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  • »Timo Mengel« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 10. Januar 2012, 17:24

Fair Trade

Da wohl eine kleine Lebensumstellung auf dem Plan steht, würde ich von euch gerne wissen, was ihr von Fair-Trade haltet, wie ihr den Nutzen seht und welche Probleme diese Prinzip mit sich bringt. Vor allem aber erhoffe ich mir die Nennen und von ein paar Online-Shops, wo man das Zeug bekommt und sich sicher sein kann, dass der Mehrpreis auch wirklich dafür verwendet wird, um am Hungertuch nagende Bauern zu unterstützen und nicht von anderen Stellen vorher abgeschöpft wird.
Diverse Artikel, auf die ich im Internet gestoßen bin, haben mich da verunsichert. Vielleicht hat einer von euch in solchen Sachen ja bessere Kenntnisse.

Danke für die Hilfe!

Beiträge: 942

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2

Dienstag, 10. Januar 2012, 18:25

Ich würde mal schauen, ob du einen Weltladen in deiner Nähe hast. Eine Freunding von mir hat jahrelang im Weltladen und später im Dachverband gearbeitet und nach ihrem Urteil landet das Geld der dort angebotenen Produkte da, wo es hinsoll. Find ich gut!

Katla

Not Dead Yet

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3

Dienstag, 10. Januar 2012, 18:29

Moi Timo,

heißt 'Umstellung' gesundheitsbedingt oder hat das einen geschäftlich/politischen Grund?

Falls letzteres: Der Verbraucherschutz gibt gern, gründlich und sehr freundich Auskunft. Soweit ich weiß, sind die auch völlig unabhängig. Auch Stiftung Warentest.

Falls ersteres: FairTrade muß nicht heißen, daß die Produkte besonders unbehandelt, gut oder 'sauber' sind. Ich hab noch nicht gehört, daß etwas, das dieses Siegel trägt (sowas wie ein YingYang in grün und hellblau), in Verruf geraten wäre. Allerdings: mir schmecken viele Produkte nicht. Der Kaffee ist bitter und wenig aromatisch, z.B.

Qualität und Geschmack bekommst Du im Bioladen, auch in Biosupermärkten. Dazu: Die Produkte sind meist regional naheliegender hergestellt, denn Äpfel per Flugzeug von Chile oder sonstwo nach Europa zu importieren grenzt an Irrsinn. Damit unterstützt Du Biohöfe, unabhängige Bauern, Deine Gesundheit, und hast noch was Leckeres. Da kannst Du sicher sein, daß FairTrade hinhaut, vor allem bei traditionellen Marken wie z.B. Demeter. Ich meine, es gäbe auch ein Ökosiegel, das verläßlich ist.

Wenn Dir das zu regional gedacht ist, kannst Du ja AI fragen, wie sich verläßlich und direkt Initiativen in Krisengebieten oder Problemländern unterstützen lassen. Abzuraten ist von Unicef, Rotes Kreuz, Miserior und tendenziell von allen kirchlichen Organisationen, weil es da öfter verschieden geartete Skandale gegeben hat - von Spendenveruntreuungen zu sexueller Gewalt an Kindern in Flüchtlingslagern. Wenn Du in einer Großstadt wohnst und es dort noch so ein Relikt 'Anarchistischer Buchladen' gibt, können die Dir sicher auch soziale Projekte im Ausland nennen, die man guten Gewissens unterstützen kann.

Ich bin keine Bäumeumarmerin, aber wer mal Steak oder Schnitzel vom Biobauern gebraten hat, sah, daß man da ein saftiges, instensiv süß-herbes Stück Fleisch in der Pfanne hat und nicht eine bitter schmeckende Schuhsohle in Wasserlache, weiß wohl, was ich meine. Ökoessen schmeckt einfach noch nach dem, was es sein soll. Und Tiere für Nahrung zu töten ist für mich ok, aber vor dem Schlachten quälen absolut nicht. Außerdem wird man seltener krank, wenn man sich von Biozeugs ernährt. Und: kein Scherz - homöopathische mIttel schlagen besser und schneller an.

