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Torsten

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1

Samstag, 21. Juli 2007, 18:30

Furcht von Bentley Little

Bis Januar 2008 isses zwar noch ein Weilchen hin, aber lieber zu früh als zu spät ...



Kurzbeschreibung:
Herzlich willkommen in unserer Wohnanlage. Bei uns sind Sie sicher, die Siedlung wird bewacht. Mit Ihrem Einzug akzeptieren Sie die Regeln der Gemeinde: Wir haben das Recht über IhreEinrichtung, Ihre Freunde und Ihren Job zu bestimmen. Kontakte zu Nachbarn sind untersagt. Fluchtversuche sind zwecklos. Regelverstöße werden hart bestraft. Es drohen körperliche Sanktionen oder der Tod. Wir hoffen, Sie fühlen sich wohl. Mit freundlichen Grüßen Die Verwalter PS: Sie werden beobachtet!

Taschenbuch, 550 Seiten, € 8,95.-

Was für Heyne der Laymon scheint bei Bastei Bentley Little zu sein ... jedenfalls bestehen zwischen beiden Autoren durchaus Parallelen: beide pfeifen auf Selbstzensur bzw. guten Geschmack, political correctness ist ein Fremdwort und wenn es mal heftig zur Sache geht, dann mit Schmackes. Allerdings lebt Little - ein Autor der seit fast zwanzig Jahren ausschließlich Horror schreibt und darauf stolz ist bzw. sein kann - keine überdrehten B-Movie-Fantasien aus. Seine Werke lassen sich in zwei Kategorien einordnen: lupenreiner Hardcore-Horror oder bizarr-groteske Satiren auf den ganz alltäglichen Wahnsinn, wobei erst- und zweitgenanntes Sujet sich durchaus nicht ausschließen; ganz im Gegenteil. Furcht ist ein Paradebeispiel dafür. Zwar nicht sein bestes Werk (ich hoffe, dass die Little-Klassiker The Store und The Ignored nachgereicht werden), aber durchaus im oberen Drittel angesiedelt. Und wie bei Laymon gilt: die einen werden es lieben, die anderen hassen. Zwischendrin gibt es nicht.
http://torstenscheib.blogspot.com/

2

Samstag, 21. Juli 2007, 19:10

RE: Furcht von Bentley Little

Zitat

Original von Torsten

Seine Werke lassen sich in zwei Kategorien einordnen: lupenreiner Hardcore-Horror oder bizarr-groteske Satiren auf den ganz alltäglichen Wahnsinn, wobei erst- und zweitgenanntes Sujet sich durchaus nicht ausschließen; ganz im Gegenteil. Furcht ist ein Paradebeispiel dafür. Zwar nicht sein bestes Werk (ich hoffe, dass die Little-Klassiker The Store und The Ignored nachgereicht werden), aber durchaus im oberen Drittel angesiedelt. Und wie bei Laymon gilt: die einen werden es lieben, die anderen hassen. Zwischendrin gibt es nicht.


Das wurde aber auch Zeit, dass Little endlich in Deutsch erscheint! Nun ja, bei Laymon und Ketchum sind ja auch ein paar Jährchen ins Land gegangen..und neuere Bücher von Clegg gibt's auch schon lange nicht mehr...
Doch zurück zu Little. mir haben neben den o. g. auch noch "The Mailman" und "Night School" sehr gut gefallen. Die neueren Werke von ihm stehen aktuell noch (ungelesen!!!) in meinem Regal. "Furcht" klingt ganz nach seinem "The Resort", das ich selbst auch noch nicht besitze.
Wenn man Little vielleicht etwas vorwerfen kann, dann dass er seine Stories nach einem recht ähnlichen Muster strickt. Aber schreiben kann der Mann!!!
_____________________________

Die Gipfel meines MUST-READ- Gebirges haben momentan erobert:

Marshall: Der Zweite Schöpfer
Volpi/Urroz/Padilla: Drei Skizzen des Bösen
Cleave: Der siebte Tod
Schmitz: Haschisch
Preston: Canyon
_______________________________
"Wer keine guten Bücher liest, hat keinen Vorteil gegenüber jemandem, der sie nicht lesen kann." (Mark Twain)

Torsten

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3

Samstag, 21. Juli 2007, 19:43

@ arthur gordon: Bei Furcht handelt es sich nicht um The Resort (da geht's um eine Ferienanlage), sondern um The Association. Ach übrigens - hast du schon The Washingtonians sehen können? Würde mich brennend interessieren, was die Masters of Horror-Leute mit Littles Kurzgeschichte angestellt haben.
http://torstenscheib.blogspot.com/

4

Samstag, 21. Juli 2007, 22:47

Zitat

Original von Torsten
@ arthur gordon: Bei Furcht handelt es sich nicht um The Resort (da geht's um eine Ferienanlage), sondern um The Association.


Heh, das habe ich sogar als Hardcover bei mir rumstehen. Dann werd' ich's vielleicht doch mal vorher lesen.
Und wie ich gerade sehe, habe ich das Hardcover (SIGNET) sogar in zweifacher Ausführung - lediglich der Umschlag zeigt einige kleine Transportmerkmale am oberen Rand. Das Buch (2001- ungelesen!) ist dagegen in einem TOP- Zustand. Wer also Interesse haben sollte (PN), für 10 Euro inkl. Versand würde ich mich davon trennen.

Zitat

Ach übrigens - hast du schon [I]The Washingtonians sehen können? Würde mich brennend interessieren, was die Masters of Horror-Leute mit Littles Kurzgeschichte angestellt haben.


Noch nicht. Heute sind erst mal "The Screwfly Solution" und "Dream Cruise" dran.
Die "Washingtonians" kommen aber demnächst, versprochen.

_____________________________

Die Gipfel meines MUST-READ- Gebirges haben momentan erobert:

Marshall: Der Zweite Schöpfer
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Cleave: Der siebte Tod
Schmitz: Haschisch
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"Wer keine guten Bücher liest, hat keinen Vorteil gegenüber jemandem, der sie nicht lesen kann." (Mark Twain)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »arthur gordon« (23. Juli 2007, 17:58)


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kaigrimm

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5

Sonntag, 22. Juli 2007, 13:43

Sehr interessant klingendes Buch, das ein gerade heute hochaktuelles Thema in den Mittelpunkt zu stellen scheint: Die Aufgabe der persönlichen Freiheit zugunsten größtmöglicher Sicherheit. Werde ich mir wohl zulegen.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Torsten

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6

Sonntag, 22. Juli 2007, 20:54

@kaigrimm: Aber Vorsicht! Bei Little artet sowas immer ziemlich aus ...
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Running Wild

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7

Montag, 23. Juli 2007, 12:51

Guter Tipp! Werde es mir wohl auch zulegen,
bin gespannt ob das so ausartet wie J.G.Ballard s
Hochhaus!!!!
Reality is lost - IKON

kaigrimm

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8

Dienstag, 25. Dezember 2007, 20:25

Bei mir hat dieses Buch einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen.

Eine originelle Idee hat Furcht allemale aufzuweisen, daran liegt es nicht. Das Thema, die freiwillige Aufgabe nahezu jeder persönlichen Freiheit, ist ja auch bei uns gerade hochaktuell, da müssen wir gar nicht mal mit dem Finger gen Amiland zeigen.

(Auch bei uns gibt es genug Leute, die alles, was ihnen nicht in den ganz persönlichen Kram passt, am liebsten verbieten möchten, siehe Richard Laymon Thread. Auch bei uns sind die Politiker ganz groß dabei, Vernunft in Regulierungswut, Datenschutz in grenzenlose Bespitzelung und Kneipen in Krankenhauscafeterien zu verwandeln, siehe Tageszeitungen.)

Man kann dem Roman auch einige sehr gute Szenen, gruselige und wirklich harte Horrormomente nicht absprechen, keine Frage.

Aber da setzt auch mein erster Kritikpunkt an:
Der Horrorroman beginnt hier viel zu spät. Nahezu die komplette erste Hälfte liest sich wie eine Satire auf das friedfertige und abgesicherte US-Upper-Class-Siedlungsleben mit Thrillerelementen oder meinetwegen auch wie ein Thriller mit satirischen Elementen. Nur ist mein Interesse an immer bizarreren Ge- und Verboten sowie Schickanen dann auch irgendwann mal erschöpft.
Und wenn erst das übersinnliche Element und der harte Horror ins Spiel kommen, verschwindet die Satire ins Nirgendwo.

Als zweiten Kritikpunkt sehe ich in dem gesamten Plot ein gewisses Glaubwürdigkeitsproblem. Spätestens beim Auftauchen der "freiwilligen Arbeitskräfte" oder beim Anblick dessen, was aus Kenny geworden ist, würde doch jeder Hausbesitzer an Berrys und Maureens Stelle zusehen, dass er mindestens 1000 km Luftlinie zwischen sich und Utah bringt. Zumal Berry nun beim besten Willen weder ein Held noch ein Rambo ist. Aber nein, man bleibt und wartet gemütlich ab, was da noch so auf einen zukommen mag. Und dann bleibt die schwangere Maureen auch noch alleine im Haus, wohl wissend, dass schwanger sein in Bonita Vista auch verboten ist. Tut mir leid, das kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

Das Ende bringt dann zwar einig herrlich bizarr-eklige Szenen und Einfälle, leider aber auch eine Lösung, die mir wie der typische "Deus-ex-Machina" vorkommt. Einerseits hat sich der Autor ein konsequent böses Ende nicht getraut, andererseits ist ihm aber auch nichts wirklich Nachvollziehbares eingefallen, dass seinen Hauptpersonen aus der Patsche hilft.

