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Mammut

Der ErnstFall

  • »Mammut« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 24. November 2011, 11:06

VP KG Lesezirkel 2011: Vincent Voss - Tränensteine

Die Geschichte ist aus dem Buch Colorado River des Verlags Torsten Low und wird uns exklusiv für den Vincent Preis Lesezirkel zur Verfügung gestellt:




Hier also Vincent Voss - Tränensteine, ein Grusel-Western:


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mammut« (24. November 2011, 11:18)


Marcus

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2

Donnerstag, 24. November 2011, 12:17

Tja, also ich muss ja mal sagen, dass mir der Stil von Vincent ziemlich gut gefallen hat, auch wenn ich bei Westernhorror immer erst mal sage, ho, ganz ruhig mit den Pferden, Freunde. Aber nein, selbst das Thema Zombies, das mich ansonsten nicht gerade aus den Bergen holt, hat hier wirklich gefetzt - schönes Wort, fetzen, nicht wahr? Auch der Aufbau der Geschichte mit den Einschüben und der klaren Fortführung der Kernhandlung - gut gemacht. Nur der Schluss - ist zwar nicht scheiße, aber für mich hätte es hier ruhig noch mal zwanzig Seiten weitergehen können, sogar müssen, damit die Geschichten ihren wohlverdienten Ausklang hat. Es gibt ja auch noch so einiges zu erzählen, außerdem braucht das Ende mehr Spannung, und ich hätte mich gefreut, wenn Jack und dieser Jay in der Tradition des Revolvermannes und Jake einen ganzen Indianerstamm klar gemacht hätten, bevor Jack, blutend wie ein Schwein und sterbend die Steine ins Wasser plumsen läßt, ohne zu wissen, ob die ganze Sache überhaupt einen Sinn macht.

Wenn also der Autor noch so etwas drangehängt hätte, wär mir die Hutkrempe hochgegangen und hätte vermutlich Feuer gefangen. Aber ich finds immer schön, wenn es jemand schafft, mit seinen Geschichten meine Phantasie zu beflügeln. Das ist hier gelungen.

Danke, Marcus

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3

Donnerstag, 24. November 2011, 13:19

Hallo Marcus,

Danke für dein Feedback.





Zitat

Jack, blutend wie ein Schwein und sterbend die Steine ins Wasser plumsen läßt, ohne zu wissen, ob die ganze Sache überhaupt einen Sinn macht.


Ja, das hätte auch sehr gut zu Jack gepasst!

Mammut

Der ErnstFall

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4

Donnerstag, 24. November 2011, 13:30

Mir scheint die Geschichte inhaltlich auch ein wenig dünn. Aufbau ist toll, aber außer der Westernatmosphäre bleibt eigentlich nicht viel. Wenn man die Geschichte in wenigen Sätzen zusammen fasst, sieht man, da bleibt nicht viel. Auch wird wenig Überraschendes geboten.

Also ich habe die Geschichte gerne gelesen, aber ich befürchte, sie bleibt nicht weiter im Gedächtnis haften. Mir fehlt auch die Motivation, warum gerade diese Geschichte das Setting bereichern sollte. Dafür ist mir die Grundidee, Zombies im Wilden Westen zu dünn.

