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Schatten

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Montag, 25. April 2011, 20:44

Carl Amery - Untergang der Stadt Passau

1975 erschien im Heyne-Verlag der Roman "Untergang der Stadt Passau".

Als die Seuche erloschen ist, die höchstens einer von 50 000 Menschen überlebt hat, gibt es zwischen dem Nordcap und Timbuktu (und wahrscheinlich darüber hinaus) kaum noch ein Dutzend Männer, die sich darüber im klaren sind, daß ganz entscheidende Weichenstellungen vorgenommen werden müssen, um überhaupt zu überleben und die Zukunft der Menschheit zu sichern.

Man kann, wie der "Scheff" von Passau, versuchen, auf kleinsten Raum eine technologische Zivilisation weiterzuführen, eine Zivilisation aus der Konservendose sozusagen - solange der Vorrat reicht.
Oder man kann sich, wie die Rosenheimer, auf eine bewußt reduzierte, der geringen Bevölkerungsdichte und wieder überhandnehmenden Wildnis angepasste Lebensweise einer quasi frühmittelalterlichen Zivilisationsstufe zurückziehen.
Oder man kann, wie die Reste der Ungarn es tun, ganz auf Seßhaftigkweit verzichten und wieder zum Nomaden werden. Und wie diese Weichen auch gestellt werden, es sit damit garantiert, daß es auch in Zukunft nicht an Zündstoff für Konflickte fehlen wird.
Und als Kaplan Egid seine Chronik MAGNALIA DEI PER GENTEM ROSMERIORUM; die GROSSTATEN GOTTES DURCH DAS VOLK DER ROSMER, beginnt und vom Jahre 131 POST PESTILENZIAM ( das ist ANNO DOMINI 2112) berichtet, zeigt sich, daß die Geschichte der Menschheit - wie gehabt - bereits in vollen Gange ist.

2004 wurde das Buch als HC im SüdOst Verlag neu verlegt.

Auf das Buch kam ich durch die Arbeit Armin Rößler zum Erreichen des Magistergrades 1999/2000, erschien 2001 im EDFC in überarbeiteter Form unter dem Titel "Carl Amerys "Der Untergang der Stadt Passau" eine Untersuchung der zentralen Themenkomplexe.

Carl Amerys 1975 veröffentlichte Buch "Untergang der Stadt Passau" ist einer der erfolgreichsten deutschen Romane im Science-Fiction-Genre. Doch die bloße, oft auch abwertend verstandene Etikettierung als Science-Fiction wird dem Roman nicht gerecht. Die erste ausführliche sekundärliterarische Untersuchung des Textes liefert eine bisher nicht erbrachte, logisch fundierte Erklärung der im Roman kaum thematisierten Katastophe, die das eigentliche <geschehen erst auslöst, analysiert den Werdegang der wichtigsten Protagisten und untersucht als zentrale Themenkomplexe die Entwicklung in Gesellschaft, Politik, Religion und Ökologie nach der Katastrophe mit Blick auf weitere Romane und Sachbücher des Autors.

Die Arbeit und der Roman zogen mich so in den Bann das ich 2002 ein Interview mit Armin Rößler über dieses Thema machte.
Das Interview folgt noch, denn es hat die Aktualität noch nicht verloren.

Schatten
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Schatten« (25. April 2011, 21:33)


Wolfheart

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Montag, 25. April 2011, 21:36

Klingt hervorragend. Habe ich sofort bestellt. :devil:
BUH!

Schatten

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Montag, 25. April 2011, 22:13

Wolfheart, Du wirst es nicht bereuen. Habe es inzwischen bestimmt schon 8mal gelesen.

Schatten
:cool:
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Schatten

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Dienstag, 26. April 2011, 08:52

Interview mit Armin Rößler Teil 1

Interview mit Armin Rößler von Bernd Rothe, August 2002:

Bernd Rothe: Herr Armin Rößler, zum Erlangen Ihres Magister Grades 1999/2000 an der Universität Mannheim verfassten Sie eine Arbeit, die zur Zeit noch etwas ungewöhnlich ist, "Carl Amerys "Der Untergang der Stadt Passau" eine Untersuchung der zentralen Themenkomplexe". Wie kamen Sie auf diese Idee?

