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Markus

P. M. C.

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21

Montag, 26. Oktober 2009, 12:22


Werde ich mal ausprobieren, danke. Ich verstehe nur nicht, was so schwierig sein soll, nach Österreich zu liefern: Liegt bei Deutschland und ist in der EU. Aber gut, man muss nicht alles verstehen ...



Das liegt wahrscheinlich vorwiegend daran, dass nach Österreich die Porto-Kosten höher sind, weil es keine günstige Möglichkeit der "Büchersendung" gibt. Und desto mehr Porto man ausgeben muss (von der 3-Euro-Pauschale), desto weniger bleibt in der eigenen Tasche hängen. Zumal Amazon auch an der Porto-Pauschale Prozente abzieht ... da bleibt letztendlich wirklich nicht mehr viel hängen!

Grüße, Markus
SCHWARZDUNKEL
Düstere Geschichten - ELOY EDICTIONS

ANUBIS

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22

Montag, 26. Oktober 2009, 18:37

Stimmt Markus,leider.

@Rainer

ich scghreibe die Verkäufer meistens an und lasse mir das buch dann ausserhalb vom Marketplace zuschicken. Probier das mal;-)

Greetz
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

Mammut

Der ErnstFall

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23

Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19:48

Wäre ja fast schon was für einen Lesezirkel.
Was ist denn das? Lest ihr dann zusammen / synchron die Geschichten und besprecht sie dann?


Genau so funktioniert ein Lesezirkel. Wobei synchron relativ ist. Eine Zeitversetzung gibt es natürlich.

HarryW

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24

Montag, 1. Februar 2010, 17:13

Nach etwas mehr als der Hälfte muss ich sagen, dass die Sammlung nicht ganz so toll ist, wie ich mir das erhofft
habe. Klar, es sind einige hervorragende Stories dabei, aber leider auch sehr viel Mittelmass und (bisher) zwei solch
grottenschlechte Gurken, dass ich sie nicht fertig lesen konnte - und das geschieht nur alle hundert Jahre einmal ;) .

Bob Leman - Das Fenster
Gleich zu Beginn eines der Highlights der Sammlung. Eine Story über ein schief gelaufenes Psi-Experiment, das
als Folge ein 'Fenster' in die Zeit reisst, durch welches die Protagonisten scheinbar in die Vergangenheit blicken
können. Und das hat Folgen. Eine toll geschriebene Geschichte, lebendige Charaktere, ein Schuss Ironie und ein
phantastischer Schluss. Eine Geschichte, die auch von King hätte stammen können.

Tom Reamy - Insekten in Bernstein
Die längste Geschichte im Band beginnt als Spunkhausgeschichte, wird plötzlich zu einer Story über ein paranormales
Phänomen, gleitet dann über in eine Mörder-Hatz. Obwohl gut geschrieben werden viel zu viele Themen zusammengepackt,
was leider als Ganzes nicht so toll funktioniert. Einmal mehr bewahrheitet sich das Sprichwort: Weniger ist manchmal
mehr.

Charles Beaumont - Gratis-Erde
Eine so ironische Story habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Sie handelt von einem Mann, der alles und jeden
eiskalt ausnutzt und sich mit Gratis-Angeboten und dauerhaft ausgeliehenen Dingen über Wasser hält. Dass die Rechnung
für sein Verhalten irgendwann kommen muss, versteht sich von selbst. Grandios!

Patricia Ferrara - Steigende Wasser
Eine Jugendgeschichte, die zwar sehr stimmungsvoll ist, der aber etwas der Drive fehlt. Auch das Ende wirkt nicht
befriedigend. Ein Knabe geht im Sommer immer am Fluss baden. Generationen vorher (wie ihm seine Grossmutter nicht
müde wird, zu erzählen) war der Fluss schmaler und an seinem Ufer stand ihr Haus. Dieses ist mitlerweile überspült, und
nur selten, wenn der Flussstand tief ist, kann man sein Dach sehen. Klar, dass der Knabe hinschwimmt.

