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Mittwoch, 17. Februar 2010, 20:55

Kahlschlag von Joe R. Lansdale im Golkonda Verlag

Im Anfang des Jahres gegründeten Golkonda Verlag soll Herbst 2010 ein neuer Joe R. Lansdale Roman mit dem Titel Kahlschlag (Sunset and Sawdust) erscheinen. Und für Frühjahr 2011 ist sein Buch Leather Maiden angekündigt.
Zusätzlich hat der Verlag die Krimireihe funny crimes vom Berliner Shayol Verlag übernommen.

Zitat

Kahlschlag

von Joe R. Lansdale

(Sunset and Sawdust | Alfred A. Knopf 2004)

Osttexas in den 30er Jahren: In Camp Rapture ist die Sägemühle der Familie Jones der größte Arbeitgeber. Pete, einziger Sohn der Familie und Constable des kleinen Orts, prügelt und vergewaltigt regelmäßig seine Frau Sunset, bis diese ihn eines Tages in Notwehr erschießt.
Ganz Camp Rapture steht Kopf, als Petes Mutter sich nicht nur auf Sunsets Seite schlägt, sondern auch noch dafür sorgt, dass ihre Schwiegertochter der neue Constable des Ortes wird. Als wäre diese Kröte nicht schon schwer genug zu schlucken, nimmt Sunset ihre neue Aufgabe auch noch außerordentlich ernst. Ihre Untersuchung eines rätselhaften
Doppelmords reißt sie in einen gefährlichen Strudel aus Gier, Korruption und brutaler Gewalt.

Deutsche Erstausgabe

Herausgegeben von Richard Betzenbichler

Ins Deutsche übertragen von Katrin Mrugalla

Klappenbroschur | ca. 360 Seiten | ca. € 16,90

Voraussichtlicher Erscheinungstermin: Herbst 2010

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mario81

Profi

Beiträge: 1 437

Registrierungsdatum: 16. November 2004

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2

Mittwoch, 17. Februar 2010, 21:03

16.90 € für ein TB??? Da bin ich fast schon froh dass ich englischsprachige Literatur nur noch im Original lese. Habe bspsw für HORNS (dem neuen Joe Hill Roman) im HC genausoviel bezahlt :P


liest gerade: ein hoffentlich gutes Buch

3

Mittwoch, 17. Februar 2010, 21:52

Jupp, ist leider recht teuer. ?(
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Beiträge: 1 011

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Wohnort: Berlin

Beruf: Schattenwesen

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4

Mittwoch, 17. Februar 2010, 23:23

Jupp, ist leider recht teuer. ?(
Egal. Der Lansdale wird blind gekauft. Außerdem ist das TB vielleicht so schön illustriert wie sein genialer Roman "Sturmwarnung" Wir werden sehen und lesen!!
Lese zur Zeit: Terry Goodkind- Das Schwert der Wahrheit- 3. Teil- Die Günstlinge der Unterwelt

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Hannes

Anfänger

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Registrierungsdatum: 21. März 2007

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5

Mittwoch, 24. Februar 2010, 15:53

Bücher und ihr Preis

>>>Jupp, ist leider recht teuer<<<

Auch wenn ich diese Reaktion verstehen kann, sei mir der Hinweis erlaubt, dass es einem Kleinverlag leider unmöglich ist, Bücher für das Segment unter 10 Euro zu produzieren, jedenfalls wenn Rechte aus dem Ausland eingekauft und umfangreiche Texte übersetzt werden müssen. Kahlschlag wird eine großformatige Klappenbroschur (im selben Format wie der Teufelskeiler, allerdings ohne Illustrationen) und hätte als Taschenbuch mindestens 500 Seiten. Anders lässt sich Lansdale hierzulande offenbar nicht verlegen (Heyne macht beispielsweise gerade mit seinen wirklich schönen Nachdrucken in der Hardcore-Reihe keine guten Erfahrungen). Ich würde auch lieber fünfstellige Auflagen drucken, und dann könnte ich natürlich den Preis senken ...

