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1

Freitag, 8. Januar 2010, 11:27

T.H.s Leseliste 2010

Einer guten Angewohnheit aus dem vergangen Jahr folgend, mache ich auch dieses Jahr mit. Macht irgendwie Laune...
Dieses Jahr fängt bei mir allerdings etwas mau an in Sachen Lektüre. Quäle mich derzeit gerade durch das CRYPTONOMICON von Neal Stephenson, komme aber nicht so recht vorwärts damit. Es ist ja nicht schlecht, aber irgendwie fehlt mir der drive... Daher lenke ich mich derzeit durch diverse Comics ab, auch aus meiner Mottenkiste.
Phantastische Grüße
Thomas

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2

Freitag, 8. Januar 2010, 11:34

Januar 2010

Also der Januar...

Ed Brubaker & Sean Philips: "Sleeper 4 - Das lange Erwachen" - ist ein unverlangtes Rezensionsexemplar. Vielen Dank, liebe Leute von Cross Cult! Nun habe ich die ersten drei Bände gar nicht gelesen, trotzdem kam ich schnell in den Stoff rein und muss sagen: Faszinierend. Wenn auch äußerst düster, gerade durch die Gestaltung und auch durch das Fehlen positiver Protagonisten. Hier meine Rezi auf Buchrezicenter.de
index.php?page=Attachment&attachmentID=1207
7 / 10 Punkte

Neil Gaiman u.a.: "Sandman Präludien Notturni" - wie schon angedeutet; ich "tröste" mich mit Comics... Meine Lese.Unlust.Phase nutzt ich auch gleich mal schonungslos aus und habe mit die ersten beiden Panini/Vertigo-Bände des Über-Comics von Meister Gaiman zugelegt. Der erste mundete vorzüglich. Na ja, mitunter sind es ja gar nicht sooo dolle metaphorische Geschichten. Zum Ende hin werden sie durchaus "metaphorischer". Ich könnte mir auch mehr Innovation bei der grafischen Umsetzung vorstellen; da bleibt der Comic noch zu sehr im Mainstream verwurzelt. Ist aber ok und es hat großen Spaß gemacht. Besonders ab "Träum einen Traum von mir" war ich hin und weg.
9 / 10 Punkte

Anthony Johnston, Christopher Mitten: Staubiges Land. Die Waste-Land-Saga Band 1. Eine Endzeit-Geschichte, einige Jährchen nach der Katastrophe (Die große Nässe). Die USA ist eine Wüste, es gibt menschliche Bewohner, aber auch Sandfresser, so was wie Vampire. Und dann gibts auch religiösen Fanatismus und Sekten die Sunner - Sonnenanbeter, die sind aber eigentlich weniger fanatisch und werden von herrschenden Klicke verfolgt wie weiland die Christen im ollen Rom oder so).
Ach na ja, irgendwie nichts Neues. Die grafische Umsetzung ist fast minimalistisch, aber stimmungsvoll. Der Zeichner hat ein Faible für Posen und Portraits, aber es gibt auch genügend Kampfszenen, die aber manchmal etwas mühsam zu "verfolgen" sind. Und es gibt viele Draufsichten, was sicher ein ein besonderes Kriterium ist.
6 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
Thomas

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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »T.H.« (15. Januar 2010, 20:34)


3

Sonntag, 24. Januar 2010, 11:53

Ledroit, Mosdi: "Xoco"
2 Bände: "Der Obsidian Schmetterling" und "Der Herr der Schatten"
1. Band von "Sha" - bei meinen "Ablenkungsmanövern" in Sachen Comics habe ich jetzt mal mein Augenmerk auf einen ganz hervorragenden Zeichner gelegt: Ledroit. Seine "Zeichnungen" sind ja wahre Gemälde! Einfach hervoragend, bin begeistert.
Die Stories sind schööön düster, weird...
index.php?page=Attachment&attachmentID=1215 index.php?page=Attachment&attachmentID=1216

8 / 10 Punkte

Neal Stephenson: "Cryptonomicon" - Habs geschafft, über 1100 Seiten - puh...
Mein Fazit? Tja, schwierig. Sicher eine - bzw. viele - tolle Geschichte(n), auch glänzend erzählt. Aber vielleicht in dieser Form einfach zu viel. Mich hat genervt, dass fast jedes Kapitel wieder mit einer neuen Story begann. Immer wieder ein neues Setting, immer wieder lange Seiten Eindrücke, quasi Zusatzmaterial. Ich wage zu behaupten, dass das Buch - auf das Wesentliche beschränkt - nicht mal halb so dick wäre...
6 / 10 Punkte
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Thomas

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4

Freitag, 29. Januar 2010, 14:51

...kein Gruselroman aber mitunter der blanke Horror...

