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Mittwoch, 5. Mai 2010, 19:11

Interview mit Frank Festa auf Phantastik-Couch.de

Ein aktuelles Interview mit Frank Festa ist auf Phantastik-Couch.de erschienen, mit ihm sprach Elmar Huber.
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Elmar

Anfänger

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2

Mittwoch, 5. Mai 2010, 22:38

Danke für die Werbung Shadowman. Habe selber nicht damit gerechnet, dass das Interview schon im Mai auf der Phantastik-Couch erscheint.
Ist sozusagen noch ofenwarm.
Darauf gebracht hat mich Festas Midnight Mail 53, wo Frank Festa die Rückkehr zum Horror einläutet. Ich bin selber äußerst gespannt auf die "Neuen" im Haus der Fantastik.

An dieser Stelle natürlich auch heißen Dank nochmal nach Leipzig.
Eine Geschichte muss vor allem eines sein: überraschend

Beiträge: 581

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3

Mittwoch, 5. Mai 2010, 22:56

Wow, das Interview liest sich irgendwie ... deprimierend! Schade, dass so ein Verlag ums Überleben kämpfen muss und sich die viele Arbeit, die er da rein steckt nicht wirklich zu lohnen scheint. Auch scheint Herr Festa kein Vertrauen in deutsche Autoren zu haben

Markus

P. M. C.

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4

Donnerstag, 6. Mai 2010, 00:40

Du meinst dieses Zitat hier, Timo?

"Frank Festa: Nein, neue deutsche Autoren interessieren mich gar nicht mehr. "



Tja, stellt sich die Frage, warum z.B. ich mich für Frank Festa und seinen Verlag interessieren sollte ... :) :) :)
SCHWARZDUNKEL
Düstere Geschichten - ELOY EDICTIONS

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5

Donnerstag, 6. Mai 2010, 07:30

Hm, deutsche oder deutschsprachige Autoren? "Der Judas-Schrein" wird ja bekanntlich erneut nachgedruckt (wobei das wohl am bisherigen Erfolg liegt). Ansonsten ist ja noch nie so richtig viel aus dem deutschen Sprachraum bei Festa erschienen.

Elmar

Anfänger

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6

Donnerstag, 6. Mai 2010, 08:04

Nun, ich selber bin durch Festa zu den deutschsprachigen Autoren gekommen (und dort bis dato auch hängengeblieben).
Um das zu relativieren muss man sagen: Das war vor den Zeiten von Eloy, Voodoo, Blitz (in der jetzigen Form), Sieben, Atlantis usw. (sorry, wenn jetzt der ein oder andere ungenannt bleibt). Mangel an VÖs deutscher Autoren herrschst also glücklicherweise nicht.
Frank Festa hat sich entschieden und bleibt seiner Linie ja auch treu. Das muss man auch mal anerkennen.
Eine Geschichte muss vor allem eines sein: überraschend

7

Donnerstag, 6. Mai 2010, 08:58

Zweifellos. Ich habe viele seiner Bücher und werde auch weiterhin zuschlagen. "H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens" nehme ich jede Ausgabe, auf die Romane von Jeffrey Thomas freue ich mich ebenfalls schon... Neben den deutschen/deutschsprachigen Autoren lässt er nun ja auch die Finger von Vampiren (von "Necroscope" mal abgesehen). Er hat ja nicht gesagt, dass die alle schlecht sind... Das wird eine rein wirtschaftliche Erwägung sein.

Martin Cell

RUNNING WILD PHANTAST

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8

Donnerstag, 6. Mai 2010, 09:53

Na ja, ich finde es auch schade, das ein Verlag wie der von Frank Festa so zu Kämpfen hat.

Es liegt(oder lag) aber wohl auch am Programm, da wurde stellenweise in Autoren und Sparten investiert,

die von der üblichen Horror Leserschaft nicht unbedingt jetzt erwartet wurden!

Deshalb back to Roots kann nur gut sein. Und am Anfang noch zu Edition Metzengerstein

Zeiten wurden einige deutsche Autoren veröffentlicht, wie Siefener und Sembten.

Und bei Festa sind doch drei Andreas Gruber Bücher verlegt worden.

Ich selber kaufe jetzt auch nicht jedes neue deutsche Phantastik Buch, das erscheint.

