Erst mal zum Rahmen, Cover, Umschlag, Geruch, Innenansicht mit den Grafiken: Jepp, Daumen hoch. Auch gerade die Innenillus bereichern die Anthologie enorm.
Meine 3 best off Geschichten.
Felix Woitkowski - Adisons Pforte
Poe aus den Augen eines anderen Betrachters, während seiner Zeit in der Militärakademie Westpoint. Die Geschichte zieht alle Register des klassischen Spannungsaufbaus. Die Vorstellung Poes als mystische Figur, eine Legende, das gemeinsameAusreißen, eine Entdeckung, eine Mauer und etwas dahinter... Wirklich toll geschrieben entlässt einen diese Geschichte mit einem angenehmen Schauer.
8,5 von 10 Punkten
Christian Endres - Das Urteil
Endres kann es. Wieder ein innovativer Ansatz in der Idee. Er beschreitet mit dieser Geschichte einen sehr eigenen Pfad und verquickt das Schicksal Poes mit der nordischen Mythologie zum Zeitpunkt des nahenden Todes des Poeten. Schreiben kann Endres sowieso, aber es sind die neuen Perspektiven, die Endres auszeichnen und weswegen seine Geschichten bei mir haften bleiben.
9 von 10 Punkten
Erik Hauser - Odem des Todes
Am meisten hat mir der Kontrast zwischen der räumliche Enge der Wohnsituation Poes und der Weite und Freiheit der "Seeefahrerei" seines Bruders gefallen. Das Spiel von Realität und Fiktion, das mystische Element durch Wind und Wetter aus den Augen Poes Bruders mit einem Kommentar aus der Seefahrt begleitet. Toll. Diese Geschichte hat mich samt ihrer Auflösung gefesselt und begeistert. Man muss natürlich im Vergeleich mit anderen Geschichten aus dem Band berücksichtigen, dass Hausers Geschichte durch die Länge eher zu den Novellen zählt und sich auch angemessen entfalten konnte.
Auch 9 von 10 Punkten mit einem Hauch Vorsprung
Alle anderen Geschichten haben mir auch gefallen, ich denke man kann hier schon wieder von einer überdurchschnittlich guten Anthologie sprechen.
Zu den Geschichten der Mitforisten:
Arthur Gordon Wolf - Die Geister der Vergangenheit
Natürlich steht eine Katze im Mittelpunkt der Geschichte, die als Opener der Anthologie gut funktionierte. Ich persönlich fühlte mich durch die kursiv gesetzten Anmerkungen aus dem Lesefluss gerissen und hätte lieber Fußnoten gesehen. David Foster Wallace hat sie jüngst salonfähig gemacht, deine uinterscheiden sich von seinen durch tatsächlich investierte Rechercheleistungen. Ansonsten habe ich eine sehr schön beklemmende Geschichte über das Lebendig-Begraben-Sein gelesen!
Sören Prescher - Metzenger
Besessenheit oder Auserwählt-Sein? Ebenfalls eine tolle (und die erste Geschichte), die ich von dir lesen durfte. Gewissermaßen habe ich sie als Geschichte für Autoren verstanden, ein Thema welches ich gerne lese und Sörens Ansatz habe ich als erfrischend und neu empfunden.
Michael Schmidt - Schwarz wie Blut
Für mich die beste Geschichte, die ich bisher von dir gelesen habe und ja, wohl auch die erotischste des gesamtes Bandes. Deine Erklärung zum Tode Edgars Bruder hat mir gut gefallen. Würdiger Abschluss des Bandes.
Fazit: Ich habe nun vor dem anstehenden Vincent meine letzte Anthologie gelesen, die 2011 herauskam und kann mich noch nicht entscheiden. Auch Odem des Todes ist eine empfehlenswerte Anthologie, die mir viel Spaß und vor allem gruselige Momente beschert hat. Vermutlich werden am Ende Äußerlichkeiten entscheiden.
8,5 von 10 Punkten