Daniel Woodrell: "Zum Leben verdammt" - angeregt durch die Cormac-McCarthy-Lektüre (hier: "Die Abendröte im Westen") ist bei mir das Interesse an der Geschichte der USA geweckt worden. Natürlich - irgendwie kannte ich mich da durchaus etwas aus, doch vermutete ich - gerade auch nach McCarthy - einigen Klischees aufgesessen zu sein.
Wie schon nach "Der große Süden" von Ward Moore dachte ich, dass ich über den Bürgerkrieg doch zu wenig wusste. Das politisch korrekte Bild, das oft im Geschichtsunterricht vermittelt wird, ist ja, dass der fortschrittliche Norden gg. den rückständigen Süden antrat. Diverse Filme zeichnen dagegen ein mitunter pathetisches Ruhm&Ehre-Bild, wo zwar der Süden schon anders bewertet wird, aber das Ganze zur Schmonzette gerinnt.
Im I.Netz fand ich dann Bezüge von McCarthy zu diesem Buch, dass gleichfalls ein schonungsloses Bild des Bürgerkrieges zeichnet (wie McCarthy über die Indianerausrottung schrieb). Und das stimmt! Aus der Sicht eines sehr jungen Südstaatlers, der sich den "Strauchdieben", Freischärlern, die für die Unabhängigkeit ihres Landes gegen die Dominanz des Nordens wandten, anschloss, wird erzählt, wir brutal und schonungslos beide Seiten vorgingen und dabei auch Zivilisten nicht verschonten, zumal man im Namen "der Sache" auch gleich mal persönliche Fehden zu einem tödlichen Ende bringen konnte. Die Gräben gingen ja in einigen Staaten zwischen den Höfen und Nachbarn hindurch.
Interessant an dem Buch ist auch die Sprache, der der Autor Pathos und Duktus des 19. Jh. nachzeichnet. Da die Protagonisten aus dem einfachen Volke stammen, wird das Ganze nicht überladen. Insgesamt kann man hier die Motive der Rebellen durchaus verstehen und man versteht, worin ihr Dilemma lag.
9 / 10 Punkte

Im Nachgang noch erfasst; zum wiederholten Male gehört....
Sibylle Berg: "Amerika" - 1 CD, Hörbuch, 3 Stories von der Autorin selbst gelesen. Ich finde die melancholische Art der Autorin einfach großartig. Sie ist ja auch oft zynisch und zeigt oft eine Phobie gg.über ihren Mitmenschen, aber diese Stories hier zeigen viel Hingabe zu den verlorenen Seelen, die sie hier präsentiert.
8 / 10 Punkte

Pablo de Santis: "Die Übersetzung" - 1 CD, Hörspiel des wdr. Auch großartig, höre ich immer wieder gerne.
9 / 10 Punkte
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Thomas

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5

Freitag, 5. Februar 2010, 18:01

Februar

Jean-Christophe Grangé: "Das schwarze Blut" - Hörbuch, 6 CDs, gelesen von Joachim Kerzel.
Na ja...
Der Autor ist ja recht berühmt und sicher seit den "Purpurnen Flüssen" auch sehr populär. Aber das Buch hier, das ich mir während meiner Autofahrten vorlesen ließ (seit Januar), hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Da gibt es den Journalisten, der ziemlich viel Pech im Leben hatte und immer wieder mit dem Tod konfrontiert wurde. Jedesmal, wenn ein ihm nahe stehender Mensch auf gewaltsame Weise stirbt, fällt er in ein Koma.
Hmm, irgendwie gibt es da zu viele Zufälle; das macht schon mal stutzig.
Dann gibt es den raffinierten Serienmörder, der lange Zeit unfassbar war und nun in einem fernöstlichen Knast einsitzt. Der Journalist widmet sich dem Über-Mörder und enthüllt dessen Motive, die mal wieder - irgendwie erinnerte mich das an die Purpurnen Flüsse - so was wie Rituale sind.
Die Recherche des Journalisten gefährdet ihn natürlich, aber dann doch anders las man als Lese denken soll; aber tatsächlich hat mich der Schluss nicht überrascht...
Also eine 0815-Story um einen Serienmörder und das Zelebrieren raffinierter Arten, Menschen zum Tode zu bringen; ich befürchte, sowas gibt es derzeit zu viel auf dem Markt....
5 / 10 Punkte

Neil Gaiman: "Sandman. Das Puppenhaus" - graphic novel. Der 2. Band.
Wieder großartig. Die Stories sind teilweise sehr packend; die seltsame TraumWelt des Autors faszinieren nach wie vor. Mitunter könnte man sich packendere Zeichnungen wünschen (vielleicht wie bei Spawn - die Serie verfolge ich derzeit auch mit steigender Begeisterung). Aber ich bleibe am Ball, das ist tatsächlich eine große Sache!
9 / 10 Punkte
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6

