Sie sind nicht angemeldet.

Guten Tag lieber Gast, um »Horror Forum - Alles rund um Horror und Phantastik!« vollständig mit allen Funktionen nutzen zu können, sollten Sie sich erst registrieren.
Benutzen Sie bitte dafür das Registrierungsformular, um sich zu registrieren. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

101

Samstag, 8. Mai 2010, 13:39

Habe nun die ersten Geschichten durch und gebe mal kurz meinen Senf dazu:

Christian Weis - Im Abgrund
Ich hasse auch Drängler. Und wie ich sie hasse. Ich fahre nämlich einen Seat Ibiza. Ist also in der Fiatklasse einzuordnen. Nachvollziehbare Reaktion. :) Mal im Ernst: Geschichte war gut zu lesen, kam aber m. E. ohne große Überraschung aus. Als Start des Buches aber auf jeden Fall gelungen.

Bernard Craw - Erwachen

Irgendwie hatte ich das Gefühl, das letzte Kapitel eines Romans oder einer Novelle zu lesen. Düster und beklemmend, vor allem mal ohne auf den aktuellen Zombie-Hype aufzuspringen. Hab auf jeden Fall mal wieder Lust drauf bekommen, Angel Heart in den DVD-Player zu schieben. Btw. würde ich auch gerne mal einen guten Voodoo-Roman ohne Darmrausziehen und Eingeweidefressen lesen. :) Gibts da Tips?

Jakob Schmidt - Eine andere Wildnis
Mein bisheriger Favorit. Sehr schönes Setting und Atmosphäre. Hat mir sehr gut gefallen. Da brauchts keine weiteren Kommentare mehr von mir.

Rainer Innreiter - Sieben Katzenleben
Beim lesen hat mich eine von unseren beiden Katzen beobachtet. Hatte zumindest den Eindruck. Die stierte mich so seltsam an... :) Auch hier finde ich, dass die Story ein Ausbau zum Roman oder Novelle wert wäre. Da könnte man sowas schönes draus machen. Vor allem mit Hinblick auf die 7 Leben einer Katze. Die Story an sich: Kurz und gut.

Achim Hildebrand - Margit

Ich mag keine Navis. Und mit der Geschichte bin ich auch nicht so richtig warm geworden. Sorry, war wohl wirklich nicht mein Fall.
Lese gerade: Maddrax (Uff - 25 Hefte Rückstand!)

Beiträge: 803

Registrierungsdatum: 28. Februar 2010

Wohnort: Nähe Hamburg im Moor

  • Nachricht senden

102

Samstag, 8. Mai 2010, 16:14

@Royston: Nicht wirklich ein Roman, aber ich fand trotzdem sehr spannend zu lesen zu diesem Thema:


Die Augen meiner Ziege von Eric de Rosny: Ein französischer (sehr aufgeschlossener) Jesuit geht bei einem westafrikanischen Hexer/Heiler in die Lehre.

Die Ökonomie der Hexerei von David Signer: Schon akademischer aber immer noch gut zu lesen. Signer hat in Westafrika über zwei Jahre Feldforschung betrieben und dabei die "Zauberei" untersucht. Er stellt die "soziale" Wirkungsmacht der Zauberei heraus und präsentiert aber auch Fälle, die wissenschaftlich nicht erklärt werden können.

Und als Film fand ich "Die Schlange im Regenbogen" auch sehr gut.

Lieber Gruß

103

Sonntag, 9. Mai 2010, 12:25

Und weiter gehts:

Peter Nahtschläger - Die Wölfe von Nebraska

Hat mir ebensowenig gefallen wie Margit. Hatte das Gefühl, dass es nur darum ging, möglichst brutal zu sein. Allerdings völlig ohne Sinn. Brutalität zum Selbstzweck finde ich in Storys und Romanen einfach zur stumpfsinnig. Sorry. Nicht mein Fall.

