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Sternenklauer

Büchersauger

  • »Sternenklauer« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 17. Dezember 2010, 19:37

Ich fühl mich wie tot..

Hier mal wieder ein kleiner Klecks aus meinen literarischen Ergüssen, die ich ab und zu versuche zu Papier zu bringen. Als kleines Nebenhobby und ohne große Erfahrung. Hoffe das ihr trotzdem Spass an der Geschichte haben werdet.


Ich fühle mich wie tot. Wie konnte das alles nur passieren. Mein Blick schweift über den kleinen Körper, der zitternd auf der Bahre liegt. Sie ist doch noch so jung. Ich fühle mich wie tot. Immer wenn ihr Körper sich aufbäumt, scheint es als wenn mein Herz still steht.

Meine Hände verkrampfen sich vor Wut, vor Schmerz um den Griff. Den Griff der Pistole die so schwer in meiner Hand liegt. Ich fühl mich wie tot, als wenn mein Gehirn seine Tätigkeit aufgegeben hat, nur damit es diesen Anblick nicht verarbeiten muss.

Es gibt keine Rettung für sie, keine Rettung für mein kleines Mädchen. All das, was man in den Filmen sah, ist wahr. Die Wesen, die umher gehen, andere anfallen, sie töten oder schlimmer noch, durch einen Biss sie zu einem der Ihrigen machen. Ich weiß nicht wann es angefangen hat aber mit einem mal waren sie da. Wir wurden gewarnt, wurden unterrichtet wie wir den Wesen begegnen sollten. All das gab ich auch an mein kleines Mädchen weiter.

Ich fühle mich wie tot wenn ich sie jetzt so da liegen sehe, stöhnend und im Innern kämpfend.

Die Farbe ihrer Haut verändert sich, die Verwandlung schreitet immer mehr voran. Selbst ihr Blick, den sie mir ab und zu flehend zuwirft, ist nicht mehr der, den ich so liebte.

Ihre Augen sprechen nur noch eine Sprache, sie sagen Paps, erlöse mich. Warum hilfst du mir nicht.

Es zerreißt mich innerlich und meine Hand umfasst die Pistole stärker. Das ist die einzige Lösung , die ich kenne um ihr zu helfen. Eine Kugel, direkt in den Kopf und ihr Leiden findet ein Ende.

Ich fühle mich wie tot wenn ich daran denke, das der Zeitpunkt kommen wird, wo ich keine andere Möglichkeit mehr habe. Wo die Wandlung vorüber ist und sie nicht mehr mein kleines Mädchen, nicht mehr meine zwölfjährige Tochter sein wird sondern eine von ihnen. Wieder und wieder bäumt sich ihr Körper auf, es zerreißt mir das Herz.

Als sie gestern heimkam und mir ihre Wunde zeigte, da wusste ich, es gibt keine Hoffnung. Ich habe sie in den Keller gebracht, fern von jeder Zivilisation. Keiner sollte, keiner durfte mitbekommen was ich nun schon seit Stunden ansehen musste. Der Keller besaß keine Fenster und durch das kalte Licht der Glühlampe wirkte die Szene noch gespenstischer.

Ich fühle mich wie tot denn der Moment der Erlösung , die ich ihr geben muss, kommt näher.

Wieder ein Anfall, wieder ein Aufbäumen, wieder krallen sich ihre kleinen Hände in die Matratze.

Der Keller besteht aus dicken Mauern die kein Geräusch nach außen dringen lassen, wir sind alleine. Sie und ich. Und das Gewicht in meiner Hand. Wie schwer solch Waffe wiegen kann, wenn daran noch soviel Leid, Kummer, Schmerz und Tod mit dranhängt.

Warum sie, warum gerade mein Kind. Zwölf, sie ist gerade mal Zwölf.

Ich fühle mich wie tot als ich bemerke wie ruhig es um mich ist. Es ist totenstill, zu still. Ihr Körper liegt flach vor mir, die Hände ruhig und kein Zittern durchfährt ihren Körper.