Sonntag, 7. Februar 2010, 09:36

Jussi Adler-Olsen: "Erbarmen" - einer TV-Empfehlung folgend las ich also mal einen "Spiegel-Bestseller" (Etikett auf dem Umschlag). Und was soll ich sagen: Der Krimi ist astrein!
Warum der nun ERBARMEN heißt, mag sicher an den Einwort-Titeln anderer Skandinavien-Thriller/Krimis liegen, die derzeit in den Bestsellerlisten auftauchen; der Originaltitel "Kvinden i buret" würde ja wörtlich übersetzt "Frau im Käfig" heißen, was viel eher auf den Inhalt zutrifft; ansonsten ginge noch "Kein Erbarmen", denn darum geht es sehr stark in dem Roman.
Ausgangspunkt ist eine ziemliche Katastrophe: Ein Kriminalistenteam wird übern Haufen geschossen, ein Mann stirbt, einer wird sehr schwer verletzt und wird wohl lebenslang beschädigt bleiben, der Dritte, Carl Morck, ist danach psychisch einfach fertig.
In seiner Dienststelle herrscht permanentes Mobbing, also versucht man ihn abzuschieben. Da kommt eine politische Offensive gerade recht, die eine Kommission einrichten möchte, die sich alter, ungeklärter Fälle widmen soll, die viel öffentliches Interesse erregten, aber halt kein Ergebnis zeigten.
Ziemlich lustlos lässt sich Morck da einspannen, ist zunächst nur daran interessiert, die Zeit tot zu schlagen. Sein Assistent, der mehr Handlangerarbeiten erledigen soll, ist ein Syrer, der sich aber als etwas anderes entpuppt, als er vorgibt; sein ganzes Geheimnis wird aber noch nicht enthüllt.
Wie auch immer, man widmet sich dem Fall des Verschwindens einer attraktiven Politikerin von vor 5 Jahren. Und tatsächlich bekommt das "Sonderdezernat Q" heraus, was damals passierte....
Der Roman lässt den Leser ein Wechselbad der Gefühle erleben, man fiebert mit dem blitzgescheiten und gescheiterten Helden mit, lässt sich von seiner Melancholie gefangen nehmen und freut ich über jeden neuen Schritt zum Ziel. Ein Happy End gibts und gibts auch nicht. - Ich war sehr angetan und bin auf weitere Abenteuer des Sonderdezernat Q gespannt!
9 / 10 Punkte

Dietmar Dath: "Rosa Luxemburg" - eine kleine Biographie, in der Reihe Suhrkamp BasisBiographie als Band 35 erschienen. Hab es in erster Linie gelesen, weil es von Dath ist. War aber wirklich gut, erfrischend... Link zur Rezi
8 / 10 Punkte
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7

Donnerstag, 18. Februar 2010, 17:35

Oliver Plaschka: "FAIRWATER oder Die Spiegel des Herrn Bartholomew" - bin ich froh, dass ich das Buch nicht rezensieren "muss"... Wahrscheinlich hätte ich mich völlig verrannt. So wie der Autor - meiner Meinung nach.
Es war ja nicht schlecht, manchmal auch ein bisschen spannend, allemal ganz toll formuliert - Supersprache !!! - aber eben auch zerrig, zu sehr auf Innerlichkeit getrimmt. Die seitenlangen Zustandsbeschreibungen von Personen, die mir leider dadurch nicht näher kamen, können auch nerven. Ich fand, darunter litt die Story insgesamt.
Obwohl es vielversprechend anfing: Eine fiktive amerikan. Stadt im Osten, die wie eine Kopie Venedigs wirkt, ist Anziehungspunkt für alle möglichen Freaks, UFO-logen, Hippies und so weiter und so fort . auch für melancholische Selbstmörder. Dann gibt es eine mächtige Familie und viele rätselhafte Mordfälle. Dazu kommen mehr oder weniger "normale" Protagonisten und ein ziemlich dolle Verrückter UND Außerirdische Rgenmäntelträger! Was für eine Mischung!!! Aber was kam am Ende dabei heraus?
6 / 10 Punkte
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8

