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ANUBIS

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1

Samstag, 1. März 2008, 16:50

Charlotte Engmann »Ein Urteil aus alter Zeit«

Charlotte Engmann »Ein Urteil aus alter Zeit«
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

kaigrimm

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2

Samstag, 22. März 2008, 13:47

RE: Charlotte Engmann »Ein Urteil aus alter Zeit«

Wer die Geschichten noch nicht kennt, sollte meine Kommentare erstmal nicht lesen, ich kann ja schlecht den gesamten Beitrag unter "SP" verstecken....


Los geht es also mit dem Fluch der Mumie, allerdings einem erfrischend anderem Fluch. Ich habe die Geschichte zunächst als Fantasy-Story gelesen, bis ich merkte, dass ich hier historischen Stoff vor mir habe.

Ich halte sowohl die Grundidee als auch das Ende für sehr originell. Diese Mumie weiß zu gefallen.

Nebenbei kann man die Geschichte wohl auch politisch interpretieren. Wenn man so will, ist sie auch ein Statement gegen die Zwangsehe.

Die Autorin kann hier vielleicht aufklären, ob es so gemeint war?
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

Nyneian

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3

Sonntag, 23. März 2008, 12:50

RE: Charlotte Engmann »Ein Urteil aus alter Zeit«

Hallo Kaigrimm,

Zitat

Original von kaigrimm
Ich habe die Geschichte zunächst als Fantasy-Story gelesen, bis ich merkte, dass ich hier historischen Stoff vor mir habe.


Da die Story in einer fiktiven Welt spielt und die Schauplätze, sowie die Völker und Figuren frei erfunden sind, würde ich sie als Fantasy bezeichnen. Aber die Welt lehnt sich stark an irdische Vorbilder an, und würde ich mich besser mit dem nördlichen Afrika und seiner Geschichte auskennen, wäre es wohl eine historische Geschichte geworden.

Zitat

Nebenbei kann man die Geschichte wohl auch politisch interpretieren. Wenn man so will, ist sie auch ein Statement gegen die Zwangsehe.Die Autorin kann hier vielleicht aufklären, ob es so gemeint war?


Bevor ich mich als die verantwortliche Autorin dazu äußere, würde ich gerne noch ein paar andere Meinungen hören..

Liebe Grüße
Charlie
"Das Leben ist ein Albtraum in einem Albtraum."
http://www.charlotte-engmann.de

DarkDreamer

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4

Donnerstag, 27. März 2008, 14:39

Fantasy oder doch historisch waren so meine ersten Überlegungen. Da ging es mir also wie kaigrimm. Leicht skeptisch habe ich sie dann unter historisch abgelegt. Im Prinzip ist es ja auch egal, die Story weiß nämlich zu unterhalten! Nichts ahnend geht es der Pointe entgegen, die dann auch gut sitzt. Eine böse Wiederholung für einen sturen Dickkopf Cool

Zitat

Original von Nyneian

Zitat

Nebenbei kann man die Geschichte wohl auch politisch interpretieren. Wenn man so will, ist sie auch ein Statement gegen die Zwangsehe.Die Autorin kann hier vielleicht aufklären, ob es so gemeint war?

Bevor ich mich als die verantwortliche Autorin dazu äußere, würde ich gerne noch ein paar andere Meinungen hören..

Mhmm ... man kann es wohl sicherlich politisch interpretieren. Ich sehe dies hier aber eher als notwendigen Bestandteil der Geschichte und nicht als absichtlich gewollt.

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5

Samstag, 29. März 2008, 16:26

Eine nette Variante des Mumien-Themas, die gut unterhält.

Jetzt im nachhinein wäre die angesprochene politische Interpretation durchaus denkbar, während und kurz nach dem Lesen hatte ich das allerdings nicht so aufgefasst. Mir kam es eher so vor, dass hier ein sturer, bösartiger und gnadenloser Kerl eine Lektion lernen soll, nämlich Vergebung, Gnade und eine gewisse Milde zu erreichen.
...and the book club consists mainly of people who club me with books.

Siwa

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6

Sonntag, 30. März 2008, 17:13

Hab zuerst etwas verhalten weitergelesen, nachdem die Geschichte einen Fantasyeinschlag hatte (ist nicht so mein Genre), habe dies dann aber nach den ersten Seiten völlig vergessen, da es einfach nur spannend war. Tolle Idee, den grausamen Fluch mit einem Gegenfluch zu beantworten und so den Pharao die Situation immer wieder durchleben zu lassen.
Was mich nachdenklich gemacht hat, ist aber die Tatsache, dass die Mumie auch in "moderneren" Zeiten kein Verständnis bzw. keine Gnade erfahren hat.
Ich seh das Ganze eher gesellschaftskritisch als politisch motiviert.

Aeron

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7

Samstag, 12. April 2008, 13:51

War die erste Story aus Creatures für mich und ich fand sie eigentlich ganz gut. Der beste Teil der Geschichte war eindeutig das Ende. Die Idee mit dem Fluch fand ich super und auch die abschließenden Sätze in der modernen Zeit. Mal davon abgesehen, dass ich mich, wie Siwa darüber gewundert habe, dass die Mumie auch in der Moderne noch keine Gnade erfahren hat.
Was mich aber gestört hat, ist vor allem der Teil vor dem Tempel. Da geht mir alles einfach viel zu schnell. Schon nach wenigen Seiten ist man schon am Tempel und man hat noch nicht viel erfahren. Natürlich soll eine Story zur Sache kommen, aber auch nicht ganz so schnell. Ein intensiveres Eingehen auf den Charakter wäre vielleicht noch gut gewesen.
Trotzdem, sonst ist alles gelungen:
Schriebstil und Ende fand ich besonders gut.