David Grashoff - Der Autobahn-Heiland
Wirklich gut geschrieben. Mir hat die Geschichte gefallen, auch wenn ich sie jetzt nicht gruselig o. ä. fand. Das Ende war jedoch schön böse.

Marcus Richter - Meer der Halme
Das ist ja das schöne an einer Wundertüte voller Kurzgeschichten. Neben Kieselsteinen findet man auch echte Perlen. Diese Story ist mein bisheriges Highlight. Hier stimmte einfach alles. Perfekt.

Markus Niebios - Warten
Kurz und knackig, was für zwischendurch. Nett.

N. T. Neumann - Das unterste Fundbüro

Ebenfalls eine sehr gute Geschichte. Gut geschrieben und wirklich gelungenes Ende.

Markus Saxer - Das weiße Gesicht
Diese Story läßt mich ratlos zurück. Ist nicht schlecht, hat mich dennoch nicht ganz überzeugt. Auch das Ende fand ich sehr seltsam.

Walter Diociaiuti - Sexy Sadie
Erinnerte mich irgendwie an diese 70er Filme von Dario Argento. Sehr surrealistisch. Hat mir gut gefallen. Auch das Ende fand ich hier wieder sehr gelungen.

Michael Schmidt - Volldampf voraus!
Eine nette kurze Geschichte mit krachigem Ende. Wieder was für zwischendurch.
Lese gerade: Maddrax (Uff - 25 Hefte Rückstand!)

104

Sonntag, 9. Mai 2010, 17:45

Und nun der Rest:

Tobias Bachmann - Kaleidoskop der Seele
Mein Gott! Was für ein Trip! :) Eindeutig die schrägste Geschichte der Anthologie. Hat mir gut gefallen. Sehr strange.

Torsten Scheib - Götterdämmerung

Womit beendet man ein Buch am Besten? Mit dem Ende der Welt. Klaro. Eine gute Geschichte, welche aber an meine Favoriten leider nicht ganz heranreicht.

Daniel Neugebauer - M. R. James und die Gespenstergeschichte

Interessanter Artikel, wobei der Artikel eher zweitrangig ist. Ich hätte lieber noch 1 - 2 Geschichten mehr gehabt. Trotzdem frage ich mich, warum bisher noch kein Verlag auf die Idee kam James Geschichten komplett herauszubringen.

Michael Schmidt - Vincent Preis 2007
Okay, die Nominierungen habe ich mir jetzt nicht wirklich durchgelesen. Eine Liste durchzulesen macht halt nicht so viel Spaß, vor allem wenn es um eine alte Preisverleihung geht. Die Gewinnerliste habe ich aber von oben bis unten durchgelesen und registriert. :)

Fazit: Ein nettes Buch mit vielen unterschiedlichen Geschichten. Das da nicht jede jedermanns Geschmack trifft ist ja wohl klar. Bis auf 2 Ausreißer (Margit & Die Wölfe von Nebraska) gabs für mich auch nichts zu bemängeln. Meine Tops des Buches lauten wie folgt:
1. Meer der Halme
2. Eine andere Wildnis
3. Das unterste Fundbüro


Also: Band 2 werde ich mit Sicherheit lesen. :D
Lese gerade: Maddrax (Uff - 25 Hefte Rückstand!)

Werbung

unregistriert

Werbung


Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

105

Sonntag, 9. Mai 2010, 21:08

Also: Band 2 werde ich mit Sicherheit lesen. :D
Das hört man doch gerne!

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

106

Donnerstag, 10. Juni 2010, 20:55

Und hier findet sich jetzt auch die Geschichte:
http://vincent-preis.blogspot.com/2010/0…re-wildnis.html

und ein Interview:
http://vincent-preis.blogspot.com/2010/0…ob-schmidt.html

Hier ist übrigens auch ein Interview mit Lothar Bauer:
http://vincent-preis.blogspot.com/2010/0…thar-bauer.html

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

107

Montag, 14. Juni 2010, 20:21

Die Geschichte von Torsten Scheib ist online zu lesen:
http://www.fantasyguide.de/10588.0.html

Ebenso ein Interview mit Susanne Jaja, die das Titelbild zu Zwielicht erstellte:
http://vincent-preis.blogspot.com/2010/0…sanne-jaja.html

NikVersion1

Zauberlehrling

Beiträge: 52

Registrierungsdatum: 27. November 2009

Wohnort: Magdeburg

Beruf: Germanistikstudent

  • Nachricht senden

108

Freitag, 18. Juni 2010, 21:47

Hier nun meine Wertung der ersten Ausgabe. :e Hat ja lang genug gedauert...

