Der Film "The Black Cat" im edlen Steelbook war im Grunde genommen eine zufällige Entdeckung und noch dazu stark im Preis reduziert - da ich bekanntermaßen Poe-Fan bin, hätte ich die DVD aber auf jeden Fall auch zum Vollpreis genommen. Egal, wie grottig der Film auch sein möge, man ist schließlich Fan. Ich wurde jedoch auf höchst positive Weise überrascht!
Die Handlung des Films basiert auf Poes Kurzgeschichte "Die schwarze Katze". Ich will nicht zu viel verraten, daher nur kurz zur Handlung: Also es geht da um einen Mann, der an und für sich mit seiner Frau glücklich ist. Die beiden haben mehrere Haustiere, darunter auch der Liebling der Frau, ein schwarzer Kater. Sie ist jedoch krank und er verfällt zusehends dem Alkohol ... und eben dieser Kater wirkt auf ihn bald wie eine lebende Anklage. Selbstverständlich spitzt sich das alles horrormäßig zu, aber hier gibt es sicher Leute, die das Buch noch lesen oder den Film sehen wollen, daher genug davon ...
Wie gesagt, es ist eine kurze Geschichte. Man hat hier aber ganz geschickt eine Rahmenhandlung darum herum gebaut, so ist es nun Poe selbst, der das Ganze sozusagen in einer Vision erlebt. Dennoch hat man darauf verzichtet, den Film künstlich auf die übliche Spielfilmlänge auszudehnen. Er ist halt kürzer - seis drum! Es gibt ja kein ehernes Gesetz, dass ein Film mindestens 120 Minuten sein muss und ich finde es gut, wenn man sich an dem Stoff orientiert und nicht an üblichen Gepflogenheiten.
Interessant finde ich Jeffrey Combes als Poe. Ich kenne ihn ja hauptsächlich als Weyoun aus Star Trek DS9 (wer nicht so vertraut damit ist: Das ist halt so ein fieser Alien mit entsprechender Maske) und ich war dementsprechend erstaunt, wie gut sie ihn auf Poe getrimmt haben.
Ich kann den Film nur empfehlen! Einerseits orientiert er sich stark am Original, durch die Rahmenhandlung gewinnt der Stoff zusätzlich.
Einziges Manko: Die schwarze Katze hat auch eine "Sprechrolle". In meinem Fall war das so, dass dann immer in den spannendsten Szenen ein braun-geringeltes Katzenschwänzchen im Bild war, da die Stubentiger natürlich rausfinden wollten, woher das Miauen und Pfauchen kommt. Und mir war dann eher zum Lachen zumute, als mich zu gruseln ...