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Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

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41

Donnerstag, 2. Februar 2012, 16:28


Bist du mit 39 abgegebenen Stimmen denn zufrieden? Quantität wiegt ja auch nicht unbedingt Qualität auf.



Hier die Daten aus der Vergangenheit:
49 T. 2010, 48 T. 2009, 40 T. 2008

Insgesamt wurden 508 von 840 Stimmen abgegeben. Das ist nicht schlecht. Diejenigen, die abgestimmt haben, hatten überwiegend den Eindruck erweckt, sie wissen wovon sie sprechen (und stellenweise kannst du das ja durch die Leselisten bestätigt bekommen). Es waren nur ganz wenige dabei, die einzig und allein sich selbst gewählt haben, also kann man schon sagen, die rein objektive Qualität war vorhanden.

Noch was wegen der Qualität: Ich habe vorher getippt wer auf die Nominierungsliste kommt. 19 Treffer, das spricht zumindest für eine gewisse Vorhersehbarkeit. Ansonsten kann man sowas immer schwer sagen. Mein "Geschmack" wurde bei allen Runden bisher nur bedingt getroffen. Für 5 der Nominierungen hatte ich auch gestimmt (vorbehaltlich es bleibt bei meiner Auswertung, der Abgleich mit Elmar muss ja noch erfolgen), das ist eine ganze Menge.

Letztendlich muss ja jeder, wenn er die Nominierungsliste sieht, selbst entscheiden, ob die Qualität des Votings gegeben ist. Da gab es in den bisherigen vier Runden wenig Kritik. Das spricht ja auch für die Qualität des Vincent Preis. Aber da hat ja auch jeder immer eine etwas andere Meinung zu.

Kennst du die Gewinner bzw. Nominierten der Vergangenheit und wenn ja, wie würdest du durchschnittlich die Qualität bewerten?

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42

Donnerstag, 2. Februar 2012, 20:11

Zitat

Insgesamt wurden 508 von 840 Stimmen abgegeben. Das ist nicht schlecht. Diejenigen, die abgestimmt haben, hatten überwiegend den Eindruck erweckt, sie wissen wovon sie sprechen (und stellenweise kannst du das ja durch die Leselisten bestätigt bekommen).


Ich hab zumindest so einiges durch und es hat Spaß gemacht! Ich glaube die Qualität der Votings beim Vincent-Preis ist schon ziemlich hoch.

Ich kenne erst die Gewinner und Nominierten des letzten Jahres so richtig und da hat mich nur gewundert, dass international Operation Z nicht gewonnen hat, bzw. nicht über die Nomninierungsrunde hinauskam. Aber das lag wohl einfach am Geschmack.

Mammut

Der ErnstFall

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43

Freitag, 3. Februar 2012, 08:28

Was ist denn Operation Z?

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44

Freitag, 3. Februar 2012, 09:22

Der Roman von Max Brooks: Operation Z - Wer länger lebt ist später tot. Ein 10-Punkte Zombie-Roman, der momentan von Plan B, Brad Pitts Produktionsfirma und Paramount verfilmt wird. Also DER Zombie-Roman schlechthin! Würde dir gefallen, schätze ich...

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Marcus

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45

Freitag, 3. Februar 2012, 14:26

Also Micha, ich würd mir da jetzt nicht den großen Kopf machen. Wahrscheinlich sind dieses Jahr einfach nicht die richtigen Werke erschienen, die den Wahlinteressierten Forumgänger derart überzeugt haben, dass er sie für den Vincent vorgeschlagen hätte - Mist soll ja auch nicht prämiert werden. Außerdem gibt´s sicher auch den einen oder anderen, der dieses Jahr nicht veröffentlicht hat und deshalb ein eingeschränktes Interesse an einer Stimmabgabe hat(oder sich nicht selber wählen!) Muss man schließlich alles verstehen - ohne Anreiz keine Stimme. Jedenfalls kann es auch durchaus sein, dass sich die Stimmen in der Endrunde nochmal mehren, falls sich eine Eule unter die Nominierten gemogelt hat. Und wie wir es aus der Wirtschaft kennen und schon immer wußten: es kann eben nicht immer nur nach oben gehen, eine kleine Wahlrezension kann der Struktur eines Literaturpreises auch nicht schaden. Es bewegt sich eben alles in Wellen, mal auf, mal ab.

Ich jedenfalls bin auf die Auswertung gespannt - besonders bei den Anthologien! Da ja dieses Jahr keine Zwielichtausgabe rausgekommen ist, muß man direkt gespannt sein, welche Kurzgeschichtensammlung sich durchsetzen wird. Naja, nächstes Jahr fährt das Schiff dann wohl wieder den alten Kurs ...