Hannes
www.golkonda-verlag.de

HarryW

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6

Mittwoch, 24. Februar 2010, 16:07

Was für eine schöne Nachricht! Bei Lansdale ist auch mir der Preis mehr oder weniger egal. Nur erschliesst sich mir nicht,
weshalb Lansdale bei uns nach wie vor nicht auf die Verkaufszahlen kommt, die er verdient hätte. Es ist wirklich eigenartig,
dass seine Romane bei so vielen verschiedenen Verlagen erscheinen. Egal ... ich freu mich!

7

Donnerstag, 11. März 2010, 18:48

Ich werde es mir auch auf jeden Fall bestellen, Lansdale ist bei mir Pflicht und ich bin immer wieder froh, wenn es etwas übersetztes von ihm gibt. :]
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painjester

Vielleser

Beiträge: 63

Registrierungsdatum: 16. November 2009

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8

Freitag, 12. März 2010, 09:52

Bei Rex Miller ist man auch mit 16 und 18 Euronen dabei. Ich habe keinen Cent davon bereut. Und Lansdale ist wirklich Pflicht.
Es ist ja nicht so, dass alle 2 Wochen was neues von denen rauskommt und bis zum Herbst kann man ja Zeitungen austragen um sich das nötige Kleingeld zu verdienen ... :)
"Es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist".

9

Samstag, 26. Juni 2010, 19:01

Mittlerweile gibt es auch ein Cover auf der Homepage des Verlages.

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Siwa

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10

Freitag, 14. Januar 2011, 17:02

Bei mir bekommt das Buch eine glatte 1, da ich mich bestens unterhalten gefühlt habe. Streckenweise war es ziemlich deprimierend und brutal, trotzdem kamen Humor und Spannung nicht zu kurz.
Und Sunset ist in der Zeit einfach eine coole Heldin...

HarryW

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11

Montag, 24. Januar 2011, 09:42

Eigentlich wollte ich erst am Schluss was zum Buch sagen, aber nachdem ich nun die ersten 100 Seiten in einem Rutsch durchgelsen habe (was sehr selten genug vorkommt), muss ich mich doch schnell melden, um diesen Roman jedem ans Herz zu legen. Einfach grandios, was Lansdale hier abliefert. Wie er harte Krimielemente mit Drama und Humor mischt, das ist echt virtuos. Und Siwa hat recht ... Sunset, die Heldin, ist echt eine tolle Figur.
"Die Wälder am Fluss" war schon grandios, aber "Kahlschlag" wirkt auf mich wie der grosse Bruder des erstgenannten Buches, der noch ein Spürchen reifer wirkt. Ich freu mich schon auf heute Abend, wenn ich wieder Zeit zum lesen habe.

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12

Dienstag, 25. Januar 2011, 08:47

Ich freu mich schon auf heute Abend, wenn ich wieder Zeit zum lesen habe.
hast Du? Glücklicher! Ich muss immer Dschungel-Camp gucken . . . :P
weniger ist mehr

HarryW

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13

Mittwoch, 26. Januar 2011, 10:48

Manchmal muss man sich selbst zu seinem Glück zwingen, Dschungelcamp einfach abschalten und ein Buch zur Hand nehmen ;) .

HarryW

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14

Samstag, 29. Januar 2011, 21:23

Bin durch und die Qualität bleibt bis zum Schluss top. Obwohl ich an und für sich kein Krimifan bin, gefallen mir Lansdales Bücher trotzdem enorm gut, was wahrscheinlich mit Zeit und Ort zu tun hat, in denen sie angesiedelt sind. Empfehlenswert.