Montag, 22. Februar 2010, 16:53

Morrison / McKean: "Batman. Arkham Asylum" - graphic novel. Ach, herrlich! Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingszeichner: Dave McKean!!!! Habe bei SANDMAN gar nicht so mitgeschnitten, wer die tollen Vorsatz-Grafiken (Foto-Montage-Grafiken) geschaffen hat; sein Name steht auch nur im kleingedruckten Impressum; aber hier hat er halt einen ganzen Comic-Band gestaltet. Und nicht den ersten! Verdammt, was das wieder kosten wird...
Hier herrscht der Wahnsinn und Held Batman mittenmang. Die Idee mit dem Bleistift als Waffe könnte aus diesem Comic stammen, auch wenn es nur erwähnt wird und sich als Finte herausstellt. Aber so gut kenne ich mich mit den Batman-Comics noch nicht aus, vielleicht kommt das ja woanders auch schon mal vor?
Die Grafiken sind allesamt Gemälde, ein Fest fürs Auge!
10 / 10 Punkte

Alfred Bester: "Die Rache des Kosmonauten" -( auch bekannt als "Der brennende Mann" oder "Tiger! Tiger!"); mir war mal nach dem Klassiker. Ist schon erstaunlich, wie ein Klassiker auf relativ wenigen Seiten so viele Ideen verbrät. Das ist ja ein Feuerwerk, das den sense of wonder ordentlich anheizt.
8 / 10 Punkte

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Thomas

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9

Samstag, 27. Februar 2010, 18:31

Oliver Plaschka: "Die Magier von Montparnasse" - sein 2. Roman, nun bei Klett-Cotta, da hat er's wohl geschafft! Das sei ihm gegönnt, keine Frage. Ist ja wohltuend mal unter den deutschen Phantastik-Stars einen Autor zu finden, der nicht von Trollen und Zwergen oder romantischen Vampirabenteuern für die Mädels erzählt.
Allerdings konnte ich mich mit dem Roman wieder nicht richtig anfreunden. Er ist einfach nicht spannend, obwohl Setting und Figuren es her gäben. Die Sprache ist wieder ober-toll, da möchte man sich jeden Satz auf der Zunge zergehen lassen. Aber wenn man das tut - so ist es mir ergangen - fragt man sich nach einer gewissen Zeit: Worum geht's hier eigentlich? Wenn der Autor das noch hin bekäme - also so eine Frage beim Leser nicht aufkommen zu lassen, dann wäre ich sein größter Fan :-) (ja ja, ich weiß, das braucht er nicht wirklich...)
6 / 10 Punkte
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10

Montag, 1. März 2010, 19:33

Na bitte, der Monat endete doch noch richtig gut - so lektüretechnisch!
Vollauf begeistert hat mich:

Karl Schroeder: "Planet der Sonnen" . ist ja SF, aber so richtig tolle.
Eine moderne Hohlwelt-Geschichte, leider mit Cliffhänger (weiter gehts erst im September... oh je). Eine Welt voller Wunder und dazu Luftschiff-Schlachten, Piraten, einer geheimnisvollen "Über-Welt", deren Rolle noch nicht klar wurde (die Künstliche Natur)... Habe mal ein paar Worte hier verloren dazu -"Wie wird man Virganer"
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11

Mittwoch, 3. März 2010, 16:54

März 2010

Nick Cave: "Der Tod des Bunny Munro" - Hörbuch, gelesen von Blixa Bargeld. Na, wenn das nichts ist... Na ja, war nicht wirklich was...
Blixa macht seine Sache sehr gut, keine Frage. Aber was für ein Problem hat Nick Cave? Der titelgebende Mann hat nur einen Wunsch: f..., na ihr wisst schon. Sein ganzen Denken, Handeln, Reden dreht sich nur darum.
Sein Leben ist hohl und wird unerträglich, als seine Frau Selbstmord beginnt (also, nicht dass sie ihm "deshalb" fehlen würde, da hat er als Handelsreisender genügend Gelegenheiten). Sein Sohn kann einem Leid tun, aber ansonsten empfand ich das fast ein wenig als Zumutung, habe aber die 6 CDs durchgehalten - das ist eine gekürzte Lesung, was wohl im Roman sonst noh so drinsteht? Na ja, mich interessiert es nicht.
3 / 10 Punkte
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Thomas