Also Grüsse, und nicht zweifeln und rumdoktorn, das bringt nix, es sorgt nur für Unruhe in der Herde des Schäfers,
Marcus

46

Freitag, 3. Februar 2012, 16:53

Ich hab zwar mitgemacht, fand aber die Veröffentlichungen 2011 großteils erschreckend schwach. Vielleicht hat das mancher ähnlich gesehen und deshalb nicht abgestimmt. Warte einfach ab, ob der Trend im nächsten Jahr weiter rückläufig ist. Dann kannst Du Dir immer noch Gedanken machen.
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
www.hoerspiellobby.de

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47

Freitag, 3. Februar 2012, 19:59

fand aber die Veröffentlichungen 2011 großteils erschreckend schwach.

@ Royston ........... das schmerzt tief in meiner Seele.... :(
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.

48

Freitag, 3. Februar 2012, 20:03

:) Die Betonung lag auf "großteils". Das heißt bedeutet: nicht alle! Erinnere Dich mal an mein Posting im entsprechenden Thread zu "Graues Land" oder beim Jahresrückblick. :]
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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49

Freitag, 3. Februar 2012, 20:07

Ich muss mich Royston anschließen. Das vergangene Jahr hat nur bedingt Werke hervorgebracht, die einen Preis verdienen. Kann durchaus sein, dass da das Abstimmungsverhalten drunter gelitten hat.

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Sonntag, 5. Februar 2012, 16:19

Zitat

Mir ist gerade eine Idee durch den Kopf gegangen: Was haltet ihr von der Stimmmöglichkeit


"

Zitat

kein Preis - die Abstimmenden halten in dieser Kategorie keine der Nominierungen für preiswürdig ".

Es muss ja nicht immer und jedes Jahr etwas siegwürdiges (aus Sicht des Abstimmenden) erschienen sein. Und somit kann man dies aber nachdrücklich zum Ausdruck bringen.

Beim KLP http://www.kurd-lasswitz-preis.de/ ist sowas auch möglich.



Was denkt ihr?
Ich habe meine damalige Meinung geändert und bin mittlerweile dafür.

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51

Sonntag, 5. Februar 2012, 19:16

Nein, ich bin weiterhin gegen eine solche Möglichkeit. Das wäre wirklich eine Demütigung für die Autoren und jeder, der ein gutes Buch abgeliefert hätte, bei dem vielleicht eine Kleinigkeit gefehlt hat, um zum großen Wurf zu werden, würde das als Nackenschlag wahrnehmen und demoralisiert werden.

Mammut

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Sonntag, 5. Februar 2012, 19:37

Nein, ich bin weiterhin gegen eine solche Möglichkeit. Das wäre wirklich eine Demütigung für die Autoren und jeder, der ein gutes Buch abgeliefert hätte, bei dem vielleicht eine Kleinigkeit gefehlt hat, um zum großen Wurf zu werden, würde das als Nackenschlag wahrnehmen und demoralisiert werden.


Was ist denn eine Kleinigkeit die zum großen Wurf fehlt? Hast du mal ein Beispiel? Da kann ich mir nämlich nichts drunter vorstellen.

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53

Sonntag, 5. Februar 2012, 20:12

Ersetzen wir großer Wurf (war unglücklich von mir gewählt) durch wirklich gelungenes Werk.

Ich nehme mal die Wanderdüne von Felix Woitkowski. Hier sind eigentlich alle Zutaten vorhanden, um ein klasse Buch abzugeben. Eine mysteriöse Ausgangslage; ein Prot, in den man sich hineinversetzen kann; eine leicht entrückte, märchenhafte Atmosphäre; eine Welt, in der sich Leser und Prot. gleichsam erst zurechtfinden müssen ... Aber trotzdem fehlt für mich noch ein letzter, entscheidender Schritt, um ein wirklich gelungenes, rundes Werk abzugeben. Das mag am fehlenden roten Faden liegen, am Aufbau, der nach dem ersten Kapitel erstmal ein ziemlich großes Loch reißt, wo man sich zurechtfinden muss, vielleicht auch an ein, zwei Spannungsmomenten, die einfach fehlen, um wirklich zu bannen.

Eine ausführlichere Kritik im entsprechenden Thread kommt noch ...

Sprich: Die Wanderdüne ist gut, aber zu einem wirklich gelungenen Werk fehlt noch ein Stück und damit auch für eine Auszeichnung.

