru in Schuß gehalten wird !
Auch die deutsche Wehrmacht wird glaubhaft dargestellt ,
nur der Name des SS Mannes gefällt mir nicht ,
"Kämpffer" - mit Doppel FF !
Gut wie die deutsche Wehrmacht mit Logik ,
diesen unheimlichen Morden entgegentritt ,
und doch Nichts erreicht und daraufhin die SS
zur Unterstützung erhält , die dann typisch(SS) FEIGE
und VERBRECHERISCH zu Werke geht !
Vor allem Hauptmann Wörmann wird glaubhaft dargestellt ,
diese 1 Weltkriegsteilnehmer glaubten teilweise an
die Armee nicht aber an Hitler , so wie im "Das Boot" !
Dann kommt noch der "Rothaarige" dazu ,
man merkt schnell , das dieser "Killer" wahrscheinlich
das Böse bekämpfen wird , wie vielleicht Magda!
Und dieses Böse , oder der Vampir ist (bis jetzt)
kein üblicher Vampir , er ist mehr etwas in der Art ,
wie der Vampir in Lovecrafts "Das Gemiedene Haus" !
Für mich hält das Buch 2 Grauen bereit ,
der Vampir auf der einen Seite ,
auf der anderen die Verbrechen (Morde) der SS !
Mal sehn , wies weiter geht !
Reality is lost - IKON

12

Dienstag, 26. September 2006, 11:11

...bis ca. Seite 250

So, am vergangenen Sonntag hab ich mich auch ins Kastell getraut und möchte meine bisherigen Eindrücke mit euch teilen ;)

Vor der Lektüre hatte ich das große Bedenken, hinter den Schlagworten "Nazis" und "Vampir" eine plumpe "Das Böse jagt das noch Bösere"-Story vor mir liegen zu haben.
Die ersten Kapitel konnten mir diesen Vorgeschmack auch nicht wirklich vertreiben:

Ein Zug der Wehrmacht bezieht in Transsylvanien (wo auch sonst...) ein abgelegenes Kastell (was denn auch sonst...) und trifft dort auf einen Vampir (na wen denn auch sonst...). Zur Unterstützung der schwindenen Wehrmachttruppe erscheint die - na wer wohl - Totenkopf-SS auf dem Plan um die Sache "auf deren Weise" zu klären.
Dies klappt natürlich nicht, worauf man auf Hilfe eines alteren Professors - natürlich jüdischer Herkunft (was denn auch sonst?) - zurückgreifen muss.

So weit - so "schlecht". Offen gesagt war ich nach den ersten Kapiteln angesichts sovieler Klischees schon wieder kurz davor, den Band ins Regal zurück zu stellen.

Allerdings wäre mir da eine wirklich spannende Story und ein rasantes Lesevergnügen entgangen und ich bin gespannt, wie sich die Story weiter entwickelt.


Sehr gut finde ich bisher die Beschreibung des Vampirs, dessen Ankunft sich durch das ständig schwindende Licht bemerkbar macht. Sehr atmosphärisch.

Ebenfalls zu gute halten muss ich dem Band, dass es zu keiner übertriebenen Thematisierung des Nazisettings kommt. Es sind zwar Wehrmachts- und SS-Truppen, allerdings sind deren Herkunft und "historische Bedeutung" für die Story (noch?) nicht so wichtig.
Bisher gab es noch keinen Zeigefinger-Effekt a la "Böser Dämon vernichtet die noch böseren Nazis".

Dass der Professor jüdischer Herkunft ist, finde ich ehrlich gesagt etwas platt. Musste dieses Klischee unbedingt sein?


Der bisherige Tiefpunkt allerdings war die gefundene "Bilbliothek".
Wie Mothman schon sagte passen diese Lovecraft'chen Utensilien so garnicht ins Bild und verleihen dieser im Grunde sehr eigenständigen Story einen negativen Touch von unnötiger "Effekthascherei".
Gerade wenn man eben erst eine Anthologie im Lovecraft'chen Umfeld gelesen hat, verdreht man bei "Al Azif", "Culte des ghoules" und den "unaussprechlichen Kulten" zwangsläufig die Augen und denkt sich »Lass mich raten, ein Regal weiter gammeln noch "Das Buch von Eibon", die "Pnakotischen Manuskripte" und das "Vermis Misteriis" rum...«
(Ich stelle mir immer ernsthaft die Frage - wenn die Bände doch so unendlich selten sind - warum treten sie dann immer nur als gemeinsamer Haufen auf - und das an mittlerweile ca. 500 Ecken der ganzen Welt. Langsam glaube ich, die Bände haben eine höhere Auflage als ein Festa-Taschenbuch :D)

