STYX Fluss der Toten
Diese Anthologie ist das Debut des LUZIFER Verlags Steffen Janssen und optisch wie haptisch gefällt das Buch und wirkt sehr professionell. Auf 360 Seiten versammeln sich 14 Geschichten, die meisten von unbekannten Autoren.
Meine Favoriten:
Der dunkle Fluss von Dennis Huber
Ein Schriftsteller hat eine unheimliche Begegnung mit einem alten Mann. Später trifft er einen anderen Autor auf einer Party und fühlt sich auf besondere Art zu ihm hingezogen. Dieser scheint in einer Notlage und will bei ihm wohnen. Er erzählt eine unglaubliche Geschichte und die Hauptperson gerät in einen gefährlichen Sog, der lebensbedrohlich wird. Gut geschrieben und spannend zu lesen.
6,5 von 10 Punkten
Neuanfang von Veronika Bicker
Cassie wacht in einer dystopischen über eine Gruppe Kinder und schützt sie vor den Anderen, die das Unheil und die Kälte mit sich brachten. Sie trifft am Fluss auf den verunglückten Matrosen Navin und pflegt ihn. Beide erkennen, dass ihr Schicksal miteinander verwoben ist. Die Geschichte fand ich bis kurz vor ihrem Ende sehr gut mit überraschenden Wendungen. Der Schluss ist mir zu lang und etwas zu pathetisch geraten. Geschmackssache.6,5 von 10 Punkten
Über den Styx von Sebastian Gaidus
Das morbide Treiben des Wolfgang Lehms und des Ich-Erzählers wird gelungen und mitreißend beschrieben und gerne folgte ich als Leser Stufe um Stufe tiefer in den Abgrund. Die Idee, Kokain so zu strecken war mir neu. War das eine versteckte Hommage an Keith Richards im Erich Zann Gewand?
7,5 von 10 Punkten
Das Loch von Steve Kußin
Der Autor hat sich der Thematik in meinen Augen erfrischend anders genähert und beschreibt, wie ein harmloser Schwimmunfall in dem Nest Linton in Florida von dem Detective Sean Hooper bearbeitet wird und sich zu einer Bedrohung für das ganze Städtchen entwickelt. Von dem Schreibstil war ich sehr angetan, unauffällig und doch präsent wurde ich als Leser mitgezogen. Respekt! Na ja, das Ende war mir dann doch zu dick, das hätte vielleicht bei einer Novelle besser gepasst.
8 von 10 Punkten
Außerhalb der Wertung steht für mich die Geschichte „Kassandra“ von Elisa Wächtershäuser, die nicht in das Genre Horror fällt mir aber dennoch ausgesprochen gut gefallen hat. Hier wird der griechische Mythos um Kassandra mit dem Anthologiethema gelungen verwoben und wer ein Faible für griechische Sagen hat, dem wird sie gefallen.
7,5 von 10 Punkten
Insgesamt fand ich die Anthologie nicht ganz so gut, wie ich die Einzelbeiträge gelobt habe. Viele Geschichten fand ich ähnlich und es wurde der narrative Erzählstil gepflegt, der mir bei vielen Fantasy-Geschichten nicht liegt.
Insgesamt vergebe ich 6 von 10 Punkten für dieses Debut.