Mammut

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Montag, 6. Februar 2012, 08:44

Timo, entweder hälst du (um beim Beispiel zu bleiben) "Die Wanderdüne" für gut genug, den Vincent Preis zu gewinnen, oder eben nicht. Egal ob da schon vieles vorhanden ist. Und wenn du der Meinung nicht bist, kann man auch das Schild "kein preiswürdiges Werk" hochhalten.
Es spricht ja nichts gegen die erschienen Werke, dass keines dann preiswürdig ist. Es spricht dann ja für den Anspruch des jeweiligen Abstimmenden, dass er nicht alles, was einigermaßen gut ist, für preiswürdig hält.

Ein Preis soll ja das auszeichnen, was besonders gut ist. Nicht das, was in dem Jahr am besten gefallen hat, auch wenn es nicht herausragend war. Natürlich muss man die Kirche im Dorf lassen. Jahrhundertwerke wie Dracula oder Dr.Jekyll und Mr. Hide erscheinen ja nur alle Jubeljahre.

Daher verstehe ich dein Einwurf, eine Kleinigkeit zum Großen Wurf fehlt, immer noch nicht. Ich persönlich würde auch ein Werk mit ein paar Schwächen für preiswürdig halten. Es muss halt nur etwas Außergewöhnliches bereit halten.

Mit der Stimmmöglichkeit "kein preiswürdiges Werk" könnte man auf jeden Fall der Meinung Ausdruck verleihen, dass es ein schwacher Jahrgang in der jeweiligen Kategorie war.

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Felix W

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Montag, 6. Februar 2012, 10:16

Bei Preisen stellt sich halt immer die Frage, ob man die besten Werke eines Jahres auszeichnen will oder nur die preiswürdigen. Das erste ist ja nur eine relationale Kategorie, die auch Unleserliches mit einbeziehen kann, und die zweite kaum durch eine Abstimmung zu ermitteln. Letztendlich muss und soll jeder selbst entscheiden, was er nominiert.

@Timo
Ich bin sehr gespannt auf einen ausführlicheren Leseeindruck. :evil:
Mein Blog: |T|Ä|N|D|E|L|E|I|

Marcus

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56

Dienstag, 7. Februar 2012, 11:03

Also ich finde, man kann das mit der Nichtwürdigkeit des Vincentpreises machen oder es lassen, das kann unter Umständen witzig werden oder das Gegenteil. Ich stelle mir vor, dass es dann immer so dreißig Leute gibt, die erst mal überall auf Nichtwürdig tippen, weil sie sich nur selber für würdig halten. Darüber hinaus, scheint es mir einen schalen Beigeschmack zu geben, obwohl ja eine Bewertung ohnehin rein subjektiv ist, denke ich, es ist eine Sache, wenn ich (obwohl ich vielleicht nur zwei drei Bücher von dreißig gelesen habe) behaupte, eine der drei wäre preiswürdig oder ob ich bei gleicher Lesemenge behaupte, nichts sei dieses Jahr prinzipiell nominierungswürdig. Bei der ersten Sache, sag ich, es ist rein subjektiv - bei der zweiten, diese Art der Bewertung ist anmaßend.

Tja, da steht er also im Raum, der Begriff der Anmaßung, wenn ich behaupte, keine Geschichte oder Roman sei Preiswürdig. Klar, ist das genauso subjektiv wie eine irgendwie geartete Nominierung, aber irgendwie muß ich mich da Timo anschließen. Ich denke, es ist zwar ein mieses Gefühl, wenn man eine sehr gute Geschichte geschrieben hat, die dann gegen eine (subjektiv gesehen) schlechtere Geschichte verliert oder gar nicht erst nominiert wird. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn keine Nominierung erfolgt, nur weil wenige Leute in diesem Jahr aus dem Forum zu einem Buch gegriffen haben, und diese wenigen dann behaupten, dieses Jahr wäre an sich unwürdig.

Da braucht man auch gar nicht darüber zu philosophieren, ob ein Roman nun ganz perfekt oder halb oder irgendwie ist - ein Roman ist ein Roman, der einem entweder gefällt oder nicht. Denn, ganz ehrlich, so beschissen sind doch die meisten Bücher gar nicht, man wartet nur immer auf den ganz großen Reißer - wenn man darüber abstimmen wollte, bräuchte man nur alle zwanzig Jahre einen Vincent Preis ausrufen. Aber darum geht es doch gar nicht. Sondern?