ZWIELICHT Band 1
Herausgeber Michael Schmidt hat sich vorgenommen, mit seiner Anthologie einen wichtigen Beitrag für die deutsche Horrorliteratur zu leisten, denn er will „den besten Autoren der Szene eine Plattform bieten.“ Es lässt sich vielleicht darüber streiten, ob ein weiteres Magazin mit deutschen Veröffentlichungen Sinn ergibt; doch dem, der das Buch bis mindestens zur Hälfte liest, sollte klar werden, dass Zwielicht alles andere als überflüssig ist.

Der Band beginnt zunächst verhalten. Christian Weis hat seinen Stil gefunden, man wird auch nie etwas Schlechtes von ihm zu lesen bekommen, doch „Im Abgrund“ ist von der Story her nicht wirklich packend. Zu lang wird gezetert, ob bzw. was der Bösewicht mit seinem Opfer anstellt. „Erwachen“ von Bernard Craw legt da gleich mit einem spannenden Szenario los, greift dabei ein interessantes stilistisches Vorgehen auf: Aus der Ich-Perspektive wird beschrieben, wie sich der Protagonist in einen Zombie verwandelt. Die Sicht in die Person gestaltet Craw sehr intensiv und auf den Punkt gebracht, wenngleich sein Schreibstil etwas zu adjektivschwanger ausfällt.
Bei „Eine andere Wildnis“ lesen sich die ersten Zeilen interessant, danach wird die Geschichte heruntergerattert wie eine Märchenerzählung. Schade, hier hätte man mehr draus machen können. Dafür ist die Illustration zu Jakob Schmidt's Geschichte die gelungenste. Typisch Rainer Innreiter geht es weiter: eine kurze, schwarz-humorische Story, jenseits von Gut und Böse. „Sieben Katzenleben“ lebt vom Makaberen, und ist deswegen lesenswert.

Makaber und witzig geht es mit „Margit“ weiter, wo ein Navi seinen Fahrer bewusst ins Nirgendwo lotst. Achim Hildebrandt gelingt eine kurze, knackige Geschichte für zwischendurch. In „Die Wölfe von Nebraska“ wird klar, warum Peter Nahtschläger sich mehr als „Erzähler denn als Literat“ sieht, wie er in seiner Vita schreibt. Zu oft finden sich in seiner Story Unstimmigkeiten; Charakterbeschreibungen, wo keine nötig sind (auch wenn, zugegebenermaßen, gelungene), zu lange Sätze, die sich im Unwesentlichen verlieren. Die Story ist zu strukturlos, um zu fesseln; hier kommen die Leser auf ihre Kosten, die auf blutrünstige Unterhaltungslektüre stehen.

David Grashoffs „Der Autobahnheiland“ beginnt augenzwinkernd, steigert sich von Zeile zu Zeile in eine (zumindest angedeutete) tiefsinnige Story, die geradezu inspirierend wirkt. Sehr schön. Von Tiefgang muss man ganz besonders bei Marcus Richters Story reden, denn diese vermag durch ihren psychologischen Horror zu begeistern. Traumsequenzen mögen zwar ausgelutscht wirken, doch wenn man sie derart verschlüsselt, für die Erzählung notwendig und beängstigend darstellt, haben sie ihren Nutzen erfüllt. „Meer der Halme“ ist eine Wahnsinnsgeschichte, definitiv eines der Highlights aus diesem Buch und des deutschen Horrorjahrs 2009.
Marcus Niebios' Geschichte erweist sich anschließend als gut platziert, denn nach dem vorherigen Hammer benötigt der Leser eine Story der etwas anderen Gangart; „Warten“ ist kurz und kein Wort zu lang, die Idee von einer Verstorbenen, die am Bett ihres kranken Ehemannes weilt, ist nett.

