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1

Montag, 25. April 2011, 16:49

Greg F. Gifune

Da wir zu diesem Autor hier noch nix haben und er bei Festa ja jetzt wohl mehr oder weniger regelmäßig erscheinen wird, eröffne ich einfach mal nen Thread.

Blutiges Frühjahr

Selten hat mich ein Buch dermaßen zwiegespalten hinterlassen, wie dieses. Zum einen fand ich es sehr gut geschrieben. Sehr düster und sehr stimmungsvoll - fast schon depressiv. Eigentlich war die Handlung auch ganz gut, ich bin mir jedoch nicht wirklich sicher, ob ich alles richtig verstanden habe. :) Vor allem das Ende läßt ziemlich viel Spielraum für Interpretationen. Wie sehr man sich in Bücher hineinsteigern kann, wissen wir ja alle aus einem anderen Thread. Bei diesem Buch könnte sowas jedoch mächtig gefährlich werden. :)
Insgesamt hat Festa in letzter Zeit ein mehr als glückliches Händchen bei der Autorensuche und -wahl. Ich bin auf jeden Fall auf weitere Werke von Gifune gespannt. Dann wird sich "die Handschrift" des Autors zeigen und was er drauf hat. Auf jeden Fall nichts für Gelegenheitsleser und solche, die in geraden Bahnen denken.

Schulnote: Schwierig zu sagen. Ich schätze mal 2 oder 3. Besser? Schlechter? ARGH! :)
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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ANUBIS

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2

Montag, 25. April 2011, 22:39

Eindeutig besser:-)

Ich würde dem Roman ne glatte 2+ geben....mir wurde keine Sekunde langweilig und ich hoffe doch sehr das Frank bald Nachschub von Greg bringt.

Greetz
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Spooky

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3

Montag, 25. April 2011, 22:51

Ich hab das Buch jetzt auch durch. Und ich bin auch ein wenig hin und hergerissen. Die Grundthematik mit den Freunden und dem einen unter ihnen, der anscheinend so viele Geheimnisse hatte, hat mich sehr angesprochen und ein wenig an diese "Comin-of-Age" Stories à la King, McCammon, Simmons etc. erinnert. Der Schreibstil und die Charakterisierung des Personals war auch toll. Was mich einfach gestört hat, war die Tatsache, das eigentlich nicht viel geschieht. Was auf dem Klappentext steht, wiedergibt ziemlich genau die gesamte Handlung – viel mehr kommt da nicht. Ausserdem war ich extremst genervt und gelangweilt von dieser ziemlich gegen Schluss hin kommenden 30 bis 40 Seiten langen, nicht enden wollenden Konversation zwischen Alan und Claudia (die ja dann doch noch einen Clou zum Ende des Buches hin erfährt).

Also sehr viel Positives, aber doch auch genug Negatives, so dass für mich das Buch ein knappes "überdurchschnittlich" erhält.

Wiswedaemon

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4

Donnerstag, 12. Mai 2011, 13:33

Ich fand das Buch trotz mancher Geschwätzigkeit sehr gut. Endlich baut ein Roman mal wieder wirklich so etwas wie Grusel auf. Und endlich befasst sich mal wieder mit "dem Bösen" per se. Ich habe Vampire und auch Zombies nämlich ziemlich satt.

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5

Sonntag, 15. Mai 2011, 18:09

Heute bin ich ebenfalls mit "Blutiges Frühjahr" fertig geworden... übrigens mal wieder eine gelungene Titelwahl, da der wesentliche Teil der Handlung im Sommer stattfindet und auch ansonsten alle Jahreszeiten abgedeckt werden :D .

Auch ich habe meine Probleme, dass Buch genau einzuordnen. Auf der einen Seite finde ich die Atmosphäre in dem Buch sehr gut aufgebaut, selten hat mich diese in einem Buch der letzten Zeit derartig bedrückt. Die Handlung an sich fand ich in Ordnung... das wahre Ausmaß des Bösen in diesem Buch und das Ende wahren anhand des Klappentextes nicht abzusehen. Ein paar Gemeinsamkeiten mit Coming-of-Age-Büchern sind ja durchaus vorhanden... hier fand ich allerdings die Variante, dass das Böse bereits im jungen Teenageralter Einzug hält, sehr gelungen.