Um die Unterstützung und Bekanntmachung deutscher, gegenwärtiger Horrorliteratur - und das heißt abstimmen und nicht über Ansichten von Qualitäten zu fachsimpeln.

freundl. Grüsse, Marcus

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57

Dienstag, 7. Februar 2012, 11:26

Ich hatte mich aus zweierlei Gründen umentschieden. Zum einen hätten dann nämlich jene eine Stimme, die sich hier im Forum gemeldet haben und es würde die "reale" Beteiligung wiederspiegeln. Zum anderen ging es mir in der Rubrik "Internationale Romane" dieses Jahr so, dass ich von den Werken zwar viele gelesen habe, aber vieles davon das Gegenteil von nomninierungswürdig gewesen wäre. Bei einigen Büchern habe ich mich rückblickend noch mal darüber geärgert, so dass ich das auch gerne per Abstimmung kundgetan hätte.



Timos Sorge kann ich verstehen und hoffe stark, dass Nackenschläge auf Dauer gut für die Durchblutung sind... ;) Ich glaube, als Autor sollte man seine Scheu vor der Öffentlichkeit so weit es geht abbauen.

Mammut

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Dienstag, 7. Februar 2012, 12:07

A
Um die Unterstützung und Bekanntmachung deutscher, gegenwärtiger Horrorliteratur - und das heißt abstimmen und nicht über Ansichten von Qualitäten zu fachsimpeln.

freundl. Grüsse, Marcus


Schließt das eine nicht das andere ein? Gehört die Diskussion über die Qualität nicht zur Unterstüzung und Bekanntmachung?

59

Dienstag, 7. Februar 2012, 12:15

Naja, die ganze Qualitätsdiskussion führt doch letztlich zu nichts. Zum einen ist das stark subjektiv, es gibt immer mal wieder Jahrgänge, die den jeweiligen Leser stärker oder schwächer ansprechen. Zum anderen wird doch generell bei so ziemlich allen Preisen ausgezeichnet, was in dem jeweiligen Jahr eben gerade da ist. Was ein starker und was ein schwacher Jahrgang ist, wird dann die Geschichte zeigen. :)

Um die Unterstützung und Bekanntmachung deutscher, gegenwärtiger Horrorliteratur - und das heißt abstimmen und nicht über Ansichten von Qualitäten zu fachsimpeln.


Also wenn ich mir die Zahlen der Abstimmenden der letzten Jahre so ansehe, ist die Bekanntmachung der Horrorliteratur durch Preise doch wohl etwas überbewertet. :D
...and the book club consists mainly of people who club me with books.

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Marcus

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Dienstag, 7. Februar 2012, 13:41

Zitat

Also wenn ich mir die Zahlen der Abstimmenden der letzten Jahre so ansehe, ist die Bekanntmachung der Horrorliteratur durch Preise doch wohl etwas überbewertet.


Naja, den Preis nun bekannter zu machen ist ja eine Sache - ich meinte aber nicht den Preis. Und ganz ehrlich, ob nun 5000 Idioten abstimmen oder 5, ist mir eigentlich egal. Da wird ja aus subjektiv auch nicht gleich das Gegenteil. Ist, glaub ich, so wie mit der Multiplikation mit eins, das kann man noch so oft machen wie man will.
Außerdem, nicht zu vergessen - es herrscht die latente Hoffnung, dass beim Vincent Preis Leute abstimmen, die nicht der Ramschtischliteratur von Thalia erlegen sind, und damit nicht eins zu eins die Verkaufszahlen der Großverlage widerspiegeln, dazu brauch ich keinen Literaturpreis. Also die Anzahl der Freizeitjuroren ist damit relativ belanglos, ja umgekehrt fördernd.

Für mich ist der Vincent ein Preis, der mir Lit.hinweise im Bereich Kleinverlagsszene gibt, ich will und fordere, dass sich dort nur dann ein "bekannter" Autor durchsetzt, wenn sein Werk überragend ist (absolut überragend) und nicht weil ihn viele Leute lesen. Das war für mich als Leser nie ein Argument. Natürlich darf ein Preis deshalb auch nie dazu dienen, sich selbst zu voten oder bestimmte Leute puschen, die die eigene Sympathie haben. Aber machen wir uns nichts vor, da könnte man auch gleich das Utopia ausrufen. Und niemand ist vor solchen Anwandlungen sicher.

Aber wie gesagt, ich habe nur Vorbehalten gegen die Möglichkeit der Nichtpreiswürdigkeit - kein wirkliches Argument. Das kann auch lustig werden, und wenn man als Autor mal ganz auf seine Befindlichkeiten verzichtet, kann es unter Umständen zu einer Herausforderung werden, die Mauer der Nichtpreiswürdigkeit zu durchbrechen.

Grüsse, Marcus