Von aller Ernsthaftigkeit gelangt man nun zum „Untersten Fundbüro“, einer sehr witzigen und zugleich gesellschaftskritischen Geschichte, die den Bürokratiewahn der Deutschen auf die Spitze treibt. N.T. Neumanns Story hätte genauso gut in ein „normales“ Literaturmagazin gepasst, denn sie ist für jedermann, der es satirisch mag, ein Leckerbissen. Durch vorangegangenen Witz wird es etwas schwer, wieder in den Grusel mit Gänsehautatmosphäre hineinzukommen, welche Markus Saxer mit „Das weiße Gesicht“ zu beschwören versucht. Zwar merkt man Saxer an, dass er mit Sprache umgehen kann, doch zeigt sich sein Text verschlossen, liest sich wie ein stream-of-consciousness aus der Außensicht. Die Ich-Perspektive hätte hier wohl mehr Schauder verursacht.

Wie gewohnt stark gibt sich Walter Diociaiuti mit „Sexy Sadie“. Die Handlung erinnert im Mittelteil an „Eyes Wide Shut“ bzw. „Traumnovelle“, erreicht auch deren Grad an Surrealität. Umso heftiger wirkt das Ende, das den Leser durch Diociaiutis eindringlichen Schreibstil schockiert zurücklässt. Michael Schmidt gibt sich anschließend selbst die Ehre, und das mit einem hervorstechenden Text, der durch seinen lyrischen Akzent zu bannen vermag. Man könnte sich den Text durch seine Dynamik als Song zu einem abgedrehten Musikvideo vorstellen – ernsthaft!

Die beiden Abschlussstorys setzen dem Ganzen die Krone auf: Bachmann schreibt eine psychisch-beklemmende Geschichte, die dem Leser volle Aufmerksamkeit abverlangt. Er entwirft ein spannendes, wenn auch riskantes Konzept, in der Bachmann die reale Welt der eines Geisteskranken gegenüberstellt, lässt die Grenzen verwischen. „Kaleidoskop der Seele“ beweist, warum Bachmann zu den Großen gehört – allein des Titels wegen (nach dem der Autor zurecht einen Storyband benannte). Und was eignet sich am besten für das Grande Finale? Richtig, der Weltuntergang. In Torsten Scheibs „Götterdämmerung“ sucht eine Frau während der Apokalypse ihren Sohn. Der Mikrokosmos im Makrokosmos, sozusagen. Klasse geschrieben, knackig und spannend. Literatur wie Kino.

Der Sekundärliteraturteil markiert das Ende, und fällt durch seine geringe Seitenzahl etwas arg aus. Dennoch gefällt Neugebauers Artikel über M.R. James' Geschichten und deren Einfluss auf den heutigen Horror – z.B. die Parallele zu The Sixth Sense. Vor allem ist hier positiv anzumerken, dass Neugebauer sich auf James' Einfluss auf die heutige deutsche Literatur konzentriert, was die Wichtigkeit des Autors unterstreicht. Neugebauer hätte gern ausführlicher über das Werk James' referieren können, aber so ist bekanntlich immer mit gelungenen Artikeln – sie wirken zu kurz. Der Beitrag imponiert, vor allem, da er mit Zitaten namhafter Größen bestickt ist.

Abgerundet wird der erste Zwielichtband mit der Nennung der Vincent-Preis-Sieger, und einer Auflistung aller erschienenen Publikationen im Genre aus dem Jahr 2007. Eine wichtige Arbeit, die Schmidt hier geleistet hat.

