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1

Sonntag, 20. Februar 2011, 11:24

Carlton Mellick III

Die Kannibalen von Candyland

Festa, 2010, 158 rosa Seiten, Lesebändchen, Hardcover in Bonbonfarben und Duftstoff.Rubbelfläche

Hach, was für ein Buch! Selbst wenn es einem nicht gefällt, braucht man es nicht in die Ecke zu werfen, da kurz und knackig. Das hat man schnell durch. Wenn man dem Nachwort des Autors trauen kann, erging es ihm beim Schreiben ähnlich. Na gut, dass er damit keinen großen Aufwand hatte.
Nun, inhaltlich ist es nicht überragend, wie ich finde. Eigentlich ist es eine 08/15-Story über ein armes Würstchen, das mit seiner Frau und seinem Leben nicht klar kommt. Selbst die Jungs auf dem Hof machen sich über ihn lustig und er steht allem ohnmächtig gegenüber.
Was das Buch zum kleinen Lesefest macht, ist das Drumherum, die Gestaltung, Aufmachung, aber auch die absurden Bilder, die es durch einfache Sätze im Kopf erzeugt. Diese Mischung aus ekligem Zuckerguss und kannibalistischem Splatter. Aber alles ist simpel aufgeschrieben, so dass man sich beim Lesen kaum wirklich ekeln oder gruseln muss.
Ich fand die Grundidee witzig, doch wenn man erst mal mitbekommt, wohin die Reise geht, kann es schnell langweilig werden, da erweist es sich als gut, dass es nicht so ausufert. Daher von mir 8 von 10 Punkte, ich fühlte mich gut unterhalten und bin durchaus auf weitere Mellicks gespannt!

PS. Habt Ihr bemerkt, wie ich kein einziges Mal den Begriff bizarr(o) verwendet habe...
Phantastische Grüße
Thomas

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Martin Cell

RUNNING WILD PHANTAST

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2

Sonntag, 20. Februar 2011, 11:53

Ich fand auch, das das Buch einige nette Ideen hat. Zuckerwerk und Fleisch!
Bin gespannt was da noch alles kommt von diesem Autor!
Reality is lost - IKON

3

Sonntag, 20. Februar 2011, 12:36

Rubbelfläche


Exqueese me? A Baking Powder?

4

Sonntag, 20. Februar 2011, 13:22

Ja, ja, Kain, immer schön rubbeln!

Die Duftfläche ist pikanter Weise genau da, wo sie laut Buch auch zu sein hat...
Phantastische Grüße
Thomas

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5

Sonntag, 20. Februar 2011, 13:27

Hier Zuletzt gelesen habe ich mal ein paar Zeilen zu Mellicks Zombies & Shit fallen lassen. M. E. einer der besten Zombie-Romane ever.
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delijha

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6

Sonntag, 20. Februar 2011, 18:47

Ich hab das Buch auch vor einer Weile gelesen und war begeistert.... die rosa Seiten haben mir zwar ein wenig Kopfschmerzen bereitet, aber das tat dem Lesevergnügen kaum Abbruch. Ich fand die Geschichte zwar auch einfach gestrickt, aber irgendwie kam das Ganze wie ein großartiges, kurzes Zombiemärchen daher....

Um das Wort bizarr jetzt doch noch zu nutzen, fällt mir besonders die Stelle ein, die im Gegensatz zu den anderen Dingen Candyland so völlig unblutig vonstatten geht: Die Entjungferung.... :)

7

Sonntag, 29. Mai 2011, 15:46

Apeshit

Der Roman ist zwar bislang nicht bei Festa erschienen, aber da das ja eher ein Thread zum Autoren ist, pack ich den Beitrag einfach mal hier rein.

Apeshit ist ein mehr oder weniger klassischer Backwood-Slasher. Mellick III fährt hier wieder ein krude Idee nach der anderen auf. Das ist teilweise sehr derbe und natürlich immer am guten Geschmack vorbei. Mich würde es bei einer deutschen Veröffentlichung nicht wundern, wenn dieser Roman direkt indiziert würde. Das Lachen bleibt einem auch öfters im Hals stecken. Wer Trash-Granaten a la Troma mag, wird mit diesem Roman auf jeden Fall richtig liegen.

