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Ginny

Rotfüchsin

  • »Ginny« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 818

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1

Sonntag, 26. August 2007, 17:31

Verblendung - Stieg Larsson

Vor 43 Jahren verschwand die Nichte des Großindustriellen Henrik Vanger, die ihm wie eine Tochter war. Nie konnte geklärt werden, ob sie ermordet wurde und wenn ja, von wem, auch wenn Henrik überzeugt ist, dass ein Familienmitglied dahintersteckt. Jahr für Jahr erhält er zum Geburtstag eine Blume, genau wie sie ihm einst Harriet schenkte - für Henrik der Beweis, dass ihr Mörder noch immer am Leben ist. Mit inzwischen 82 Jahren beauftragt er den jungen, findigen Journalisten Mikael Blomkvist mit Recherchen. Ein Jahr lang soll Mikael versuchen, das Geheimnis zu lösen, unterstützt von der exzentrischen aber genialen Computerexpertin Lisbeth. Je weiter er forscht, desto tiefer dringt er in die Geheimnisse der mächtigen Vanger-Familie ein, die einiges zu verbergen hat ...

Bedauerlicherweise ist der schwedische Autor Stieg Larsson bereits 2004 mit nur 50 Jahren verstorben. Dieser Roman ist der Auftakt einer Trilogie, die er noch vor seinem Tod vollenden konnte. Trotz der gut 650 Seiten ist es ein von Beginn bis Ende fesselndes Machwerk, das ich nur empfehlen kann. Mikael Blomkvist, Henrik Vanger und Lisbeth Salander sind anschauliche Charaktere, deren jeweilige Schicksale faszinieren, die Suche nach dem Mörder ist spannend aufbereitet und wird trotz der ausführlichen Schilderung nie langweilig. Es ist keiner dieser atemlosen Thriller sondern mehr eine Kombination aus Familienchronik und Mörderjagd mit vielschichtiugen Figuren, dabei rundum gelungen und liest sich trotz des Umfangs sehr schnell durch. Ein großer Verlust, dass man vom Autor nach dieser Trilogie nichts Neues mehr erwarten kann.


Shoot for the moon! Even if you miss, you'll land among the stars ...

~ * ~ Der Zauber existiert ~ * ~

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2

Samstag, 10. September 2011, 06:01

Der Roman hat‘s einfach verdient, dass der Thread ein paar Antworten mehr bekommt;)

Ich hab ihn sehr gerne gelesen, da er für mich neue Facetten bereithielt, die mir bislang in Krimis/Thrillers noch nicht begegnet sind. Bei vielen anderen skandinavischen Thrillern habe ich meistens das Problem, dass ich nicht richtig mit den Protagonisten warm werde. Alles ist recht unterkühlt beschrieben. Ausgerechnet bei der Soziopathin Salander ging es mir komplett anders (was hoffentlich nichts über mich aussagt;) ).
Aber auch Blomqvist ist verdammt sympathisch und strahlt etwas aus, was man bei anderen Ermittlern häufig vermisst: Lebensfreude. Außerdem besitzt er Ziele. Man kann mitleiden, da er was zu verlieren hat.
Auch, dass es im Buch nicht nur die klassische Serienkiller-Geschichte gibt, sondern auch ein halber Wirtschaftsthriller mit eingewebt wurde, ist mir positiv aufgefallen. Aber an diesem Punkt fängt auch meine Kritik an: Über einen Großteil des Romans spielt die Wennerström-Affäre eine untergeordnete Rolle. Zum Schluss scheint es so, als wäre der Psychopathen-Plot nicht wirklich wichtig und die Aufdeckung von Wennerströms Machenschaften stünden im Vordergrund, was das Mysterium um Harriet Vanger irgendwo relativiert. Auch wird mir am Ende zu dick aufgetragen: Wennerström, als eine zentrale Figur des internationalen Schwerverbrechens - Da hätte es auch weniger getan.

Mikaels Ermittlungen sind spannend geschildert und zumindest mir ging es so, dass ich unbedingt weiterlesen musste, um die Antworten der Rätsel zu erhalten. Davon lebt das Buch für mich neben den beiden sympathischen Hauptfiguren.

Weniger gelungen dagegen die Auflösung. Dass ein (beziehungsweise zwei) einfache(r) Serienkiller hinter der Sache stecken, ist mir nach der verschachtelten, interessanten Familiengeschichte zu unbefriedigend. Auch bleibt die Action ein wenig zu kurz und bis weit über die Hälfte des Romans befinden sich Blomqvist und Salander nicht wirklich in Gefahr. Das hätte man besser lösen können.
Positiv muss ich noch die Beziehung der beiden erwähnen. Da wirkt nichts aufgesetzt. Die Entwicklung kommt ganz natürlich daher, ist voller Missverständnisse, Enttäuschungen aber auch Hoffnung.

7,5 von 10 Punkten.

Übrigens habe ich noch nie erlebt, dass ein Autor das Prinzip Show don‘t tell derart strikt ignoriert;)

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3

Sonntag, 11. September 2011, 15:37

ich fand die Trilogie einfach nur klasse! Insbesondere natürlich die Figur der Lisbeth Salander.
Alles am Buch ist schlüssig und excellent recherchiert. Darüberhinaus war Larsson ein begnadeter Erzähler.
Auch haben mir die ausgedehnten politischen Schilderungen gefallen. Ich wusste gar nicht, dass es in Schweden eine so starke rechte Seilschaft gibt oder gab. Jetzt machen die Gerüchte um den IKEA-Gründer für mich mehr Sinn.
weniger ist mehr