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ANUBIS

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  • »ANUBIS« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 5 432

Registrierungsdatum: 1. März 2003

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1

Samstag, 21. Oktober 2006, 19:13

Die Blutlinie von Cody McFadyen

Und noch eine Neuerwerbung:

Das Leben der FBI-Agentin Smoky Barrett scheint völlig zerstört zu sein: Seit sechs Monaten verbringt sie die meiste Zeit in ihrem Zimmer, starrt die Wände an oder lässt sich von ihrem Psychiater behandeln. Der grausame Doppelmord an ihrem Mann und ihrer Tochter hat die ehemals beste und erfolgreichste Agentin derart geprägt, dass an die Fortsetzung ihrer Polizeikarriere nicht zu denken ist.
Alles ändert sich an dem Tag, da eine von Smokys besten Freundinnen ermordet wird. Doch dies ist erst der Beginn einer Serie von grausamen Bluttaten, die eine ganze Nation erschüttern wird. Der Täter bezeichnet sich selbst als Jack junior und behauptet, ein Nachfahre des legendären Jack the Ripper zu sein. Außerdem betont er immer wieder, dass es nur einen Menschen gibt, der ihm das Handwerk legen könne: Smoky Barrett.
Für Smoky wird die Jagd zur Obsession, glaubt sie doch, damit die Geister der Vergangenheit bewältigen zu können. Sie ahnt jedoch nicht, dass die Ermordung ihrer eigenen Familie plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen könnte.

Greetz
»ANUBIS« hat folgende Datei angehängt:
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

2

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:18

gerade ausgelesen: Die Blutlinie von Cody McFadyen. Absoluter Schrott.

Nachher fange ich mit Kinder der Nacht von Dan Simmons an.
Dieses harsche Urteil verwundert mich nun aber sehr. Ich habe bislang alle Smoky Barrett- Bücher gelesen, und hier war die Atmosphäre (im Gegensatz zum aktuellen Buch) eben von Beginn an fesselnd - der Ton - trotz aller düsterer Geschehnisse - warm und mitfühlend. Packende, brutale Spannung gepaart mit Humanität - eine für mich sehr überzeugende Melange.

3

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:21

:) Hallo Andreas! Ich hab die Blutlinie seinerzeit auch gelesen und fand den Roman jetzt auch nicht so pralle. Irgendwie ein typisch amerikanischer Thriller. Mit der üblichen Besetzung. Die weiteren Romane habe ich mir dann gespart. Allerdings würde ich den Roman jetzt auch nicht in die Sparte "Schrott" packen. Solide Krimi- / Thrillerkost mit austauschbaren Ermittlern trifft es eher.
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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4

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 20:34

:) Hallo Andreas! Ich hab die Blutlinie seinerzeit auch gelesen und fand den Roman jetzt auch nicht so pralle. Irgendwie ein typisch amerikanischer Thriller. Mit der üblichen Besetzung. Die weiteren Romane habe ich mir dann gespart. Allerdings würde ich den Roman jetzt auch nicht in die Sparte "Schrott" packen. Solide Krimi- / Thrillerkost mit austauschbaren Ermittlern trifft es eher.

Hehe. Der liebe Michael teilt nicht meine Meinung? Ja, wo gibt's denn sowas?? :) :)
Okay, ich habe ja auch nicht behauptet, dass "Blutlinie" top-notch sei, doch McFadyens Bücher sind eindeutig mehr als die typische Durchschnittsware. Doch das zeigt sich erst im Laufe der Serie, da die Heldin eben eine Entwicklung durchläuft, ähnlich wie Charlie Parker bei John Connolly. Natürlich überdramatisiert er manche Szenen, um sie metaphorisch zu überhöhen - aber welcher Autor macht das nicht?
McFadyen ist für mich ein Autor, der sich - was Plot und Qualität betrifft - sehr gelungen zwischen Kathy Reichs und John Connolly bewegt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »arthur gordon« (15. Dezember 2010, 20:53)


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Beiträge: 137

Registrierungsdatum: 14. Dezember 2010

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5

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 23:02

gerade ausgelesen: Die Blutlinie von Cody McFadyen. Absoluter Schrott.