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12

Samstag, 13. März 2010, 18:03

E.E.Knight: "Tag der Finsternis" - der 1. Band der Vampire Earth-Serie. Bin gerade auf dem Trivial-Tripp. Und da gefällt mir sowas. Is nich schlimm, wa?
Die Erde in naher Zukunft: Außerirdische haben die Erde erobert. Sie nutzten das Wissen und die Technologie einer viel älteren, bereits ausgestorbenen Alien-Art, die halt durch solche Tore fremde Welten betreten konnten. Die Kur sind sehr langlebig, dazu benötigen sie die "Auren" anderer Lebewesen - je intelligenter, desto besser die Auren... Daher sind ihnen die Menschen gerade willkommen. Sie schufen eine Reihe von HIlfswesen, Kreaturen, die die Menschen tyrannisieren und ihnen die Auren abziehen.
Es gibt aber menschlichen Widerstand und der Held der Story ist ein junge Kerl, der als "Wolf" - ein Typ, der alles verloren hat und daher auch nichts mehr zu verlieren hat, ausgestattet mit speziellen Kräften zum Waldkämpfer wird.
Die Handlung ist recht spannend, der Hintergrund hinreichend interessant. Mich hats gepackt. Seltsam sind ein paar Züge, die ich noch nicht richtig einordnen kann, und die in komische Richtung gehen: Na ja, die geschilderten Hintergründe sind sicher kein Paradies, ein umgedrehtes Hakenkreuz spielt eine bedrohliche Rolle, welche wird sich noch zeigen...
Und es wurden ein paar Versatzstücke der indianischen Vergangenheit Nordamerikas eingewoben.
Hier noch ein paar mehr Worte zum Buch.
8 / 10 Punkte

Neil Gaiman: "Zerbrechliche Dinge. Geschichten & Wunder" - was soll ich sagen?... Hier sage ich was dazu.
12 / 10 Punkte
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Thomas

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13

Dienstag, 16. März 2010, 19:51

Vladimir Sorokin: "Die Herzen der Vier" - das soll laut Umschlagtext ein Thriller aus Moskau sein, wo KGB, Mafia, Regierungsstellen etc. miteinander ringen.
Nun, der Umschlagtexteschreiber muss irgend ein anderes Buch gelesen haben. Der kurze Roman ist eine lakonische Dauer-Darstellung sinnloser Gewaltexzesse, nicht gerade hübscher sexueller Ergüsse und völlig sinnfreier Dialoge. Die Vier - 4 Verbrecher - machen irgend etwas, irgendwelche Aktionen, die sind aber durchnummeriert und erschließen sich dem Leser im Grunde gar nicht. Dazwischen dürfen ein paar Veteranen - des Großen Vaterländischen Krieges, des Gulags - ihre Erlebnisse vortragen, daraus moralische Schlussfolgerungen ziehen, um diese entweder selbst ad absurdum zu führen oder gemeuchelt zu werden.
Ich bin ja Sorokin-Fan, doch dieser Text ist echt grenzwertig. - Daher also keine Wertung, weil Fan und ich irgendwie der Meinung bin, dass ich das gelesen haben muss - als Fan - aber empfehlen kann ich es auch nicht...

Dietmar Dath: "Deutschland macht dicht" - endlich mal wieder ein Dath-Buch, das nicht an seiner eigenen Formulierungswut erstickt! Das hat wieder richtig Spaß gemacht: absurdes Theater auf hohem Niveau. Danke für die Kurzweil.
9 / 10 Punkte

Anne Hahn / Frank Willmann: "Satan, kannst du mir noch mal verzeihen" - der Titel suggeriert vielleicht was, was das Buch nicht hält. Der Mensch, um den es hier gibt, glaubte wohl tatsächlich, mit dem Teufel einen Bund eingegangen zu sein, aber das ist jetzt nicht das Thema des Sachbuches. Es geht um einen berühmten DDR-Punker, Otze Ehrlich von der Gruppe Schleimkeim. Für mich als seinen Zeitgenossen ist das sehr interessant, einfach auch deshalb, weil ich so nie war und so was nie selber erlebt habe: Eine Parallelwelt neben der eigenen, ganz, ganz nahe, und doch total fern.
9 / 10 Punkte

Umberto Eco: "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" - Hörbuch/Hörspiel. Es ist mehr als nur eine Lesung. In dieser Präsentation gefiel mir das Buch viel besser als damals das richtige Buch. Hier habe ich eher einen Zugang erhalten. Vielleicht liegt es an der Kürzung, denn jetzt war es teilweise richtig spannend.
8 / 10 Punkte

Gaiman: "Sandman. Traumland" - graphic novel, diesmal ein recht dünner Band, der dritte. aber vier astreine Erzählungen:
"Kalliope" - über eine gefangenen Muse, die erst der eine, dann der andere Schriftsteller ausnutzt und missbraucht
"Der Traum von 1000 Katzen" - über den Traum der Haustier-Katzen von einer anderen Welt, in der sie die Herren und die Menschen ihre Haustiere sind.
"Ein Sommernachtstraum" - Shakespeare hat sein meisterhaftes Theaterstück im Auftrag des Sandman geschrieben, als Abschiedsgeschenk für die real existierenden Feen.
"Fassade" - über die Qualen einer morphogenetisch veränderten CIA-Agentin, die sich nach der Erlösung im Tod sehnt. Da kann ihr Dreams Schwester helfen.
Ich weiß gar nicht, welche Story die beste ist, gefallen haben sie mir alle. Die Shakespeare-Hommage vielleicht doch am wenigsten, obwohl die einen Preis bekommen hat. Aber sie war zu sehr dem alten Dichter nachempfunden, fast zu unselbständig.
10 / 10 Punkte