Lässt man all dieses Klischeedenken mal außen vor und sieht über den "Ausrutscher" mit den dämonischen Büchern hinweg, bekommt kam eine solide und vor allem fesselnde Horrorstory, die bisher auf keiner Seite langweilig wurde.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht ;)

Die Belastbarkeit meines Nachttisches wird ermittelt mit freundlicher Unterstützung von:

-


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Dienstag, 26. September 2006, 11:37

Ende - Fazit

Mein Eindruck ist äußerst zwiespältig, deswegen habe ich "das Kastell" als mittelmäßig bewertet. Doch erst einmal im einzelnen, was mir gefallen hat und was nicht.

Die positiven Punkte:
- Herausragend fand ich die Idee des Buches. Eine Einheit der deutschen Wehrmacht und die SS in einen unheimlichen Überlebenskampf mit einem monströsen Wesen zu verstricken. Das ist nicht nur originell, sondern wurde auch unglaublich spannend in Szene gesetzt. Auch der Schauplatz, das Kastell selber, erscheint dem Leser zu Beginn klischeefrei und lädt zu vielen Spekulationen und Mutmassungen ein, zumal diese ominösen Kreuze ein entscheidendes I-Tüpfelchen bilden, das diesen phantastischen Ort perfekt abrundet.
Soweit so gut.
- Ebenfalls interessant fand ich, dass die Ereignisse, die den ganzen Schrecken einleiten, zuerst nur aus der Sicht der beiden deutschen Offiziere erzählt werden. Dabei läuft man jedoch kaum Gefahr, sich mit Nationalsozialismus identifizieren zu müssen. Vielmehr ermöglicht die moderne und kritische Sichtweise Wöhrmanns dem Leser den Zugang, womit Wöhrmann vorerst auch der Sympathieträger der Handlung wird.
- Ebenfalls toll war die Aussicht auf eine Konfrontation von zwei bösen Mächten: die SS und das namenlose Monster - zwei Konkurrenten bei der Verbreitung von Angst und Schrecken.
-und letztlich war das Monster toll. Es war namen- und gesichtslos. Jedes Erscheinen wird von einer übernatürlichen Dunkelheit begleitet und endet unerbittlich Nacht für Nacht im Tod eines deutschen Soldaten. Hier fühlte ich mich sofort an die Beowulf-Saga erinnert, in der das Monster Grendel ebenfalls Nacht für Nacht einen Krieger in den Hallen des Königes tötet. Doch... es sollte leider anders kommen als ich erhofft hatte.
Kurzum viele tolle Ideen. Viele tolle Möglichkeiten. Die Charaktere haben mich auch überzeugt und das wichtigste, das Buch hat von der ersten Seite an unglaublich viel Potential aufgebaut, um zu einem echten Kultbuch zu avancieren.
Doch dann kam leider der Bruch, der für mich persönlich mit dem Auftauchen der verbotenen Bücher aus dem lovecraft'schen Universum begann.
Doch alles weitere nach meiner Mittagspause...
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kaigrimm

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Dienstag, 26. September 2006, 12:56

RE: Ende - Fazit

ACHTUNG ALLE DIE NOCH NICHT DURCH SIND; SPOILERGEFAHR!!


Mothman, nun bin ich aber wirklich gespannt, ob Dir auch missfallen hat, dass in der zweiten Hälfte die Nazi-SS-Wehrmachtsthematik nur noch Nebenbeiausstattung war.

Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass ganze historische Drumherum diente ab der Hälfte nur noch dazu, den faustischen Pakt des Professors plausibel zu machen.

Die Thematik war dann irgendwann nicht mehr "Brutale Besatzungstruppe trifft auf noch brutaleres übersinnliches Monster" sondern "Kann ich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?".

GOTTLOB hat der Autor diese Frage nicht mit "Ausnahmsweise ja, weil es Nazis sind." beantwortet.

So konnte ich dem Buch dann wegen seiner vielen Stärken doch guten Gewissens ein "gut" geben.
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Mothman

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Dienstag, 26. September 2006, 12:59

Ende - Fazit

So. Essen geschafft. War auch mal wieder mehr schlecht als recht, aber was soll's.