Das ist jetzt alles sehr weitgesteckt, und wenn nichts davon Deine Frage trifft, sag doch nochmal, warum genau Du sowas kaufen magst. :Monster8: Gutes Gelingen oder guten Appetit!
Texte & Projekte: http://silkebrandt.weebly.com/

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Katla« (10. Januar 2012, 18:39)


Timna

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4

Dienstag, 10. Januar 2012, 18:29

Ich kauf schon Fair Trade, seit ich von daheim ausgezogen bin, und zwar bei allem, was geht. Die Sachen von hier: http://www.eza.cc/ Bekommt man in Österreich teilweise in einer Supermarktkette (Spar), teilweise beim Aldi-Ableger (Hofer), und den Rest eben im Welt-Laden. Ich kenn ein paar Leute, die aus Afrika kommen, und weiß von denen, dass das Geld auch wirklich da ankommt, wo es ankommen soll. Außerdem ist das alles bio, 1A Qualität, und das schmeckt schon ganz anders als Billigzeug. Allein das ist mir das Geld wert. Es ist egal, ob das der Kaffee ist, Fruchtsäfte, die Schokolade oder der Kakao, es schmeckt einfach tatsächlich besser. Wenn du einen vergleichbaren Kaffee wie den kaufen willst (und ich bin Kaffeetrinkerin, schwarz, ohne Zucker, ich weiß, wovon ich rede :D ), von einer normalen Marke, die nicht fair trade ist, legst du den gleichen Preis oder sogar mehr dafür hin. Online Shop haben die auch. (soviel ich weiß, sind Lebensmittel in Deutschland aber generell billiger als bei uns, viell. schreckt mich der Preis deswegen nicht so... Die Fruchtsäfte sind bei uns z.B. 20 Cent/Liter um, das zahlt sich nicht aus)

Genug Werbung gemacht :cool:
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  • »Timo Mengel« ist der Autor dieses Themas

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5

Dienstag, 10. Januar 2012, 19:01

Danke für die Rückmeldung ...

Hat mit der Gesundheit nichts zu tun und ehrlich gesagt, spielt es für mich auch keine große Rolle, wie viel Chemie in meinem Essen steckt. Ich möchte auch nicht nur nahrungstechnisch umstellen sondern auch, was Kleidung betrifft.

Es ist nur, dass ich nicht aus purem Aktionismus Projekte unterstützen will, die dem eigentlichen Ziel (der Verbesserung der Lebensbedingungen in Dritte Welt Ländern) letztendlich sogar entgegenstehen, indem sie die jetzigen Strukturen festigen und die Leute daran hindern, nach größeren Lösungen zu forschen.

Timna

Schüler

Beiträge: 83

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6

Dienstag, 10. Januar 2012, 19:35

Zitat

Es ist nur, dass ich nicht aus purem Aktionismus Projekte unterstützen will, die dem eigentlichen Ziel (der Verbesserung der Lebensbedingungen in Dritte Welt Ländern) letztendlich sogar entgegenstehen, indem sie die jetzigen Strukturen festigen und die Leute daran hindern, nach größeren Lösungen zu forschen.


Die einzige größere Lösung ist Bildung. Damit eine Infrastruktur zustande kommen kann. Bildung bringt mit sich, dass die Leute später Kinder bekommen, weniger Kinder, es mehr Ärzte gibt, generell mehr Berufe, die nicht mit der unmittelbaren Nahrungsbeschaffung zu tun haben, und damit wird der Lebensstandard am Ende gehoben. Das erreichst du nur, wenn du den Eltern genug bezahlst, dass die Kinder nicht als Arbeitskräfte herangezogen werden müssen, sondern in die Schule geschickt werden können. Somit packen diese Projekte das Problem an der Wurzel und geben den Menschen langfristig eine Chance, aus dem Armutskreislauf auszubrechen, und schießen ganz bestimmt nicht am Ziel vorbei. Am Ziel vorbeischießen tun bloße Hilfslieferungen, von denen die Menschen abhängig sind, und die sie davon abhalten, ihren Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten. Damit tut man niemandem etwas Gutes (abgesehen von Ausnahmesituationen, in denen es nicht anders möglich ist, z.B. nach Dürrekatastrophen, Überschwemmungen etc., also wenn die Ernten zerstört sind, und dann für einen kurzen Zeitraum - aber sonst... ne.)
Wehr Tipfeler finted darv Sie behahlten

