Es gibt viele Leser die sich nach der guten, alten Zeit und vor allem den Romanen dieser Epoche sehen. Eine Zeit, die 1968 mit Larry Brent begann und dann irgendwann in den Achtzigern zu Ende ging. Die letzten Überbleibsel dieser Ära werden von den großen Verlagen in Form von John Sinclair und Prof. Zamorra gepflegt, die kleineren Verlage bringen Neuauflagen alter Klassiker.
Die Leser, die Verehrer dieser alten Epoche, freuen sich über jede neue Heftromanserie in der Hoffnung, noch einmal in nostalgischen Gefühlen schwelgen zu können. Ich selbst erlebte dies vor einiger Zeit, als ein Leser meiner Serie Christoph Schwarz das Abo kündigte – er erhoffte sich eine Serie wie Larry Brent.
Nun, Brent hat 40 Jahre auf dem Buckel...
Und, um nun den Bogen zu Black Jericho zu schlagen – Leser alter Heftserien, die sich hier ein neues Heim erhoffen, sollten tunlichst die Finger von dem Stoff lassen; akute Ohnmachtsanfälle und Herzinfarkte sind nicht auszuschließen.
Denn eines kann man Black Jericho sicher nicht vorwerfen – dass es mit sanften Tönen zu gefallen versucht. Und das ist auch verdammt gut so!
Diese Serie ist das, was man unter Hardcore ablegen könnte. Etwas, das in den USA schon seit Jahren recht populär ist, in Deutschland aber nur zögerlich kommt; vielleicht, weil ein Gespenst umgeht in Deutschland, das Gespenst der BPjM.
Der vorliegende Band zu Black Jericho gibt nicht nur einen guten Einblick in die Entwicklung der Erde in den kommenden Jahren, sondern er stellt auch die Protagonisten vor. Und dies auf eine wunderbar kaltschnäuzige Art, die sofort Lust auf mehr macht. Hinzu kommt, dass der Band spannend und flott geworden ist, man jederzeit den Fäden folgen kann und so einen guten Einblick in die Welt von Black Jericho erhält. Und diese Welt ist angefüllt mit Gewalt und Sex, mit selbst- und fremdverschuldetem Ärger und beißender Ironie.