Stephen King - Die Nacht des Tigers
Natürlich darf in einer Sammlung auch King nicht fehlen. Sein Beitrag ist enorm stimmungsvoll und punktet mit starken
Charakteren, wie man es von ihm kennt. Nur thematisch wirkt die Story, als wäre sich King nie sicher gewesen, auf was er
eigentlich hinauswill. Es geht um einen jungen Mann, der beim Zirkus arbeitet, einen Tiger, einen Tigerbändiger und dessen
Rivalen. Diese Rivalität eskaliert schlussendlich, aber der Grund dafür ist praktisch nicht vorhanden und wirkt daher nicht
so dramatisch, wie es hätte sein können. Macht Spass zum Lesen, aber Erinnerungen bleiben wohl keine hängen.

Brian W. Aldiss - Armes Drachentöterlein
Die erste Gurke, die ich nicht zu Ende lesen konnte. Obwohl grandios geschrieben, hat sich Aldiss hier zu sehr auf sein
aussergewöhnliches sprachliches Taltent verlassen. Es liest sich, als ober lediglich seine Skills zeigen wollte, aber
vergessen hat, eine wirklich interessante Story zu erzählen. Wens interessiert: Ein Jäger aus der Zukunft reist in der
Zeit zurück, um sich einem Dino/Drachen zu stellen. Der Kampf erweist sich natürlich schwieriger, als der Jäger gedacht
hätte. Na ja ...

Demnächst mehr.

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HarryW

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25

Mittwoch, 3. Februar 2010, 09:02

Die nächsten sechs ...

Robert Bloch - Nina
Eine stimmungsvolle Story, in der Bloch den Leser in ein Dschungelgebiet mitnimmt. Ein Plantageboss beginnt eine Affäre
mit einer einheimischen, die kein Wort spricht - daher nennt er sie einfach Nina. Als seine Gattin mit dem Neugeborenen aus
der Heimat anreisst, will er die Sache mit der Bettgespielin beenden, was natürlich fatal endet. Toll geschrieben, nur wirkt
die Story streckenweise rassistischer, als für die Geschichte letztendlich notwendig gewesen wäre. Ich habe keine Ahnung
von Blochs persönlichen Hintergründen, seinem Leben und seiner Person, aber etwas seltsam mutet die Geschichte dadurch
doch an.

J. Michael Reaves - Werwind

Super, obwohl in der zweiten Hälfte ein wenig vorhersehbar. Während der berühmt-berüchtigten Zeit, in der die glutheissen
Santa-Ana-Winde durch Hollywood wehen, hat ein junger Schauspieler mächtig zu kämpfen. Zudem geht ein Mörder durch
die Filmstadt, der seine Opfer skalpiert. Erwähnenswert sind meiner Meinung nach auch die toll geschriebenen Charaktere.

Richard Matheson - Ein Kleid aus weisser Seide
Die allererste jemals abgedruckte Story von Matheson wird von den Herausgebern im Vorwort zur Geschichte mächtig gelobt ...
was ich nicht nachvollziehen kann. Ein Totalausfall sondergleichen, und die zweite Geschichte im Band, die ich trotz ihrer
Kürze nicht fertig lesen konnte. Irgendwie gehts um einen entweder junge oder geistig zurückgebliebene Person, die wegen
der Oma nicht ins Zimmer seiner verstorbenen Mutter darf. Natürlich geht er trotzdem und schaut sich immer ein Kleid der
Verstorbenen an, das in einer Kiste versorgt ist. Mehr habe ich nicht mehr mitgekriegt.

John Anthony West - Glady's Gregory
Ein Meisterwerk tiefschwarzen Humors. In einer Wohngemeinschaft wird seit Jahren ein Wettbewerb abgehalten. Welche
Ehegattin kann ihren Mann so mästen, dass er die meisten Pfunde auf die Wage bringt. Ein grandios-fieser Schlussgag ist
natürlich inbegriffen.

