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Kai Grimm

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  • »Kai Grimm« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 12. Januar 2012, 22:39

Lesezirkel Januar 2012 2 Tim Curran - Der Leichenkönig Kapitel 14 - 23

Und das Schlussdrittel!
Lese zur Zeit:
Christoph Marzi - Somnia

2

Donnerstag, 19. Januar 2012, 17:46

Wie aus der keimenden Bedrohung des zweiten Drittels zu erahnen war, nimmt es kein gutes Ende mit den beiden Leichenräubern. Während der eine direkt an seinem Metier zugrunde geht (von Friedhofswächter erschossen), gerät der andere unter den Einfluss des Leichenkönigs und wird aufgrund des übertriebenen Sammelns von Leichen letztendlich gefaßt und hingerichtet.

Insgesamt ein gutes Buch für mich, da es recht unterhaltsam ist und die Atmosphäre sehr eindringlich und nachvollziehbar geschildert ist. Die Novelle ist für einen derartigen Text sicherlich auch die passende Länge, als Roman wären sicherlich mehr Abnutzungserscheinungen aufgetreten. Für ein sehr gutes Buch fehlt mir ein stärkerer roter Faden und eine Handlung im eigentlichen Sinne.
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3

Sonntag, 22. Januar 2012, 22:17

Tja, im letzten Teil erwartet man als Leser die Auflösung, bestenfalls den Showdown, gerne dramatisch mit einem tricky Ende. Das hat diese Novelle nicht zu bieten. Highlight: Der Leichenkönig lässt sich höchstselbst blicken. Mir gefiel er als überirdische Entität, aber die Auflösung ist dann doch ein wenig mau. Ein Tunnel führt direkt in den Keller des einen Grabräubers, der, so ist der Deal mit dem Leichenkönig, ihn auf ewig mit Ware versorgen soll. Und dieser Tunnel führt wohin? Vielleicht darf man bei Horror-Literatur einfach nicht logisch nachfragen, aber das ist wirklich etwas plump.

Ansonsten haben mir etliche Kapitel auch wieder gefallen, Friedhofsszenen beschreibt Curran vortrefflich, aber jene Tunnelszene, wo sie den Bau des Leichenkönigs inspizieren, war für mich die stärkste der Novelle. Der Verwesungsgeruch dampfte förmlich aus den Seiten und Leichensäfte quillten zwischen ihnen heraus. YEAH, da hat´s mich gegruselt! Ebenso die Verrohung Clows. Gut getroffen.

Für den dritten Teil vergebe ich 9 Punkte (vor allem wegen der anhaltenden atmosphärischen Dichte) und diese Punktzahl vergebe ich auch für die gesamte Novelle.

Kai Grimm

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4

Dienstag, 24. Januar 2012, 21:05

Ganz im Stil der klassischen Novelle nimmt es wirklich kein gutes Ende mit den beiden Hauptpersonen. Nichts anderes hatte ich erwartet. Übrigens empfand ich nie Sympathie für die beiden. Mitleid auf Grund der Lebensumstände, in die sie hineingeboren wurden, ja. Aber keine Sympathie.
Das Ende war ein bisschen hastig. Dennoch vergebe ich auch 9 Punkte für eine wirklich gruselige und atmosphärisch dichte Horrornovelle mit extrem hohem Ekelfaktor. Aber die Beschreibungen der unterirdischen Höhlensysteme mit dem sich nähernden Leichenkönig... Großartig! Und die Szene mit den Hungerkäfigen und den darin ausgestellten Leichen, mir ist immer noch übel. Kranker geht es eigentlich nicht und das ist erst 200 Jahre her....
Auf jeden Fall kommt Tim Curran bei mir demnächst häufiger auf die Speisekarte!
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Christoph Marzi - Somnia

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5

Freitag, 27. Januar 2012, 20:48

Dieser letzte Teil besitzt für mich mit Mickeys zur Schaustellung im Käfig die stärkste Szene der ganzen Novelle, noch vor der Hinrichtung des Leichenräubers im zweiten Drittel. Auch das Auftauchen des Leichenkönigs selbst war stark geschildert. Oftmals ist es ja so, dass das Monstrum an Faszination und Grusel verliert, wenn es au dem Nebel der Andeutungen hervor ans Tageslicht tritt. Hier ist das nicht der Fall. Die 'Zusammensetzung' des Leichenkönigs war nicht von schlechten Eltern;)

Auch Clow ist mir in diesem Teil so nahe gekommen, wie ich es nicht mehr erwartet hätte. Sein beginnender Wahnsinn, der Muttermord ... Das hatte was, eindeutig.

Überraschen konnte die Novelle leider an keiner Stelle und der Plot hatte auch nicht mehr zu bieten, als das Erscheinen eines Ungetüms in schauriger Atmosphäre. Das reicht mir nicht ganz. Hier hätte ich es vorgezogen, dass sich der Plot mehr auf Clow und seinen Geisteszustand konzentriert (Ich muss wieder Drood und Mister Wilkie Collins ins Spiel bringen - Sorry, Tim Curran, aber Der Leichenkönig schreit gerade zu nach einem Vergleich;)).

Die Auflösung fand ich auch ein wenig matt. Wieso brauch ein mächtiges Wesen wie der Leichenkönig einen Helfer wie Clow? Clow kann an einem Tag wohl nicht einmal ein Zwanzigstel von der Beute einfahren, die der Leichenkönig sich erwühlen kann;)

Alles in allem eine gute Novelle, die sich stets gesteigert hat, und ein interessantes Setting bietet. Leider aber bis eben auf jenes Setting (und die Dialoge) sehr vorhersehbar ist.

7 v. 10