8

Sonntag, 13. April 2008, 02:54

Insegesammt hat mir die Geschichte gut gefallen, stilistisch und inhaltlich. Sie hätte, da muss ich meinem Vorredner recht geben, im Mittelteil etwas ausführlicher sein dürfen. Nicht ganz so gut gefallen hat mir das Ende, dieser letzte Absatz. Die Geschichte in der Vergangenheit zu belassen und diesesn Brückenschlag zur Moderne zu unterlassen hätte mir persönlich besser gefallen. Die Strafe für den Pharao als solche zu empfinden leuchtet mir rational ein, da es für ihn eine ist, dass seine Tochter diesen in seinen Augen "Frevel" begeht. Als liberal denkender Mensch fällt es mir allerdings schwer das auch gefühlsmäßig als Strafe zu empfinden, da hätte es nach meinem Geschmack Horrorlastiger zugehen können ;) Aber als Fantasystory gut und einfallsreich und toll geschrieben. Rangiert im vergleich mit den bisher gelesenen Geschichten im mittleren bis oberen Mittelfeld.
»Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.«
Franz Kafka


Nyneian

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9

Sonntag, 27. April 2008, 10:11

Hallo zusammen,

vergessen habe ich Euch nicht, ich war nur drei Wochen in Spanien....

Zitat

Original von kaigrimm
Nebenbei kann man die Geschichte wohl auch politisch interpretieren. Wenn man so will, ist sie auch ein Statement gegen die Zwangsehe. Die Autorin kann hier vielleicht aufklären, ob es so gemeint war?


Hallo Kaigrimm,

als Statement gegen die Zwangsehe wäre die Geschichte überinterpretiert. Im Hintergrund schwingt natürlich das Thema der arrangierten Ehe mit, wenn Väter/Eltern die Ehepartner für ihre Töchter, aber auch die Söhne bestimmen. Aber im Grunde ist das neutral gehalten.

Entscheidend ist, dass Jondarion ein Rassist ist: der farbige Saburu ist zwar sein Stellvertreter vorort, aber als Gattte für die Tochter ist er nicht gut genug. (siehe auch S.13 "dieser schwarze Kerl"). Ramonophis Fluch funktioniert, weil Jondarion in jedem einzelnen Leben auf mind. eine Gruppe Menschen herabsieht, Sklaven, Ausländer, Proletarier, etc etc.

Liebe Grüße
Charlie
"Das Leben ist ein Albtraum in einem Albtraum."
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Nyneian

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10

Sonntag, 27. April 2008, 10:37

Zitat

Original von Siwa
Fantasyeinschlag hatte (ist nicht so mein Genre), habe dies dann aber nach den ersten Seiten völlig vergessen, da es einfach nur spannend war.


Ich freue mich, Siwa, dass ich Dich trotz Fantasy von der Story überzeugen konnte. Ich muss sagen, ich hatte auch Bedenken, sie Werner und Sven anzubieten, weil es immer komisch ist, eine einzige Fantasy-Story unter Phantastik-Stories zu haben. Aber Horror ist ja ein zum Glück Genre, dass sich auf Settings wie Fantasy und Space Fiction/Opera übertragen lässt.

Zitat

Original von Aeron
Ein intensiveres Eingehen auf den Charakter wäre vielleicht noch gut gewesen.
Trotzdem, sonst ist alles gelungen.


Es ist halt eine Kurzgeschichte, in der autor sich auf das Nötigste beschränken muss/soll. Ich denke, die wichtigsten Charaktereigenschaften von Jondarion sind alle da: Er ist ein Rassist und Vergewaltiger, von sich selbst sehr überzeugt und sehr, sehr uneinsichtig. Eben auch, wie Sar-Sargoth schreibt: "ein sturer, bösartiger und gnadenloser Kerl ... (der) eine Lektion lernen soll, nämlich Vergebung, Gnade und eine gewisse Milde zu erreichen."

Zitat

Original von Lars Maria Maly
Die Geschichte in der Vergangenheit zu belassen und diesesn Brückenschlag zur Moderne zu unterlassen hätte mir persönlich besser gefallen.


Und auf den dreifachen Horror zu verzichten? Sicher, die Geschichte prägt eher ein intellektuelles, als ein emotionales Grauen, aber das kann bei meinen Werken schon einmal passieren. ;-)

Der Brückenschlag in die Moderne ist nicht nur ein Grauen für Jondarion/Pharao, der wieder und wieder alles verliert, was ihm lieb und vor allem teuer ist, sondern auch für Ramonophi, die jetzt seit Tausenden von Jahren als lebende Mumie begraben liegt. Und gesellschaftlich ist es doch ein Grausen, dass selbst in unserer modernen Welt immer noch Menschenverachtung herrscht, und Einkommen und Herkunft (Hautfarbe, Religion, ...) wichtiger sind als die Liebe.

Liebe Grüße
Charlie
"Das Leben ist ein Albtraum in einem Albtraum."
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