7

Dienstag, 10. Januar 2012, 19:41

Ich bin jetzt kein Experte und hangel mich im Supermarkt an Fair-Trade Buttons entlang. Ansonsten kaufe ich idR hauptsächlich regionale Produkte, d. H. ich kaufe mein Gemüse beim Bauernhof um die Ecke und esse somit saisonbedingt. Erdbeeren im Winter halte ich nach wie vor für absoluten Blödsinn. Selbst Fleisch kann ich dort kaufen. Ich nutze verstärkt Wochenmärkte, etc.

Bio hat übrigens nix mit Fair-Trade zu tun. Was die Klamotten angeht such ich Dir mal ein paar Links raus. Meine Freundin ist da teilweise sehr anstrengend. Bei Städteurlauben trabe ich zu sämtlichen Ökoläden hinterher und finde die Verkäufer (Dörte, Wiebke, etc.) häufig schon sehr anstrengend. Einmal ist mir rausgerutscht, dass ich derenwegen jetzt nur noch T-Shirts aus chinesischer Kinderproduktion kaufen würde. Die Hardcore-Ökos sind nämlich häufig voller Vorurteile. Schlimmer als mancher Vegetarier... :D
Lese gerade: Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampire Hunter
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8

Dienstag, 10. Januar 2012, 19:51

Klar Royston, poste mal! Bin für Links sehr dankbar!

9

Dienstag, 10. Januar 2012, 20:02

Hier schonmal ein Link: http://www.armedangels.de/

Und noch ein zweiter: http://shop.goodtruebeautiful.com/?_kk=k…CFSFItAodFUFmhQ

Weitere werden wohl noch folgen. Aber im Moment verteidige ich meinen Platz am Compi. :)
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ANUBIS

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10

Dienstag, 10. Januar 2012, 21:23

Da ich leider auch nicht wusste ob die Kohle auch dort ankommt wo sie hingehört habe ich mich bei diversen Gelegenheiten( zuletzt zb. auf den Philipinen/Mindenao) selber schlau gemacht. Zumindestens dort hat man sehr wenig davon gehört und es scheint auch dort wieder nur die schon etwas begüterten zu treffen( die einen Vertrag bekommen).Die kleinen Bauern hungern und schauen weiter durch die Finger..d.h sie verkaufen ihre Produkte um einen Spottpreis auf dem Markt( 10 Kilo Reissack ca.50 Pesos..ca.0,90 Euro).Auch konnte ich vorort die Auswirkungen der wunderbaren Macht der Globalisierung bewundern. Frischmilch...auf den Philipinen Mangelware, kostet..man höre und staune exakt das gleiche wie in Wien..New York und Tokio..nämlich knapp 60 Pesos der Liter( ca.1 Euro)..schöne neue Welt :kotz

Deswegen unterstütze ich,wenn mir Kohle überbleibt, eine kleine Bauernfamilie mittels Direktüberweisungen( Western Union machts möglich)..und 50 Euro( ca.3000 Pesos) retten einer Familie bis zu zwei Monaten das Leben.Hätte ich mehr Zeit würde ich gerne mehrere Monate dort unten verbringen um dann hier Spenden zu sammeln und an mir bekannte Kollektive zukommen zu lassen.

BTW...die österreichische Dreikönigstagskollekte sammelt diesmal für die Flutopfer in Cagayan de Oro/ Mindenao/Philipinen. Ich bin nicht gläubig, aber diesen Erlagschein habe ich gestern aufgegeben.

Greetz
“Strange, is it not? that of the myriads who
Before us pass'd the door of Darkness through,
Not one returns to tell us of the Road,
Which to discover we must travel too.”