Armin Rößler: Letztlich waren mehrere Punkte dafür ausschlaggebend, dass ich mich ausgerechnet Carl Amerys Roman zuwandte. Zunächst ist Science Fiction schon seit längerer Zeit das Literaturgenre, dem ich persönlich am meisten abgewinnen kann. Was man von der Germanistik nun nicht unbedingt behaupten kann. Während meines gesamten Studiums ist mir kein einziges Seminar untergekommen, das sich auch nur ansatzweise mit einem wenigstens halbwegs phantastischen Roman beschäftigt hätte. Anders die Anglistik, wo die Grenzen zwischen der so genannten Hochliteratur und der Unterhaltung fließender sind: Bram Stoker, Mary Shelley, Margaret Atwoods "The Handmaid's Tale", selbst Ursula K. LeGuin und Octavia Butler als Gegenstand von Seminaren waren beste Beispiele dafür. Gerade weil die SF aber von der Germanistik so konsequent ignoriert wird, reizte mich ein Science Fiction-Thema. Vielleicht wollte ich auch einfach zeigen, dass "sogar" in einem SF-Roman eine ganze Menge stecken kann. Carl Amerys Roman "Der Untergang der Stadt Passau" hatte ich einige Jahre zuvor gelesen. Mit großer Begeisterung übrigens. Da Amery - zwar mehr wegen seiner politischen und religionskritischen Essays als seiner Romane - im deutschen Literaturbetrieb doch relativ anerkannt ist, schien mir das eine vernünftige Wahl. Ich recherchierte dann ein bisschen, fand heraus, dass es bisher kaum Sekundärliteratur zum "Untergang der Stadt Passau" gibt und wurde dadurch in meiner Idee noch bestätigt. Positiver Nebeneffekt: Ich musste mich nicht durch Berge von Büchern quälen, um mich darüber zu informieren, was andere schon zu diesem Thema geschrieben hatten. Schön überschaubar eben. Die Kehrseite: Da ich mich nur auf wenige Quellen stützen konnte, musste ich mir das meiste selbst erarbeiten. Der Anspruch war also schon da, etwas zu schreiben, das es bis dato noch nicht gab. Als ich dann dem Professor mein Thema präsentierte - natürlich unsicher, ob er es überhaupt akzeptieren würde -, gab er offen zu, das Buch nicht gelesen zu haben. Keine Ahnung, ob er das bis heute nachgeholt hat. Mit dem Thema war er aber einverstanden und hat mir auch sonst alle Freiheiten gelassen. Der Titel wurde am Abgabetag festgelegt und war so lang, dass er kaum auf den Schein fürs Prüfungsbüro passte: "Ökologie, Religion, Politik und Gesellschaft nach der Katastrophe. Eine Untersuchung der zentralen Themenkomplexe in Carl Amerys Der Untergang der Stadt Passau".

Bernd Rothe: Mir ist aufgefallen, dass Sie auch sehr kurze Bemerkungen von Carl Amery analysiert haben, z.B. den Grund der Katastrophe und die Auswirkungen. Die Auswirkungen werden ja nur zweimal im Buch kurz erwähnt, der Rentner im Zug und die Bedrohung durch drei plündernde Männer. Es sind nur kurze Hinweise im Buch und trotzdem schaffen Sie es, daraus plausible Hintergründe zu schaffen, geschildert in Kapitel 4.1 "Das zentrale Handlungselement: Die Katastrophe als Auslöser des Geschehens", und das ist ja nur ein Beispiel. Wie schafft man es, hierzu die entsprechenden Quellen zu finden?