Die negativen Punkte:
- wie zuvor bereits erwähnt haben mich die verbotenen Bücher gestört. Doch am schlimmsten ist, dass die Bücher nicht mal eine besondere Rolle für die Handlung spielen. Ich weiss jetzt zwar nicht, wie andere darüber denken, aber diese Bücher, die so tief in Lovecraft's Universum verwurzelt sind, haben schlicht eine umfassendere Bedeutung, als sie nur mal eben in irgendeine Geschichte einzuflicken, weil man gerade keine andere Idee hat. Dadurch werden diese Bücher zu einem bloßen Stielmittel für phantastische Literatur degradiert, was meinem Empfinden nach einem Frevel gleich kommt.
Aber das ist jetzt nur eine subjektive Meinung, die der eine oder andere wahrscheinlich nicht teilen wird.
- Für die Handlung gravierender war jedoch der Wechsel der Hauptcharaktere. War man als Leser anfangs noch mit Kämpffer und Wöhrmann emotional verbunden, zwingt einen der Autor plötzlich die Denk- und Sichtweise von Magda und ihrem Vater - Professor Cuza - auf. Was an sich nicht weiter schlimm wäre, wenn dadurch nicht plötzlich die Handlung ins Stocken käme.
Irgendwie merkt man förmlich, dass auch der Autor nicht weiß, wie es nun weitergehen soll. Die Folge davon ist, dass die Charaktere unglaubwürdig werden. Die Deutschen schrumpfen in den Hintergrund, Magda, die in dem kleinen Dorf wohnen muss, verliebt sich in den mysteriösen Fremden und der Professor, der sein Daseinsrecht kaum rechtfertigen kann, wird unerträglich oft in seinem Rollstuhl aus dem Kastell raus- und reingefahren ...und das wird im Wesentlichen auf den nächsten 180 Seiten erzählt.
- Die größte Schandtat lag jedoch in der Demaskierung des namenlosen Monsters. Was zu Anfang gruselig und unheimlich gewirkt hat, entpuppt sich plötzlich als ein kollerischer Irrer in Abendgaderobe, der seit 500 Jahren in dem Kastell geschlafen hat und den ein ungetrübter Hass und Mordlust einen Deutschen nach dem anderen über die Klinge springen läßt. Das ganze gipfelt dann in einer Art faust'schen Pakt zwischen dem Professor und dem Vampir, wo sie sich gemeinsam gegen die bösen Deutschen verbünden und Hitler letztendlich ein Ende bereiten wollen.
Das dies nicht funktionieren kann ist klar und selbst diese philosophische Frage, ob nun Hitler oder ein unersättlicher Vampir schlimmer ist, erzeugt beim Leser kaum mehr als ein Schulterzucken. Nicht mal am Ende, wo sich Magda, also die eigene Tochter, gegen ihren Vater wenden muss, um die Welt zu retten, läßt einen nur klanglos gähnen.
Das dann auch noch am Ende ein magisches Schwert aus Atlantis von Nöten ist um dem Vampir Einhalt zu gebieten... na ja, also, wenn alle Bücher in der phantastischen Literatur so enden würden... ich glaub da spare ich mir jetzt die Worte!

Was bleibt zu sagen?
Teil 1 des Buches, der etwa die ersten 200 Seiten umfasst, ist grandios und toll! Teil 2, also alles was danach kommt, sollte man getrost ungelesen lassen und notfalls einfach herausreißen und verbrennen, denn jedes alternative Ende, dass man sich zu diesem Buch einfallen lassen kann, ist wahrscheinlich um länger besser und läßt den Leser nicht auf einen Berg unerfüllter Erwartungen allein zurück! Damit würde Teil 1 die Note eins erhalten, Teil 2 jedoch nur eine schlappe vier!
Somit kann ich "das Kastell" nur als äußerst mittelmäßigen Roman empfehlen.
Schade eigentlich, da wäre vielmehr drin gewesen!
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Dienstag, 26. September 2006, 13:17

RE: Ende - Fazit

Hah, wusste ich es doch! Mothman, Du siehst es ähnlich wie ich, nur ich denke etwas extremer noch.

Denn der Konflikt zwischen Magda und ihrem im Bann des Vampirs stehenden Vater, den fand ich am Ende schon gelungen und höchst dramatisch. Wenn er nur die bisherigen Hauptpersonen nicht so völlig in die Nebenrollen gedrängt hätte.....

