»Terra infernalis« ist ein Roman, der aus verschiedenen Blickwinkeln interpretiert werden kann. Es ist jedem Leser selbst überlassen, aus welcher Sicht er dies tut.
Ist es ein Appell des Autors Michel Bernanos an seine Mitmenschen, die Ressourcen unseres Planeten Erde nicht zu vergeuden? Ist es eine literarische Form, die der Autor gewählt hat, den Weltuntergang zu beschreiben? Oder ist es der Zusammenschluss von Gott und Teufel, um die Menschheit zu bestrafen?
Angesichts der Tatsache, dass Michel Bernanos Sohn des katholischen Romanciers und Antifaschisten Georges Bernanos ist, liegt es nah, dass in »Terra infernalis« neben den Genre Mystik, Abenteuer und Horrorszenarien der Glaube eine tragende Rolle spielt.
Im Alten Testament, Genesis 1-26 - Die Schöpfung steht: »Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.«
Berücksichtigt man diese Zeilen und nimmt sie als Verständnis beim Lesen des zweiten Teiles von »Terra infernalis«, so sehe ich diesen als eine mögliche Umkehr der Schöpfungsgeschichte, die Michel Bernanos in literarischen Bildern der Menschheit vor Augen führen möchte.
Seit der Existenz des Menschen ist dieser bestrebt, sich zu ernähren, um seine Spezies am Leben zu erhalten. Da schert es ihm wenig, was aus der restlichen Fauna und Flora wird, und sägt kontinuierlich an dem Ast, auf dem er sitzt. Und am Ende zerfällt er selbst zu Staub.
»Terra infernalis« ist aus meiner Sicht ein Appell, verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen umzugehen, die Artenvielfalt der Pflanzen und Tieren zu schützen, damit wir noch lange etwas von unserem blauen Planeten haben. Die ersten Zeichen sind gesetzt, doch die Natur holt sich das zurück, was ihr durch uns Menschen entrissen wurde.
Fazit:
Lang hat es gedauert, bis »Terra infernalis« übersetzt wurde. Der Waldgut Verlag bereichert mit diesem erlesenen Roman aus der Reihe »Zwielicht« den Buchmarkt im deutschsprachigen Raum.
Der Autor Michel Bernanos erklärt dem Leser nichts, er lässt seine literarischen Bilder sprechen und regt zum Nachdenken an. »Terra infernalis« sollte in jedem Bücherregal zu finden sein.
Prädikat - Besonders empfehlenswert!