Stephen Gallagher - Flusslandschaft, Fontainbleau
Zwei junge Männer wandern eine Woche durch französische Wälder um zu malen. Dabei geraten sie auf einen heruntergekommenen
Hof. Eine seltsame Familie lebt dort, und während der eine der beiden jungen Männer (wegen einer seltsamen Frau) auf Biegen und
Brechen dort bleiben will, zieht es den anderen nach Hause. Im späteren Verlauf treffen sie sich erneut auf dem Hof. Sicherlich
die surrealistischste Geschichte im Band, wunderschön geschrieben und mit einer grandiosen Backwood-Stimmung. Ich muss mich
mal erkundigen, was Gallagher sonst noch geschrieben hat.

Charles L. Grant - Stolz
Langweilige und vorhersehbare Story um einen Anwalt, der einen vermeintlich als Mörder inhaftierten Mann freikriegt. Als dieser am
Tag nach der Freilassung ebenfalls ermordet wird, kommt unser flotte Anwalt auf die Fährte einer übernatürlichen Sache, die aber
nicht weiter der Rede wert ist.

Muss noch eine Story lesen, dann gibt's das nächste Sechserpakte ...

NikVersion1

Zauberlehrling

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26

Donnerstag, 4. Februar 2010, 14:14

Ich lese den Band im Moment zufällig auch (hab als letztes die Bloch-Story gelesen), und gehe mit Harrys Meinung bis dahin konform. Der Opener von Leman ist wirklich der Hammer, eine der besten Kurzgeschichten aus dem Horror-Genre, die ich bisher lesen durfte. Eine originelle Idee, rasant geschrieben und eine geniale Wende. Habe sie am Tage gelesen, und die Vorstellung von dieser Parallelwelt hat mich tatsächlich bis in die Nacht verfolgt, sodass ich nur schwer einschlafen konnte.
Der Gesamteindruck der Anthologie reicht bisher jedoch nicht über Mittelmaß hinaus, vor allem Kings Story hat mich etwas enttäuscht. Sie war zwar nicht schwach, aber stellenweise fehlte der Anreiz.
Und Armes Drachentöterlein war wirklich kaum zum Aushalten ...
Mal sehen wie es weitergeht. Vielleicht beschränke ich mich auch einfach nur auf Harrys Tipps :D
"Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand sein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt und das Geschenk vergessen hat." - Albert Einstein

http://myspace.com/elephantinthedeltawaves

HarryW

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27

Freitag, 5. Februar 2010, 10:57

Und die nächsten sechs Geschichten ...

Edgar Pangborn - Langzahn
Ein Landwirt aus Maine, seine junge Frau und ein guter Freund der beiden erleben in einem der kältesten Winter seit Generationen
das Grauen aus dem hohen Norden. Besagter Landwirt beobachtet seit längerem eine Kreatur, die nur dann aus den dichten und
weitläufigen Wäldern der Gegend kommt, wenn es speziell kalt wird. Gemeinsam erleben die drei eine Nacht, die sie nie vergessen
werden. Sehr stimmungsvoll geschrieben, hat mich streckenweise an Dan Simmons ruhigen Stil erinnert. Eine wirklich schöne
Geschichte.

Ron Goulart - Glory
Eine Vampirgeschichte. Eigentlich kann ich solche kaum mehr ertragen, aber da die vorliegende eben ganz anders ist, gefällt sie
mir sogar enorm gut. Ironisch und voll schwarzem Humor berichtet Goulart von einer schauspielernden Vampirin der 30er Jahre,
die damals von einem Regisseur in einen ewigen Schlaf versetzt wurde. Ein findiger Produzent und ein Drehbuchautor wittern das
Geschäft ihres Lebens und handeln sich damit eine mächtige Portion Ärger ein. Toll!

