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  • »SteffenJanssen« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 5. September 2011

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1

Freitag, 23. September 2011, 16:46

Gefrorenes Blut

So... nun wage ich mich auch einmal, mich zu blamieren und stelle eine kleine Episode einer einst geplanten Geschichte hier hinein.
Zerreißt mich ruhig ... ich kann das ab :devil:

Einleitung zu der Szene: Eine kleine Gruppe von Leuten, die über »gewisse« mentale Fähigkeiten verfügen, haben sich auf einem alten gemiedenen herrschaftlichem Anwesen im Wald eingerichtet, um hinter dessen »mysteriöse« Geheimnisse zu kommen. Die Szene wirkt wohl etwas zusammenhangslos, da ich die Idee nicht weiter verfolgt habe ...

»Gefrorenes Blut«


Teil 1/3


Es war kalt. Schrecklich kalt.
Johanna zog die Bettdecke über ihre Schultern und schlug die Augen auf.
Sehen konnte sie nichts. Doch ließen sich in der totalen Finsternis ein paar Schatten erahnen.
Sie brauchte diese völlige Dunkelheit, um schlafen zu können. Die kleinste Lichtquelle im Raum konnte sie um den Verstand bringen.
Deshalb hatte Johanna vor dem Schlafengehen die alten Fensterläden fest verschlossen. Kein leichtes Unterfangen, waren doch die Scharniere im Laufe der Jahrzehnte festgerostet und das splittrige Holz verzogen.
Tip-Tap ... Tip-Tap ...
Sie horchte auf.
Lief da jemand über den Korridor?
Sie versuchte ihre schläfrigen Sinne zu schärfen, richtete ihren Oberkörper auf, indem sie sich auf die Ellenbogen stützte, und lauschte angestrengt hinaus. Nichts. Nach einer Weile ließ sie sich fröstelnd ins warme Kissen zurückfallen. Gewiss spielte die Müdigkeit ihrem Verstand einen Streich.
Tip-Tap ... Tip-Tap ...
Also doch!
Erneut schrak Johanna hoch, einen spitzen Aufschrei auf den Lippen, den sie im letzten Moment unterdrückte, indem sie die rechte Hand auf den Mund presste.
Da war jemand! Ganz bestimmt! Direkt vor ihrer Tür!
Deutlich konnte sie ein Schlurfen vernehmen. Dann plötzlich – lautes, dumpfes Getrappel. Kindergetrappel!
Mit weit aufgerissenen Augen stierte sie in Richtung Tür.
Da war es wieder - ganz deutlich: Kindergetrappel!
Das Blut gefror in ihren Adern. Wie konnte das möglich sein? Sie waren doch ganz allein hier draußen.
Bei ihrer Ankunft hatte der Professor erklärt, die nächste Ortschaft läge im Tal, über 10 Kilometer entfernt. Und seit Tagen war ihnen
auch keine Menschenseele begegnet!
Doch nun, inmitten dunkelster Nacht: Kinderlärm auf dem Korridor des verwaisten Schlosses.
Was sollte sie tun?
Johanna hockte in dem riesigen, barocken Bett - zur Salzsäule erstarrt. Sie war ganz allein hier oben. Hatte - beinahe trotzig - auf diesem Zimmer bestanden, weil es über ein eigenes Bad verfügte. Der Professor und die anderen schliefen eine Etage tiefer.
Gott ... es war so anders, als sie erwartet hatte. Es war so ... so real!
Tip-Tap ... Tip-Tap ...
Die Kinder liefen vor dem Raum auf und ab.
Spielten sie etwa auf dem Korridor?
Johanna hörte sie lachen. Helles, klares Kindergelächter.
Es war so verdammt real!
'Aufhören!', schrie es in ihrem Kopf. 'Aufhören!'
Sie presste beide Fäuste vor den Mund; biss sich auf die Knöchel; verharrte in krampfhafter Pose.
Plötzlich endete das Gelächter. Schlagartig brach es ab. Ungläubig ließ siedie Hände zittrig aufs Bett sinken. Jetzt erst spürte sie, wie
heftig ihr Herz schlug. Hart klopfte das Blut gegen ihre Schläfen, verursachte Kopfschmerz und einen Hauch von Übelkeit.








lese gerade: »Katzendämmerung« von Arthur Gordon Wolf

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »SteffenJanssen« (23. September 2011, 19:29)


HPL-Fan

Der Suchende

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2

Freitag, 23. September 2011, 17:53

Und weiter ....???? ...... Das lässt sich schon gut an, scheint in meinen Augen eine klassische Geistergeschichte zu werden. Nur eins ..... bei der Einleitung zum Schloss kommt recht wenig Atmosphäre auf. Aber sonst kann man auf mehr gespannt sein.
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.