Katla

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11

Dienstag, 10. Januar 2012, 21:44

Qualitativ gute Sachen, die auch echt ewig halten, hat Hess Natur:
http://de.hessnatur.com/shop/showCmsCont…?contentID=home

Noch besser ist Waschbär, da fand ich die Materialien und Verarbeitung hochwertiger (z.B. nicht so flimsige Baumwolle):
http://www.waschbaer.de/Naturmode-Bio-Ba…CFStYmAod5mQngQ

Was die Mode angeht ... öhm, ist das allerdings Geschmacksache.

---------------

Richtig toll - sowohl von der Qualität wie auch Verarbeitung und Haltbarkeit und Hübschheit - finde ich Globe Hope, eine finnische Firma (geh auf Resellers / Retailers, da gibt es auch einen Laden in Deutschland, der sicher auch versendet, oder auf GH home auf Webshop)
http://www.globehope.com/en/
und about: http://www.globehope.com/en/about-us


Eine super einfache Lösung ist obendrein, 2nd hand zu kaufen. Es wird eh viel zu viel produziert. Und 2nd hand treibt das nicht noch an, außerdem sind dann im Grunde die Produktionsbedingungen egal, denn der Verkauf macht sich ja beim Hersteller nicht bemerkbar. Im Grunde kann man also Firmen boykottieren und trotzdem deren Zeugs tragen (ich mache das so mit den praktischen, hübschen TShirts von H&M, die halt in Kindersklavenarbeit hergestellt wurden. Einem einfachen Shirt sieht man zudem den Hersteller nicht an, so daß ich keine Reklame schiebe). Das gleiche gilt für Pelz, den ich gern trage, aber entweder von privaten Jägerinnen gekauft (die in freier Wildbahn jagen, was eh wärmes Fell ergibt, wegen der dichten Unterwolle) oder eben auch 2nd hand.

@Royston: Ja, ich bin auch ein Fan von Markthallen und Wochenmärkten. Schonmal weil es Spaß macht und eine viel 'sinnlicheres' Einkaufen ist. Diese ganze Logistik bei Lebensmittelverkauf im Supermarkt ist Wahnsinn, überflüssig und tut den Produkten auch nicht gut. Ich brauche definitiv auch keine Erdbeeren im Winter. Außerdem gibt es auch teils gute Klamotten auf Märkten - nicht lachen: z.B. Weihnachtsmärkten. Das ist jetzt speziell, läßt sich aber auf deutsche Städte genauso übertragen: ich kaufe einmal im Jahr richtig Winterpulli ein, auf einem riesigen estnischen Weihnachtsmarkt. Da verkaufen Leute mit Schafzucht, die das selbst verspinnen und verstricken, und zwar recht peppig. Das Zeug ist x Mal wärmer als alles, was man im normalen Laden kauft (weil da kein Wollfett mehr drin ist), und man sieht nichtmal aus wie Ökfreak.

Wer in der Nähe von Berlin lebt: in der Domäne Dahlem gibt es verschiedene Märkte rund ums Jahr, wo es sehr gutes Essen (acuh zum Mitnehmen, z.B. Wildsalami :Monster6: ) und auch Klamotten gibt: http://www.domaene-dahlem.de/programm.html

Sowas findet man bestimmt auch woanders in Dt.
Texte & Projekte: http://silkebrandt.weebly.com/

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Katla« (10. Januar 2012, 22:14)


Mammut

Der ErnstFall

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12

Donnerstag, 12. Januar 2012, 11:46

Allerdings: mir schmecken viele Produkte nicht. Der Kaffee ist bitter und wenig aromatisch, z.B.

Wie unterschiedlich die Geschmäcker sind. Gerade der Kaffee von Gepa empfinde ich als Genuss. Viele Sachen, die wieder zurück zum Usprung gehen, schmecken intensiver. Das ist nicht jedermanns Sache. Im Zweifel sollte man es einfach probieren und dann entscheiden, ob man solche Produkte dauerhaft wählt.

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