Insgesamt beeindruckt Zwielicht 1 mit einer hohen Dichte an hochwertigen Storys – besonders ab der Mitte wird ein Niveau angeschlagen, dass die Anthologie im Folgenden halten kann. Hier könnte der Name des Bandes auch „Die Besten Horror-Storys 2009“ lauten. Ein gelungener Mix von witzigen, spannenden und beklemmenden Geschichten – wobei es hauptsächlich letztere sind, die einen psychologischen Tiefgang aufweisen und somit im Gedächtnis des Lesers bleiben. Die Artikel wissen ebenso zu gefallen, nur müssten diese, um ihre Wichtigkeit zu rechtfertigen, in folgenden Ausgaben weiter in den Mittelpunkt rücken. Heißt: Bitte mehr davon. Vor allem wenn sie sich so gut lesen lassen wie der von Neugebauer.

Wenn Ausgabe Zwei ebenso stark werden sollte, hat Zwielicht seine Rolle als Must-Have für jeden Fan des deutschen Horrors verdient.
"Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat." - Albert Einstein

http://myspace.com/elephantinthedeltawaves

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

109

Montag, 21. Juni 2010, 21:35

Hier noch eine Rezi von Wolfgang Brandt:
http://www.geisterspiegel.de/background/…elicht_001.html

Werbung

unregistriert

Werbung


Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

110

Donnerstag, 15. Juli 2010, 20:47

Und hier noch das Interview mit Torsten Scheib anläßlich der Nominierung zum Vincent Preis:
http://vincent-preis.blogspot.com/2010/0…ten-scheib.html

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

NikVersion1

Zauberlehrling

Beiträge: 52

Registrierungsdatum: 27. November 2009

Wohnort: Magdeburg

Beruf: Germanistikstudent

  • Nachricht senden

112

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 00:00


Oha! Riesenglückwunsch.

Von was für einer Auflage reden wir?
"Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat." - Albert Einstein

http://myspace.com/elephantinthedeltawaves

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

113

Montag, 20. Dezember 2010, 22:29

Antwort kam per PN.

Verlagsseitig ist Zwielicht zwar vergriffen, aber über storisende ist das Buch noch erhältlich:
https://secure.booklooker.de/app/detail.…e=0&&sortOrder=

HarryW

Profi

Beiträge: 1 435

Registrierungsdatum: 7. September 2005

Wohnort: Schweiz

  • Nachricht senden

114

Freitag, 4. Februar 2011, 14:10

Ich will ehrlich sein: Vom Cover her hat mich "Zwielicht 1" gar nicht angemacht. Diese computergenerierten Landschaften sind einfach belanglos und noch dazu unglabulich künstlich ... aber das ist nur meine persönliche Meinung. Dafür freut es mich um so mehr, dass der Inhalt dadurch besticht, dass kein einziger Fehlgriff dabei war. Die Bandbreite der gebotenen Geschichten besticht durch Abwechslungsreichtum. Was mir einmal mehr (wie bei vielen deutschen Anthos) aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die meisten Geschichten schlicht zu kurz und zusammengedrückt wirken. Keine Ahnung, ob es im Fall von "Zwiellicht" dämliche Längenvorgaben gab oder die Autoren einfach nicht mehr rausgeholt haben. Das markanteste Beispiel hierfür ist sicher "Die Wölfe von Nebraska". Daraus hätte Peter locker eine 40-Seiten-Story oder gar eine Novelle machen können, womit der psychologische Impact der Idee richtig brutal zum Zuge gekommen wäre. In der Form, wie die Story nun aber ist, ist es nicht mehr als eine lose Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die mich nicht berührt haben. Trotzdem, unterhalten haben mich diese Geschichten immer noch gut.