Die Demaskierung des Monsters musste kommen, sonst hätten viele andere Elemente des Buchs nicht mehr funktioniert. Und ich denke schon, dass trotzdem der Horrorlevel dieser Gestalt erfreulich hoch gehalten wird.
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Mothman

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17

Dienstag, 26. September 2006, 16:05

RE: Ende - Fazit

Zitat

Original von kaigrimm
Die Demaskierung des Monsters musste kommen, sonst hätten viele andere Elemente des Buchs nicht mehr funktioniert. Und ich denke schon, dass trotzdem der Horrorlevel dieser Gestalt erfreulich hoch gehalten wird.


Das stimmt, wäre das Monster gesichtslos geblieben, dann hätte die Geschichte anders laufen müssen. Aber leider...

Das mit dem Horrorlevel, hm, ich glaub ich weiß was du meinst. Jedoch bin ich meistens strickt gegen jegliche Erklärungs- bzw. Demaskierungsversuche seitens eines Autors, was seine unheimlichen Erscheinungen betrifft. Denn meistens ist es nunmal so, dass im hellen Schein der Lampe jeglicher Schrecken seine Glaubwürdigkeit verliert.
Dies hier ist so ein Fall. Lass in dem Buch Atlantis weg. Lass das Schwert weg. Gib keine Erklärung ab für das Monster. Vergiss den faust'schen Pakt. Übernatürliches soll unerklärlich bleiben! Jeder Versuch, sich dem zu widersetzen gibt sich zwangsläufig der Lächerlichkeit preis.
Außerdem kann die Entäuschung über eine nicht erhaltene Erklärung nicht so gross sein, wie über eine mangelhafte.
Übrigens ist das auch der Grund warum ich Geistergeschichten liebe, denn Geister sind nun einmal meistens unsichtbar und damit unerklärlich! Aber das gehört fast schon in einen anderen Thread.
Nur noch eins ganz schnell. Die einzige Nicht-Geistergeschichte die ich gruselig fand und wo bereits zu Beginn der Geschichte sich der Schrecken offenbarte ist eine Story von King namens "Der rasende Finger". Obwohl auch hier am Ende nicht klar wird was es mit dem Finger auf sich hat...
Holy Men tell us live is a mystery.
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but some mysteries bite and bark
and come to get you in the dark.


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18

Dienstag, 26. September 2006, 17:03

RE: Ende - Fazit

Das alles völlig weggelassen was Dich stört ist aber tatsächlich ein ganz anderes Buch.

Nun gut, ich verstehe Deine Einstellung. Aber: 460 Seiten und gar keine Erklärung? Das mache ich ein, zwei, vielleicht auch dreimal im Jahr mit, dann lese ich nur noch Sci-Thriller oder Kurzgeschichten. Und ich denke, ich bin da noch geduldig. Ich fürchte, dies wäre der kommerzielle Tod aller Horrorromane...

Obwohl, Glenn und seine Erklärungen, irgendwie hat der Autor hier wirklich einen "deus ex machina" aus dem Hut gezaubert...

Aber wie der Vampir später auftaucht und die Geschichte mit den Zombies, das halte ich schon für stark, auch im Sinne des hohen Horrorlevels.
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19