Lisa Tuttle - Das Haus der Käfer
Ein wahrhaftiges Meisterwerk. Von den bisherigen Stories ist sie die düsterste und abgründigste. Nicht allein wegen der tristen
Stimmung, als vielmehr wegen der menschlichen Abgründe, die sich hier auftun. Eine junge Frau besucht ihre Grossmutter, da sie
Probleme mit ihrem Gatten hat. Die alte Frau lebt in einem heruntergekommenen Haus und steht am Rande zum Tod. Dann ist da
auch noch ein seltsamer junger Mann. Und als Ellen (die junge Frau) begreift, was hier vor sich geht, ist es bereits zu spät.

Robert Aickman - Herz und Hand
Und leider schon wieder eine Gurke, die ich für grottenschlecht und vor allem total ziellos befinde - nach etwas mehr als der Hälfte
habe ich abgebrochen. Als gotische Horrorgeschichte angekündigt erfüllt sie dies nie und nimmer. Zwei junge Damen besuchen
eine Kirche in einem kleinen Kaff. Das Gebäude wird nicht mehr benutzt, und die Frau, die noch im Pfarrhaus lebt, schwafelt
etwas davon, dass alle Frauen der Ortschaft, deren Beziehung in die Brüche geht, hierher zurückkommen und Dinge verlieren, die
sich dann in der Nähe der Kirche manifestieren ... oder so ähnlich. Wirrer geht's nicht, zudem dämliche Charaktere und nur
mittelmässig geschrieben.

Mike Conner - Totgeburt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zieht ein Ehepaar in eine Ortschaft, die vor allem durch eine Minengesellschaft bekannt ist. Der
Gatte buhlt um die Gunst dieser Gesellschaft, da er gute Geschäfte wittert, während seine junge Gattin ein totes Kind gebärt.
Schon bald wird klar, dass mit dieser Totgeburt, der Minengesellschaft und deren enorm erfolgreichen Diamantengeschäft etwas
nicht stimmt. Abermals eine Geschichte, die mich durch ihre Stimmung und Thematik sehr fasziniert hat. Leider wird etwa ab
der Hälft klar, auf was der Autor hinauswill - das tut der Qualität der Geschichte aber keinen Abbruch.

Russel Kirk - Balgrummos Hölle
Hatte ich nach den ersten Seiten gedacht, dass ich hier eine Spukhausgeschichte der üblichen Art vor mir habe, bewies mir der
Autor recht schnell, dass dem nicht so ist - und das ist sehr gut. Es geht um einen Einbrecher, der einen Kunstdiebstahl in einem
verwahrlosten Herrensitz begehen will, in dem sich nur noch der praktisch tote Besitzer - ein Okkultist mit sehr dunkler
Vergangenheit - und ein Wächter des Anwesens befinden. Aus dem Kunstraub wird schnell ein Alptraum. Russel Kirk erzählt
seine Geschichte auf eine ganz ruhige Art, die nie effekthascherisch wirkt und den Leser dadurch schleichend mit dem Grauen
konfrontiert, das in Balgrummos Anwesen lauert. Echt toll.

So, und bevor ich die letzten sechs Geschichten lese, schiebe ich einen Roman mit viel Lokalkolorit dazwischen: 'Wachtmeister
Studer' von Friedrich Glauser - ein wichtiger schweizer Literat, der in den 30er Jahren unter anderem auch sechs Kriminalromane
geschrieben hat.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HarryW« (5. Februar 2010, 11:05)


HarryW

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28

Donnerstag, 25. Februar 2010, 18:19

Zu guter Letzt noch die finalen sechs Stories, von denen mich nur eine vom Hocker hauen konnte.

Pamela Sargent - Die alte Finsternis
Eine reichlich naive Geschichte, die zwar spannend beginnt, aber darunter leidet, dass die Autorin die mysteriösen Vorgänge
erklären wollte, dies aber nur unzureichen und lächerlich getan hat. Und somit zerfällt das ganze Spannungsgerüst, das zuvor
sorgfältig aufgebaut wurde. In einem Stadtteil geht überall das Licht aus, und mit der einsetzenden Dunkelheit kommt das
(formlose) Böse aus seinen Löchern und verleitet die Menschen zu allerlei Bösartigkeiten. Klingt wirklich spannender, als es
letzten Endes ist.

