Bei mir wirds da schon etwas spezieller, glaube ich. Ich bin ja auch einer dieser alten Headbanger, der sich noch immer nicht von seinen langen Haaren trennen kann, obwohl ich sie so gut wie nie offen trage...
Savatage ist zu nennen und davon meine ewige Nummer eins "Gutter Ballet". Ich liebe die Theatralik dieser Band einfach, ich liebe Jon Oliva, und ich liebe ihre pompösen Konzeptalben, bei denen dann Zack Stevens singt, auch wenn er viel Mainstreamiger daherkommt. Das neue Projekt des Mountain Kings "Jon Oliva's Pain" finde ich auch ganz große Klasse. Habe ihn letztens in Nürnberg live gesehen, und es gibt sogar ein Foto von uns, da er sich nach dem Gig unter die Fans mischte, und allen ein Bier ausgab... unglaublich.
Ebenfalls genialst finde ich (zumal ich ja selbst Musik mache) Dream Theater, aber mit einem großen ABER. Mein Lieblingsalbum ist das "Images & Words", und der ultimative Lieblingssong "Metropolis", wobei mir da die Version aus dem "Live at the Marquee" Album am besten gefällt. Als Kevin Moore die Tasten Derek Sherinian übergab, war es ein Stilbruch, der mir damals nicht gefiel - den ich heute jedoch für gelungen halte. Ich mag das "Falling into infinity" Album, zumal da nicht so gefrickelt wird. Jordan Rudess war zwar ein logischer Schritt, und mit "Scenes from a Memory" wurde nochmal ein Klasse Album hingelegt, doch danach kam für mich zumindest nichts interessantes mehr nach. Das Problem mit dieser Band ist einfach: Jeder Mensch weiß doch mittlerweile, dass es ganz tolle Musiker sind, und dass sie Supertoll kompliziert, schnell, irre spielen können und alle Instrumente beherrschen, die es auf der Welt und darüber hinaus gibt - aber sie haben den Song als berechtigtes Individuum aus den Augen verloren. Es wird immer wirrer, und komplexer - und es interessiert mich nicht mehr, und das obwohl ich selbst Musik mache... Nuja.
Genau andersrum ging die Entwicklung bei Queensryche, deren erste drei Alben ein Must Have sind. Die Krönung war schließlich "Empire", und danach - keine Ahnung was mit denen passiert ist. Vielleicht haben sie alle angefangen Drogen zu nehmen, oder eben keine mehr zu nehmen - auf jeden Fall haben sie ihren Sound geändert und so IndieMukke gemacht, die keinen mehr richtig vom Hocker hauen konnte. Ihr letzter Comeback-Versuch mit "Operation Mindcrime II" war auch nur lächerlich. Aber die alten Sachen höre ich mir immer wieder gerne in voller Lautstärke an.
Warum sage ich hier, dass das alles spezieller ist? Nun, es besteht halt die Frage, inwieweit man solche Bands wirklich dem Heavy Metal zuordnen kann. Sicherlich haben sie alle dort ihre Wurzeln, haben aber die Musik dann eher in eine Art Kunst verwandelt, die mit der rauhen Aggressivität des klassischen Metals nur wenig zu tun hat. Aber genau das mag ich.
Die Klassiker natürlich auch. Nichts gegen ab und an mal Judas Priest, Iron Maiden (auch wenn man Iron meiden soll... äh...), die alten Helloween, oder gelegentlich auch mal Metallica.
Meine wahre Liebe liegt aber in den 70ern: Deep Purple, Uriah Heep, Black Sabbath, Led Zeppelin, Queen, Yes, Pink Floyd, Genesis usw. Das ist aber alles noch kein Metal.

Noch Fragen?...