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Bachi

Arkham-Sanatorium-Insasse

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15

Montag, 31. Januar 2011, 21:51

Ich würde ja gerne mal was von Lansdale lesen, eben weil man nur gutes von ihm hört. Allerdings reizt mich das Setting nicht im geringsten. Schon als Kind fand ich Tom Sawyer und Huckleberry Finn total doof. Es ist eine Epoche oder eher literarische Welt, die mich einfach nicht begeistern kann, ohne genau sagen zu können, warum.

Pogopuschel

Fortgeschrittener

Beiträge: 237

Registrierungsdatum: 23. Februar 2007

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16

Dienstag, 1. Februar 2011, 01:25

Ich würde ja gerne mal was von Lansdale lesen, eben weil man nur gutes von ihm hört. Allerdings reizt mich das Setting nicht im geringsten. Schon als Kind fand ich Tom Sawyer und Huckleberry Finn total doof. Es ist eine Epoche oder eher literarische Welt, die mich einfach nicht begeistern kann, ohne genau sagen zu können, warum.


Kahlschlag spielt aber einige Jahre später als Huck Finn. Die 1930er Jahre in Texas sind allerdings was anderes, als die 1930er Jahre in New York. Mich reizt das Setting vor allem, weil es eben nicht abgenutzt ist. Das ist mal was anderes, als die üblichen Krimis.

Martin Cell

RUNNING WILD PHANTAST

Beiträge: 4 136

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Wohnort: Österreich

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17

Dienstag, 1. Februar 2011, 09:14

Also man kann jetzt die Southern Gothic Werke, die zumeist von 1930 -50 spielen, nicht mit den Jugend Abenteuern
von Huck Finn vergleichen! Liest mal "Draußen im Dunkel" von Cormac McCarthy, derart trostlos und brutal,
so was kann man nie und nimmer mit Mark Twain vergleichen! Ich finde diese Zeit, nach der Weltwirtschaftskrise
sehr interessant, da trostlos und düster. Allerdings hat der Süden der USA, die Geschichte und Allesdrumherum
mich schon immer fasziniert.
Reality is lost - IKON

18

Dienstag, 8. Februar 2011, 16:56

Tatsächlich! Ein großartiger Roman! Wie hat hier jemand so treffend formuliert: Ein reifes Werk des Autors! Dem muss ich mich anschließen. Habe selten so einfühlsam und präzise Personen beschrieben vorgefunden. Und zwar fast alle, auch die Nebenpersonen sind so ausgearbeitet, dass sich mir sozusagen ihre Bilder aufdrängen. Ich bin sehr begeistert, habe mitgefiebert.
Was ich einfach auch mal erwähnen möchte, weil es vielleicht mitunter heute schon fast ein Manko darstellt: Lansdale bezieht Position für die Unterdrückten, für die Frauen, für die Schwarzen. Das mag zwar „politisch korrekt“ sein, was ja mitunter wieder als Schimpfwort gebraucht wird, ist aber vielleicht sogar etwas mutig in dieser Eindringlichkeit für einen Texaner. Na, das weiß ich nicht, wie die Leute heute da insgesamt so ticken. In den Zeit der Großen Depression war es aber ein Thema, offensichtlich. Interessant, wie das wohl funktionierte. Die Weißen, auch die Unterprivilegierten, nutzen den alltäglichen Rassismus, um sich einzurichten. Sie hinterfragen ihn nicht, weil es ihnen gut damit geht. Ja, mag ein Allgemeinplatz sein, aber wo wie es der Autor hier zur Sprache bringt, wird dieser Mechanismus deutlich. Er zeigt auch, wie die Schwarzen darunter leiden, denn sie müssen sich ständig vorsehen, anpassen, ducken, verstellen. Wie kann man so normal leben?