Es ist passiert, das Andere hat ihren Körper übernommen. Jeden Moment wird sie sich erheben. Wandeln auf den Straßen. Wie sagte sie mir in der letzten Nacht: Paps, wenn ich nicht mehr bin dann schenk mir den ewigen Frieden. Lass mich nicht zu Ihnen gehören. Paps, versprichst du mir das?!

Ich hatte keine Worte und nickte nur leicht. Dann umarmte sie mich, so wie früher. Doch diesmal war diese Umarmung ein Abschied, ein Abschied für immer.

Ein Rascheln holte mich aus diesen grausamen Erinnerungen zurück, mein Blick fand sofort ihren Körper und ich sah, wie sie anfing sich aufzurichten.

Ich fühlte mich wie tot als ich die Hand mit der Waffe hob, ein Auge zukniff und begann zu zielen. Zitternd glitt die Mündung nach oben. Ich sah ihr Gesicht und doch war es nun nicht mehr das Gesicht meines kleinen Mädchens. Sie war zu einer der Ihren geworden und ich musste mein Versprechen halten. Als die Mündung auf das Gesicht zeigte, nahm ich meine andere Hand als Hilfe dazu, jedoch wurde das Zittern nicht weniger. Die Pistole zeigte jetzt auf ihre Stirn, ich schloss die Augen, im Innern verzweifelte Bitte um Vergebung und mein Zeigefinger krümmte sich.

Ich fühle mich wie tot denn der Schuss hallte so laut als wenn er in mir erklungen wäre. Das Geräusch als sich Teile ihres Schädels und des Inneren über die Wand verteilten werde ich nie vergessen.

Langsam öffnete ich die Augen wieder. Es war getan, ihr Körper war zusammen gesackt und mein Blick in ihr Gesicht zeigte mir das sie den Frieden gefunden hatte.

Würde ich jemals damit zurecht kommen, was ich getan habe. Im Lauf befand sich noch eine zweite Kugel, sollte ich sie benutzen. Sollte ich ihr folgen.

Ich fühle mich wie tot denn ich musste das Liebste was ich habe, gehen lassen. Und wieder fallen mir ihre letzten Worte in: Paps, du musst mir versprechen das du es nicht zulässt das ich zu einem von Ihnen werde. Paps, ich möchte kein Mensch werden.

Ich schiebe die Waffe in meinen Mund, und denke noch…Es hat keinen Sinn. Wir Zombies haben keine Überlebenschance seit der Virus uns in Menschen verwandelt.

Ich fühle mich wie tot….

Egal ob Fan, Lord oder einfach nur X..Dont Feed the Troll

Solitaire

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2

Samstag, 18. Dezember 2010, 14:04

hat mir gut gefallen! :D

Eine schöne, überraschende Pointe! *Chaos

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3

Samstag, 18. Dezember 2010, 23:15

sehr eindringlich geschrieben. Und der Schluss: uups! :O
weniger ist mehr

Wolfheart

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4

Sonntag, 19. Dezember 2010, 15:04

Nicht schlecht, aber die häufigen Wiederholungen nutzen sich sehr schnell ab.
Die Schlußpointe wirkt schon sehr erzwungen: Soetwas ist nur gut, wenn durch die Auiflösung ein "ich hätte es wissen müssen"-Moment entsteht, dh. es muss logisch sein und sich von Anfang an ankündigen, aber warum zum Henker soll ein "Lebendiger" einen Zombie beissen?

Die Wesen, die umher gehen, andere anfallen, sie töten oder schlimmer noch, durch einen Biss sie zu einem der Ihrigen mache

Statt "Biss" könntest du zum Beispiel "Stich" nehmen, dann könnte man sich eine Spritze vorstellen.

Vielleicht sollte da noch eine Andeutung rein, warum es für die Zombies so schlimm erscheint, lebendig zu sein. Die könnten die Lebendigen beispielweise "Leichenfresser" nennen, immerhin essen lebendige Menschen ja nur "totes Fleisch", während Zombies vornehmlich lebendiges essen. Nur ein Vorschlag.

Ist jetzt nicht schlecht, aber die Pointe steht auf nem wackeligem Fundament
BUH!

