Jacob's Suche nach den besonderen Kindern, von denen ihm sein Grossvater öfters erzählt hat, und die Konfrontation mit ihnen auf einer Insel ist eine spannende Jugendgeschichte, die ich als lesenswert empfinde. Trotzdem weist der Roman einige Logiklöcher und fragwürdige Momente auf, die besonders mit Zeitreisen bzw. Zeitschleifen zu tun haben - denn dies ist nebst den Kindern mit ihren besonderen Fähigkeiten ein weiterer Hauptbestandteil der Geschichte. Während sich die erste, äusserst atmosphärische Hälfte des Buches vorwiegend mit der Begegnung zwischen Jacob und den Kindern befasst, dreht sich die zweite um die Bösewichter. Monster, die sich mittels der Fähigkeiten der Ausbilder der Kinder (ja, die gibt es auch) zu Göttern unter den Menschen aufschwingen wollen. Die philosophischen Aspekte dieses Themas werden allerdings eher jugendgerecht und simpel präsentiert - als Erwachsener wird man hier nicht gefordert. Das Ende dann bietet Platz für weitere 100 Romane, denn es wird ein durchaus interessantes Universum geschaffen, dass eben dies erlaubt - aber ich will hier nicht spoilern.
Für besonders erwähnenswert halte ich die Aufmachung des Buches. Im Innern gibt es 40 oder 50 schwarz-weiss Fotografien, die besondere Kinder oder Szenen zeigen. Somit gehört "Die Insel der besonderen Kinder" mit zu den liebevollst aufgemachten Büchern, die ich bisher gesehen habe.
Als reines Leseerlebnis verleihe ich 8 von 10 Punkten, in Bezug auf die Mängel sind's dann aber eher 6 von 10.