Spoiler Spoiler

Es fängt ja gleich mit einem Paukenschlag an: Während eines Wirbelsturms versucht ein Mann seine Ehefrau zu vergewaltigen und verprügelt sie. Sie erschießt ihn. Da der Mann der amtierende Constable war, gibt es nun keinen Gesetzesvertreter in dem Dorf. Da schlägt die Mutter des Erschossenen die „Mörderin“ als neuen Constable vor. So viele Tabubrüche auf einen Haufen. Das muss man erst mal verarbeiten...
Es gibt dann noch einen anderen Doppelmord und einen Komplott aufzudecken. Dabei wird die politisch-kriminelle Kaste dieses hinterwäldlerischen Ortes auf den Kopf gestellt – allerdings nicht die politisch Grundordnung; Lansdale hat ja keine Utopie geschrieben, nur einen „Gesellschaftskrimi“.

Dazu: Ein toll gestaltetes Paperback, das rein äußerlich was her macht. Unbedingte Empfehlung!!!
Phantastische Grüße
Thomas

Meine Grafiken im Netz:
www.fksfl.de/phantastische-ansichten/index.html

...und auf xarto.de

19

Freitag, 4. März 2011, 18:55

Tatsächlich! Ein großartiger Roman! ... Unbedingte Empfehlung!!!
Auf jeden Fall!

Von der schicken Klappenbroschur über die kleinen Vignetten mit Kapitel- und Seitenzahlen bis hin zu dem von molosovsky gezeichneten Autorenporträt ist das Buch ein Kleinod. Außerdem steht im Klappentext - anders als bei vielen Großverlagen - genau das, was das Buch auch tatsächlich zu bieten hat:
"Kahlschlag ist ein Roman voller unerwarteter Wendungen, bösartiger Einfälle, derbem Humor und poetischen Momenten ... Lansdale ist ein Geschichtenerzähler in der Tradition der großen amerikanischen Autoren ... Kahlschlag ist, da sind Kritik und Leser sich einig, sein Meisterwerk."
Jedes Wort ist wahr.

Bei Lansdale werden das Leben der einfachen Leute und der alltägliche Rassismus der 1930er lebendig, beim Lesen atmet man diese Zeit förmlich ein. Darüber hinaus besticht der Roman durch eine tolle Figurenzeichnung, durch viel Augenzwinkern und durch einen spannenden Krimiplot. Zudem ist das Ganze äußerst unterhaltsam gestrickt.

Auf die Erzählkunst des Autors bin ich zum ersten Mal durch die Novelle "Der große Knall" aufmerksam geworden, die in Douglas E. Winters Konzeptanthologie "Offenbarungen" erschien. Empfehlenswert sind auch seine Hap&Leonard-Romane (auf Deutsch bei Shayol erschienen). Ich freu mich schon auf "Die Wälder am Fluss", das bei Dumont neu aufgelegt wird.

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20

Sonntag, 13. März 2011, 10:40

Ich würde ja gerne mal was von Lansdale lesen, eben weil man nur gutes von ihm hört. Allerdings reizt mich das Setting nicht im geringsten. Schon als Kind fand ich Tom Sawyer und Huckleberry Finn total doof. Es ist eine Epoche oder eher literarische Welt, die mich einfach nicht begeistern kann, ohne genau sagen zu können, warum.
Der Vergleich zu Tom Sawyer und Huckleberry Finn wird auf dem Backcover von "Die Wälder am Fluss" auch angestellt. So ganz passt das aber nicht, wie Pogopuschel und Martin Cell auch schon angemerkt haben. Ich persönlich würde "Kahlschlag" und "Die Wälder am Fluss" eher mit Robert R. McCammons "Unschuld und Unheil" vergleichen, oder meinetwegen mit Kings "The Green Mile", sowohl von der Schreibe als auch von der Atmosphäre her. Es sind Geschichten, wie man sie sich zu einer anderen Zeit auf dem Schaukelstuhl auf der Veranda erzählt hat - von der Art, dass einem als Zuhörer der Mund offen stehen bleibt und man sich, wenn man zwischendurch mal auf die Uhr schaut, wundert, dass schon wieder ein paar Stunden vorbei sind. Der Buchdruck wurde unter anderem erfunden, damit solche Geschichten auf Papier verewigt werden können.

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