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Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

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1

Samstag, 19. November 2011, 16:57

VP KG Lesezirkel 2011: Frederic Brake - New Jersey

Die zweite Geschichte für unseren Vincent Preis KG Lesezirkel ist die Geschichte New Jersey von Frederic Brake:
http://vincent-preis.blogspot.com/2011/1…new-jersey.html

Die Geschichte ist aus dem Buch Seelensüchtig, das Titelbild zum Band von Lothar Bauer:
http://blog.pmachinery.de/2011/05/20/neu…tig-androsf-14/

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2

Samstag, 19. November 2011, 17:34

Cool! Frederic Brake lese ich bisher immer sehr gern! Da freue ich mich drauf.

Mammut

Der ErnstFall

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3

Samstag, 19. November 2011, 17:53

Ich habe jetzt mal reingelesen. Für mich ist das nichts. Viel wörtliche Rede und irgendwie passiert am Anfang überhaupt nichts. Sorry!

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4

Samstag, 19. November 2011, 21:33

Erst einmal Kritik an der Form. Kann es sein, dass Absätze fehlen, oder ist es auch im Original so gesetzt? Ich hatte Schwierigkeiten beim Lesen, weil ich die Absätze gedanklich immer nachsetzen musste und so aus dem Lesefluss gekommen bin. Aber nicht nur dieser Umstand führte dazu, dass ich mich durch die in meinen Augen fehlende Vorstellung der Akteure lange Zeit überfordert gefüht habe. Wer war jetzt der Priester? Jonessey oder Taggard? Und wer der Dicke? Somit irrte ich bei der eröffnenden Dialogszene hin und her und wurde mit der Handlung nicht richtig warm.

Zweiter Kritikpunkt: Der "Showdown-Dialog am Ende war nicht nach meinem Geschmack. Ich fand ihn platt und klischeebelastet. Am Ende wird immer noch mal vom Bösewicht der perfide Plan erklärt, meistens stirbt er dann, hier zum Glück nicht.

Die grundsätzliche Umnsetzung, aus dem Cover eine "Wandler-Geschichte" zu erzeugen, hat mir sehr gefallen und Brakes Schreibstil auch. Ich glaube auch, dass die Dialoge eigentlich funzen, wenn denn eine bessere Zuordnung gelungen wäre.

Von mir 6,5 von 10 Punkten

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Marcus

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5

Montag, 21. November 2011, 11:39

Da ich F. Brake nicht kenne, fällt es mir ein bisschen leichter, zu sagen, was es zu der Geschichte zu meinen gilt - ein endloses Gequatsche, selbst in Momenten, wo es zwecks Spannung still sein sollte, erzählt immer irgendwer irgendwas. Der Dialog, der mitunter der schwierigste Teil einer Geschichte ist, wird zum bockenden Rodeogaul, auf dem man durch die Handlung geritten wird. Nicht, dass das ganze schlecht geschrieben wäre. Aber ab und zu denkt man, der Text stammt noch aus dem Vorlektorat, weil ganze Worte fehlen, auch sonst hätte dem Text mal ein bisschen mehr Auge für´s Detail gut getan. Wenn man es als Trash durchgehen läßt, hat die Geschichte sogar ein bisschen Stil, aber der Schluss ist, wie Vincent bemerkt hat, ohne Geschmack inszeniert. Ich würd sogar noch weitergehen - er ist absolut lieblos in Szene gesetzt, Textinhalte wiederholen sich mehrfach, und man ist froh, wenn man durch ist.
Bei einer Internetveröffentlichung wäre mein Urteil vielleicht milder ausgefallen, aber da es sich um eine "echte" Veröffentlichung handelt, müssen auch echte Maßstäbe angesetzt werden - die Idee ist ok, sag ich, das ist aber auch alles - das Böse fungiert hier als Schallplatte, die sich am Ende ständig selbst wiederholt.
Und was wirklich schade ist, sind die schwachen Dialoge, die hier wie ein Kübel über den Leser ausgeschüttet werden. Das rechte Maß wäre besser gewesen, denn der Autor hat durchaus keinen schlechten Stil. Aber zu viel ist eben immer ... zu viel.

Mammut

Der ErnstFall

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6

Montag, 21. November 2011, 12:23

Hier noch der vollständigkeithalber die Meinung aus einer Rezi:

Zu einer thematisch vollkommen anders gelagerten Story hat sich Frederic Brake inspirieren lassen. Seine Erzählung New Jersey ist Zombiehorror in Reinkultur und geizt weder mit düsterer Endzeitstimmung noch mit Gewalt, was man von Geschichten dieses Genres allerdings auch erwartet. Der Stil der Geschichte ist schnörkellos und zumeist plotorientiert, wobei immer noch Raum für Ausflüge in die Psyche der Akteure bleibt. Dem Aspekt der Seelentrinkerin widmet sich der Autor zwar erst ganz zum Schluss, nutzt diesen aber für ein packendes Finale, indem er den Leser zunächst absichtlich auf die falsche Fährte setzt, ehe die Story dann ihren bitteren Höhepunkt findet. Wer öfters Zombiegeschichten liest oder sieht, für den bietet New Jersey außer der Frage, wie die Seelentrinkerin in dieses Szenario passt, allerdings kaum Neues, denn die Klischees und Handlungschemata, die hier zur Anwendung kommen, sind hinlänglich bekannt. Davon abgesehen ist diese Geschichte ein erfreulicher Beitrag zu der Anthologie insgesamt und eine gern gesehene Abwechslung in diesem Band.


