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Beiträge: 138

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81

Samstag, 5. Mai 2012, 10:45


Aber der grösste liegt meines Erachtens darin, dass Ketchum begriffen hat, dass weniger manchmal mehr ist.
das war bei Ketchum aber auch nicht immer so. Man denke nur an Beuterausch. Als das Buch vor ?? Jahren erschien, war es ebenso eine Sensation wie jetzt Tim Curran. Das neu aufgelegte Evil hat ein lesenswertes Vorwort von Stephen King. Darin würdigt der Mann aus Maine Ketchums Entwicklung. Auch hier gilt wieder: Ketchum kann schreiben. Heute hat er es gar nicht mehr nötig durch Extreme aufzufallen.

By the way: hat schon mal jemand meine Signatur wahrgenommen? :cool:
weniger ist mehr

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82

Samstag, 5. Mai 2012, 11:39

Ich bin jetzt bei Seite 160. Das große Finale steht also noch bevor, aber bislang gab es nur sehr wenig geschilderte Gewalt 'zu bestaunen'. Diese war zwar dann heftig, so aber auch nichts, was einem nicht schon woanders begegnet wäre (auch schlimmer). Da war die Gewaltdarstellung (die tatsächlich beschriebene - nicht das, was in den Köpfen der Leser heraufbeschworen wurde) in 'Evil' um Einiges grausamer und detailierter. Vergleiche mit 'Zerfleischt' oder auch Brian Smith sind hier echt nicht angebracht: Rage verfolgt eine ganz andere Schiene.

Oh, oh ... Ich hab jetzt hoffentlich keine Anti-Werbung gemacht ;)?

Kai Grimm

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83

Samstag, 5. Mai 2012, 20:33

Damit müssen Verleger und Autoren umgehen können. Und das tust Du ja auch, wenn ich an Deine Postings in diversen Diskussionen zurückdenke.

Natürlich kann ich damit umgehen. Ich habe auch kein Problem mit absolut negativen Aussagen zum Buch. Selbst wenn sie mit "Scheißdreck" recht deftig daherkommen.


Ja, Ernst, natürlich ist "Scheißdreck" deftig. Aber es ist genau das, was ich in dem Moment, in dem ich es schrieb, empfunden habe. Und zwar aus rein subjektiver Sicht als Mensch, der ich nun einmal bin und nicht in Form einer mir gar nicht mehr möglichen objektiven Betrachtung als Kritiker. Deswegen habe ich da auch überhaupt nichts zurückzunehmen oder zu relativieren.

Zurück zum Buch: Mich würde jetzt wirklich interessieren, was der Autor bezwecken wollte: Tiefe Hassgefühle auf seinen Amokläufer wecken, wie es der eine empfindet oder gar Verständnis erwecken, indem er seinen Täter als hilfloses Opfer einer psychischen Störung darstellt wie es andere empfinden? So oder so, ich werde dieses Sub-Genre in Zukunft strikt meiden, da es für mich wohl ungeeignet ist. Ich brauche keine Romane, die nach einem anstrengenden Arbeitstag noch tiefe Hassgefühle in mir wecken. Zweitere Sichtweise finde ich sogar noch schlimmer, weil sie die Leiden der Opfer zu Gunsten der Beschäftigung mit den Tätern in die zweite Reihe stellt. Ich erinnere mich da an einen thematisch ähnlich gelagerten Roman, den ich so menschenverachtend empfand wie Arthur Gordon "Zerfleischt". Horror bedeutet für mich Mitleiden, Mitzittern und Mitfiebern mit normalen Menschen in Extremsituationen und nicht mehrere 100 Seiten im Kopf derjenigen, die diese Extremsituationen auslösen, festzustecken.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

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84

Samstag, 5. Mai 2012, 22:04

Ich muss hier mal was loswerden: Dass Geschmäcker verschieden sind, "Allen Menschen recht getan usw." muss nicht extra erwähnt werden. Der eine braucht eine 'Message', der andere möchte nur abgruseln, mal mehr, mal weniger deftig. Ich für meinen Teil lese gern auch mal Sachen, die in philosophischer Hinsicht zum Nachdenken anregen. Ich habe größtes Verständnis, wenn jemand keine Folter-Szenen in Romanen, Filmen, was auch immer mag.
Ich finde halt, man sollte den Lesern, denen solche Szenen eben nichts ausmachen (da hör ich auch den alten Slogan "Nur für starke Nerven" klopfen, aber ich will nicht unken :e ) ihr Ding einfach lassen. Wenn ich was nicht mag, halt ich die Flossen weg, lass aber anderen ihr "Vergnügen".