Milo Rau: "Die letzten Tage der Ceausescus: Materialien, Dokumente, Theorie" - na ja, hab mir mehr von versprochen. Es geht mehr um eine Filmproduktion (oder Theater?), wo die Hauruck-Verhandlung gg. die Diktatorenfamilie nachgestellt werden soll. Da musste man auch recherchieren. Aber es wird viel um den heißen Brei herum palavert. Das Phänomen "Ceausescu" versteht man danach auch nicht viel besser, finde ich.
5 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
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Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »T.H.« (2. April 2010, 11:04)


14

Samstag, 17. April 2010, 18:54

April 2010

...habe ich schon erwähnt? Dies wird für mich wohl ein Neil Gaiman-Jahr. Wird ja auch Zeit. Der Mann hat es drauf, finde ich.

Nail Gaiman: "American Gods" - Die seltsamen Abenteuer des melancholischen Shadow in einem abgehalfterten Amerika, in das mit seinen Einwanderern einst auch deren Götter einzogen. Nun geht es ihnen gar nicht mehr so gut, zudem müssen sie sich gegen die Neuen Götter unserer modernen Welt erwehren.
Der Roman ist weit unspekatkulärer als ich es mir bei diesem Thema gedacht hätte. Gaiman lässt sich viel Zeit bei seiner Erzählung, nebenher gibt es auch noch eine Kinderentführungs-Krimistroy, die zu einem - dann aber durchaus vorhersehbaren - Ende führte.
9 / 10 Punkte
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Thomas

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15

Dienstag, 27. April 2010, 20:44

Thor Kunkel: "Schaumschwester" - ziemlich cooler Roman. Hat Spaß gemacht, auch wenn die Krimi-Handlung eventuell, vielleicht ein bisschen zu aufgesetzt ist. Aber die Idee, dass wir trieb gesteuerten (männlichen) Menschen unseren Untergang mittels künstlich-intelligenter Sex-Puppen selbst heraufbeschwören werden, hat ja was.
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9 / 10 Punkte

Simon R. Green: "Wächter der Menschheit" - also, ich wollte es ja so, oder doch nicht? Ich habe seit geraumer Zeit richtig Bock auf Triviales und auch ein paar richtig tolle Lektüreerlebnisse gehabt. Nun also dieser Schmöker, der mich ein wenig im Plot an HELLBOY erinnert: Da gibt es seit vielen Generationen eine Organisation = Familie, die die wahren Gegner der Menschen bekämpft, Dämonen, Monstren und so.
Dazu wird das Buch sehr fetzig beworben, mit Anklängen an James Bond (die Vorlage dazu bietet das Buch natürlich selbst). Aber ach - ich fand es einfach nur langweilig, gar nicht witzig, gar nicht spannend. Habe es nicht zu Ende gelesen, also kann es ja möglicher Weise noch besser werden, ich habe nur die Lust verloren, es heraus zu bekommen.
2 / 10 Punkte

Edgar Wallace: "Der Hexer" - also weiter mit trivialen Büchern. Hier ein echter Klassiker. Na ja... List sich flott weg, ist auch ein bisschen spannend, aber die Filme - so trashig die auch sein mögen, sind wesentlich besser also dieser Roman. Aber das Ganze hat seinen besonderen altertümlichen Charme und macht Laune, daher doch
7 / 10 Punkte

Hörbücher:

Jörg Kleudgen: The House Of Usher Archive One. 7 Stories aus COSMOGENESIS, 2 CDs, gelesen von Christian von Aster.
9 / 10 Punkte

Roald Dahl: "Der Weg zum Himmel" 1 CD, 3 Kriminalhörspiele
8 / 10 Punkte

Umberto Eco: "Wie man mit einem Lachs verreist und andere Ratschläge" - ironische Erfahrungen des Meisters.
8 / 10 Punkte
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »T.H.« (4. Mai 2010, 18:21)


16

Montag, 10. Mai 2010, 19:18

Mai

Jonathan Barnes: "Das Königshaus der Monster" - Bin begeistert. Hatte ja "Das Albtraumreich..." von ihm noch nicht gelesen, muss ich aber alsbald nachholen. Bin begeistert: Kurios, ironische Gruselpersiflage mir skurrilen, teilweise richtig fiesen Figuren, tollen Einfällen, überraschenden Wendungen und einfach toll erzählt.
10 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
Thomas