Armin Rößler: Der Roman lässt sich zwar sicherlich auch lesen, ohne den Grund für die Katastrophe zu kennen. Mich persönlich befriedigte das aber nicht, denn letztlich wird ja durch die Katastrophe das eigentliche Geschehen erst ausgelöst. Also wollte ich trotz der nur vagen Hinweise herausfinden, wie es dazu kam - oder mich wenigstens einer möglichen Lösung annähern. Die wenigen bisherigen Erklärungsversuche waren entweder ziemlich dünn oder schlicht falsch, wie beispielsweise im von mir zitierten Aufsatz von Friedrich Leiner, der von einem "Umkippen des ökologischen Gleichgewichts" schreibt. Er sieht eine Abwehrreaktion der Natur gegen die Eingriffe des Menschen - mir erschienen seine Belege dafür aber nicht sonderlich schlüssig zu sein. Also habe ich mich auf Spurensuche gemacht. In der Sekundärliteratur wurde ich nicht fündig, dafür in zwei weiteren Texten von Carl Amery selbst. Der Roman "Das Geheimnis der Krypta" von 1990 greift das Thema der Katastrophe, die einen großen Teil der Menschheit auslöscht, wieder auf, allerdings aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet. Das dort eine Gruppe von Menschen die Katastrophe auslöst, brachte mich auf die Idee für meine Erklärung. Endgültig erhärtet wurde die These dann schließlich durch die kurze Satire "Statt eines Nachwortes oder Ein Gegenbeispiel" (1985). Durch den abschließenden Satz "Einen Blick auf die Folgen gestattet die Erzählung von Carl Amery: Der Untergang der Stadt Passau" wurde sie dann endgültig untermauert. Nicht die Natur schlägt zurück, sondern der Mensch selbst löst die Katastrophe aus.

Bernd Rothe: Amery schreibt in der Vorbemerkung: "Im übrigen habe ich auch versucht, Elemente der eigenen, der deutschen und heimatlichen Tradition für das Genre nutzbar zu machen: im Grunde müßten sie sich viel besser als die üblichen amerikanischen Versatzstücke in dieses Grundmuster einfügen. Die Wahl des Schauplatzes (und damit des Titels) ist eine kleine nachträgliche Huldigung an den Zauber einer Jugendstadt, der, freilich, immer schon die Tendenz hat, sich in ein gebrochenes Versprechen zu verwandeln". Nach meiner Meinung hat C. Amery hier seine Leserschaft schon mächtig eingeengt, denn er hat einen SF Roman in heimatlicher Mundart geschaffen, während die Leser der 70er, 80er Jahre doch mehr auf aktionsgeladene SF Romane nach amerikanischen Vorbild fixiert waren. Was ist Ihre Meinung hierzu?

Armin Rößler: Amery hat eigentlich alle seine Romane in seiner bayrischen Heimat angesiedelt - für ihn als Autor ist daran also nichts Ungewöhnliches. Ein SF-Roman, der in Deutschland spielt, war für die damalige Zeit sicher etwas verhätlnismäßig Neues, da gibt es auch bis heute nur ganz wenige Beispiele in der deutschen Science Fiction. Von SF-Lesern erwartet man ja aber eigentlich, dass sie Neuem gegenüber aufgeschlossen sind. Dabei ist es natürlich richtig, dass zu diesem Zeitpunkt der deutsche SF-Markt von angloamerikanischen Titeln dominiert wurde, die stark action-orientiert waren. Andererseits wurden zwischen 1970 und 1975 gerade im Heyne Verlag auch eine ganze Reihe hochklassiger Romane veröffentlicht, die sich nicht in dieses Muster pressen lassen. Robert A. Heinleins "Ein Mann in einer fremden Welt", Philip K. Dicks "Träumen Roboter von elektrischen Schafen", auch Walter M. Millers "Lobgesang auf Leibowitz" oder Ray Bradburys "Die Mars-Chroniken". Auch diese Bücher wurden gekauft und gelesen. Insofern denke ich nicht, dass für den durchschnittlichen SF-Leser mit dem "Untergang der Stadt Passau" eine Welt zusammengebrochen ist, nur weil die vordergründige Action fehlt und die Protagonisten keine amerikanischen Namen tragen. Der bayrische Dialekt ist natürlich schon gewöhnungsbedürftig für den Leser. Wenn man sich aber in den Roman eingefunden hat, stört das eigentlich nicht mehr, verleiht dem Ganzen sogar einen eigenen Charme.