Mittwoch, 27. September 2006, 18:30

RE: Ende - Fazit

So hab das Buch gelesen ,
und mit" Mittelmäßig(oder Prächtig)"bewertet!
Das Buch fängt grandios an , es wird geschildert
wie die deutsche Wehrmacht im Kastell Stellung
bezieht , dabei die Schrecklichen Ereignisse losgetreten
werden ! Aber dann ab Seite 100 , wird es immer schlechter
und dümpelt zeitweise nur noch so dahin ,
ohne das wirklich etwas passiert ! Erster Minuspunkt -
Die Mythos Bücher des Lovecraft Zirkels ,
auch wenn es am Ende erklärt wird ,
und als Alibi für den Sinn von Cuza ist ,
und türlich wegen der Anspielung auf das ERSTE Zeitalter ,
trotzdem gefiel mir nicht , zu starke Lovecraft Anspielung !
Es ist auch nicht Wirklich ratsam , ein Buch in dieser Zeit
anzusiedeln , da der wahre Schrecken des NS Regimes ,
immer noch jeden
erfundenen Horror eines Autors überwiegt ,
und eben hier fällt das Buch zum Teil ins Lächerliche ,
wie Cuza plant mit Hilfe des Vampirs Hitler zu töten !
Au Backe , das tat weh !
So von Seite 150 bis 350 geschieht Nichts wirklich
gravierendes , so das der Autor gezwungen ist ,
das Ende rasch runterzuspullen !
Mir wäre es lieber gewesen , der "Vampir" würde
die Deutschen selber töten , als Zombies zu benutzen .
Es wird Vieles vorhersehbar , nur nicht Glenn s hanebüchene
Vergangenheit im ersten Zeitalter , aber gut das Rasalom
mehr als nur ein gewöhnlicher Vampir ist !
Was mir auch nicht gefiel das Ende , damit meine ich den "Epilog",
mußte das wirklich noch sein , wäre das ein "echter" Horror Roman,
gäbe es dieses Ende sicher nicht !
Nun es gab zu Viel , was mir nicht gefiel und mich störrte ,
deshalb nur "Mittelmäßig" !
Mehr mag ich nicht mehr schreiben ,
da das Buch nicht meine Erwartungen erfüllt hat ,
und teilweise nicht immer spannend war !
Reality is lost - IKON

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20

Donnerstag, 28. September 2006, 09:06

Seite 250 - 320

Die letzten beiden Abende habe ich mich durch die nächsten knapp 70 Seiten gearbeitet - und es war leider wirklich Arbeit.

Die Story schleppt sich gerade so vor sich hin und lobte ich zuvor noch das flotte Tempo der Story - die Ereignisse überschlugen sich ja Seitenweise - so haben wir jetzt wohl die Erholungsphase erreicht.

Der Part handelt in der Hauptsache von Magda, deren zerrüttendes Verhältnis zu ihrem Vater und die Entdeckung ihrer "Lust" mit Glenn.
Diese "erotischen Phasen" kommen mir etwas aufgesetzt vor und ich bin gespannt, ob es etwas zur Story beiträgt, oder nur "Füllstoff" ist.

Der Vampir erfährt nun um die Grausamkeiten der Nazis und plant blutige Rache. (...und spätestens bei seinem Plan "Dann zerfetze ich Hitler und Himmler" dürfte uns alles klar sein, dass er das eher nicht gepackt hat...) Das macht ihn in meinen Augen etwas "hohl" und unweigerlich hab ich folgenden Satz im Kopf: "Ey, schlägst du meine Brüdder, schlagg isch deine!"


An dieser Stelle kommt mir wieder eine Frage in den Sinn, die mir bereits am Anfang der Story im Kopf herumspukte:
Scheinbar ist so wirklich Jedem klar, was sich in den "Todeslagern" wie Auschwitz und Dachau abspielt, dass "unerwünschte Personen" dort interniert, kaputtgeschuftet und daraufhin massenhaft "entsorgt" werden.
Da stell ich mir die Frage - kann das 1941 (ich glaube, da spielt die Story) wirklich schon jeder, selbst zu diesem Zeitpunkt noch "relativ unbedrohte" Juden im entfernten Rumänien, wissen?

Soweit ich weiss, wurde das "Konzentrationslager" von Auschwitz erst Ende 1941 errichtet, erst ab 1942 wurde dort systematisch "entsorgt" - und bekannt wurde die Sache meines Wissens erst so richtig kurz vor Kriegsende mit der Befreiung der ersten Lager.

Daher frage ich mich, wie kann ein rumänischer Professor - selbst wenn er jüdischer Herkunft ist - bei dem Satz "wir werden ein Lager wie Auschwitz und Dachau bauen" zu diesem Zeitpunkt des Krieges direkt die Schlussfolgerung ziehen "Ohje, da werden dann Millionen von uns systematisch vernichtet!"?

Das ist von Wilson doch sehr "rückblickend" geschrieben, zu einem Zeitpunkt in den 80ern, wo natürlich die ganze Welt weiss, was in Lagern wie Auschwitz ablief.


Aber das nur zur Erbsenzählerei :D
Ich hoffe, es bleibt nur eine Durststrecke vor dem grandiosen Finale.
Im Moment weiss ich so gar nicht, wo diese Story noch hinlaufen könnte.

Die Belastbarkeit meines Nachttisches wird ermittelt mit freundlicher Unterstützung von:

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