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17

Dienstag, 18. Mai 2010, 20:29

Richard Matheson: "Der letzte Tag" - eines meiner allerersten "West-SF-Bücher", die je gelesen habe, damals ausgeliehen in der Deutschen Bibliothek in Leipzig. Ja, so was gabs...
Inzwischen hatte ich so gut wie völlig vergessen, was darin stand. Nun also habe ich das Büchlein erstanden und erneut gelesen. Bin nach wie vor von Matheson begeistert!
In diesem, als auch in dem bereits hie erwähnten "Der dritte Planet" (meine Leseliste, genau vor 1 Jahr, Mai 2009) fiel mir auf, dass sein hervorstechendes Thema das Verhältnis von Kindern zu ihren Eltern war. Dabei sind die Rollen (gut, böse; dominant, unterwürfig; progressiv...) unterschiedlich verteilt. Auf alle Fälle nimmt er das Thema "Generations-Konflikt" sehr wörtlich.
8 / 10 Punkte

Brian Keene: "Totes Meer" - klassisch anmutender Zombie-Reißer. Der Held ist ein schwuler, schwarzer. arbeitsloser Mann. Irgendwie kommt er so rüber, als hätte er nichts zu verlieren. Aber er hängt an seinem Leben. Leider sind die Umstände nicht so, dass es ihm leicht gemacht wird, es zu erhalten...
Zuerst sind die Ratten zombifiziert, dann die Menschen, Hunde, Katzen... Eine zusammengewürfelte Truppe rettet sich auf einem Schiff auf das Meer. Leider werden die Fische und Wale (wow, ein Zombie-Wal!) auch von "Hamelns Rache" infiziert; zum Schluss gar die Vögel. Das erinnerte dann schon an die konsequente Art in "Das Reich der Siqqusim"...
Für die volle Punktzahl leider zu durchschnittlich.
7 / 10 Punkte

...und dann: 3 x BATMAN -Comics

Sam Kieth: "Batman / Lobo" - rasantes Haudrauf-Comic mit "beschwingten" Bildern, nimmt den Dunklen Ritter nicht ganz so ernst. Herrlich!!!
9 / 10 Punkte

"Batman" - Klassiker der Comic-Literatur, ausgewählt vom F.A.Z.-Feuilleton - was hier durch Dietmar Dath vertreten wurde, der das Vorwort verfasste. Ansonsten ein Querschnitt durch 70 Jahre Batman. - Nun ja, ich komme mit dem Taschenbuchformat der wohl ursprünglichen Alben-formatierten Blätter nicht klar: Sprich: ist zu klein, zu blöd zu lesen... Aber ist schon toll zu sehen,wie sich die Gestalt des Dunklen Ritters wandelte.
5 / 10 Punkte

"Batman Taschenbuch" Nr. 16 aus dem Bastei-Verlag, 1982, schöne Stories aus dem Leben der vermeintlichen Superhelden, Batman, Robin und Batwoman. Machte Spaß, aber das moderne Bild von B. gefällt mir besser.
6 / 10 Punkte

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Jens Lossau & Jens Schumacher: "Der Schädeltypograph. Der Gutenberg-Krimi"
4 CDs, Societäts-Verlag, 2003, szenische Lesung mit den Autoren, Klaus Dinstühler, Nicole Horbach, Pamela Stenzhorn.

Hmm, war etwas enttäuscht... Ist eine nette Idee: Da werden 23-jährige Leute erschlagen mittels der gutenberg'schen Typen. DAs Ganze spielt in der Gegenwart; insofern ist der Untertitel etwas irreführend, obwohl Gutenberg mittelbar doch was damit zu tun hat (nicht nur seine Buchstaben). Ermittler sind so was wie die deutsche Akte-X-Abt. des LKA (oder BKA?), eine SK 66, ermitteln, wenn es mysteriös wird.
Am Ende ist da gar nichts mysteriös.
Die Auflösung fand ich einfach nicht gut.
Die Figuren waren teilweise recht originell und amüsant. Die Lesenden - wohl eher keine Profis (???) - haben sich doch mächtig ins Zeug gelegt, und mitunter ihren Figuren wunderbare stimmlich differenziere Charaktere verpasst. Das war nicht übel. Aber insgesamt eher mau; sowohl Plot als auch kriminalistische Spannung.
5 / 10 Punkte
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Thomas

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18

Sonntag, 6. Juni 2010, 10:04

Juni

E.E. Knight: "Wolfsdämmerung" - Vampire Earth 2.
Diesmal wurde der "Wolf" zur "Katze", was man bei dem deutschen Titel gar nicht vermutet hätte. Unser antikurischer Widerstandsheld verärgert einen Vorgesetzten, entzieht sich dem Militärgericht, indem er sich als "Katze" anwerben lässt, wird also zu einer Art Wühlmaus ausgebildet, der sich durch das Kur-Gebiet schlagen kann. Habe mal was kurz dazu in meinem Blog aufgepinselt, wen es interessiert.
Wieder gilt: Keine hohe Literatur, sogar ein ziemlich tirvialer Abgang, aber insgesamt spannend, unterhaltsam, lesenswert, eine runde Sache, da auch Facetten zwischen den Hauptfeinden - Kur, Schlächter, Quislinge gg. die Menschen der freien Zonen - aufgezeigt werden.
8 / 10 Punkte
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Thomas

