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Yuggoth

Suchender

  • »Yuggoth« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 22. Mai 2009, 20:04

Der Remburg-Report



Autor: Jan Gardemann
Umfang: 250 Seiten
Preis: 12,90 € Paperbackausgabe/ 14,90 € limitierte HC-Ausgabe

Sowohl die normale- wie auch die "Edition Atlantis"-Ausgabe ist jetzt verfügbar

Inhalt:

In der Stadt Remburg, die unter einem Strahlenfeld liegt, das sämtlichen Funkverkehr behindert und sie einen Sonderstatus in der technisierten Welt einnehmen lässt, kommt der junge Journalist Michael Neustädter einer heißen Story auf die Spur. Er trifft auf Menschen mit ungewöhnlichen Begabungen, kommt dabei dem Remburger Verbrecherfürsten in die Quere und deckt die Machenschaften einer mysteriösen Gruppe auf, die sich das Konsortium nennt. Dabei hatte er doch eigentlich bloß über den Bau einer neuen Einkaufspassage berichten wollen, die jedoch der Schlüssel zu all den Rätseln zu sein scheint...

Mammut

Der ErnstFall

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2

Montag, 28. Dezember 2009, 10:47

Jan Gardemann: »Der Remburg-Report«
Ein skurriler SF-Roman, der trotz kleiner Mängel wesentlich mehr Beachtung verdient hätte.



Ich kämpfe mich immer noch durch. Stellenweise ist die Story ja echt interessant. Aber dem Roman fehlt es ein wenig an Spannung und Esprit. Vielleicht schaffe ich es ja noch, ihn zu Ende zu lesen.
Dein Lesestapel scheint mir einseitig Atlantis Verlag dominiert zu sein

pirandot

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3

Dienstag, 29. Dezember 2009, 00:49

Jan Gardemann: »Der Remburg-Report«
Ein skurriler SF-Roman, der trotz kleiner Mängel wesentlich mehr Beachtung verdient hätte.
Ich kämpfe mich immer noch durch. Stellenweise ist die Story ja echt interessant. Aber dem Roman fehlt es ein wenig an Spannung und Esprit. Vielleicht schaffe ich es ja noch, ihn zu Ende zu lesen.
Dein Lesestapel scheint mir einseitig Atlantis Verlag dominiert zu sein
Wie ich schon sagte, habe ich 2009 für meine Verhältnisse wenig gelesen. Zwanzig bis dreißig Bücher mehr, typischerweise von Bastei, Heyne, Goldmann, Blanvalet, Knaur, Piper usw., dann wäre die Menge der Bücher aus dem Atlantis-Verlag nicht so aufgefallen.

Dass es überhaupt so viele sind, hat damit zu tun, dass ich diese Bücher (von »Tentakeltraum« abgesehen) lektoriert oder korrigiert habe. Derartiges hätte Dir schon klar sein können, da bspw. »Weltraumkrieger« und »Flucht nach Lytaxin« noch gar nicht offiziell erhältlich sind.

Bevor irgendwelche dummen Witze auftauchen, warum ich denn meine Arbeit nicht getan hätte: Hinsichtlich der reinen Korrektur brauche ich mich wohl nicht zu schämen, und was das Lektorat angeht, hab bitte etwas Nachsicht mit jemandem, der seine ersten Versuche in dieser Richtung unternommen hat. Immerhin – keiner der Autoren hat mich gelyncht oder die zukünftige Zusammenarbeit mit mir verweigert, trotzdem hat Dirk van den Boom mich gerade zum »Lektor des Grauens« gekürt – anscheinend bin ich also auf dem richtigen Weg … ;)

Was den »Remburg-Report« angeht, da bist Du eigentlich der erste, der ein negatives Feedback abgibt. Nun, die Geschmäcker sind halt verschieden. Dass der Roman keinen »Esprit« haben soll, klingt in meinen Ohren allerdings wie die Aussage eines Kritikers, der für sich in Anspruch nimmt, dass seine Äußerungen allgemeingültig seien. Dass es da wirklich ganz andere Meinungen gibt, kannst Du beispielsweise folgender Rezension von Thomas Harbach entnehmen.

Mammut

Der ErnstFall

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4

Dienstag, 29. Dezember 2009, 02:08


Was den »Remburg-Report« angeht, da bist Du eigentlich der erste, der ein negatives Feedback abgibt. Nun, die Geschmäcker sind halt verschieden. Dass der Roman keinen »Esprit« haben soll, klingt in meinen Ohren allerdings wie die Aussage eines Kritikers, der für sich in Anspruch nimmt, dass seine Äußerungen allgemeingültig seien. Dass es da wirklich ganz andere Meinungen gibt, kannst Du beispielsweise folgender Rezension von Thomas Harbach entnehmen.


Glaub mir, ich wollte den Roman gerne lesen. Aber der ist einfach typisch deutsch zäh. Zumindest für meinen Geschmack, egal was andere sagen.

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5

Dienstag, 29. Dezember 2009, 19:07

Was den »Remburg-Report« angeht, da bist Du eigentlich der erste, der ein negatives Feedback abgibt.

Liegt vielleicht auch daran, dass manch einer seine ehrliche Meinung gar nicht mehr äußern mag, sofern sie nicht unbedingt positiv ausfällt, wenn er danach solche "Belehrungen" erhält:

Zitat

Dass der Roman keinen »Esprit« haben soll, klingt in meinen Ohren allerdings wie die Aussage eines Kritikers, der für sich in Anspruch nimmt, dass seine Äußerungen allgemeingültig seien. Dass es da wirklich ganz andere Meinungen gibt, kannst Du beispielsweise folgender Rezension von Thomas Harbach entnehmen.


