Original von ANUBIS
Aber gerade dieses Buch reizt doch zu kontroversen Diskussion
Nutzt doch den Spoilertag D^1
Greetz
Okay, okay. Aber nur weil der große Schakalgott so nett darum bittet!

Marc, du kannst ja gerne etwas ergänzen, wenn ich was vergessen haben sollte.
Eigentlich hatte ich mit meinem letzten Thread ja schon einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben.
Nun denn: Das Folgende AUF KEINEN FALL LESEN!!!
Der Leser erfährt die eigentliche Handlung rund um das Haus ja auf mehrfach indirekte - d.h. gefilterte Weise: Zuerst wird ein Phänomen gefilmt. (Trick?) Dann werden diese Filme analysiert. (tatsächlich?) - Dann sammelt ein alter blinder (!) Mann alles, was es über den Navidson Record gibt, und fügt eigene Kommentare an. (Nur das Hirngespinst eines verrückten Blinden?) - Schlussendlich findet ein junger Mann - Johnny Truant - Zampanos Sammlung und fügt seinerseits Kommentare und abgedrehte Gedankenassoziationen hinzu. Gleichzeitig versucht er, den Film zu finden. (es scheint ihn nie gegeben zu haben!) und Kontakt mit den zahllos zitierten Interpreten/Analysten/Kommentatoren (darunter auch Autoren wie Anne Rice oder Stephen King) aufzunehmen (entweder wollen sie noch niemals etwas von dem Navidson Film gehört haben oder sie reagieren überhaupt nicht). Hat Truant also aufgedeckt, dass alles nur eine wahnhafte Phantasie Zampanos war? NEIN! Ganz zum Schluss, wenn der Briefwechsel mit seiner Mutter beginnt, erkennt man merkwürdige Parallelen. Ähnlich wie Zampano verwendet auch die Mutter permanent verschiedenste Sprachen; sie wechselt zu dadaistischen Wiederholungen, und collagehaften Versatzstücken. Und nun wird auch etwas anderes klar: Die seltsame Sprache Truants. Eigentlich jobbt dieser Looser nur in einem Tattoo- Laden, sein Slang mit seinen Idiomen wie "so'm", "nix", "nichma" "ismir" usw. passt dazu. Doch dann tauchen in diesen Texten unvermittelt Begriffe wie "Flashback", "Oszillation", "Kollusuion" oder "camera lucida" auf. Beide - Mutter wie Sohn - scheinen in irgendeiner Form gespaltene Persönlichkeiten zu sein. Das Haus mit seinen unzähligen labyrinthischen aber anonymen fast antiseptischen Gängen spiegeln Truants Kindheits- und Jugendtrauma wieder - seine unrettbar in Mitleidenschaft gezogenen Hirnwindungen - die Gefühlskälte (s. Kälte im Haus), die ihm widerfuhr. Die wirren Collage- Fragmente stellen den anderen Teil seiner Persönlichkeit dar, den intelligenten Verstand, der versucht zu begreifen, aber unfähig ist, eine klärende Ordnung zu schaffen. Seine Aufzeichnungen belegen, dass er dabei ist, sich selbst - seiner Selbsttäuschung - auf die Schliche zu kommen, doch ganz will ihm dies eben nicht gelingen. Möglicherweise finden sich in den herausgenommenen 86 Seiten der "The Whalestoe Letters" ja weitere Indizien für unsere Vermutung.
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Die Gipfel meines MUST-READ- Gebirges haben momentan erobert:
Cleave: Der siebte Tod
Schmitz: Haschisch
Preston: Canyon
Meyer: Giebelschatten
Butcher: Sturmnacht
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"Wer keine guten Bücher liest, hat keinen Vorteil gegenüber jemandem, der sie nicht lesen kann." (Mark Twain)