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MarcH

Marc Hartkamp

  • »MarcH« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 9. Januar 2011

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1

Sonntag, 9. Januar 2011, 16:27

Dauerwerbesendung

Dauerwerbesendung





Die linke
Hand in den Bund seiner besten Jogginghose geklemmt, saß Marc vor dem
Fernseher. In der Rechten hielt er eine halb geleerte Dose Bier. Sein weißes
Unterhemd zierten etliche gelbe Flecke offensichtlich vom Schaum dieses edlen
Gebräus für neununddreißig Cent aus dem billigen Discounter an der Ecke. Billig
und gut. Hauptsache es knallte ins Hirn.


Das
Fernsehprogramm zu dieser Stunde bot ihm etliches, nacktes Fleisch. Üppige
Damen räkelten sich auf ihren Betten und boten ihm ihre Titten zur Schau. Boten
ihm an sie anzurufen. Er würde nicht enttäuscht werden, versprachen sie. Marc
mochte dies, hatte jedoch ihre Einladungen bisher niemals in Anspruch genommen.
Geld zu zahlen um sich beim anhören einer Tonbandstimme einen abzufiedeln kam
dann wohl eher nicht in Frage.


Er nahm den
letzten Schluck und stellte die leere Dose auf den Tisch zu den Anderen. Der
mittlerweile ziemlich betrunkene machte sich einen Spaß daraus aus den Büchsen
eine Pyramide zu errichten. Vier, drei, zwei und die letzte, gerade geleerte,
oben drauf. Noch ein Bäuerchen und fertig. Gefüllt bis zur Oberlippe verfolgte
er noch einen Augenblick lang das Programm, nickte jedoch wenig später ein.


Der enorme
Drang zu pinkeln weckte ihn einige Zeit später. Torkelnd und träge bewegte er
sich ins Bad um seine mittlerweile schmerzende Blase zu entleeren, was einige
Minuten in Anspruch nahm. Schlaftrunken schleppte er sich zurück auf die Couch
und warf noch einen Blick auf den Fernseher. Dort lief nun eine Werbesendung
wie der oben rechts im Bild eingeblendete Schriftzug verriet. Ein
glatzköpfiger, stämmiger Mann, gekleidet in einen engen, schwarzen Anzug
filetierte gerade ein Stück Fleisch. Gekonnt fuhr er mit der Klinge problemlos
hindurch. Der stechende Blick dieser Person verließ dabei keinen Augenblick
lang die Richtung. Es war als blickte er Marc direkt in die Augen. Dann
veränderte sich der Kamerawinkel und gab den vollen Blick auf die Küchenplatte
frei, auf dem das Stück Fleisch lag. Es war ein menschliches Bein.


„Scheiße, ist
das krank!“ Erschrocken starrte Marc auf den Bildschirm. „Dauerwerbesendung,
krasse Idee für einen Horrorfilm.“ Er stellte die Lautstärke etwas höher.


Der Kerl
blickte ihm noch immer direkt in die Augen und fuhr dabei erneut mit der
blutigen Klinge vertikal durch den Oberschenkel. Dann nahm er das filetierte
Stück und klatschte es auf die Arbeitsplatte. Etwas Blut spritze ihm dabei ins
Gesicht doch er wandte den Blick keine Sekunde ab.


„Hey, du!
Penner! Was sagst du zu meinem Filetiermesser. Echt scharf, nicht wahr? Willst
du Eins? Ich geb dir Eins, umsonst, direkt in die Rippen. Ja, genau dich meine
ich. Tolle Pyramide übrigens, da auf deinem Tisch. Respekt!“ , sagte der Kerl
in einem aggressiven Tonfall.


„ Kacke! Das
gibt’s doch nicht!“ Hastig ergriff er die Fernbedienung. Sie rutschte ihm
jedoch aus der Hand und landete auf dem Teppichboden. Hektisch bückte er sich
danach und schlug mit dem Kopf an die Tischplatte. Dann bekam er sie zu fassen
und schaltete auf einen anderen Kanal um. Fassungslos blickte er auf den
Schirm. Die gleiche Sendung, der gleiche Mann, der ihn noch immer anstarrte.


„Na, na, na!
Was soll denn das Marc? Solch eine Respektlosigkeit mir gegenüber werde ich
nicht dulden! Wie würde es dir gefallen wenn ich mal kurz bei dir vorbeischaue?
Nur ein kleines Gespräch unter Bekannten. Wir sind doch nun Bekannte, nicht
wahr? Mein Messer bringe ich selbstverständlich mit. Du wolltest doch eins,
nicht wahr?“


Auf dem
Bildschirm des Fernsehers erschien plötzlich ein buntes Testbild dem ein
monotoner Piepton folgte. Im gleichen Moment öffnete sich die Tür des Zimmers
und der schwarz gekleidete Mann stürmte herein.


Vergeblich versuchte Marc die Hiebe des
Messers abzuwehren. Es schnitt in seinen rechten Oberarm und trennte den Muskel
sauber am Knochen ab. Er baumelte, lediglich von der Haut gehalten herab. Die
Klinge durchtrennte dabei die Schlagader und Blut pulsierte heraus. Der
folgende Hieb traf den linken Arm und erzeugte dort dieselbe Verletzung.
Wehrlos sank Marc auf die Knie herab und blickte auf seine nun nutzlosen Arme.
Er spürte keinen Schmerz. Zu schnell war es Passiert und zu scharf war die
Klinge. Der letzte Schnitt durchtrennte seitlich seinen Hals und der Kopf
kippte zur linken Seite ab. Blut schoss in einem pulsierenden Strahl aus der glatten
Schnittfläche des Halses heraus. Zuckend viel Marc’s Körper auf den Teppich der
sich Augenblicklich mit Blut vollsog.


Das Testbild
auf dem Bildschirm verschwand. Der Mann erschien im Bild. Blutverschmiert
zupfte er seinen Anzug zurecht und wischte sich etwas Blut aus seinem Gesicht.


„Da bin ich
wieder! Entschuldigen sie die
Unterbrechung. Ich musste kurz etwas klären. Was sagen sie übrigens zu
diesem Filetiermesser. Ein scharfes Teil, nicht wahr?
"Everybody is a book of blood; wherever we`re opened, we`re red."

Clive Barker

MarcH

Marc Hartkamp

  • »MarcH« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 9. Januar 2011

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2

Sonntag, 9. Januar 2011, 17:12

Sorry, da ist wohl bein eifügen des Textes etwas schiefgelaufen.
"Everybody is a book of blood; wherever we`re opened, we`re red."

Clive Barker

Kai Grimm

Super Moderator

Beiträge: 4 347

Registrierungsdatum: 1. März 2003

Wohnort: Wuppertal

Beruf: Wäre gerne Lotto-Millionär

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3

Montag, 10. Januar 2011, 20:48

Lieber Marc,

in meinen Augen scheitert die Geschichte an zu wenig Umfang und zu geringem Spannungsaufbau. Da geht alles in ein paar Zeilen zu holter-dipolter. Eine längere Geschichte, in der der Messertyp dem Protagonisten langsam immer näher kommt, mal im Fernseher, mal am Monitor, dann vielleicht noch im Kino, das könnte was werden. Nur am Ende sollte er nicht durch die Tür kommen, sondern aus dem Bildschirm....

P.S.: Wir sind eigentlich KEIN Forum zur Vorstellung eigener Schreibversuche, dafür gibt es andere Seiten, sondern ein Forum zur Diskussion über ISBN-versehene Literatur....
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia