Hab das gute Stück auf dem Marburg-con erstehen können und darf mich allen anderen in den jeweiligen Punkten gewissermaßen anschließen: Ich fühlte mich in der doch viel zu schnell verfliegenden Zeit des Lesens wunderbar unterhalten. Die unmittelbare Handlung ist von ausgezeichneter Stille und Zurückhaltung, dass sich die Fantasie des Lesers ganz selbstverständlich zu entfalten vermag. Nur die Ausflüge in die Hintergrundhandlung haben mich jeweils gestört. Sie scheinen mir nicht zu der reinen Innerlichkeit des Werkes zu passen, allerdings konnten die jeweiligen Passagen meine Sympathie für den Autor, die Hauptfigur und das Werk zu keinem Augenblick schmälern - in gewisser Weise wirken sie schlussendlich sogar wie kleine Leuchttürme, zu denen man am Ende gerne zurück schaut und sich um die Absonderlichkeit Gedanken macht. Aber man muss, wenn man ehrlich ist, sagen, dass diese Ausflüge in die Welt der Phantastikklischees, dem Werk letztenendes nur hinderlich sind und die reine Innerlichkeit stören. Das Werk wäre kompakter, wenn es ganz auf das Hauptthema beschränkt geblieben wäre. Die Themen Einsamkeit und Innerlichkeit sind für das Buch von überragender Bedeutung, so dass ich Kleudgen nur zu wünschen vermag, dass er sich ihnen mit noch größerer Konsequenz widmet, als er es ohnehin schon getan hat. Darüber hinaus halte ich Stella Maris für einen gelungenen Beitrag zum großen Themenkreis des einsamen Künstlers, der durch die Begegnung mit der Natur seinen inneren Frieden findet und durch die fast schon körperliche Verbindung mit dem Naturphänomen(hier Stella Maris), die Geburt einer Idee, eines Kunstwerks oder ähnlichem heraufbeschwört(in diesem Fall ist es die ewige Verbindung mit der Natur, die durch Stella Maris in all ihren Wiederkehrungen sichergestellt wird).
Also, ein wunderbar eigenwilliges Werk, dem es gelungen ist, die gängigen Stränge zur Trivialfantastik zu kappen und sich auf eigene Pfade zu begeben.
Ein Buch, das in mein Gehirn gepasst hat,
Grüsse Marcus