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  • »vincentvoss« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 13. Februar 2011, 12:27

Cormac Mc Carthy - die straße

Das Buch hat 2007 den Pulitzer-Preis gewonnen und ob es allein deswegen eine Leseempfehlung sein sollte, sei dahingestellt.

Worum geht es: Ein Mann und ein Kind ziehen in einer unbestimmten Zukunft und nach einer weitesgehend unbestimmten Vergangenheit eine Straße nach Süden zum Meer entlang. Alles ist verbrannt und die wenigen Menschen, die es gibt, sind meistens böse und Kannibalen. Fortwährend geht es in dem Buch ums Überleben und in den Dialogen zwischen Vater und Sohn um den Sinn des Überlebens. Auf knapp über 250 Seiten wird das Erzählte nicht von einer komplexen Handlung dominiert, nicht von Personenbeschreibungen, nicht von einer Geschichte, wie es dazu kam, wie es ist, sondern es liest sich wie das düstere Logbuch zweier Reisender auf der Suche nach irgendetwas, das sie aufrechthält. Es geht darum, nicht gejagt zu werden, es geht darum Wasser und Nahrung, einen sicheren Schlafplatz für ein Feuer zu erlangen und es geht unaufgeregt und undogmatisch darum, nicht zu den Bösen zu werden.
Mc Carthy schafft es durch die Beziehung zwischen Vater und Sohn den Lesern eben jenen Lebenssinn zu geben, der dem Szenario ansonsten gänzlich fehlt und er schafft es durch seinen Schreibstil, durch das Weglassen von Persönlichkeiten, durch sehr konkrete Beschreibungen von Dingen und Handlungen, die Welt karg und unwirtlich zu transportieren, wie ich es selten erlebt habe. Eine absolute Leseempfehlung meinerseits. Einen Punktabzug gebe ich, weil mir dann doch etwas "Persönliches" fehlte, um eine Bindung mit absoluten Lesegenuss zu dem Buch eingehen zu können. Deshalb 9 von 10 Punkten.

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2

Sonntag, 13. Februar 2011, 13:24

Kann dir nur Recht geben. Die Geschichte ist eine andere Art von Endzeit-Szenario. Mc Carthy vermittelt die Stille und Leere der Welt meiner Meinung nach hervorragend durch seinen ebenso stillen und schlichten Schreibstil. Die Dialoge sind simpel und aufs Wesentliche reduziert und vermitteln doch die tiefe Bindung zwischen Vater und Sohn. Das Ende fand ich herzzerreißend, andere mögen es vielleicht als kitschig empfinden. Mc Carthy hat bewiesen, dass eine Welt nach dem Ende der Welt nicht zwangsläufig voller Zombies sein muss.
Die wenigen Überlebenden sind böse. Doch ich denke mal, wenn ein solches Szenario wirklich einmal stattfinden würde und wir die Überlebenden wären, würden unsere niedersten Instinkte in uns die Oberhand gewinnen. Und das bedeutet - Fressen oder gefressen werden. Ob man das als Böse oder Überlebensinstinkt nennen kann sei dahingestellt.
Auf jeden Fall ein Buch, das empfehlenswert ist, wenn man stille Dunkelheit mag.
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.

  • »vincentvoss« ist der Autor dieses Themas

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3

Sonntag, 13. Februar 2011, 14:16

Beim Ende musste ich mit mir ringen. Das war schon ganz schön ergreifend.

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4

Montag, 14. Februar 2011, 08:17

ich habe das Buch hier noch liegen. Habe es vor Weihnachten gekauft und warte noch mit Lesen. McCarthy hat ja seinen ganz eigenen Schreibstil, an den man sich erst gewöhnen muss. Das habe ich bei No country for old men gesehen. Was mir bei ihm gefällt: er zwingt dem Leser nicht seine Sicht der Dinge auf. Die Phantasie kann sich frei entfalten.
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Martin Cell

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5

Montag, 14. Februar 2011, 09:49

Meine Leseerfahrung mit dem Buch liegt jetzt schon wieder 2 Jahre her, es ist ein typisches McCarthy Buch,
sehr ähnlich wie "Draußen im Dunkel", nur halt in der Endzeit angesiedelt. Und es war damals mein erstes Buch von diesem
Autor, sein Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr gut! Und türlich sehr depressiv, interessant fand ich,
das dieser Titel deshalb entstand, weil McCarthy sehr spät nochmals Vater wurde! Auf youtube gibts ein rares Interview
mit ihm! Die Verfilmung habe ich noch nicht gesehn!
Reality is lost - IKON

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