Dieses harsche Urteil verwundert mich nun aber sehr. Ich habe bislang alle Smoky Barrett- Bücher gelesen, und hier war die Atmosphäre (im Gegensatz zum aktuellen Buch) eben von Beginn an fesselnd - der Ton - trotz aller düsterer Geschehnisse - warm und mitfühlend. Packende, brutale Spannung gepaart mit Humanität - eine für mich sehr überzeugende Melange.
Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Aber mich hat das Buch überhaupt nicht begeistert. Ich fand es völlig unspannend. Habe es mir nur geholt, weil ich in den Amazon-Kritiken gelesen habe, es sei ultraharte Kost. Manchmal tue ich mir sowas halt auch an. :D
Ich mag es lieber, wenn die Spannung langsam aufgebaut wird. McFadyen haut einem direkt die Blutkonserven auf den Kopf. Auch war alles sehr unwahrscheinlich und stereotyp. Vor allem die Figur der Smoky Barrett. Der Autor will m.E. nicht unterhalten, sondern nur schockieren.
weniger ist mehr

6

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 23:24

Sorry, ich wollte Dir nicht zu nahe treten. Aber mich hat das Buch überhaupt nicht begeistert. Ich fand es völlig unspannend.
Kein Problem! Zu nahe getreten bist du mir auf keinen Fall. :D Wir sind hier schließlich in einem Forum, das sich durch Meinungsvielfalt auszeichnen soll, und daher will ich Dich ganz gewiss auch nicht von meiner Ansicht überzeugen. "Diskussion" heißt hier das Zauberwort.
Dein kategorisch abwertendes Urteil überraschte mich nur.

Vor allem die Figur der Smoky Barrett. Der Autor will m.E. nicht unterhalten, sondern nur schockieren.
Und das ist etwas, dem ich heftigst widersprechen möchte. Aber das wird vielleicht erst deutlicher, wenn man mehrere Smoky Barrett- Romane gelesen hat. McFadyen dringt von Mal zu Mal immer tiefer in die stark verwundete Seele seiner Protagonistin ein, und eigentlich verhält es sich andersherum; McFadyen zeigt heftigste Brutalität, um die Folgen - hier vor allem die psychischen - der überlebenden Opfer aufzuzeigen.Der Autor macht darauf aufmerksam, dass zuweilen eben nicht (nur) die Toten die Leidtragenden einer Bluttat sind, sondern die Überlebenden - vor allem dann, wenn sie Zeugen der Tat wurden. Smoky und ihre Adoptivtochter stehen hier stellvertretend für eine unbekannte Gruppe von Menschen, die sonst eigentlich von den Medien/der Polizei/der Bevölkerung kaum beachtet wird.

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7

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 09:27

Smoky und ihre Adoptivtochter stehen hier stellvertretend für eine unbekannte Gruppe von Menschen, die sonst eigentlich von den Medien/der Polizei/der Bevölkerung kaum beachtet wird.

Mir scheint das nur so. Ich habe das Gefühl, der Autor will einfach nur Kohle machen. Er ist auf den Serientäterzug aufgesprungen. Und da er definitiv nicht schreiben kann, bildet er nur Horrorszenarien ab. Vor lauter Gruseln merken vermutlich viele Leser gar nicht, wie inhaltsleer das Buch sonst ist.
Für Opferbeschreibungen: gerade habe ich von Brett McBean Die Mutter gelesen. Da werden die Qualen eines Opfers beschrieben.
weniger ist mehr

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8

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 09:56

Also gerade was die Auswirkungen der Tat auf Frau Barrett angeht, finde ich McFadyen liefert ein glaubhaftes Szenario und schildert sehr eindringlich, wie Smoky innerlich ums 'Überleben' kämpfen muss. Der Anfang von 'Blutlinie' liest sich schon sehr depressiv, wie ich finde - und ich hatte während des Lesens immer den Gedanken, dass den Opfern eines solchen Verbrechens genau slche Dinge durch den Kopf schießen wie eben Smoky.