3

Freitag, 23. September 2011, 18:11

Abgesehen von der "unsichtbaren Tinte" (bitte denkt immer daran, dass es noch einige hier im Forum gibt, die das klassische Design bevorzugen ;-))-) fällt mir vor allem der Stilbruch gleich zu Beginn auf: Auf die einführende Erklärung folgt die Story viel zu abrupt - hier müsste erst einmal kurz erklärt werden, um wen es sich hier genau handelt, wie die genauen Umstände sind. Ohne die Vorrede kann man eine Story dagegen problemlos so unvermittelt beginnen.
Die Atmosphäre ist okay, auch wenn es mich bei Floskeln wie "das Blut gefror in ihren Adern" gruselt, allerdings nicht so, wie es der Autor erhofft hat. :D

Solitaire

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4

Freitag, 23. September 2011, 18:11

scheint eine gute, klassische Gespenstergeschichte zu werden, wie ich sie liebe. Nur - wie es HPL schon sagte - es fehlt die Atmo. Ich kann mir das Schloß nicht so richtig vorstellen. Ich finde auch, du steigst ein bißchen zu schnell mit den Geistererscheinungen ein. Ich finde es immer besser, wenn die Stimmung langsam von harmlos zu bedrohlich kippt und der Prot. es als letztes mitkriegt. :devil:

Aber mach auf jeden Fall weiter! Pingeligen L euten wie Johanna lasse ich in meinen eigenen storys auch immer gerne etwas... zustossen ^^

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5

Freitag, 23. September 2011, 18:17

Weiß auf weiß ist wohl die neue Trendfarbe ;) .
...and the book club consists mainly of people who club me with books.

6

Freitag, 23. September 2011, 18:30

Schade, würde es gerne lesen, aber mit Blau markiert ist schlimm für meine Augen. Dann leider nicht...
.
.



  • »SteffenJanssen« ist der Autor dieses Themas

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7

Freitag, 23. September 2011, 19:14

Gefrorenes Blut

Teil 2/3 ...