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19

Samstag, 12. Juni 2010, 17:07

Neil Gaiman: "Marvel 1602" - Graphic Novel, Artwork von Andy Kubert und Richard Isanove, den kannte ich ja schon von "Der dunkle Turm". Letzterer hatte mir nicht so dolle gefallen; da fand ich die Zeichnungen zu flächig und glatt. Einen ähnlichen Stil haben wir ja hier auch, aber die Zeichnungen bekamen deutlich mehr Schraffuren, mitunter so viel, dass sie wie Holzschnitte oder Stiche wirken - halt angemessen an den Inhalt.
Gaiman siedelt die Marvel-Superhelden in die Zeit Elisabeth I. Besonders eindrucksvoll ist Captain America als riesiger Indianer...
Die Story dieser Miniserie, die hier in einem Band vorliegt, ist ziemlich komplex, schnelle Szenewechsel, man muss sich teilweise ziemlich konzentrieren.
9 / 10 Punkte

Cormac McCarthy: "All die schönen Pferde" - neben "Grenzgänger" nun mein zweiter Roman aus der Border-Reihe. Wieder einfach nur schön und traurig. Das ist einfach ... einfach, wahr, dabei auch auf seine Weise spannend. Was soll man sagen?
10 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
Thomas

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20

Montag, 21. Juni 2010, 16:38

Angelo Petrella: "Nazi Paradise" - Roman bei Maas, Pulp Master. Zu dem Roman kann man sicher mehr sagen/schreiben; zumal das Vorwort von Thor Kunkel stammt, der auch gleich Bezug nimmt zu seinem Werk "Endstufe", wo es - ähnlich wie bei Petrella - um die Innenansicht eines Faschisten geht. Aber eigentlich ist es doch was ganz anderes.
Kann man so was machen? Klar kann man, genauso wie es im Horror/Thriller-Genre üblich ist, aus der Sicht eines Massenmörders, Auftragskillers oder ähnlicher Zeitgenossen zu schreiben. Dass einem der Protagonist nicht sympathisch wird, sollte eigentlich beabsichtigt sein, also normaler Weise...
Dieser Nazi, der hier auf gerade mal kleinen 100 Seiten von sich erzählt, ist keine Dumpfbacke. Allerdings ist er auch kein Ideologe, sein Hass ist wirklich austauschbar, Hauptsache er hat mal wen zum Zusammenschlagen. Neben seiner Skin-"Tätigkeit" ist er krimineller Hacker, der von korrupten Polizisten erpresst wird. Leider geht der Job schief, aber dafür sitzt er am Ende mit einem "Feind" am Kneipentisch...
Das ganze wird knapp und knackig beschrieben, die Gewalt ist in der Szene allgegenwärtig und wird dadurch nicht sonderlich hervorgehoben. Das gibt aber zu Denken... Insgesamt schon eindrucksvoll, auch wenn es mich nicht vom Sessel hob.
7 / 10 Punkte

Harris: "Vaterland" -habe nun endlich den Klassiker auch gelesen. Wird ja Zeit...
Der Film hatte mich seinerzeit nicht so dolle beeindruckt; irgendwie fand ich es unglaubwürdig, dass man so lange den Holocaust verschweigen könne, zumal Millionen davon betroffen und sehr viele Leute in Nazideutschland damit beschäftigt waren. So wie es Harris aber in seinem Buch schildert, erscheint mir diese Möglichkeit nun durchaus plausibel. U.a. ist ja der Gedanke nachvollziehbar, der auch durch das Zitat von Primo Live untermauert wird, dass das Ausmaß dieses Verbrechens so monströs ist, dass man unter Umständen gar nicht glauben kann (und mag), dass das wahr sein soll.
Diese "Umstände" kann Harris ja auch gut herausarbeiten - die relativ wohlwollende Haltung des alten Kennedy gegenüber Nazideutschland und die denkbare Fortsetzung der Appeasement-Politik der USA - könnten auch dazu führen, dass solche "schlechten Nachrichten" nicht gerne aufgenommen werden - auf beiden Seiten.
Also, ich fand den Roman sehr beeindruckend, die Krimihandlung war spannend, das Schicksal der Figuren ging mir nahe.
9 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
Thomas

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