Mein Fazit lautet daher leider nur höchst(ens) mittelmäßig.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Janno

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9

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 00:27

Hmmm, klingt ja nicht besonders vielversprechend. Dabei war FURCHT das nächste Buch, was ich mir kaufen wollte.
Aber naja, mir haben ja auch DIE BLACKSTONE CHRONIKEN ziemlich gut gefallen und das war in diesem Forum ja von fast jedem verhasst.
Ich denke, ich werd mich nach DER SIEBTE TOD einfach mal an FURCHT versuchen.

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Running Wild

RUNNING WILD PHANTAST

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10

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 10:02

Danke für deine ausführliche Kritik KAI !
Da werde ich wohl das Buch nicht kaufen,
außer eine große Buchhandlung hat es im Sortiment,
dann möglicherweise!
Reality is lost - IKON

kaigrimm

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11

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 14:00

Zitat

Original von Running Wild
Danke für deine ausführliche Kritik KAI !


Gern geschehen, Martin.

Ich nehme allerdings nicht für mich in Anspruch, dass jeder meine Meinung teilen wird. Vielleicht empfinden andere gerade die satirischen oder die meiner Meinung nach völlig unrealistischen Momente als den großen Wurf?
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Janno

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12

Mittwoch, 26. Dezember 2007, 21:19

Zitat

Original von kaigrimm

Zitat

Original von Running Wild
Danke für deine ausführliche Kritik KAI !


Gern geschehen, Martin.

Ich nehme allerdings nicht für mich in Anspruch, dass jeder meine Meinung teilen wird. Vielleicht empfinden andere gerade die satirischen oder die meiner Meinung nach völlig unrealistischen Momente als den großen Wurf?

Also ich denke, dass mir die nichts ausmachen sollten :)
Und Leute, die Laymon toll finden, sollten sich daran auch nicht stören :)

Spooky

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13

Mittwoch, 30. Januar 2008, 20:03

An diesem Buch hat mir eigentlich fast alles gefallen. Die beiden Hauptcharaktere sind sympathisch gezeichnet, es gab etliche Schocks zu verkraften und die Dramatik nimmt stetig und unaufhörlich zu.
Die Idee Littles, den Vorschriftswahn, der in unserer Welt grassiert, aufzunehmen und überspitzt bis ins dämonische weiterzuspinnen, wirkt auf mich wie eine moderne Variante von Thomas Tryons Roman DER KULT aus den 70ern. Auch dort nimmt eine Familie einen Wohnungswechsel vor, siedelt in einer zuvor als idyllisch wahrgenommenen Dorf an, nur um später herauszufinden, dass sie sich in die Fänge eines mörderischen Kultes begeben hat.

Somit ist Littles FURCHT eine moderne Variante eines alten Themas, bei dem man allerdings perfekt unterhalten wird. Lediglich der Showdown dauerte für mich viel zu kurz und war letztendlich unbefriedigend. Da wird über 300 Seiten Spannung aufgebaut und die Auseinandersetzung und Lösung wird dann in etwas über 10 Seiten abgehandelt.

HarryW

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14

Sonntag, 4. Oktober 2009, 15:04

An und für sich hat mich 'Furcht' wirklich angesprochen - die Charakterisierung der beiden Protagonisten, die Überspitzung
der Zustände in der Wohnsiedlung, der zunehmende schleichende Terror, die sich entwickelnde Paranoia, und nicht zuletzt
Littles Schreibstil. Was allerdings wirklich nicht so geschickt ist, ist das Pacing. Der thrillerartige einleitende Teil, der gut vier
fünftel des Romans ausmacht ist bei weitem zu lang geraten, wohingegen der Showdown (der dann auch die phantastischen
Elemente liefert, die den Roman eben zu einem Horror-Roman machen) etwas gar kurz kommt. Aber auch der phantastische
Teil, obwohl hübsch ausgearbeitet und enorm athmosphärisch, ist nicht hundertprozentig geglückt, denn er liefert meines
Erachtens viel zu wenig Antworten/Erklärungen und lässt zuviel Spielraum, durch die der Autor schlüpfen kann, wenn sich
Erklärungsnot breitmacht.

Trotz aller kritischen Punkte hat mich Little aber überzeugt - 'Furcht' ist sicher nicht das letzte Buch, das ich von ihm lesen werde.

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15

Samstag, 10. Juli 2010, 15:19

Bentley Little - Furcht

Der Roman hat mir genauso gefallen, wie Unheil. Vielleicht sogar noch etwas besser. Die Spannungsschraube wird langsam hochgedreht und endet in einem absolut trashigen Finale. Erinnerte mich einmal mehr an die Horror-Romane der 80er. Little schreibt wirklich Old-School-Horror.

Ich verstehe jedoch nicht die Vergleiche zu Laymon. Littles Protagonisten sind nicht halb so debil wie Laymons. Außerdem strickt Little keine Rahmenhandlung um Sex und Gewalt, sondern erzählt tatsächlich eine nette Geschichte. M. E. absolut nicht zu vergleichen.

Schulnote: 2
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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