Na, das Cover ist schon mal großartig!
Das Cover ist ein Geniestreich. Es stammt von dem Maler Heinrich Kley und heißt "Die Krupp'schen Teufel". Zur Zeit ist es noch bis zum 31. Oktober im Industriemuseum Heinrichshütte in Hattingen in der Ausstellung "Helden" zu sehen. Heinrich Kley kam mir aber auch aus anderem Zusammenhang bekannt vor - ein wenig gegooglet und - klar: Er hat seinerzeit auch für den Orchideengarten u.a. gezeichnet, war also ein Zeitgenosse von beispielsweise Ewers und Strobl. Insofern passt es kongenial als Cover für dieses Buch: Der Autor schreibt fantastische Geschichten - übrigens durchaus im Sinne damaliger Grotesken, wie man sie im Orchideengarten lesen konnte. Und er stammt aus Gelsenkirchen.
Stahl und Heavy Metal durchziehen dann auch irgendwie das gesamte Buch (= die Storys, die ich bisher gelesen habe).
Stählernes Singen ohne Reflexion
So sperrig der Titel, so schwerfällig erscheint zunächst die Umsetzung. Musste mich schon sehr auf den Anfang (der ein akademisches Gespräch wiedergibt) konzentrieren, um hineinzufinden. Na ja, und ob deutsche Autoren geeignet sind, sich in japanische Samurai-Mentalitäten hineinzuversetzen, weiß ich auch nicht. Das Ganze ist dann eine Art märchenhafte Spukgeschichte, letztlich dann doch ganz unterhaltsam erzählt - und mit einem Schluss, wie ihn wohl nur jemand schreiben kann, der im Ruhrgebiet wohnt. Wobei: Ich mag diesen aktuellen Bezug ausdrücklich!
Warum ich jetzt keine Überstunden mehr mache?
Nette Zombie-Groteske
Schneeweiße Vogelspinnen
Für mich so etwas wie ein erster Höhepunkt. Ein irrer Mix aus Traumsequenz, Alltagsfrust- und lust, gehöriger Gesellschaftskritik, Gotteserfahrung und letztlichem Scheitern. Zudem habe ich vor zwanzig Jahren auch noch all die Songs gehört, von Alice Cooper bis Gamma Ray, bei denen der Protagist (Hartz IV-Empfänger) seinen Power Metal-Hammer zückt und seine Frau beglückt.