Einige Wenige finde ich interessant, da schlage ich zu, den Rest lasse ich bedenkenlos links

liegen. Für das habe ich einfach zu viele literarische Interessen, wie SF oder Krimi ...
Reality is lost - IKON

frankh

Fortgeschrittener

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9

Donnerstag, 6. Mai 2010, 10:50

Du meinst dieses Zitat hier, Timo?

"Frank Festa: Nein, neue deutsche Autoren interessieren mich gar nicht mehr. "



Tja, stellt sich die Frage, warum z.B. ich mich für Frank Festa und seinen Verlag interessieren sollte ... :) :) :)


Eine berechtigte Frage, zumal ich mit dem, was Herr Festa heute veröffentlicht, gar nichts anfangen kann.

Die einzigen FF-Bücher, die ich besitze, sind einige aus der Edition Metzengerstein und eines von Brian Lumley, das aber auch nicht nach weiteren Anschaffungen schrie. :D
Na ja, die Geschmäcker sind halt verschieden.

Gruß
Frank

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »frankh« (6. Mai 2010, 18:11)


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10

Donnerstag, 6. Mai 2010, 12:32


Tja, stellt sich die Frage, warum z.B. ich mich für Frank Festa und seinen Verlag interessieren sollte ... :) :) :)


Was mich hierbei noch interessiert: als Autor oder als Leser? ;-)

Markus

P. M. C.

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11

Donnerstag, 6. Mai 2010, 13:06

Als Autor aufgrund dieser Aussage ohnehin nicht, sondern als Leser.

Erstens mag ich sowieso deutlich lieber die deutschsprachigen Autoren, was sich auch in meinem Bücherregal widerspiegelt. Zweitens setze ich jemanden, der derart respektlos mit mir und dem, was ich arbeite, umgeht, ohnehin nicht ganz oben auf meine Favoriten-Liste :P

Andererseits ... man trifft sich ja immer zweimal ...
SCHWARZDUNKEL
Düstere Geschichten - ELOY EDICTIONS

12

Donnerstag, 6. Mai 2010, 13:45

Hm, bei mir ist das irgendwie bunt gemischt und aus allen möglichen Ländern. Wobei ich auch viele Sammlungen mit Kurzgeschichten habe, die auch in sich bunt gemischt sind. Durch die sind aber die englischsprachigen (wer jetzt genau Brite oder Amerikaner ist weiß ich nicht unbedingt in allen Fällen) sicher in der Überzahl. ;-)

Ansonsten hatte Festa aber eben schon deutschsprachige Autoren im Programm. Und gerade Grubers Zeugs gefällt mir eigentlich ziemlich gut. Oder damals "Imagon" von Michael Marrak. Der wurde ja sogar von Bastei im TB veröffentlicht, dürfte also durchaus erfolgreich gewesen sein. Insofern würden mich da schon die genaueren Gründe interessieren. Schade, dass da nicht nachgefragt wurde (aber vermutlich wurde das ganze per Mail abgewickelt?).

Da ich es gerade an anderer Stelle darüber hatte hier mal ein Auszug aus einem älteren Interview:

Zitat

Gar nicht, denn es existiert keine — oder sagen wir: so gut wie keine. Die wenigen Autoren, die gute Leistungen bringen, kann man an einer Hand abzählen: Malte S. Sembten, Michael Siefener, Eddie M. Angerhuber, Dario Vandis, Michael Marrak … Aber können die sich mit den internationalen Autoren messen? Nein, leider nicht. Den deutschen Autoren fehlt der “drive”, der “speed”, der gerade die Amerikaner auszeichnet. Übrigens ist die britische Horror-Szene der deutschen sehr ähnlich, die Texte sind introvertiert, statisch, es werden kaum Romane geschrieben, dafür viele Kurzgeschichten, die allerdings oft sehr beachtlich sind.


http://www.festa-verlag.de/interview_Festa:_:16.html

13

Donnerstag, 6. Mai 2010, 14:27

Naja ob den deutschen Autoren der "Drive" bzw. "Speed" fehlt wo angeblich laut Hr. Festa die Amis alle haben ist mehr als fraglich.
In Deutschland ist einfach eine andere "Schreibkultur" wie in den Staaten. Allerdings haben auch deutsche Autoren genügend Speed in ihren Erählungen (Das behaupte ich einfach da ich auch inzwischen genügend deutsche Anthos und Schriftsteller im Regal habe)
Ich denke Hr. Festa hat sich auf amerikanische Schriftsteller spezialisiert weil die große Masse eher auf Cover und die amerikanischen Namen achtet als auf Inhalt; zumindest die Spontankäufer.