Von der Schreibe an sich, halte ich McFadyen übrigens auch für einen großen Autoren. Da habe ich nichts an den Büchern zu bemäkeln. Das einzige, was mich an den Smoky-Romanen stört, ist ihr Ermittler-Team, dass tatsächlich einer schlechten CSI-Staffel entnommen sein könnte.

DarkDreamer

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9

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 11:55

Ich habe eure Diskussion mal hierher verschoben, ist hier wohl etwas besser aufgehoben als im "Ich lese gerade Thread" :friends:

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10

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 12:09

Danke Benjamin für's Verschieben! Die Diskussion nahm ja doch plötzlich mehr Raum als gedacht ein.
Das einzige, was mich an den Smoky-Romanen stört, ist ihr Ermittler-Team, dass tatsächlich einer schlechten CSI-Staffel entnommen sein könnte.
Das ist allerdings ein Einwand, den ich auch nachvollziehen kann. Smokys Team ist eine Art Superhelden- Auswahl - jeder ist in seinem Job der Beste- absolut perfekt. Das wirkt dann doch ein wenig dick aufgetragen - und eben wenig überzeugend!

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11

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 13:42

Damit meine ich gar nicht mal so die Fähigkeiten, sondern viel mir die Figuren an sich: Der liebenswerte, schwarze Bär von einem Mann ... Der introvertierte, kalte Nörgler, der scheinbar keine Gefühle/Privatleben kennt, und trotzdem irgendwo liebenswürdig ist ... Das ausgeflippte Supermodel, dass sich nicht um Verhaltenregeln oder gar Aussehen schert ...

12

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 18:49

Genau dieses stereotype Ermittlerteam hat mich dann auch am lesen der Fortsetzungen der Blutlinie gehindert. Was die Person der Smoky anging: da fand ich alles immer ein bisschen to-much. Weniger wäre hier mehr gewesen. Von der Schreibe her, hat sich der Roman allerdings gut gelesen. Da gibts nix dran zu rütteln.
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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13

Donnerstag, 16. Dezember 2010, 19:02

mich störten auch ungemein die dauernden Wiederholungen: auf den Zug springen . . . den Drachen wecken . . . einmal ist ja gut, aber das kam fast auf jeder Seite. Und dreimal pro Seite Zuckerschnäuzchen. Was sollte das denn?
weniger ist mehr

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14

Samstag, 17. Dezember 2011, 19:11

Hab mir neulich nochmal den Todeskünstler angeguckt (und im Anschluss daran wieder ein bisschen in Ausgelöscht gelesen). Muss sagen, dass mir meine Meinung von vor einem Jahr komplett rätselhaft ist;) Ich bleib dabei: McFadyen hat teilweise einen schön düsteren Stil, der manchmal poetische Formulierungen hervorbringt, die es fertigbringen mich zu begeistern. Dennoch: Die Mankos, die sich in den Romanen finden, ersticken jeden positiven Keim. Smoky ist ein Abziehbild. All das Leid, das ihr widerfährt, soll Tiefe suggerieren, trotzdem bleibt sie ein oberflächlicher Charakter.
Das ganze Geschehen ist viel zu überzogen, um Interesse zu wecken. Gegen die außergewöhnlichen Tötungsarten hab ich nichts, aber gegen das Vorgehen der Täter, das manchmal so umständlich ist, dass es viel zu weit hergeholt erscheint.
Außerdem geht das Ermittlerteam (darüber habe ich mich ja schon in meinem letzten Post ausgekotzt) dermaßen fahrlässig vor oder stellt Gedankengänge an, die als genial dargestellt werden, eigentlich aber als selbstverständlich gelten müssten (zumindest, wenn man schon einmal einen Thriller in seinem Leben gelesen hat).
Ein weiterer Minuspunkt sind die Motive der Irren. McFadyen schafft es irgendwie nicht, da etwas zu kreieren, wo man sich nicht an den Kopf packt.