Bernd Rothe: Herr Rößler, als ich mich mit den beiden Werken etwas intensiver beschäftigte, musste ich feststellen, dass mich alles sehr stark in den Bann zog. Und je mehr ich mich damit befasste, um so stärker wurde es. Haben Sie das gleiche erlebt und worauf führen Sie das zurück?

Armin Rößler: Die Romane Carl Amerys sind grundsätzlich sehr durchdacht und intelligent angelegt. Der Hintergrund der jeweiligen Geschichte ist dabei meiner Meinung nach immer sehr wichtig. Bei Amery ist er stimmig und hält meist mindestens ebenso viel Spannungspotenzial wie die eigentliche Handlung parat. Das betrifft nicht nur den "Untergang der Stadt Passau", sondern auch die anderen Romane wie "Das Königsprojekt" oder "Das Geheimnis der Krypta". Mir ist es also im Prinzip ähnlich ergangen. In der Hochphase meiner Arbeit habe ich mich täglich 14 bis 16 Stunden, von kleineren Pausen abgesehen, mit dem Buch beschäftigt. Ich denke, dass es mir dadurch gelungen ist, relativ tief in diese Welt einzudringen.
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Schatten

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Dienstag, 26. April 2011, 08:56

Interview mit Armin Rößler Teil 2

Bernd Rothe: Wie kam es dazu, dass Ihre Untersuchung im edfc veröffentlicht wurde?

Armin Rößler: Ich hatte von Anfang an vor, die Arbeit nicht nur für den "Papierkorb" zu schreiben. Die Vorstellung, dass außer dem Professor und einem Zweitkorrektur kein Mensch das lesen würde, worin ich so viel Arbeit investiert hatte, begeisterte mich logischerweise nicht sonderlich. Nachdem die Arbeit dann korrigiert und benotet war - im Mai 2000 -, habe ich mich via Internet auf die Suche nach einer Veröffentlichungsmöglichkeit gemacht. Der EDFC und seine sekundärliterarische Reihe schienen mir ideal; tatsächlich habe ich auch außer dem EDFC niemanden in dieser Hinsicht kontaktiert. Probeweise habe ich einen Auszug aus der Arbeit per E-Mail an Gustav Gaisbauer geschickt, der diesen dann an Franz Schröpf, den Redakteur der EDFC-Publikationen, weitergeleitet hat. Die Antwort war positiv. Ich habe mir den Text dann noch mal vorgenommen und behutsam die Stellen bearbeitet, mit denen ich nicht so recht zufrieden war. Das hat sich dann alles noch ein bisschen hingezogen, so dass das Buch letztlich ein knappes Jahr später, im April 2001, erschienen ist. Mein erstes Buch! Ich war - und bin - begeistert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Franz Schröpf, der das letztlich erst ermöglicht hat.

Bernd Rothe: Sie haben für ihre Arbeit Fakten zu Carl Amery gesammelt und es scheint auch weiter ein Hauptthema von ihnen zu sein. Mir kommt es so vor, dass Ihre Veröffentlichung, in Bezug auf Carl Amery, einen Stein ins Rollen gebracht hat und haben Sie Anfragen zu Carl Amery?

Armin Rößler: Ganz ehrlich: Außer diesem Interview gab's keinerlei Anfragen. Mir ist bisher auch nur eine einzige Rezension zum Buch bekannt, die in Alien Contact erschienen ist. Reaktionen gab es somit hauptsächlich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Irgendwo ist das aber schon logisch. Science Fiction ist hauptsächlich Unterhaltungsliteratur. Der Prozentsatz der Leser, die sich durch eine sekundärliterarische Untersuchung "quälen", dürfte relativ gering sein. Wobei ich mal zumindest für mich in Anspruch nehmen würde, dass das Buch nicht langweilig geschrieben ist... Dass ich mich weiter mit Carl Amery beschäftige, geschieht quasi nebenbei. Leider schreibt er ja keine Romane mehr. Aber auch seine Essays und Streitschriften sind interessant und spannend zu lesen. Dies auch dann, wenn man mit seinen oft sehr provokanten Thesen nicht einverstanden ist. Die Lektüre ist immer ein Genuss.