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Marcus

Schüler

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5

Donnerstag, 24. November 2011, 15:27

Na, die Idee ist eigentlich nicht dünn. Ich weiß auch nicht, ob es sowas wie Ökozombiegeschichten schon gibt. Denn klar ist, hier wird auf den Umstand verwiesen, dass alle Dinge in der Welt ihren Platz haben, und dass wenn diese Ordnung zerstört wird, das Böse auf die Welt gelangt. In diesem Fall sind es Zombies. Aber wie gesagt, ich meine diesen naturverbundenen Ansatz bei der herkömmlichen Zombiegeschichte nicht zu kennen. Deshalb könnte die Idee also etwas sehr schön neues sein. Darüber hinaus ist der Inhalt natürlich "dünn", aber nur weil die Geschichte nach der Overtüre(ich sag es noch mal, die wirklich gut geschrieben ist) sofort zum Finale kommt. Es liest sich ein bisschen, als ob eine Zeichenvorgabe hier einen voreiligen Schluss herbeigeführt hat. Denn eigentlich könnte die Sache jetzt richtig Fahrt aufnehmen und die schwerwiegenden Inhalte bekommen, die sie erst zu etwas besonderem machten. Ich habe nicht umsonst auf den Revolvermann und Jake hingewiesen, denn die Sache mit Jack und Jay beinhaltet quasi schon eine Vater-Sohn-Beziehung, die durchaus auch am Ende dramatische Züge annehmen darf. Da komme ich auch gleich auf das, was der Geschichte tatsächlich fehlt: Dramatik und Konflikte. Die würden erst zum Tragen kommen, wenn die Figuren des Jay und Jack wie Karten auf den Tisch gelegt würden. Vor allen Dingen fehlt der Hintergrund zur Hauptfigur, die sich im Zuge der Geschichte erst entwickeln würde. Auch die Sache mit den Indianern könnte im weiteren Verlauf viel mehr in ihren dramatischen Mittelpunkt gesetzt werden. Und, die Erzählstränge und Perspektiven könnten zusammengeführt werden, in einem einzigen vernichtenden Ereignis, nämlich der Auslöschung des gesamten Indianerstammes - ich hab mir da natürlich schon meine Gedanken gemacht, was wäre, wenn sich Jack und die Indianer am Ende opfern, während Jay eine Einheit der Amerikanischen Kavallerie heran führt? Diese würden dann alle Indianer, von denen sich die meisten schon verzombiet haben, abschlachten, in einem blutigen Gemetzel, während Jack blutüberströmt und sterbend zum Fluss flüchtet und die Steine hineinwirft. Durch diesen magischen Akt würden alle Zombies sofort wieder menschlich, was den Kavalleristen natürlich überhaupt nicht bewußt wird - die metzeln einfach das ganze Dorf nieder, ohne zu wissen, was "wirklich vorgefallen ist. Die sagen nur, ej Mann, sind doch nur ein paar Indianer, als Jay heulend inmitten des Gemetzels steht.

Ach, Scheiße, ich könnte mir das genial vorstellen, auch habe ich einen reitenden Zombie auf einem Zombiepferd vermißt. Aber, nicht zu vergessen, das liegt alles nur an dieser gekonnten Overtüre. Ihr fehlt etwas ja, aber sie hat eben auch schon eine ganze Menge.

Grüsse, Marcus

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6

Freitag, 25. November 2011, 08:45

Erst mal Danke an Michael und Marcus,

euer Feedback zur Geschichte lese ich gern und kann in zwei von Marcus genannten Punkten etwas für mich rausziehen.

Insgesamt wünsche ich mir noch viel, viel mehr Kritik von allen anderen Mitforisten.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »vincentvoss« (29. November 2011, 20:01)


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7

Samstag, 26. November 2011, 10:15

Wunderbar! Wochenende! Später schleicht sich Langeweile ein und dann....



Lest ihr diese Geschichte und bewertet sie!



Und der Samstag ist gerettet!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »vincentvoss« (29. November 2011, 19:44)


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8

Dienstag, 29. November 2011, 19:09

Heute X-Factor oder diese Geschichte lesen!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »vincentvoss« (29. November 2011, 20:03)


Mammut

Der ErnstFall

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9

Samstag, 18. Februar 2012, 11:53

Die Geschichte wurde übrigens für den Vincent Preis 2011 nominiert:
http://vincent-preis.blogspot.com/2012/0…cent-preis.html

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Frank Hoese

Zweibeiniges Pfingstwunder

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10

Samstag, 18. Februar 2012, 13:49

Fein! Werd ic h mir gleich mal auf den Reader packen.
Fitchers Vogel - mein Blog für Horror und dunkle Phantastik

Frank Hoese

Zweibeiniges Pfingstwunder

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11

Dienstag, 21. Februar 2012, 12:51

Ich muss sagen, mir hat "Tränensteine" außerordentlich gut gefallen. "Dünn" finde ich die Grundidee ebenfalls nicht, zumal sie gut und spannend umgesetzt wurde. Die Einblicke in die mythologisch-schamanistische Welt der Indianer sind interessant und offensichtlich gut recherchiert - und vor allem werden sie als Handlung präsentiert und nicht als dozierender Exkurs.
"Überraschungen" erwarte ich auch nicht von jeder Story. Atmosphäre, interessante Figuren und ein funktionierender Spannungsbogen sind mir da viel wichtiger. Was das betrifft, finde ich Vincents Story sehr gelungen.