Marcus

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7

Montag, 21. November 2011, 13:08

Mhm, ich halte meine Meinung zu dem Text natürlich nicht für die allgemeingültige - man kann eine Geschichte immer auch anders lesen. Da können viele verschiedene Meinungen den Pool bieten, aus dem man für sich selbst schöpfen kann.

Grüsse, Marcus

Mammut

Der ErnstFall

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8

Montag, 21. November 2011, 13:15

Hallo Marcus,



das ist ja klar. Ich dachte nur, nach drei negativen Meinungen stelle ich mal eine weitere rein, um das Bild ein wenig abzurunden. Das mit dem endlosen Gequatsche habe ich übrigens auch so gesehen.



Bis bald,

Michael

Marcus

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9

Montag, 21. November 2011, 16:09

Hi Micha,

viele Meinungen hat die Geschichte ja auch durchaus verdient. Zwischendurch kam bei mir ein echtes Interesse auf, was sich der Autor denn zum Thema Zombieallegorie einfallen lassen würde. Das was dann allerdings als Schlussdiner serviert wird, ist dann doch ziemlich zombieesk und bleibt leider sehr vage. Und selbst wenn ich beim Inhalt mitgehen würde, würde ich mir am Ende viel mehr Stringenz wünschen - die Dialoge müßten messerscharf sein, das sind sie dann leider nicht. Sie sind schwammig, so wie die Figur der Seelenesserin schwammig bleibt.

Und trotzdem wünsche ich mir für den Text positive Eindrücke. Es macht ja auch keinen Sinn, eine Geschichte aufgrund von wenigen Meinungen zu verreißen, oder zu glauben, dass man damit der Weisheits Kern getroffen hat. Jede Geschichte hat schließlich ihre Leser. Mich würde also jetzt interessieren, was es an der Geschichte Gutes zu finden gibt.

Grüsse, Marcus

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Dave Nocturn

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10

Donnerstag, 24. November 2011, 21:42

Zunächst einmal vielen Dank an alle, die sich der Mühe unterzogen haben, die Story zu lesen und die Kritik dazu geäußert haben.
Ich bin allerdings überrascht, dass die Mechanismen im Genre Horror so unterschiedlich zur Science Fiction sind. (und jetzt bitte keine Diskuusion über "die Mechanismen sind überall gleich". Sind sie nämlich nicht. Das ist eine Mär. Es gibt nur Sschnittmengen). Ich hätte dies so stark ausgeprägt nicht erwartet. Gerade das, was in der SF- show, don´t tell, characterbuilding im Dialog und kein Infodump durch omnipotenter Erzähler- nicht geht, scheint hier eher gewünscht zu sein. Ich habe zwar erwartet, dass die Klischees, die ich benutzt habe, auf nicht allzu große Gegenliebe stoßen werden (dazu war die Klischeescheere zu groß). Ich hätte aber wohl erwartet, dass zumindest Näherungspunkte zwischen der Erzählweise SF und Horror da sind. Ich habe mich da wohl doch auch von Mär anstecken lassen. :(
Ich nehme die Punkte gerne auf und werde mich gelegntlich mal wieder an einer Horrorstory versuchen, denn ganz schlecht scheint "New Jersey" ja nicht zu sein. :)

beste Grüße
Frederic

Marcus

Schüler

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11

Freitag, 25. November 2011, 11:42

Halle Fred.,
also danke erstmal, dass du deine Geschichte hier zum Fleischwolfen bereitgestellt hast, und ich muss nachträglich nochmal sagen, dass man nur bei einer guten Geschichte, den Finger am tiefsten in die Wunde hinein bekommt. Was jedenfalls den show, don´t tell-charakter deiner Geschichte angeht, so konnte man es sich ja gar nicht besser wünschen, denn bis zum Schluss zeigst du wirklich gut, was passiert. Ich geh natürlich bei dieser Formel, eine Handlung darzustellen nicht immer mit den Amerikanern mit - dieses show, don´t tell ist nur eine Art eine Geschichte zu erzählen - es gibt andere. Aber das ist ja rein persönlich. Jedenfalls läuft in deiner Geschichte eigentlich alles rund (mag man auch hier und da etwas zu kritteln haben- wie das Gequatsche, aber das passt schon), nur der Schluss funktioniert eben nicht nach Show, don´t tell - denn, ob nun eine Figur der Geschichte die Rolle des Erzählers übernimmt, oder ein omnipotenter, ist ja eigentlich gehüpft wie gesprungen.
Vielleicht ist deshalb das Ende nicht so gut angekommen, weil hier die Gesetze innerhalb der Erzählung gebrochen wurden.

Aber wie gesagt, ich hätte mir eigentlich auch gern ein paar positive Meinungen gewünscht. Ein Verriss wird der Geschichte nämlich keineswegs gerecht. Und ich lehne mich hoffentlich nicht aus dem Fenster, wenn ich sage, dass das Herummeckern an deiner Geschichte wirklich Spass gemacht hat.

Danke also, und Grüsse, Marcus