Im Übrigen hätt ich persönlich keine Lust im Horror-Genre irgendwann zu "versuhrkampen". Gore und Splatter gehören genauso dazu, wie die klassische weiße Frau. Ein Kumpel von mir hört fast ausschließlich Death Metal, mag aber auch ABBA und Kate Bush. Ist beides Musik in seinen Ohren. Also, z.B.: Kandidat A findet Buch scheiße, weil Folter von Hamstern. Kandidat B zuckt dabei müde mit den Schultern. Ich seh das als friedliche Ko-Existenz.

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ANUBIS

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85

Sonntag, 6. Mai 2012, 00:04

Zitat

Mich würde jetzt wirklich interessieren, was der Autor bezwecken wollte:


Interview ist bereits mit Steve vereinbart und sobald Torsten sich ein wenig Zeit freischaufeln kann...gehts los!!

Greetz
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

86

Dienstag, 15. Mai 2012, 14:37

So, ich habe nun Kapitel 28 beendet und befinde mich nun genau 25 Seiten vor dem Ende. Nun, bis auf einige etwas "unappetitliche" Szenen (die sich in erster Linie auf die Beschreibung der Snuff- Videos bezogen), hat Gerlach bislang ein sehr eindringliches Psychogramm einer gequälten Seele geschildert. Es ist in erster Linie das Alltägliche, das Wenig- Besondere, was hierbei den Schrecken auslöst. Ben scheint tatsächlich ein Jedermann zu sein, der ruhige Junge von nebenan.
Wenn ich Kais Abscheu dem Buch gegenüber bedenke, so habe ich direkt Angst vor diesen letzten Seiten (zumal ich - besonders auch im Hinblick auf Katzen - ja sehr empfindlich bin). Also, entweder habe ich hier zufällig eine 'entschärfte Fassung' erwischt, oder aber Gerlach lässt das Geschehen tatsächlich auf diesen wenigen Seiten noch vollkommen aus dem Ruder laufen.
Es ist zwar schon etwas her, dass ich "LAKE MOUNTAIN" gelesen habe, doch dort konnte man Gerlachs Nähe zu Laymon jedenfalls wesentlich deutlicher ausmachen als hier bei "Rage". Bislang ist ja kaum etwas geschehen...bislang. Bibber...

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87

Dienstag, 15. Mai 2012, 18:04

Ich würde sagen, du kratzt gerade so an der Türschwelle 25 Seiten vor Schluss ;)

88

Dienstag, 15. Mai 2012, 23:25

So, ich habe jetzt die 25 Seiten hinter mir und ja, ich kann Kais Reaktion durchaus verstehen. Bei den Katzenszenen wollte auch bei mir mein Mittagessen kurzfristig wieder 'Hallo' sagen. Du meine Güte! Dagegen war dann das, was noch folgte, ja beinahe "harmlos" - obwohl ein Amoklauf natürlich nicht derart bewertet werden kann und darf.
Aber trotz dieser widerwärtigen Szenen steht "Rage" für mich drei Ligen über meinem aktuellen 'Liebling' "Zerfleischt". Gerlach nimmt sich nämlich verdammt viel Zeit (fast genau 90 % des Buches), um das mehr als kurze aber nichtsdestotrotz ultraharte Finale vorzubereiten. Und damit wird auch die Intention des Autors klar: Die schonungslose Genese eines Amoklaufs, das langsame Zerbechen einer menschlichen Psyche, das unaufhaltsame Abgleiten ins Wahnhafte, die sozialen Bedingungen, die eine derartige Entwicklung begünstigen. Auf dieser Ebene ist "Rage" im Grunde "nur" eine Variante von Ellis' "American Psycho" (zumal sich dort die noch bizarrere und brutalere Gewalt ausschließlich gegen Menschen richtet).
Currans Machwerk besteht dagegen ausschließlich aus diesen letzten 25 Seiten von "Rage", es ist "Dégoût Pour Dégoût" - Ekel um des Ekels willen. Snuff- Literatur der widerwärtigsten Sorte.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »arthur gordon« (16. Mai 2012, 13:35)