Auf der anderen Seite hatte das Buch auch einige Längen, gerade im Frühjahr und am Anfang des Sommers, welche das Lesen etwas erschwert haben. Wie bei vielen anderen Büchern hätte hier gerne noch eine gewisse Straffung stattfinden dürfen.
...and the book club consists mainly of people who club me with books.

6

Freitag, 20. Mai 2011, 15:22

Blutiges Frühjahr

Richtiger Titel wäre ja eigentlich „Blutiges Jahr“, oder so..., vielleicht auch „Blutiges Erbe“, oder „Blutige Dämonen“...
Also, Buch hat gefallen. Ein schönes, finsteres Seelendrama mit übernatürlichen Exzessen. Im Zentrum steht der Ich-Erzähler, der zusammen mit seinen Freunden das Geheimnis ihres gerade durch Selbstmord verstorbenen Freundes erfahren, erkunden und knallhart damit konfrontiert werden.
So richtig blutig ist es gar nicht, war es aber, wie sie erfahren müssen. Nunmehr drohen nur noch höllische Schatten und Dämonen, die aber eben nicht nur Metaphern für Seelenqual sind, sondern handgreiflich werden.
Ob das nun realistisch ist, dass so feste Freunde am Ende so wenig voneinander wissen und nicht mal im Entfentesten ahnten, dass ihr Kumpel so ein Unhold war, ist m.M.n. nicht glaubwürdig.
Nebenbei geht auch das Leben unseres Erzählers erst einmal den Bach hinunter, um dann einen neuen Weg einschlagen zu können. Das Ganze ist also so was wie eine Selbstfindung und -Reinigung.
Gifune erzählt viel, für meine Begriffe mitunter zu viel, zu viel Redundanz. Aber er kann erzählen, sein Stil (auch der des Übersetzers) ist sehr flüssig. Das macht Laune beim Lesen und geht flott voran. OK, unterm Strich hat er mich überzeugt und ich bin mal auf das nächste Werk gespannt!
Phantastische Grüße
Thomas

Meine Grafiken im Netz:
www.fksfl.de/phantastische-ansichten/index.html

...und auf xarto.de

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »T.H.« (20. Mai 2011, 17:07)


7

Dienstag, 24. Mai 2011, 10:05

So, ich habe die 'Blutigen Jahreszeiten" nun auch durch - allerdings im Original - und muss mich dem etwas zwiespältigen Urteil der übrigen Leser hier anschließen. "The Bleeding Season" ist erst mein zweiter Roman von Gifune (nach "Long After Dark") und der Autor zählt für mich eindeutig zu der Riege der sehr begabten Nachwuchsschriftsteller, denen ein großes Publikum gebührt, doch mein 'Over- the-top- Eindruck' der ersten 100 Seiten konnte sich leider nicht bis zum Finale halten.
Überaus gelungen finde ich die langsame Herangehensweise Gifunes - nur ganz allmählich enthüllt sich ein düsteres Grauen - ohne große Special Effects. Vielleicht nicht ganz ungewollt erzeugt Gifune eine packende "ES- Atmosphäre" (das Setting: Eine Kleinstadt - Die Handlung: Der gewaltsame Tod eines Freundes bringt die übrige Gruppe nach vielen Jahren wieder zusammen. Gemeinsam erinnern sie sich an ihre Kindheit und Jugend und Geheimnisse, die seit dieser lange zurück liegenden Zeit verdrängt wurden.Und gemeinsam (fast) beschließt man, dem Bösen zu begegnen...)
Gifune benötigt keine Clowns in Kanalschächten, um eine düstere, unwirkliche Atmosphäre zu kreieren. Doch dann, im Mittelteil, nimmt er nochmals das Tempo zurück, bis dann das Finale imho viel zu schnell und überhastet abläuft.Schade. So bleibt für mich ein weiterer empfehlenswerter Roman Gifunes, der aber das Zeug zu einem wirklichen Hammer gehabt hätte.