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Ernst Wurdack

Fürst der Finsternis

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5

Sonntag, 19. Dezember 2010, 16:03

Die könnten die Lebendigen beispielweise "Leichenfresser" nennen, immerhin essen lebendige Menschen ja nur "totes Fleisch", während Zombies vornehmlich lebendiges essen.
Was für ein interessanter Gedanke!

Sternenklauer

Büchersauger

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6

Montag, 20. Dezember 2010, 15:03

Hallo und vielen Dank für eure Resonanz. Es freut mich sehr das euch meine kleine Geschichte gefallen hat. Wolfheart, dir besonderen Dank für deine Meinung und Hinweise. Ich bin ja mehr ein Hobby-Autor, auch wenn ich in meinem Kopf schon diverse Ideen für buchfüllende Geschichten habe und da ist auch schon mein "Problem". Die Geschichten enstehen im Kopf bzw eine Idee und der Rest also der Körper der Geschichte entsteht bei mir im Körper. Und sobakd die Geschichte oder das Gedicht in mir fertig ist, überkommt mich ein positiver Schreibzwang ohne groß noch weiter darüber nachzudenken.

Es ist schwierig das genau zu erklären, aber das ist vieleicht der Grund warum manches so "merkwürdig" klingen mag in meinen Sachen. Ich sollte mir wirklich angewöhnen, Schritt für Schritt zu schreiben um doch eine gewisse Ordnung in die Wörter und Handlung zu bekommen.

Aber ich bin ja noch Anfänger. Das mit den überraschenden Pointen ist so eine Macke von mir. Kommt immer wieder vor (siehe hier auch meine andere Kurzgeschichte die bei den Kurzgeschichten im HF-Forum zu finden ist) Auch bei Gedichten setze ich manchmal das Unerwartete ein um vielleicht zum Schluss nochmal sowas wie einen Knalleffekt zu erzeugen.

Beispiel ist dafür das nachfolgende Gedicht, welches ich vor 3 Tagen mitten der Nacht , besser gesagt so um 3Uhr morgens aufschrieb:

Zurück

Endlich…die Maschine landet
Er ist zurück, der Krieg ist noch nicht vorbei
Doch er durfte gehen
Hatte genug gekämpft, genug Blut gesehen
Manch schmerzliche Träne vergossen
Tränen auch in den Augen derer
Die auf ihn warten
Mutter, Vater, die kleine Schwester
Die Freundin die so oft Abends sein Foto küsste
Er ist zurück
Endlich ist er zurück
Aus einem Krieg von dem kaum noch einer weiß
Warum er begann, für was ihr Leben eingesetzt wurde
Briefe mit zittriger Schrift
Hat ihnen daheim soviel erzählt
Von dem Schrecken, vom Tod
Er hat geschrieben, seine Worte drangen tief
Er ist zurück
Endlich wieder bei ihnen
Da wo er hingehört
Nicht mehr da wo er als Feind gesehen wurde
Nicht mehr da wo keiner wusste ob man ein Morgen erleben würde
Er ist zurück
Da kommt er..er ist zurück
Die Tränen fließen mehr
Wie gerne würden sie ihn umarmen wie damals als er einberufen wurde
Wie damals als sie an diesem Flugfeld standen
Und alle ihm und den anderen zuwinkten
Wie gerne würden sie ihn wie damals umarmen und drücken
Doch das geht nicht..
Der Sarg bleibt verschlossen
Er ist zurück
Und nun wird er nie wieder gehen
Auch nicht aus ihren Herzen und Erinnerungen
Er ist zurück

Vielenb Dank euch nochmal und allen ein schönes Weihnachtsfest
Egal ob Fan, Lord oder einfach nur X..Dont Feed the Troll

Solitaire

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7

Montag, 20. Dezember 2010, 18:53

Ich finde das Gedicht sehr schön und anrührend. Ohne jedes überfüssige Pathos.

Gedichteschreiben ist meiner Meinung nach sowieso das Schwierigste und Anspruchvollste auf dem Gebiet der Literatur!

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