Ich hatte mit dem Roman auch meine Probleme und musste im Mittelteil arg kämpfen, um nicht abzubrechen. Einige Passagen hab ich da nur überflogen, später wurde es besser und dann hab ich bis zum Schluss durchgehalten.

Kai Grimm

Super Moderator

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6

Dienstag, 29. Dezember 2009, 20:52

Da wir einen eigenen Thread zu diesem Buch haben, erscheint es mir sinnvoll, in diesem über den Roman zu diskutieren, besonders da es die ersten Rückmeldungen zu dem Titel sind. Ich habe alles aus "Rückblick 2009" zum Remburg-Report deshalb zwecks weiterem Austausch zum Thema hierhin kopiert.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

pirandot

Anfänger

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7

Dienstag, 29. Dezember 2009, 21:10

Da wir einen eigenen Thread zu diesem Buch haben, erscheint es mir sinnvoll, in diesem über den Roman zu diskutieren, besonders da es die ersten Rückmeldungen zu dem Titel sind. Ich habe alles aus "Rückblick 2009" zum Remburg-Report deshalb zwecks weiterem Austausch zum Thema hierhin kopiert.
Ups, das hat sich dann mit meinem letzten Beitrag zum Thema überschnitten. Sorry! Wenn Du den auch noch rüberkopieren würdest …? ;)

Felix W

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8

Freitag, 15. Januar 2010, 12:18

Ich habe das Buch jetzt auch gelesen, muss aber sagen, dass es einen sehr zwispältigen Eindruck hinterlassen hat.

Positiv sind vor allem die Struktur des Romans und seine angenhem ungewöhnlichen, leicht trashigen Ideen zu finden. Dass die Hauptfigur allerdings bei jeder aufregenden Stelle einschläft, ist ein dramtaurgischer Missgriff. Generell ist die Dramaturgie zu sehr vernachlässigt worden. Spannung kommt eigentlich nicht und distanzierte Erzählweise kann darüber hinaus auch keine nennenswerte Atmopshäre erzeugen. Das ist sehr schade, denn dadurch wird viel Potential verschenkt.
So bleibt der "Remburg-Report" ein solide geschriebener, ungewöhnlicher Roman, der aber leider über weitere Strecken nicht zu fesseln weiß.
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DarkDreamer

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9

Sonntag, 3. Oktober 2010, 11:54

Lange, lange lag der Roman auf meinem SUB. Letztens habe ich ihn mir endlich vorgenommen und muss der breiten Masse im Internet leider zustimmen. Ein solider Roman ist es, aber seine Schwächen hat er auch. Nichtsdestotrotz habe ich ihn gerne gelesen und bereue die Lektüre keineswegs!
Hier noch eine etwas ausführlichere Meinung:

Die Ära der Superhelden hat uns noch nicht erreicht. Doch aufgepasst, wir steuern geradewegs auf sie zu. Noch wenige hundert Jahre und die Menschheit wird sogenannte Begabte in ihren Reihen haben. Zumindest die Bürger von Remburg, deren Stadt in einem Strahlenfeld liegt.
„Intelligente“ Science Fiction, die mit Krimi- und Spionageelementen gewürzt und weiterhin mit Retro-Aspekten angerührt ist. Ein feuriger Eintopf, der auf die Leser los gelassen wird und mit seiner Erzählstruktur an Episodenromane erinnert. Gewöhnlich ist das nicht, liest sich jedoch prächtig!
Mit einem kleinen famosen Kniff gelingt es Jan Gardemann eine recht gewöhnliche (mal abgesehen von der kruden Ideenmischung) „Journalist-auf-Informationssuche“-Geschichte das gewisse Etwas abzuringen. Michael Neustädter hat die leidige Angewohnheit bei zu viel Aufregung einfach einzuschlafen. Für die Karriere eines Journalisten ist das alles andere als förderlich; doch Neustädter ist ein Begabter. In Visionen träumt er von Ereignissen an jenen Orten, an denen er eingeschlafen ist, aus der Sicht fremder Menschen. Das mag zwar eine sehr neuartige Art sein, an Informationen für seinen Report zu gelangen, doch auch eine sehr effektive. Zwangsweise wird der Leser immer wieder aus der Handlung herausgerissen und muss sich zunächst in die neue Situation einlesen, doch birgt dies auch einen gewissen Reiz, der aus der Konformität des Bekannten hervorlugt. Nach und nach setzt sich so eine Geschichte zusammen, die die Mafia, Spionageagenten und Außerirdische auf den Plan ruft.
Und alles steuert auf ein böses Ende zu … das etwas bemüht wirkt. So experimentierfreudig der Autor ist, gelingt es ihm nicht einen klaren Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Dies ist weniger der „zerstückelten“ Erzählstruktur zu verschulden, sondern mehr der oftmals in die Länge gezogenen Visionen. Denn so originell das Zusammensetzen der Verschwörung um die Einkaufspassage ist, um die sich der Report Neustädters dreht, wäre eine Fokussierung auf Neustädter deutlich interessanter gewesen. Mit dem Handlungsbogen um A.M, einer Figur, die an Watchmen erinnert, wirkt die Handlung letztendlich überfrachtet.

Retro-Telefone, Außerirdische, Superhelden, hypermoderne Vehikel – Jan Gardemann hat scheinbar in den Topf der Ideen gegriffen und wahllos gefischt. Und dennoch hat er eine Geschichte erschaffen, die gerade durch ihre verrückte Zusammensetzung und die Erzählstruktur begeistern kann. Zum Bedauern des Lesers, springt die Handlung zu oft und zu lange von Michael Neustädter weg.