Martin Cell

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8

Freitag, 27. Mai 2011, 09:05

Die ersten 200 Seiten von "Blutiges Frühjahr" jetzt gelesen. Rein literarisch gesehen, ist das sprachlich
schon mal gut umgesetzt. Aber das Buch beginnt sehr langsam, mit vielen Rückblicken, in denen viel
erzählt wird, aber nicht wirklich viel passiert. Aber der Autor ist anders als Keene oder Laymon,
und das ist schon mal gut. Es wird sich zeigen, ob das Buch auch noch gute Ideen bereithält.
Mal sehn! Düster kommt es daher!
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Martin Cell

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9

Samstag, 28. Mai 2011, 18:13

Ich fand jetzt das Buch gar nicht mal so schlecht. Es versucht zu Ergründen, welch düstere Vorlieben
im Freundeskreis verborgen bleiben können. Der Autor zeigt eine Stadt und Personen, denen die
Träume von einem guten Leben längst abhanden gekommen sind. Vielleicht waren okkulte Rituale
wichtig, aber die Dämonen sind real, es sind Drogen, Schmerz und Sex. Die Suche nach Wahrheit
läßt die Protags sehr sensibel in die Gedankenwelt eines kranken Menschen eintauchen,
deshalb waren für mich die übernatürlichen Szenen doch mehr verschommene Träume.
Den Autor würde ich jetzt nie mit britischen Schreibern vergleichen, eher vielleicht noch mit
Keene, aber glücklicherweise ist er anders. Was mir nicht gefiel, war der letzte "Herbst" Teil.
Er ist nicht sehr offensichtlich, und läßt Platz für reichlich Spekulationen, und das gibt
dem Buch einen faden Beigeschmack!
Reality is lost - IKON

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10

Mittwoch, 29. Juni 2011, 12:29

Mir hat der Roman aus mehreren Gründen nicht gut gefallen und ich werde sie im Detail nennen. Wer das Buch noch nicht gelesen hat: VORSICHT SPOILER. Vorab nenne ich die positiven Seiten des Romans:

Gifune kann schreiben und stimmungsvoll BEschreiben. Im Gegensatz zu Laymon hatte ich nie das Bedürfnis, das Buch in die Ecke zu feuern.

Nicht gefallen hat mir

- die Handlung: Fast uninspierend lässt sich der eigentliche Plot überraschunglos in zwei, drei Sätze zusammenfassen. Bernard ist tot und hinterlässt ein blutiges Geheimnis. Seine ehemaligen Kumpel streiten oft, ob sie erforschen sollen oder nicht, Alan holt Hinweis um Hinweis ein und am Ende vernichten sie den Feind. Die von Alan gefundenen Hinweise waren jeweils plump und wurden plump gefunden. Nix überraschendes. Das Ende, abgesehen von der Hinleitung zum Showdown, die ich recht gelungen fand, war dann richtig mau und hat mich an das Ende aus etlichen John Sinclair Folgen erinnert. Wie immer labert sich das Böse Seite um Seite in den Tod, ehe es von Alan mit einem Kruzifix in die Hölle geschickt wird. Dabei wurde es vorher als sehr mächtig und intelligent beschrieben, man fragt sich, warum es am Ende so dusselig sein kann. Na ja...

- die Personen: Zahlreiche Nebenfiguren wirkten wie Instantprodukte eines Discounters. Erst stellen sie auf stur, dann werden sie cool und zum Ende vergehen sie sich in philosophische Lebensbetrachtungen und schwadronieren über Gut und Böse. Anfangs hatte ich auch noch mit den Hauptpersonen Probleme, die mir wie am Reißbrett geschrieben erschienen, zum Ende hin habe ich mich entweder an sie gewöhnt oder sie haben die notwendige Tiefe erhalten. Der Dialog mit Claudia, bzw. Claudia selbst hat mir zum Schluss auch gefallen.

