In einem Schreibratgeber, den ich gerade lese, heißt es, dass man gut darüber nachdenken soll, ob die Geschichte es Wert ist, aufgeschrieben zu werden.
Und diese von einem Detektiv, der ins Hinterland aufbricht, um den Auftrag einer alten Dame anzunehmen, ist es in meinen Augen nicht Wert. Zu wenig Substanz, viel zu wenig.
Der Detektiv ist eine Klischee-Figur (Säufer, zynisch, Chesterfield rauchend, nahe am Existenzminimum) und auch seine Ahnung, dass es einen geistesgestörten Nachkommen geben muss, finde ich sehr, sehr weit hergeholt; das Handeln der alten Dame ist nicht glaubhaft; Die Auflösung irgendwie unspektakulär;
Rein von der Handlung und den Figuren her gesehen, ist die Geschichte für mich komplett durchgefallen.
ABER!
Der Stil des Autors hat mich beinahe sprachlos gemacht (und wieder vermisse ich den Huldigungs-Smiley). Er schildert so lebendig, witzig und interessant, dass jede Zeile eine Freude ist! Der kurze Dialog sitzt perfekt; die Beschreibung der Farm, das heraufbeschwören der Atmosphäre ... Schlichtweg großartig! Einen so flüssigen Text habe ich in letzter Zeit nicht oft gelesen.