Johanna versuchte sich zu beruhigen. Eigentlich hätte sie etwas Derartiges erahnen müssen. Deshalb war die Gruppe doch hier! Deshalb war sie hier!
Aber das es so unerwartet - so erschreckend - auftreten würde, daran hätte sie in ihren kühnsten Träumen nicht gedacht.
Sie zögerte noch einen Augenblick, dann schwang sie vorsichtig die Beine aus dem hohen Bett. Ein kurzer stechender Schmerz durchzuckte ihre nackten Fußsohlen, als sie den eisigen Steinboden berührten. Doch dieses Empfinden wurde von dem nachhallenden Schock des soeben Erlebten verdrängt. Ein einziger Gedanke beherrschte ihren Kopf: eine Etage tiefer gelangen und jemanden aufwecken. Jemand vertrautes. Nicht eine einzige Nacht mehr, würde sie hier oben allein verbringen!
Auf Zehenspitzen schlich Johanna zur gegenüberliegenden Wand und tastete behutsam nach der Zimmertür. Mit starren Fingern drehte sie den Schlüssel herum, drückte die schwere metallene Klinke hinab und zog die hölzerne Tür einen schmalen Spalt auf. Mit schartigem Knarren gab diese den Blick auf den Korridor frei.
Sanftes Mondlicht tauchte den Gang in farblosen Schimmer. Schwer und bedrohlich hingen die samtenen Vorhänge von den stuckverzierten Wänden, die sie tags zuvor noch bewundert hatte. Der ganzen Szenerie haftete etwas Groteskes, beinahe Unwirkliches an.
Unschlüssig verharrte Johanna hinter der Tür.
Was sollte sie tun?
Was sollte sie tun, wenn dort etwas lauerte, dem sie besser nicht allein begegnen wollte? Wie konnte sie sich schützen? Andererseits - noch nie hatte sie von physischen Übergriffen gehört. Ein rein mentales Problem, und damit konnte – damit musste – sie fertig werden.
Mit etwas Mut im Herzen betrat sie den Korridor. 'Nur ein paar Schritte den Gang entlang, die Treppe hinunter und an die erstbeste Tür klopfen', redete sie sich währenddessen ein. Es war so verdammt kalt auf dem Korridor. Noch viel kälter als in dem Zimmer. Fröstelnd schlang sie die Arme ineinander und lief eilig los.Noch bevor sie den Treppenabsatz erreichte, erklang in ihrem Rücken erneut helles Gelächter. Wie vom Blitz getroffen fuhr Johanna herum, strauchelte und stürzte zu Boden. Dabei riss sie, mit einem instinktiv nach Halt suchenden Griff, den nächstgelegenen Samtvorhang herunter, der sich dabei rauschend über sie legte. Panisch kroch sie unter dem muffigen Stoff hervor und glaubte im Augenwinkel eine kleine schemenhafte Gestalt hinter der gegenüberliegenden Korridorbiegung verschwinden zu sehen. Das kindliche Lachen war in ein Tuscheln und Grummeln übergegangen. Sie konnte es noch immer deutlich hören, obwohl es sich allmählich über den versteckt liegenden Gang entfernte.
Johanna stand auf und klopfte sich den Staub vom Nachthemd. Dann lauschte sie den Stimmchen hinterher. Verwundert zog sie die Stirn kraus. Was sie da hörte, klang überhaupt nicht bedrohlich, sondern vertraut: Kinder, die miteinander stritten.
Nachdenklichblickte sie den Treppenabsatz hinunter, doch dann entschied sie sich kurzentschlossen, den Kindern zu folgen. 'Vielleicht', so sagte sie sich, ,war dies eine einmalige Gelegenheit, etwas über die Geheimnisse des alten Schlosses zu erfahren.'
Humpelnd eilte sie den Gang zurück. Der verstauchte Fuß schmerzte. An der Biegung stoppte sie und blickte zögerlich um die Ecke. Etwa 30 Schritte entfernt stand eine Zimmertür offen. Aus dem Raum drangen die kindlichen Stimmen hervor. Sie waren energischer geworden. Offenbar stritten sie heftig miteinander.
Vorsichtig schlich die junge Frau näher und warf einen Blick in den dunklen Raum. Ihren verwunderten Augen offenbarte sich eine Spielstube aus dem 19. Jahrhundert. Ein verschnörkelter Puppenwagen mit großen Metallrädern stand rechts an der Wand. Direkt daneben befand sich eine große Puppenstube, mit allem, was das Kinderherz begehrte. Allerlei mechanisches Blechspielzeug stand und lag herum. Von der hohen Decke baumelte, an Fäden, ein lebensgroßer Kasper, der so echt wirkte, dass Johanna fast das Herz stehenblieb, da er sie direkt anzustarren schien.

lese gerade: »Katzendämmerung« von Arthur Gordon Wolf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SteffenJanssen« (23. September 2011, 19:29)


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8

Freitag, 23. September 2011, 19:17

Teil 3/3 ...

