Lieber Felix,
letzte Nacht - draußen tobte ein wahres Ungetüm von Gewitter - habe ich dein Buch zu Ende gelesen.
Ich muss dich loben. Ich bin sehr beeindruckt. Gut, ich bin ein Leser, der schon immer das metaphorische, surreale, bild- und wortgewaltige geliebt hat. Davon gibt es aber nicht viel. Dein Roman gehört aber dazu! Noch jetzt bin ich so fasziniert von "Stadt", dass ich mich zurückhalten muss, nicht nach dem Buch eines gewissen Gustav Samuel zu suchen. Schade dass das Buch im Roman selbst nur fragmentarisch erhalten ist. Ich hätte gerne das komplette Werk gelesen.
Überhaupt sind deine Protagonisten so herrlich schräg, dass ich sie lieb gewinnen konnte. Das Buch quillt über vor verqueren Ideen, irrwitzigen Szenen die mich schmunzelnd und fassungslos zurückließen. Viele Szenen endeten offen. Gerne hätte ich erfahren, was aus Jonathan geworden ist. Überhaupt: Die Namen - herrlich. Kasper Abram Sudunos ... Wunderbar. Und mein persönlicher Liebling: Erhard Vonderpforten. Der Typ ist genial.
Teilweise erinnerte mich das ganze an die Frühwerke eines Michael Marrak. Dann musste ich wieder an die Comics der Franzosen Shuiten und Peters denken, bzw. an ihre Reihe über die Geheimnisvollen Städte.
"Die Wanderdüne" ist sprachlich gehoben, stilistisch sicher und eigen, inhaltlich nachvollziehbar schön verworren ...
Ich oute mich hiermit als Stadt-Fan. Die Mythologie dahinter gefällt mir. Davon wünsche ich mir mehr.
So, und jetzt putze ich mir mal den ganzen Sand aus den Zahnzwischenräumen. Das Knirschen wird langsam unangenehm.
Liebe Grüße
VomBachi