Lucius Shepard - Die Nacht des Weissen Bhairab
Eine Geschichte mit exotischem Hintergrund. Ein Ex-Junkie sucht in Indien seinen Frieden, und wenn er nicht im Tempel betet,
dann spielt er für zwei Monate im Jahr den Hauswart für einen reichen Sammler okkulter Gegenstände. Natürlich - wie sollte es
auch anders sein - ist der Hausherr nicht da, als ein neuer Gegenstand ankommt, der es in sich hat. Ein Geistergeschichte, die
ebenfalls etwas darunter leidet, dass mysteriöse Vorgänge allzu trivial dargestellt werden und jede Unheimlichkeit dadurch verlieren.
Shepard punktet durch seine Schreibe und die erwähnte Exotik, die Story selbst ist aber kaum Mittelmass.

Ian Watson - Verwertungsriten
Eine kurze, aber knackige, und vor allem schwarzhumorige Story, die es wirklich in sich hat. Ein Ehepaar entschliesst sich,
ihr Haus einmal auszumisten und die Dinge auf den Schrottplatz zu fahren. Bis zum Schluss wird etwas mehr verschrottet, als
sie sich ursprünglich vorgenommen haben. Der tolle Schluss ist zwar ab der Mitte der Story vorhersehbar, das tut dem ganzen
aber keinen Abbruch. Empfehlenswert.

Theodore L. Thomas - Test
Eine sehr kurze phantastische Action-Story, die im Vorwort besonderes Lob findet, was ich aber nicht verstehen kann. Jemand baut
mit dem Auto einen Unfall. Als er wieder erwacht ist alles etwas anders, als erwartet. Mehr kann ich leider nicht dazu schreiben, ohne
massiv zu spoilern. Nur noch so viel: Sie ist weder besonders actionreich, noch spannend oder wirklich überraschend. Klar, die Story
mag im Jahr ihres Erscheinens (1962) tatsächlich spektakulär gewirkt haben, aber auch diese Ahnung hilft dem Lesegenuss letztendlich
nicht weiter.

Manly Wade Wellman - Der kleine schwarze Zug
Eine hübsche Geschichte über den Gitarrenspieler John, der durch die Lande zieht und auf ein kleines Kaff stösst. Dort geht die
Legende um einen kleinen schwarzen Zug um, der eine Dame holen soll, die in ihrer Vergangenheit ziemlich bösartigen Mist gebaut
hat. Eine der besseren Geschichten im Band, leichtfüssig und wortgewandt geschrieben, zwar ein wenig moralisierend, aber trotzdem
hat es mir Spass gemacht, sie zu lesen. Angeblich gibt es mehr Geschichten um diesen John, ob die allerdings auch auf Deutsch
erschienen sind, verraten die Infos im Buch leider nicht.

Michael Shea - Die Autopsie
Ein schon etwas angegrauter Pathologe muss in ein Bergwerkskaff reisen, da es dort einen Stolleneinbruch mit möglichem kriminellem
Hintergrund gegeben hat. Sein Auftrag besteht darin, sämtliche freigebuddelten Leichen zu sezieren, um in ihnen nach Bombensplittern
zu suchen. Was er findet ist etwas gänzlich unerwartetes, das sein Leben grundlegend und schnell verändern wird. Hierbei handelt es
sich um eine längere SF/Horrorerzählung, die enorm stimmungsvoll beginnt. Ab der Mitte begeht der Autor aber die Dummheit, alles
auf eine Art erklären zu wollen, die jegliche Spannung im Keim erstickt. Bis zum Schluss musste ich mich regelrecht zwingen, die
letzten Seiten noch zu lesen.

Dem Buch als ganzes würde ich 6 von 10 Punkten geben. Trotzdem, die Handvoll grandioser Geschichten, die darin enthalten sind, sind
es allemal wert, dass man sich 'Die besten Horror-Stories' zulegt. Schliesslich bekommt man das Buch antiquarisch ja für sehr wenig
Geld bei diversen Online-Anbietern. Zugreifen.