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Ernst Wurdack

Fürst der Finsternis

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Donnerstag, 5. November 2009, 08:05

Regina Schleheck: Klappe zu - Balg tot

Gerade eben erschienen ist Klappe zu - Balg tot von Regina Schleheck. Viele von euch werden sie als Stammautorin der Pandaimonion-Reihe kennen und darüber hinaus hat sie das Script für das erste Mark Brandis Hörspiel geschrieben. Dass sie auch ganz anders kann, zeigt sie in ihrem neuesten Buch.
Schaut euch mal die Leseprobe an, da findet ihr die ersten beiden Geschichten. Viel Spaß!



Regina Schleheck
Klappe zu - Balg tot
Bitterböse Geschichten

ISBN 978-3-938065-56-3

Leseprobe (PDF) zum [ Download ]
Link zu Verlags-Shop

Überschrift über einer historischen Babyklappe (Torno) am Hamburger Findel- und Waisenhaus:

Auf dass der Kindermord nicht künftig werd verübet,
Der von tyrannscher Hand der Mutter oft geschicht,
Die gleichsam Molochs Wuth ihr Kindlein übergiebet,
ist dieser Torno hier auf ewig aufgericht.
ANNO 1709.

Die Titelgeschichte Klappe zu – Balg tot nimmt das Thema auf, schildert Facetten der Grausamkeit, die auch den anderen Geschichten von Regina Schleheck zugrunde liegen. Sie erzählen vom Bösen, dem Bitterbösen, das einen knallhart, aber auch schon mal auf leisen Sohlen beschleicht und das nicht nur jeden treffen kann, sondern dessen Keim in jedem von uns steckt. Wenn nicht gelegentlich ein Augenzwinkern hinter diesen gesammelten Gemeinheiten aufblitzte, müsste vor den Nachwirkungen ernstlich gewarnt werden.

In Wuppertal geboren, aufgewachsen in Köln, hat Regina Schleheck in Aachen Germanistik, Sozialwissenschaften und Sport studiert, später in Herford gelebt, wo sie nach einer Tochter vier Söhne zur Welt brachte. Seit 1999 wohnt sie mit ihren Kindern in Leverkusen und arbeitet als Oberstudienrätin an einem Kölner Berufskolleg. Vor zehn Jahren begann sie zu schreiben, erst Kurzgeschichten, dann Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke, längere Erzählungen und erhielt dafür eine Vielzahl von Auszeichnungen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ernst Wurdack« (20. Januar 2010, 07:45)


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Freitag, 6. November 2009, 11:26

Eine erste Rezension zum Buch kommt von Erik Schreiber, Phantastischer Bücherbrief:

KLAPPE ZU BALG TOT ist eine Krimi-Kurzgeschichtensammlung der in Leverkusen wohnenden Oberstudienrätin. Diese Sammlung bietet in 24 Kurzgeschichten genau das, was ich erwarte. Kurzgeschichten. Selten ist eine Geschichte länger als vier Seiten. Ein paar Geschichten von ihr finden hier eine Wiederauflage, waren sie doch bereits vor Jahren an anderen Orten erschienen. Das stört aber ganz und gar nicht. Der Ideenreichtum und die Schaffensfreude paaren sich mit einigen überraschenden Enden in den Geschichten.
Diese Überraschungen beziehen sich weniger auf das Ende selbst, als eher auf die Handlungsträger. Etwa in der einen Geschichte, wo Maria das Kind nicht will und Josef erst spät zu der Einsicht kommt, dass das Neugeborene Kind doch von ihm ist. Oder die Geschichte mit dem Telefonsex, oder die Erzählung, die in der Schokoladenfabrik spielt.
Sieht man die Schriftstellerin auf der Strasse, würde man hinter dem freundlichen Lächeln keine bitterbösen Erzählungen erwarten, sondern weichgespülte Liebesromantik. Immer vorausgesetzt, man beurteilt Menschen nur nach dem Äusseren. Es freut mich natürlich, dass diese Einschätzung nicht funktioniert. Spannende Kurzgeschichten mit einem nicht erwarteten Ausgang. Was will man mehr, wenn man sich für einige Minuten entspannen will?

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Sonntag, 8. November 2009, 15:29

Eine weitere Rezension kommt von Maren Frank, Cora-Autorin, via Geschichtenweber-Forum:

Diese Kurzgeschichtensammlung startet gleich mit einer wirklich heftigen Geschichte, dem Titel gebenden Text "Klappe zu, Balg tot". Es geht um Maria, eine junge Frau, die hochschwanger ist und ihr Kind alleine im Badezimmer zur Welt bringt. Da sie das Kind nicht haben will, bringt sie es zu einer Babyklappe. Doch die Klappe lässt sich nicht öffnen ...
Und auch die folgenden Geschichten sind düster, skurril und oftmals mit Horrorelementen gespickt. Da ist die Arbeiterin in einer Schokoladenfabrik, die eine ganz besondere Beziehung zu Schokoladenweihnachtsmännern aufbaut und schließlich in der Psychiatrie landet. Pädophile und mordende Pfarrer kommen ebenso vor, wie scheinbar ganz normale Frauen, die durch unglückliche Umstände plötzlich einen Toten in ihrem Hotelzimmer haben. Oder der Vater, der für den Tod seines Sohnes verantwortlich ist.
Tod, Mord und psychische Abgründe spielen jedenfalls die Hauptrollen in den Geschichten. Stilistisch ist die Autorin sehr sicher und trotz der düsteren Thematik sind die Geschichten doch meist mit leichter Hand geschrieben, lesen sich flüssig und die meisten auch sehr unterhaltsam. Das eine oder andere Klischee hätte es nicht gebraucht und hin und wieder wurde der Ekelfaktor doch etwas zu sehr strapaziert; da wäre weniger mehr gewesen.
Dennoch eine hübsche Sammlung für Freunde gepflegter Horror-Unterhaltung.

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Dienstag, 17. November 2009, 07:33

Und wieder gibt es eine Rezension zum Buch von Regina Schleheck, diesmal von Petra Harmann auf suite101

Fazit: Diese Anthologie ist nichts für schwache Nerven, obwohl – oder gerade weil – die Autorin auf Gewalt-Exzesse, blutige Gemetzel und klassische Horror-Elemente verzichtet. Das Grauen, das diesen 24 Kurzgeschichten entsteigt, erfasst den Leser gerade wegen der alltäglichen Situationen, in denen es Gestalt gewinnt. Ein Buch, das unter die Haut geht und das niemand so leicht vergessen wird.

[ Link ] zur kompletten Rezension

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