14

Donnerstag, 6. Mai 2010, 14:45

Naja ob den deutschen Autoren der "Drive" bzw. "Speed" fehlt wo angeblich laut Hr. Festa die Amis alle haben ist mehr als fraglich.


Ich frage mich auch, was genau er damit meint. Um wieder "Imagon" als Beispiel zu bemühen: ich hatte an dem Buch nichts auszusetzen. Insofern haben mir da auch weder "Drive" noch "Speed" gefehlt... :-/

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frankh

Fortgeschrittener

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15

Donnerstag, 6. Mai 2010, 15:19

Naja ob den deutschen Autoren der "Drive" bzw. "Speed" fehlt wo angeblich laut Hr. Festa die Amis alle haben ist mehr als fraglich.


Ist auch nicht mehr als pseudo-sachkundiges Gerede. Es gibt "die Amerikaner" ebensowenig wie "die Deutschen". Prozentual dürfte der Anteil an unlesbarem Mist in den Staaten deutlich höher sein als hierzulande, wo es so gut wie keinen Markt gibt. Die Briten, die ich kenne, halten nicht besonders viel von dem, was in den Staaten als Horror veröffentlicht wird, was sich mir meinen Erfahrungen deckt. Ein komplexeren Text braucht man dort gar nicht erst hinzuschicken. Vielleicht ist ja mit "Speed" oder "Drive" auch der Mangel an Subtilität gemeint. ;)

Gruß
Frank

16

Donnerstag, 6. Mai 2010, 15:21

Naja, so ganz unberechtigt finde ich die Aussage von Frank Festa bezüglich der deutschen Autoren nicht (oh je, kann mir den Aufschrei hier vorstellen, bitte jeder nur einen Stein werfen :D ). Man muß dabei berücksichtigen, dass er sich ja auf seine Wurzeln besinnen will und hauptsächlich Horror veröffentlichen will. Und in diesem Genre (die folgende Aussage ist völlig subjektiv und auf der Basis meines Geschmacks getroffen) fehlen mir im deutschen Raum neben vielen guten die wirklich sehr guten Autoren, die im Bereich Horror eigene Akzente setzen. Wo wäre denn ein Deutscher von der Bedeutung eines King, Koontz, Laymon, Lovecraft, Lumley, Bradbury, Simmons, Campbell oder Poe, um nur ein paar willkürliche Beispiele zu nennen? Das mag nicht ganz fair sein, da die auf deutsch veröffentlichten englischsprachigen Autoren bereits eine andere Vorauswahl durchlaufen haben als deutsche Autoren und der englischsprachige Raum auch nun mal größer ist als der deutsche. Dennoch habe ich persönlich das Gefühl, dass den deutschen Autoren das Horror-Genre weniger liegt. Nicht, dass die deutschen Autoren schlechter wären, z.B. in den Bereichen Krimi oder Fantasy brauchen sich die deutschen Autoren nicht zu verstecken, es ist vielleicht wirklich nur eine Genre-Frage.
...and the book club consists mainly of people who club me with books.

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17

Donnerstag, 6. Mai 2010, 15:32

Na ja, man muss ja auch den Mut haben, den deutschen Autoren eine Chance zu gewähren. Ich erinnere mich, dass deutschsprachige Mucke bis vor einigen Jahren als tot angesehen wurde. Wenn man sich den Markt jetzt so anschaut, hat sich da allerhand getan. Natürlich in der Breite auch wieder viel Mist aber an der Spitze finde ich die Qualität deutlich höher.

Diese allgemeingültige Aussage finde ich grundsätzlich schwer arrogant und billig. Ich kann mir vorstellen, dass man sich damit auch potentielle Leser vergrault.

