Zum Inhalt
Nach dem letzten großen Krieg bevölkern Nomaden und Bauern die Überreste einer strahlenverseuchten Welt. Hauptsorge ist das zunehmende Auftauchen von «Dämonen»: Menschen mit unheimlichen Kräften, die von einem geheimnisvollen Signal nach Westen gerufen werden, wo laut überliefertem Glauben der Teufel auf seine Erweckung wartet, um den Rest der Menschheit zu vernichten. Der telepathisch begabte Kramsky muss auf seiner Suche nach dem Ursprung des Signals feststellen, dass auch in dieser Legende ein wahrer Kern steckt.
Hel Fried verwebt in seinem zeitweise schonungslos brutalen Endzeitszenario Zukunftsvisionen mit einem Zerrbild unserer heutigen Gesellschaft, in der Ideale an Egoismus und Intoleranz zerschellen müssen.
Meine Meinung:
Auch dieses Buch habe ich in 3 Tagen geschafft. Bei Tinnitus handelt es sich um einen richtig starken SF-Roman mit Betonung auf SF. Klar, das Buch ist auch eine Endzeitvision, jedoch gibt es weder Mad Max Action noch horrorlastige apokalyptische Szenen, allerdings ein paar recht brutale Kampf- und Gewaltszenen, denn nicht alle PSI-ler sind hier nette Menschen. Stattdessen bietet der Autor eine richtig intelligente Story um PSI-Begabungen und das Schicksal der gesamten Menschheit, die packt und begeistert. Wenn am Ende die Herkunft des rätselhaften Signals, das alle PSI-Begabten magisch anlockt, gelüftet wird (nein, ich verrate hier nichts), dann ist endgültig klar, dass wir es hier mit lupenreiner SF zu tun haben.
Von daher, ich finde Tinnitus wirklich richtig gut, empfehle es aber nur den zumindestens "Auch-SF-Fans" unter uns.