Das Ende allerdings hat mich auch kalt erwischt - habe erst mal nach unten gescrollt, um zu sehen, ob da noch was kommt... ich war ziemlich überrascht, als es plötzlich vorbei war.
Fitchers Vogel - mein Blog für Horror und dunkle Phantastik

12

Dienstag, 21. Februar 2012, 14:22

Das Ende allerdings hat mich auch kalt erwischt - habe erst mal nach unten gescrollt, um zu sehen, ob da noch was kommt... ich war ziemlich überrascht, als es plötzlich vorbei war.

Franks Einschätzung deckt sich nahezu 100 % mit meiner eigenen: Mir haben der Stil und vor allem die Atmosphäre ausgesprochen gut gefallen, das Ende kam allerdings mehr als abrupt. Da auf dem pdf tatsächlich noch 1 1/2 leere Seiten waren, dachte ich anfangs tatsächlich, ich hätte nicht alles herunter geladen. :-)

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13

Dienstag, 21. Februar 2012, 22:29

Vielen Dank für euer Feedback. Mist, ich bin ein großer Freund von guten Enden und habe es wohl nicht so gut gemacht. Ich glaube, die "Aufklärung" hätte länger etwas besser gefunzt.

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14

Montag, 12. März 2012, 11:32


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Daniel

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Dienstag, 13. März 2012, 09:51

Liebe Leute,

ich weiß, ich bin sehr spät dran. Mein einfach nicht kleiner werdende Bücherstapel hat leider dafür gesorgt, dass ich "Tränensteine" erst gestern lesen konnte.
Ich hoffe, Vincent kann mit meiner Rückmeldung trotzdem noch etwas anfangen.

Hier nun mein Eindruck:

Sprachlich hat mir die Geschichte gut gefallen. Die Dialoge wirken auf mich glaubwürdig und auch das Setting erscheint mir nachvollziehbar. Die Actionszenen sind hart und passen zu einer Zombievariante im Westerngewand.

Mein Kritikpunkt ist jedoch das Ende der Geschichte. Mir fehlt der Twist, der Kurzgeschichten besonders macht. Jack knallt einen Zombie nach dem anderen mittels Kopfschuss ab und das war es dann, keine Überraschung, die Story hört einfach auf.

Auch fand ich das Grauen, das allein die Tatsache auslösen sollte, dass verwesende Leichen aufstehen und herumwanken, nicht besonders deutlich dargestellt. Man muss sich das vorstellen: Allein die Existenz eines Untoten führt alles, was der Durchschnittsmensch über die Welt und das Leben zu wissen glaubt, ad absurdum - auch ein hartgesottener Revolvermann könnte darüber den Verstand verlieren.

Soweit war es das mit meiner bescheidenen Literaturkritik. Wenn ich in nächster Zeit dazu kommen (Bücherstapel) werde ich bestimmt noch die anderen Beiträge der Anthologie lesen.


Viele Grüße,
Daniel

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16

Dienstag, 13. März 2012, 10:16

Hallo Daniel,

klar, kann ich mit Kritik auch jetzt noch etwas anfangen. Danke schön.