Das absolute Highlight der Sammlung ist für mich "Eine andere Wildnis" von Jakob Schmidt. Eine interessante Variante des Werwolfthemas mit einem fast schon märchenhaften Charakter. Das ganze mit einem dermassen begeisternden Sprachgefühl geschrieben, wie ich es selten erlebt habe. Hier stimmt einfach alles. "Im Abgrund" von Christian Weis hat mir als Auftaktgeschichte ebenfalls hervorragend gefallen. Daniel Neugebauers Artikel über M.R. James gehört für mich ebenfalls zu den Top-Texten im Band - und das obwohl ich bekennder Gespensterhasser bin ;) . Wirklich ein toller Sachtext. Bitte mehr von ihm. Last but not least fand ich Torsten Scheibs Geschichte "Götterdämmerung" hervorragend geschrieben, nur das Apokalypse-Thema hat sich für mich in der letzten Zeit stark abgenützt. Die Geschichte hätte auch ohne Apokalypse genügend Pulver im Fass gehabt, um zu funktionieren.

Weiter so ...

Werbung

unregistriert

Werbung


Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

115

Freitag, 4. Februar 2011, 17:13

Hallo Harry,

eine Längenvorgabe gibt es bei Zwielicht nicht. Ich habe mal in die Übersicht von Zwielicht 2 geschaut: Die längste Geschichte hat 11600 Wörter, die kürzeste 1400.

Das viele kurze Geschichten eingereicht werden liegt wohl eher daran, dass es generell für Anthologien und Kurzgeschichtenausschreibungen oft Längenbeschränkungen von 1500 bzw. 2500 Wörtern gibt.

Außerdem garantiert ja eine längere Geschichte keine größere Qualität. Eine andere Wildnis (die es beim Vincent Preis leider nur auf den 3.Platz geschafft hat) ist ja auch nicht so lang.

Freut mich, dass dir Zwielicht gefällt. In Zwielicht 2 ist ein, wie ich finde, mindest ebenso lesenswerter Artikel von Daniel über Twilight Zone enthalten. Und für Zwielicht 3 habe ich von ihm eine Zusage für einen weiteren Artikel.



Bis bald,

Michael

HarryW

Profi

Beiträge: 1 435

Registrierungsdatum: 7. September 2005

Wohnort: Schweiz

  • Nachricht senden

116

Freitag, 4. Februar 2011, 20:00

Finde ich super, dass es bei Zwielicht keine Längenvorgabe gibt. Damit ist die Reihe schon fast eine Ausnahmeerscheinung.

Was die Länge der Stories betrifft, wollte ich mit meiner Aussage nicht den Eindruck erwecken, dass länger = besser ist. Ich dachte bloss, dass bei den einigen der vorliegenden Geschichten wesentlich mehr hätte herausgeholt werden können, wenn man ihnen Raum zum Atmen gegeben hätte (das klingt jetzt zugegebenermasse ziemlich schwülstig ;) ). Bei Pointenstories finde ich sogar: In der Kürze liegt die Würze. Aber so richtige Pointenstories gabs ja in Ausgabe 1 nicht.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Band 2 - der liegt seit einigen Wochen auf meinem SUB.

Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 680

Registrierungsdatum: 21. Januar 2004

Wohnort: Weltkulturerbe Mittelrhein

  • Nachricht senden

117

Sonntag, 6. Februar 2011, 11:58

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf Band 2 - der liegt seit einigen Wochen auf meinem SUB.
Da bin ich mal auf deine Meinung gespannt. Bisher gab es noch nicht so viel Feedback.
An dieser Stelle nochmal der Hinweis: Einsendeschluss für Zwielicht 3 ist der 30.4.2011:
Zwielicht 3

Dr. Clownerie

Fortgeschrittener

Beiträge: 171

Registrierungsdatum: 2. April 2007

  • Nachricht senden

118

Dienstag, 8. Februar 2011, 13:53

Daniel Neugebauers Artikel über M.R. James gehört für mich ebenfalls zu den Top-Texten im Band - und das obwohl ich bekennder Gespensterhasser bin ;) . Wirklich ein toller Sachtext. Bitte mehr von ihm.
Hey vielen Dank für das Lob. Man liest immer so wenig über die Artikel, da freue ich mich sehr über jedes Kommentar :-]
Der cthuloide Blog. Lesen was Sache ist.