Zwei Jungen und ein Mädchen, alle etwa sechs bis sieben Jahre alt, saßen inmitten des Zimmers auf einem Teppich. Sie hatten sich im Schneidersitz gegenübergesetzt, sodass sie einen Kreis bildeten.
Soweit Johanna in der Dunkelheit erkennen konnte, waren es sehr hübsche Kinder. Die beiden Buben trugen Matrosenanzüge, ihr blondes Haar war streng gescheitelt. Das Mädchen hingegen, in sittsam langem Kleide, trug das pechschwarze Haar zu zwei kessen Zöpfen geflochten.
»...ich will aber heute sagen, wie wir es machen!«, sprach die Kleine in trotzigem, doch zuckersüßen Ton zu einem der Jungen.
»Du traust dich ja doch nicht«, gab dieser zurück und stupste sie neckisch an.
»Doch ... heute traue ich mich«, nickte sie eifrig. »Ganz bestimmt!«
»Na gut!« Er zuckte unbeteiligt mit den Schultern. »Dann mach du es!«
Das
Mädchen sprang auf und lief in eine hintere Ecke des Zimmers.
Johanna verlor sie für einen Moment aus den Augen. Doch nach wenigen Augenblicken kehrte sie zurück und sagte zu dem anderen Jungen, der bisher stumm geblieben war: »Jetzt leg dich hin, Samuel!«
Der Junge blickte ängstlich zu ihr auf. »Bitte tue mir nicht weh«, flehte er.
»Leg dich hin!« Ärgerlich stampfte das Mädchen mit dem rechten Fuß auf.
»Feigling! Feigling!«, höhnte der andere Junge und lachte laut auf.
Schluchzend legte sich der Bescholtene rücklings auf den Boden. »Tue mir bitte nicht weh ... tue mir bitte nicht weh ...«, wimmerte er immerzu. Das Mädchen kniete, der Tür zugewandt, vor seinen Brustkorb nieder und blickte engelhaft lächelnd auf den Jammernden herab. Johanna hielt den Atem an. Was trieben die Kinder für ein seltsames Spiel?
»Mach schon!«, forderte der Andere ungeduldig.
»Jaaaa... Ich mach ja!«, giftete die Kleine zurück. Sie griff nach etwas hinter ihrem Rücken und sodann blitzte die lange Klinge eines Messers über dem Liegenden auf. Mit dem süßesten Lächeln der Welt stieß die Kleine das Messer in den Hals des Jungen. Für einen Augenblick war es totenstill und leblose Schwärze umschloss Johannas schockiertes Herz. Jeglichen Gedankens beraubt, griff sie nach ihrem Hals. Ein warmer, süßlicher Schmerz füllte ihre Kehle. Sie röchelte, rang nach Luft.
Als es gelang schrie sie ... und schrie ... und schrie ...
Mit einem kraftvollen Ruck zog das Mädchen die Klinge aus der Gurgel des Jungen. Mit gebrochenen Augen fiel sein Kopf zur Seite. Der andere Junge sprang auf und klatschte begeistert in die Hände. »Du hast es getan!«, rief er entzückt.
Das Mädchen blickte auf und sah Johanna direkt in die Augen. Es lächelte noch immer.
Betäubt torkelte Johanna einen Schritt zurück. Doch bevor die erlösende Ohnmacht sie überkam, vernahm sie die Worte des Kindes in ihrem Kopf:
»Morgen wirst du sterben!«
lese gerade: »Katzendämmerung« von Arthur Gordon Wolf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SteffenJanssen« (23. September 2011, 19:30)


9

Freitag, 23. September 2011, 19:20

Kann es leider immer noch nicht lesen, geht keine andere Schriftfarbe?
.
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  • »SteffenJanssen« ist der Autor dieses Themas

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10

Freitag, 23. September 2011, 19:21

Kleine Anmerkung zur Geschichte:

Sie wirkt gewiss etwas zusammenhanglos, da sie nur ein Teil einer größeren Erzählung ist. Deshalb sind wohl auch die einleitenden Worte etwas zu kurz geraten, sorry ... werd' ich bei Gelegenheit mal überarbeiten ;)
Leider frisst mich die Zeit ein wenig auf.

Hab' hier irgendwie Probleme mit der Formatierung. Hoffe, man kann jetzt alles lesen.
lese gerade: »Katzendämmerung« von Arthur Gordon Wolf

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SteffenJanssen« (23. September 2011, 19:31)


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11

Freitag, 23. September 2011, 19:26

Für meinen Geschmack verwendest du deutlich zuviele Adjektive. Da würde ich einige rausstreichen, was gleich viel flüssiger zu lesen wäre.

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12

Freitag, 23. September 2011, 19:31

Für meinen Geschmack verwendest du deutlich zuviele Adjektive. Da würde ich einige rausstreichen, was gleich viel flüssiger zu lesen wäre.
okay ...
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13

Samstag, 24. September 2011, 16:16

Also, mir gefällt es. Ich glaube, man muss den Text wirklich als Teil eines Ganzen sehen. So, wie er jetzt da steht, erzeugt er bei mir nicht die große Gänsehaut, wenn ich mir aber vorstelle, dass die KInder später erneut auftauchen und vielleicht Jagd auf Johanna und ihre Kollegen machen, verspricht es mehr. ... was mir weniger gefällt: die Geisterkuinder ... falls es denn Geister sind ... erscheinen mir zu normal und lebendig, also nicht unheimlich. Aber vielleicht bringt der ganze Text die unheimliche Stimmung besser rüber.
Wir sind gefangen zwischen zwei Ängsten; der Angst zu sterben und der Angst zu leben.