Schulnote: 3
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DarkWriter

Meister

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8

Dienstag, 31. Mai 2011, 13:03

Hallo,

hier mal meine Rezension zum Candyland:


Franklin ist ein Sonderling.
Das war er schon, bevor seine drei Geschwister von der Zuckerfrau gefressen wurden, aber anschließend wurde es noch schlimmer.
Inzwischen ist er ein erwachsener Mann und besessen davon, die Existenz der Zuckermenschen zu beweisen. Denn bislang glaubt ihm niemand, dass es diese Wesen wirklich gibt.
Also muss er einen Zuckermenschen fangen – besser tot als lebendig – um der Welt zu beweisen, dass seine Geschichte von einst stimmt und dass diese Wesen eine Gefahr darstellen. Eine Gefahr für die Kinder dieser Welt.
Als er den Zugang zur Welt der Zuckermenschen findet, wähnt er sich am Ziel. Aber dann kommt alles anders …

Heilige Scheiße!
Dieses Buch ist ein literarischer Trip auf LSD, anders kann man es kaum beschreiben. Mir war bislang nicht klar, dass man derart viele abgedrehte Ideen zu einem derart unterhaltsamen und auch spannenden Buch verquirlen kann.
Ein bisschen SF, ein bisschen Horror und der Rest Wahnwitz, das beschreibt die Zutaten wohl am besten. Und dennoch verliert sich Mellick III nicht in seinen absurden Abläufen, sondern schafft es, eine stringente Handlung mit überraschenden Wendungen zu schaffen. Der Leser kann dadurch eine bizarre Welt eintauchen und sich in ihr verlieren. Zumal die Menschen jenseits der Zuckerwesen so herrlich normal, gleichzeitig aber auch überdreht sind – eben ganz wie im richtigen Leben.
Hat man einen Sinn für Abstruses und Pulp, dann ist man mit diesem Buch bestens beraten.
Dazu trägt der Festa Verlag auch mit der Aufmachung bei. Rosa (!) Seiten und ein Cover mit nach Süßigkeiten duftendem Aufdruck (!!) findet man wahrlich nicht jeden Tag. Auch das Cover und die Farbgestaltung garantieren einen Blickfang im Bücherregal. Hier hat sich Festa tatsächlich selbst übertroffen, denn dieses Kleinod sollte jeder Fan abgedrehter Literatur sein Eigen nennen und es nicht allzu weit vom Anhalter platzieren.

Fazit: Ein legaler Drogen-Trip in Wortform für alle, die solche Literatur zu schätzen wissen. Wer dem Absurden nichts abgewinnen kann, macht einen Bogen um das Buch. Ich jedenfalls war begeistert …
2098 - Ich, Killerin :D
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Belcampo

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9

Freitag, 3. Juni 2011, 07:23

Bücher wie dieses sind ein Grund dafür, dass Ebooks gedruckte Bücher niemals ersetzen können, schön gemacht vom Festa Verlag. Zum Inhalt sei nur soviel gesagt, es ist eines dieser Bücher die man entweder liebt oder hasst. Ich liebe es und damit ist es das erste aber bestimmt nicht das letzte Buch von Carlton Mellick III im meinem Bücherregal.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sar-Sargoth« (5. Juni 2011, 10:10)


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10

Sonntag, 10. Juli 2011, 10:24

Ultra Fuckers

Hat mir wieder gefallen – mit Abstrichen. Wiederrum kann ich gar nicht so richtig nachvollziehen, warum das nun „bizarro“ ist. Im Grunde ist das eine Science Fiction Story, wie man sie so ähnlich seit den 50er Jahren lesen kann - seit die SF sich auch sozialer Themen angenommen hat.
Es gibt eine dystopische Grundidee, die eindrucksvoll in Szene gesetzt wird und auf ein denkbares Ende hin extrapoliert wird. Der Protagonist wird genauso unvorbereitet in dieses Szene gesetzt wie der Leser und wie der Leser versucht er herauszubekommen, was hier eigentlich abläuft. Die Konflikte werden in Romanen von Alfred Bester oder van Vogt auch nicht „realistischer“ gelöst; da findet man m.M.n. wesentlich bizarrere Konstellationen, Szenen und Handlungsabläufe als in dieser Novelle.
Grundsätzlich geht es um eine uniformierte, alles einem Gedanken unterworfene Welt, die alle irdischen, politischen Grenzen überwindet und die Menschenwelt uniformiert, gleichschaltet. Die Menschen sind nur noch Pappkameraden, wirken steril-roboterhaft, vielleicht etwas zombiesk. Der Autor scheint in der japanischen Gesellschaft das Vorbild für diese Welt zu sehen. Allerdings sind auch die Leute, die das System durchbrechen, Japaner, japanische Punks, die Ultra Fuckers.
Was ich hier so abstrakt überhöht wieder gebe, beschreibt Mellick in seinem gewohnt kurzen, verknappten, sehr treffenden, aber auch einfachen Stil. Das liest sich flott weg., ohne zu moralisieren, ohne groß Erklärungen. Und außer, dass ein paar böse Wörterchen fallen, einige ganz wenige drastische Szenen lakonisch, fast beiläufig abgehandelt werden, ist da kaum was „bizarro“ - finde ich. Deshalb aber nicht schlecht. Mir hat es gefallen. Bin gespannt auf den nächsten Mellick in Deutsch, der dann vielleicht etwas abstruser daher kommt?
9 / 10 Punkte
Phantastische Grüße
Thomas