Bernd Rothe: Sie haben bis jetzt Kurzgeschichten online und in Anthologien veröffentlicht. Können Sie etwas über Ihre weiteren Pläne sagen? Haben Sie eventuell auch weitere größere Projekte vor?

Armin Rößler: Das Schreiben von Kurzgeschichten macht mir sehr viel Spaß. Eigentlich ist es aber ein reines Hobby ohne den Druck, jetzt unbedingt etwas schreiben zu müssen. Dass die eine oder andere Story auch veröffentlicht wurde, verstärkt natürlich die Motivation. Leider finde ich viel zu selten die Zeit dazu, weshalb neue Geschichten auch nur sehr sporadisch entstehen. Daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern. Aktuell gibt es zwei Stories, die kurz vor ihrer Veröffentlichung stehen: die eine in der Anthologie "Welten voller Hoffnung", die von Barbara Jung in ihrem BeJot-Verlag herausgegeben wird und eigentlich Ende August erscheinen sollte, tatsächlich aber inzwischen sogar schon erschienen ist. Nachdem mich das vorangegangene Projekt "Jenseits des Happy ends" persönlich sehr überzeugt hat, habe ich Barbara auf ihre Anfrage hin sofort zugesagt, eine Geschichte beizusteuern, und es dann auch tatsächlich geschafft, sie rechtzeitig fertig zu stellen. Die zweite Story erscheint in dem Buch "Düstere Visionen", einem Projekt das von Ernst Wurdack im Rahmen der Story-Olympiade zusammengestellt wird, allerdings ohne den sonst üblichen Wettbewerb. Die Veröffentlichung meiner Story "Fließende Übergänge", die ich im Jahr 2000 für den Wettbewerb "Traumpfade" geschrieben hatte, hat mir letztlich erst den Ansporn gegeben, mehr oder weniger regelmäßig zu schreiben. Demzufolge freut es mich sehr, wieder in einer Publikation der Story-Olympiade vertreten zu sein. Natürlich gibt es noch weitere Geschichten, verschiedene liegen auch einigen Herausgebern vor, was daraus wird, muss man aber sehen. Auch auf meiner Homepage wird immer wieder die ein oder andere Geschichte hinzukommen. Größere Projekte? Das würde wohl einen Roman bedeuten. Ehrlich gesagt, würde ich natürlich gern einen schreiben. Passende Ideen und halbwegs ausgearbeitete Konzepte, auch für einige längere Erzählungen, liegen tatsächlich schon in der Schublade. Wann es aber mit der Realisierung etwas wird, steht momentan noch in den Sternen.

Bernd Rothe: Herr Rößler, vielen Dank für das Interview und die aufschlussreichen Antworten, wir könnten dieses noch ellenlang fortsetzen, aber - es würde dem Werk Carl Amerys lange nicht gerecht, es ist einfach bis ins Detail zu tiefgründig und durchdacht. Hier sollte sich jeder Fantasy oder Science Fiction Fan beherzt ans Werk machen und den Roman lesen, ob wie ich erst die Untersuchung von Armin Rößler und dann "Der Untergang der Stadt Passau" oder umgekehrt, es ist ein Literaturerlebnis, über das man noch lange reden und diskutieren kann.
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Bachi

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Dienstag, 26. April 2011, 21:09

Habe das Buch vor Jahren gelesen, und ich war schon damals sehr begeistert.