Eigentlich wollte ich es bei dieser kurzen Meldung belassen, aber jetzt ashte ich mal im Spoiler rum:

Spoiler Spoiler



Die Geschichte ist nicht ganz so leicht ohne den Kontext der gesamten Anthologie zu lesen. Erst einmal gab es in der Anthologie eine Art Einführungsgeschichte, die auch Bestandteil der Ausschreibung war. Und zwar findet im Jahr xxxx der Goldsucher einen Höhleneingang und legt damit etwas Böses frei. Dieser Strang wird von der ersten Geschichte des Herausgebers vorgegeben und alle anderen Geschichten konnten das "Böse" frei bearbeiten. In meiner Geschichte gibt es zwei Handlungsstränge. In dem einen wird die Geschichte aus der Perspektive eines Ethnologen erlebt. Die "Indianer" nehmen von der Erweckung des Bösen Notiz, erzählen dem Ethnologen davon (Rain in the face) und sehen in einer Vision

"Er

träumte von einem bleichen Maulwurf, der ein Loch in

die Welt der Toten grub und darin umkam. Er träumte

davon, dass die Tränensteine verschwunden waren, er

träumte Unheil. Aber er träumte auch eine Lösung. Crow

Three Eyes träumte von einem Welpen (ich bin mir bei

diesem Wort nicht sicher), der den Toten die Tränensteine

stiehlt und vor ihnen flüchtet. Ein bleicher Kojote kann

dem Welpen helfen, aber Crow Three Eyes muss den

Kojoten erst schicken und mit dem Welpen reden. Crow

Three Eyes braucht, um den Toten ihre Ruhe zu geben,

und um aufden Schwingen der Krähe zu reisen, das Blut

eines weißen Ma…"

sowohl den Anfang der Antho (Maulwurf-Goldgräber), den Neffen Jack Headshots (Welpe - Jay), Jack Headshot selbst (der bleiche Kojote).
Um auf den Schwingen der Krähen zu reisen, brauchen sie ein Opfer, das ist der Ethnologe selbst, dessen Bericht hier endet.

Der zweite Strang ist Jack Headshot selbst, der erst die zombifizierten Goldsucher aufspürt und dann Jay hilft, die Tränensteine, die die Goldsucher aus der Höhle erbeutet haben, zurück zu bringen. Jay erhält die Anweisungen von einer Krähe, also Crow three eyes.

Hast du die Geschichte so lesen können oder sind dir einzelne Aspekte neu?

Ich frage deshalb, weil ein Freund von mir die Geschichte nicht verstanden hat. Klar, das ist das Problem, ICH weiß ja auch, was in meinem Kopf vorgeht. Ich finde immer, wenn man seine Geschichte erklären muss, dann hat man als Autor doch irgendetwas falsch gemacht. Ist mir wahrscheinlich passiert.

Freu mich auf Antwort!

Daniel

Schüler

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17

Dienstag, 13. März 2012, 16:43

Den Kontext der Anthologie kenne ich natürlich nicht, nur die eine Geschichte und ehrlich gesagt, habe ich nicht so ganz verstehen können, was ich mit tagebuchähnlichen Einträgen anfangen sollte. Dass irgendwie das Böse erweckt wurde, ist mir klar und dass die Zombies die Folge davon sind, lässt sich auch leicht schließen, nur der Metaphernsturm mit Schakal, Maulwurf usw. hat mich wohl etwas überfordert, tut mir leid.

p.s.: Habe die Geschichte jetzt noch einmal gelesen und langsam wird mir alles klar. Sorry, war gestern wohl etwas langsam im Kopf. :D

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Daniel« (13. März 2012, 17:15)


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18

Dienstag, 13. März 2012, 22:01

Hallo Daniel,

vielen Dank für dein zweites Lesen.



Zitat

p.s.: Habe die Geschichte jetzt noch einmal gelesen und langsam wird mir alles klar. Sorry, war gestern wohl etwas langsam im Kopf. :D


Na ja, der "Fehler" liegt doch dann nicht bei dir. :D

Frank Hoese

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Mittwoch, 14. März 2012, 11:58

nur der Metaphernsturm mit Schakal, Maulwurf usw. hat mich wohl etwas überfordert, tut mir leid.
Wie sich die Geschmäcker scheiden - gerade diese Elemente wie der zweite Handlungsstrang insgesamt haben mir besonders gut gefallen. :)
Fitchers Vogel - mein Blog für Horror und dunkle Phantastik