- die Dialoge: fand ich bisweilen vorhersehbar, eindimensional und zu lang. Der stereotype Autoverkäufer, die gammelige Absteige à la Shadowrun und die Streitereien zwischen Alan und Rick, die Monologe von Julie und Claudia.

Fazit: Ich würde mir den nächsten Gifune wahrscheinlich nur auf eindeutige Empfehlungen holen. Dem Buch gebe ich 5,5 von 10 Punkten

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »vincentvoss« (28. August 2011, 18:43)


Martin Cell

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11

Sonntag, 4. September 2011, 09:46

Die Einsamkeit des Todbringers

Gefällt mir besser als der Vorgänger Band, da knapper und präziser die Umwelt und die
Innenwelt des Antihelden seziert wird. Die kleinen Anspielungen auf den amerikanischen
Way of Life sitzen perfekt. Nüchtern beschreibt der Autor die Außenseiter einer
Gesellschaft, die schon längst verloren haben. In diese düstere Welt, die wohl
der Wirklichkeit sehr nahe steht, spinnt der Autor sein Garn von zwei mythischen
Wesen die einander finden oder suchen wollen. Die Traumszenen spiegeln eine
Alptraumwelt wieder, die leider sehr oft medial ausgeschlachtet wird, da real schon
längst diese Schrecken Wirklichkeit geworden sind. Hab noch gut 50 Seiten vor mir,
aber das bisher Gelesene hat mir sehr gut gefallen. Daumen hoch!!!
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12

Montag, 21. November 2011, 13:30

Greg F. Gifune - Blutiges Frühjahr

Blutiges Frühjahr

Der Roman fing vielversprechend an: Der Plot um Alan, Rick, Donald und den verstorbenen Bernhard klang interessant und und spannend. Leider aber ließ die Geschichte im Mittelfeld etwas nach und setzte diesen Abwärtskurs bis zum Ende hin fort. Vermutlich hatte ich mehr aktive Handlung und Ereignisse erwartet, aber der größte Teil der Geschichte beschäftigte sich mit Gesprächen und Alans Recherchen. So etwas schlaucht beim Lesen. Gut geschrieben war der Roman allerdings trotzdem, weshalb ich dem Autor durchaus noch weitere Chancen gebe. Bei seinen anderen Geschichten hat er sich vermutlich mehr ins Zeug gelegt.
In Superior ging es um Popmusik und Liebeskummer,
jetzt um eine brutale Mordserie
Mein neuer Roman
Der Fall Nemesis
Ab sofort im Buchhandel erhältlich

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Montag, 21. November 2011, 20:24

Ich hab zwar erst rund 50 Seiten durch, aber die vielen Rückblenden und Erinnerungen an den toten Freund, sowie das Auftreten der verbliebenen Freunde überzeugt ich bis jetzt.

Ich bin auf Gifune durch "Die Einsamkeit des Todbringers" aufmerksam geworden. ( Ich kann das Buch nur empfehlen) Wie schon jemand gesagt hat, es geschieht nicht wirklich viel in Gifunes Büchern. Auch nicht bei "Todbringer". Und er lässt viel Spielrau für eigene Interpretationen. Aber die Art zu schreiben, die melancholische, oftmals depressive Wortwahl zieht mich wirklich in ihren Bann.

Für mich hat sich Gifune wirklich an die Spitze geschossen.
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.

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Dienstag, 6. Dezember 2011, 18:21

Dezember 2011

GREG F. GIFUNE "Blutiges Frühjahr"

Für mich zählt Gifune zu einem der besten Autoren des Horrors und der Dark Fiction. Seine Romane sind recht still geschrieben, ohne viel Action. Und doch zieht sich ein dunkler, angsteinflößender Faden unaufhaltsam durch seine Geschichten. Seine Stärke liegt im Eintauchen in seine Characktere. Er ergründet deren Gedankengänge und Seelenleben und leuchtet jede noch so verborgene Ecke des Unterbewusstseins gnadenlos aus.