Elmar

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18

Donnerstag, 6. Mai 2010, 16:03

Das ist natürlich starker Tobac, was Hr. Festa über seine Landleute behauptet und ich stimme dem ganz und gar nicht zu.
Meine Roman-Highlights aus dem letzten Lesejahr waren "Marterpfahl" und "Das Gewicht der Seele". Im Jahr davor "Das Eulentor". Und doch bin ich immer wieder mal neugierig auf die Amis. Was jedoch z.B an "Der Cartoonist", "Sie lauern in der Tiefe" und "Nightlife" aus Festas TB-Reihe toll sein soll, hab ich nicht kapiert. Alles Zeitverschwendung. Aber das ist nur meine Meinung. Sehr gerne lese ich z.B. amerikanische Anthos.

Wenn es um wirtschaftliche Erwägungen geht, meinetwegen. Dazu kann man auch stehen. Es gibt ja inzw. auch genügend Verlage, die deutsche Autoren erfolgreich veröffentlichen. Dazu braucht man Festa nicht. die Stärken des Verlags liegen eben inzw. woanders und jede/r kann selber entscheiden, was er/sie kauft und liest. Aber Leuten das vorhandene Talent abzusprechen ist definitiv nicht die feine Art.
Eine Geschichte muss vor allem eines sein: überraschend

Maell

Poltergeist

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19

Donnerstag, 6. Mai 2010, 16:06

Na ja, man muss ja auch den Mut haben, den deutschen Autoren eine Chance zu gewähren.

Nö, muss man nicht. Schon gar nicht, wenn man erst kürzlich fast pleite war.

Diese allgemeingültige Aussage finde ich grundsätzlich schwer arrogant und billig. Ich kann mir vorstellen, dass man sich damit auch potentielle Leser vergrault.

Ich weiß nicht. Mir persönlich sagt das aktuelle Festa-Programm auch ohne deutsche Autoren jedenfalls mehr zu, als alles, was er in den letzten ~3 Jahren gemacht hat. Und wenn er aus irgendwelchen Gründen gerade "durch" ist mit deutschen Autoren, ist das halt seine Meinung. Ich verstehe nicht, was daran arrogant und billig sein soll. Dieses "Wääh, der will mich nicht verlegen, also lese ich auch nix von ihm!" finde ich da schon eher befremdlich.

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HarryW

Profi

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20

Donnerstag, 6. Mai 2010, 16:42

Aber Leuten das vorhandene Talent abzusprechen ist definitiv nicht die feine Art.
Ich habe das Interview auf Phantastik-Couch.de soeben gelesen und habe keine Aussage gefunden, die den deutschsprachigen Autoren
ihr Talent abspricht. Festa sagt lediglich, dass sie ihn nicht mehr interessieren. Und das hat wahrscheinlich andere Gründe, als die Qualität
dieser Autoren - immerhin hat er ja in der Vergangenheit welche veröffentlicht. Ich glaube, es ist einfach so, dass mit einem amerikanischen
Autor tendentiell mehr Geld zu machen ist (was natürlich nichts über die Qualität aussagt, letzten Endes aber doch wichtig ist, da es
um das Überleben eine kleinen Verlages geht). Zudem vermute ich, dass Frank Festa mehrere sehr schlechte menschliche Erfahrungen mit
deutschen Schreibern gemacht hat - die Streiterei mit Marcel Feige bezüglich dem dritten Band von 'Inferno' wurde ja mehr oder weniger
öffentlich ausgetragen.

Persönlich finde ich es auch sehr schade, wenn ein engagierter Verlag sich von einem Genre/Autor/was-auch-immer trennt. Man darf Frank
Festa aber nicht vorwerfen, dass er sich nicht länger für die deutschsprachigen Autoren interessiert, denn er hat es ja jahrelang probiert.
Und scheinbar war das Geschäft nicht rentabel genug, sonst würde er es konsequenterweise weiterführen.

Schön ist doch letztendlich, wenn sich das Genre bewegt, wenn sich etwas tut, wenn es lebt. Dies geschieht zur Zeit (wie vorhin jemand
erwähnt hat) in Form neuer Verlage, die sich um die heimischen Autoren bemühen. Aber auch die greifen zurück aus Schreiber aus aller
Welt, ganz einfach, weil es notwendig ist, um zu überleben.

@Maell
Gerne unterschreibe ich deine Aussagen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HarryW« (6. Mai 2010, 21:05)