Ich habe den Roman nun gelesen und muss sagen, dass ich ein klein wenig enttäuscht bin.
Grundsätzlich vorneweg: Bislang habe ich noch nie den Kauf eines Preston/Child- Buches bereut, das ist auch bei DARKNESS nicht anders; angesichts der Vorgänger - vor allem der sog. Pendergast- Trilogie - sind allerdings auch die Erwartungen an jeden neuen Roman entsprechend hoch. Und diese Erwartungen wurden diesmal (bei mir jedenfalls) nicht ganz erfüllt.
Es macht Spaß, das Buch zu lesen - keine Frage, die recht kurzen Kapitel beschleunigen zudem den Lesefluss, doch wenn man die Handlung nach Beendigung der Lektüre nochmals Revue passieren lässt, fällt doch eine gewisse 'Effekthascherei' auf, die die Dramatik der Handlung erhöhen soll, ohne allerdings einen klaren Bezug zum Inhalt zu besitzen. Derartige 'FX- Tricks' hatte das Autoren- Duo bislang eigentlich nicht nötig.
So bietet DARKNESS solide Thriller- Unterhaltung mit phantastischem Touch, die Auflösung des Falls sowie die angedeutete globale Bedrohung erweisen sich dagegen als höchst dürftig bzw. wenig überzeugend. Schade.
Auch hätte man sich eine deutlichere Entwicklung der vertrauten Personen gewünscht (vor allem der mysteriösen Constance Green) doch dies wird - ähnlich wie schon im letzten Roman (MANIAC - Fluch der Vergangenheit) auf nur wenige Sätze am Schluss beschränkt. Offenbar wollten Preston/Child nach der Trilogie ganz bewusst einen "Solo- Roman" schreiben; die Hardcore- Fans müssen nun darauf hoffen, dass der nächste Pendergast wieder direkter an den "Fall Diogenes" anschließt.
_______________________________
Die Gipfel meines MUST-READ- Gebirges haben momentan erobert:
Tom Piccirilli: Killzone
Paul Cleave: Die Stunde des Todes
Ramsey Campbell: THE OVERNIGHT
Will Elliott: HÖLLE
Scott Sigler: EARTH CORE
_____________________________
http://www.arthur-gordon-wolf.de
_____________________________
"Literatur ist die Kunst, Außergewöhnliches an gewöhnlichen Menschen zu
entdecken und darüber mit gewöhnlichen Worten Außergewöhnliches zu
sagen."
Boris Pasternak