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11

Sonntag, 10. Juli 2011, 13:31

Irgendwie traue ich mich an den Autoren nicht ran. Ich finde sowohl den Begriff "bizarro" als auch einen Buchtitel, der die Worte "Jesus" und "Anal" gemeinsam verwendet, abschreckend. Noch mehr abgeschreckt hat mich allerdings die Story des Autors in Necrophobia 3.... ?(
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12

Sonntag, 10. Juli 2011, 13:47

Ich habe mir mal den Candyland Band bestellt. Bin echt gespannt. So wie die Meinungen auseinander gehen wird es Zeit, mir selbst eine Meinung zu bilden. Auch wenn der Band rosa ist.

13

Sonntag, 10. Juli 2011, 14:04

Auch wenn der Band rosa ist.
Wieso, magst Du diese tooolllle Farbe nicht??? :)


Mit den "Kannibalen" hast Du einen richtigen Schritt gewagt, Michael, sehr gut zu lesen und eine skurril schräge Story.
Die "Fuckers" haben mir nicht so gut gefallen,

Spoiler Spoiler

vielleicht wegen der Kürze, vielleicht auch wegen des offenen Endes
. Kann ich nicht so richtig einschätzen.
.
.



14

Sonntag, 10. Juli 2011, 14:08

Ultra Fuckers hat zwar einen deftigen Namen, kommt aber doch eher normalo, statt bizarro daher. Vor dem Buch braucht man keine Angst zu haben ;-)
Fuer meinen Geschmack koennte es jetzt mal ruhig etwas heftiger werden!
Phantastische Grüße
Thomas

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »T.H.« (5. August 2011, 14:23)


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15

Sonntag, 10. Juli 2011, 19:39

@Kai und alle anderen: Besorgt Euch lieber "Zombies & Shit" von Mellick. Der ist besser als alles bisher von ihm auf Deutsch erschienene und wirklich simpel zu lesen. Ich frage mich immer noch, warum Festa diesen Roman noch immer nicht auf dem Plan hat. Selbst auf Mails diesbezüglich hatte ich vor einigen Monaten nur Blabla zurückerhalten. Zumal die Originalbücher sogar billiger sind als die Übersetzungen.
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16

Donnerstag, 4. August 2011, 23:35

Ich hab das Buch auch vor einer Weile gelesen und war begeistert.... die rosa Seiten haben mir zwar ein wenig Kopfschmerzen bereitet, aber das tat dem Lesevergnügen kaum Abbruch. Ich fand die Geschichte zwar auch einfach gestrickt, aber irgendwie kam das Ganze wie ein großartiges, kurzes Zombiemärchen daher....

Um das Wort bizarr jetzt doch noch zu nutzen, fällt mir besonders die Stelle ein, die im Gegensatz zu den anderen Dingen Candyland so völlig unblutig vonstatten geht: Die Entjungferung.... :)

Ich habe das Buch jetzt auch durch. War eine erheiternde Lektüre. Doch, das Buch hat was und ist irgendwie lohnenswert.

17

Freitag, 5. August 2011, 10:44

Nach dem sehr gelungenen "Candyland" hatte ich mir umgehend das mit noch mehr Lobpreisungen überhäufte "Apeshit" besorgt. Doch dort zeigte sich leider genau das, was viele Kritiker dem Autor vorwerfen: Billigste Effekthascherei, brutalste Blood-and-Gore-Szenen nur der Gewalt wegen. "Apeshit" liest sich wie das Drehbuch zu einem D- Slasher- Movie. "Literarische" Exploitation par excellence.
Sorry, auch wenn manche Bücher des Autors angeblich noch besser als "Candyland" sein sollen, für den Augenblick bin ich mit Mellick "durch"! *Disgust

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »arthur gordon« (5. August 2011, 21:04)


Martin Cell

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18

Freitag, 5. August 2011, 17:23

Ultra Fuckers

Das Problem mit dem Autor sind seine Vorschusslorberen, da wird zuviel des Guten geworben.
Die zwei Bücher bisher sind bizarro, aber nie so abgedreht, wie ich mir jetzt erwartet habe.
Das neue Buch kommt sehr konventionel daher, eine sehr schöne SF Geschichte,
die sich immer mehr zuspitzt, und dabei immer bizarrer wird. Mir hats gut gefallen,
mehr habe ich mir auch nicht erwartet! War gerade das Richtige fürs Schwimmbad,
zwischen Wolken und Sonnen hats mir beim Lesen noch die Haut rot gefärbt,
fast passend zum Buchpapier! :D
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Kai Grimm

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19

Freitag, 5. August 2011, 20:51

Also Heino finde ich schon bizarr. Bizarrer geht es kaum, wenn ich das mal ganz ehrlich so sagen darf.
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