Das Buch hat 2007 den Pulitzer-Preis gewonnen und ob es allein deswegen eine Leseempfehlung sein sollte, sei dahingestellt.
Worum geht es: Ein Mann und ein Kind ziehen in einer unbestimmten Zukunft und nach einer weitesgehend unbestimmten Vergangenheit eine Straße nach Süden zum Meer entlang. Alles ist verbrannt und die wenigen Menschen, die es gibt, sind meistens böse und Kannibalen. Fortwährend geht es in dem Buch ums Überleben und in den Dialogen zwischen Vater und Sohn um den Sinn des Überlebens. Auf knapp über 250 Seiten wird das Erzählte nicht von einer komplexen Handlung dominiert, nicht von Personenbeschreibungen, nicht von einer Geschichte, wie es dazu kam, wie es ist, sondern es liest sich wie das düstere Logbuch zweier Reisender auf der Suche nach irgendetwas, das sie aufrechthält. Es geht darum, nicht gejagt zu werden, es geht darum Wasser und Nahrung, einen sicheren Schlafplatz für ein Feuer zu erlangen und es geht unaufgeregt und undogmatisch darum, nicht zu den Bösen zu werden.
Mc Carthy schafft es durch die Beziehung zwischen Vater und Sohn den Lesern eben jenen Lebenssinn zu geben, der dem Szenario ansonsten gänzlich fehlt und er schafft es durch seinen Schreibstil, durch das Weglassen von Persönlichkeiten, durch sehr konkrete Beschreibungen von Dingen und Handlungen, die Welt karg und unwirtlich zu transportieren, wie ich es selten erlebt habe. Eine absolute Leseempfehlung meinerseits. Einen Punktabzug gebe ich, weil mir dann doch etwas "Persönliches" fehlte, um eine Bindung mit absoluten Lesegenuss zu dem Buch eingehen zu können. Deshalb 9 von 10 Punkten.