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89

Mittwoch, 16. Mai 2012, 08:13

ich schließe mich im Wesentlichen @Arthur Gordon an: dem Autor ging es nicht um Splatter und/oder damit die Verkaufszahlen zu steigern. Die Katzenszene ist natürlich völlig daneben, allerdings wirkte sie auf mich unglaubwürdig. Ob so etwas "technisch" überhaupt geht? Ich weiß es nicht. Allerdings habe ich über PETA auch schon von schlimmsten Sachen dieser Art gehört. By the way: in diesem Thread reden alle nur über die Katze. Ich fand die Szenen mit Puschelchen genauso schlimm.

Das Ende ist dann wenig überraschend gewesen, folgt aber nicht der Logik des Protagonisten. Seine Wut richtete sich in erster Linie gegen Frauen und seine Eltern. Außerdem war mir zuviel Psycho drin. Er schilderte, was der Hauptdarsteller denkt. Sein Tun wäre interessanter gewesen.

Fazit: kann man lesen, muss man aber nicht. Es ist kein Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird. Evil werde ich dagegen nie vergessen!
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Kai Grimm

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90

Mittwoch, 16. Mai 2012, 12:39

Andreas, natürlich ist es nicht richtig, ein Buch auf eine Szene zu reduzieren. Nur beinhaltet diese Szene etwas, das für mich ein emotionales wie auch idelogisches NOGO ist und das führt halt konsequent zum Nichtlesen. Zumal diese Szene in ihrer Länge und Ausführlichkeit meiner Meinung nach in keinem literarischen Kontext zu rechtfertigen ist. Naja, das Täterpsychogramm-Genre dürfte mir ohnehin nicht liegen. Einen Vergleich zu "Zerfleischt" mag ich ebenfalls nicht ziehen, denn eigentlich habe ich zur Zeit jedenfalls nicht das geringste Bedürfnis, dieses Buch zu lesen. Meine Leseliste ist dieses Jahr sowieso nicht sehr splatterintensiv. Da steht bisher eine splatterige Kurzgeschichtensammlung zu Buche und dabei ging es um Zombies, also durchaus ein phantastisches Thema. Die reine Splatterei nutzt sich irgendwann ab und wenn dann noch die Story drumherum fehlt geht mein Interesse irgendwann flöten.
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

91

Mittwoch, 16. Mai 2012, 13:37

Einen Vergleich zu "Zerfleischt" mag ich ebenfalls nicht ziehen, denn eigentlich habe ich zur Zeit jedenfalls nicht das geringste Bedürfnis, dieses Buch zu lesen.


Das musst du auch nicht! Du würdest dich ohnehin nur über die Geld- und Zeitverschwendung ärgern. Lies besser ein wirklich gutes Buch!!! :friends:

Ernst Wurdack

Fürst der Finsternis

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92

Samstag, 19. Mai 2012, 10:35

Petra Querfurth vom Krimikiosk vergibt 4,5 von 5 Sternen.
Sie schreibt: Gerlach beschreibt die seelischen Qualen seines Protagonisten so authentisch, man möchte diesen Ben unter die eigenen Fittiche nehmen, schütteln, anschreien oder besser, man hätte ihn nie kennengelernt. Obwohl mich manche Passagen geradezu angeekelt und verstört haben vergebe ich 4,5 Sterne.
http://krimikiosk.blogspot.de/2012/05/ra…m-kind-zum.html
Ich finde es hochinteressant, wie anders dieses Buch in der Krimigemeinde aufgenommen wird. Ein paar Rezensionen vin Krimi-Rezensenten stehen noch aus, ich bin sehr gespannt, wie die Sache weiter geht.

ANUBIS

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93

Sonntag, 20. Mai 2012, 00:45

Zitat

Ich finde es hochinteressant, wie anders dieses Buch in der Krimigemeinde aufgenommen wird


Ernst, ich habe eigentlich damit gerechnet...Krimi Fans sind da dickhäutiger;-)

Greetz
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