Interessantes und aufschlussreiches Interview, übrigens ;)

Schatten

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Donnerstag, 28. April 2011, 21:50

Carl Amery - Das Geheimnis der Krypta

Carl Amerys futioses Endzeit-Szenario, ein ernstes Thema mit heiteren Variationrn

Amery ist ein unverwechselbarer Einzelner, ein Monolith in der deutschen Literaturlandschaft. Sein Roman vom Ende des Fortschritts in unserem Jahrhundert ist großes, phantastisches Welttheater, virtuos und witzig erzählt aus der Distanz des satirischen Spötters mit Spaß am geistigen Abenteuer großen Stils.

"Amery ist ein Erzählgenie ... Er hat einen Roman geschrieben, der seine Leser erfreut - und ihnen nützt. Wenn sie nicht lachen, sondern auch nachdenken wollen."
Elisabeth Endres in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG

Covertext

Schatten
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schatten« (30. April 2011, 08:03)


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Samstag, 30. April 2011, 08:11

Carl Amery - An den Feuern der Leyermark

Von welchen Zufällen oft der Gang der Geschichte abhängt.

Nichtsahnend bestellt ein Beamter der Münchner Ministerialbürokratie 560 "Godfrey-Rifles" aus den Restposten des amerikanischen Bürgerkriegs. Er ahnt nicht, daß mit "rifles" nicht nur Waffen, sondern auch die Schützen gemeint sind. Ein paar Wochen später reiten 560 Abenteurer und Halunken, aber allesamt gefürchtete Scharfschützen, über den Königsplatz in München ein. Gegen ihre Feuerkraft haben die Preußen nicht die geringste Chance. Binnen 45 Minuten haben sie mit ihren Schnellfeuergewehren die Gardes du Corps auf gerieben. Bayern wird ein selbstständiger Staat wie die Schweiz, genannt die Leyermark.

Schatten
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Samstag, 30. April 2011, 09:12

Hallo, lieber Schatten! Nun hast du es geschafft, habe mir erst einmal "Der Untergang..." besorgt. Amery stand schon lange auf meiner Lesewunschliste. Durch deinen Thread ist mein Interesse wieder entfacht. Dafuer erst mal recht herzlichen Dank, allerdings krieg ich so meinen SUB nie weg...

Koennte der Thread nicht aber besser umbenannt werden? Ist ja jetzt ein Carl Amery - Seine Werke- Thread geworden.
Phantastische Grüße
Thomas

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Samstag, 30. April 2011, 10:05

Hallo T.H.,
einesteils "ja", andererseits sind es ja nicht seine kompletten Werke sondern die, die mit dem "Untergang der Stadt Passau" direkt und inderekt zu tun haben.
Gut "An den Feuern der Leyermark" habe ich dazugenommen weil dieser schon an schwarzen Humor grenzt.
Man überlege:
Amerikaner vertreiben Preußen aus Bayern und es wird ein neuer Freistaat gegründet. NEIN nicht Bayern, sondern Leyermark.

Zu Amery bin ich ja auch durch Armins Arbeit animiert worden.

Schatten
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11

Freitag, 20. Mai 2011, 15:14

Der Untegang der Stadt Passau

Nun habe ich den Klassiker auch mal gelesen. War ordentlich. Weniger der Plot, also vielmehr die Präsentation, eine sehr dicht erzählte, mit Mundart und lokalem Flair versehene bajuwarische Post-Apokalypse. Dass das Dilemma menschlicher Existenz darin besteht, dass die gleichen Fehler immer wieder wiederholt werden und es wohl keine Alternative zur bekannten gesellschaftlichen Evolution gibt, ist ja nicht erbaulich – wenn man selber der Meinung und Hoffnung ist, dass es auch anders gehen sollte. Na ja, die wenigen Überblenden nach der Seuche machen den Grundkurs in Geschichte auch nur wieder mit „bestanden“ durch und verfallen in den Feudalismus, samt ungarischer Reiterhorden.
Doch Amery liest sich toll. Also bin ich nun vom Amery-Virus befallen und werde wohl auch seine anderen Werke lesen, zumindest erst einmal seine SF.
Phantastische Grüße
Thomas

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