In "Blutiges Frühjahr" geht es um vier Männer, die seit Kindertagen Freunde sind. Als sich einer von ihnen erhängt, hinterlässt er ein grausiges Geheimnis, das die drei verbliebenen Freunde bis an ihre psychischen Grenzen reißt. Plötzlich sehen sie ihren verstorbenen Freund in einem völlig anderen Licht, aus einem Freund wird ein psychotischer Fremder. Je tiefer sie in ihre eigene Gedankenwelt eintauchen und Erinnerungen begegnen, die sie zeit ihres Lebens zu verdrängen suchten, desto fremder werden sie sich selbst und desto größer werden ihre Zweifel ob ihrer eigenen Schuld und Unschuld. Zudem gelangen alle zu der grauenvollen Erkenntnis, dass das Böse in allen von uns lauert und der Teufel nur darauf wartet, die richtigen Fäden zu ziehen.

Bewertung: 9 / 10 ... (da sich die Geschichte in der Mitte etwas zieht)
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.

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15

Dienstag, 6. Dezember 2011, 20:14

Die Einsamkeit des Todbringers

Kürzlich bin ich mit dem 2. Band von Gifune fertig geworden, der bei Festa erschienen ist. Stilistisch fand ich ihn ähnlich gut wie "Blutiges Frühjahr": Auch hier wird sehr glaubhaft und nachvollziehbar eine düster-melancholische Atmosphäre um einen Antihelden aufgebaut. Gut gefallen haben mir hierbei die Anleihen von diversen mythischen Kreaturen, die hier ihre Entsprechung in verschiedenen Charakteren finden.

In dem Buch wird der Lebenswandel eines Außenseiters beschrieben, der durch tragische Erlebnisse in seiner Vergangenheit Probleme hat, sich zurück in die Gesellschaft zu finden. Hier liegt auch schon der wesentliche Nachteil des Buchs für mich: Die eigentliche Handlung läßt sich tatsächlich so kurz zusammenfassen. Dies ist ebenfalls ähnlich wie in "Blutiges Frühjahr", wo mir die Handlung ebenfalls etwas dünn war und sich der Autor mehr darauf konzentriert hat, die düstere Stimmung zu erzeugen. Allerdings gelingt ihm dies hier aus meiner Sicht besser, da "Die Einsamkeit des Todbringers" im Vergleich etwas gestraffter wirkt und dadurch weniger zäh zu lesen ist. Als atmosphärischer Roman funktioniert das Buch von daher sehr gut, wer allerdings eine mitreißende Handlung erwartet, sollte von diesem relativ ruhigen Text eher seine Finger lassen. 7,5 von 10 Punkten.
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HPL-Fan

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16

Dienstag, 24. Januar 2012, 23:53

Januar 2012

GREG F. GIFUNE "Sag Onkel"

Ich kann mir vorstellen, dass Gifune nicht den Geschmack von jedem trifft. In seinen Romanen steht die Handlung etwas im Hintergrund und tröpfelt sanft und langsam durch die Geschichte. Im Vordergrund stehen für Gifune die Menschen. Er lotet ihre tiefsten Gedanken und Emotionen aus, jongliert mit ihnen und lässt uns in seine melancholischen, oft von Erinnerungen geprägten Gefühle seiner Characktere eintauchen. Mir persönlich gefällt dieser Stil sehr gut, weil er mir die Personen der Geschichten näher bringt und sie so detailliert zeichnet, dass sie real sein könnten. Es fällt einem leicht, sich mit den Menschen in den Geschichten zu identifizieren.

"Sag Onkel" ist eine nachdenklich stimmende, stille Geschichte über den Onkel des Erzählers, der alles tut, um seine Schwester und deren Familie zu beschützen. Wirklich ALLES. Mit seinen Handlungen stürzt er allerdings die Personen der Geschichte in einen Chaos aus widersprüchlichen Gefühlen, Gedanken und der Schuld, an den Taten des Onkels indirekt beteiligt zu sein.

Eine sehr schön geschriebene, von Erinnerungen, Ängsten und Verzweiflung geprägte Geschichte. Auch wenn ich den Schreibstil von Gifune als "still" bezeichne, fesselt er dennoch und bringt einen zum Nachdenken.

Bewertung: 10 / 10
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.