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61

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:19

Da geht es eher darum, dass sie das Buch bzw. den Stil dann u. U. mit anderen Augen betrachtet hätte.
Nö. Warum sollte man (oder in diesem Fall sie) das tun, gibts doch gar keinen Grund für.
»Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.«
Franz Kafka


Jakob

Mandate Schoolman

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62

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:36

Da geht es eher darum, dass sie das Buch bzw. den Stil dann u. U. mit anderen Augen betrachtet hätte.
Nö. Warum sollte man (oder in diesem Fall sie) das tun, gibts doch gar keinen Grund für.
Ich würde eher sagen: Der Autor kann sich bei einer negativen Rezension damit trösten, dass er die Sprache nicht so gut beherrscht und sich sagen: "Gut, dafür kann ich so unmittelbar nichts, aber ich kann daran arbeiten". Aber an der Bewertung durch andere sollte das eigentlich nichts ändern. Schließlich ist der Buchmarkt keine Schulklasse, wo "hat sich nach bestem Vermögen am Unterricht beteiligt" ggf. für eine gute Note ausreicht. Eine Rezension hat keine pädagogische Funktion für den Autor, sondern eine beratende Funktion für potentielle Leser.
Ich bin nicht der Meinung, dass man dem Autor gegenüber in einer Rezension gerecht oder gar nachsichtig sein muss. Man muss dem Text gegenüber gerecht sein.

63

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:36

Du legst aber gerade Deinen Maßstab an. Den ich in diesem Fall im Übrigen teile. Aber dieser Ansatz hätte der Welt u. U. Ashts fragwürdigen Blog-Eintrag erspart. Sind aber eh nur Gedankenspiele die keinesfalls zielführend sind, da das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. An einem ernsthaften Dialog, wie immer der Einstieg dann auch ausgesehen hätte, war der Herr Autor scheinbar ohnehin nicht interessiert.

64

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:43

Das hat mit Maßstäben nichts zu tun. Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.
»Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.«
Franz Kafka


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65

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:46

Zitat

Eine Rezension hat keine pädagogische Funktion für den Autor, sondern eine beratende Funktion für potentielle Leser.
Ich bin nicht der Meinung, dass man dem Autor gegenüber in einer Rezension gerecht oder gar nachsichtig sein muss. Man muss dem Text gegenüber gerecht sein.
Ein Anspruch an alle Rezensionen, die diesem auch nicht immer gerecht werden.

Jakob

Mandate Schoolman

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66

Mittwoch, 25. Januar 2012, 12:52

Du legst aber gerade Deinen Maßstab an. Den ich in diesem Fall im Übrigen teile. Aber dieser Ansatz hätte der Welt u. U. Ashts fragwürdigen Blog-Eintrag erspart. Sind aber eh nur Gedankenspiele die keinesfalls zielführend sind, da das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. An einem ernsthaften Dialog, wie immer der Einstieg dann auch ausgesehen hätte, war der Herr Autor scheinbar ohnehin nicht interessiert.
Ich würde einfach Rezensenten überhaupt nicht für so einen Dialog in die Pflicht nehmen (und den Autor auch nicht).
Wenn ich ein Seminar im kreativen Schreiben leiten würde, mit dem Auftrag, die Autoren zu fördern und möglichst viel aus ihnen rauszuholen, dann würde ich natürlich immer erst einmal das Positive betonen und sie darin bestärken, darauf aufzubauen. Mein Auftrag wäre es, die Autoren bei der Entfaltung ihres Potentials so weit wie möglich zu unterstützen, unabhängig davon, ob dieses Potential besonders groß ist und ob ihr Stil oder ihre Themenwahl mir gefällt.
Als Rezensent richte ich mich aber nicht an den Autor, sondern an (potentielle) Leser, und demzufolge geht es mir auch nicht um den Autor, sondern um den Text. Deshalb muss ein Rezensent auch nicht "konstruktiv" kritisieren. Autoren müssen schlicht und einfach einsehen, dass sie den Text mit der Veröffentlichung in gewisser Weise von sich abtrennen und losgelöst von ihrer Person zur Lektüre und Bewertung freigeben. So sehr sie eine negative Bewertung des Textes auch persönlich treffen mag, man muss als Autor begreifen, dass es sich nicht um einen Angriff auf die eigene Person handelt.

Daniel

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67

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:05

Ich muss gestehen, ich bin bei der Leseprobe von John Asht nicht mal über das Vorwort hinausgekommen. Zuerst dachte ich, dass es sich um eine Parodie handelt, leider war dem nicht so und Twin Pryx ist der bittere Ernst des Autors und wohl auch des Verlages :O .

Zur Ehrenrettung von John Asht kann ich allerdings anführen, dass es etablierte „Hochliteraten“ gibt, deren Stil in eine ähnliche Kerbe schlägt. Bei der letzten Lektüre eines solchen Werkes, das tatsächlich von einem deutschen Literaturpreisträger stammt und in einem großen Publikumsverlag veröffentlicht ist, schwor ich mir irgendwann, das Haus des Herrn anzuzünden, sollte ich noch eine weitere Verniedlichungsform lesen müssen :devil: (auf jeder Seite gab es mindestens fünf).

Ashts Reaktion auf die Kritik ist natürlich unter aller Kanone und macht die ganze Sache zu einer Tragikomödie. Hätte er einfach geschwiegen, hätte sich wohl niemand um den kleinen Blogeintrag geschert, aber so ist der Schaden für Autor und Verlag anscheinend ins Uferlose gewachsen. Immer wieder lustig, wenn sich jemand selbst versenkt.

Das Geschehen ist jedoch ein gutes Beispiel dafür, wie man es als beleidigter Autor doch bitte nicht machen soll.

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68

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:21

Zitat

So sehr sie eine negative Bewertung des Textes auch persönlich treffen mag, man muss als Autor begreifen, dass es sich nicht um einen Angriff auf die eigene Person handelt.
Sofern sie nicht persönlich verletztend geschrieben ist. War sie in dem Fall nicht und ich folge deiner Argumentation. Aber ein nicht unerheblicher Teil Verantwortung liegt auch auf dieser Seite des Schreibtischs.

69

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:21

Das hat mit Maßstäben nichts zu tun. Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.


Unzweifelhaft. Aber die Bewertung eines Textes hängt von der Wahrnehmung ab. Die mag sich in manchen Fällen durch ein solches Wissen ändern. Das wäre für Fans bzw. den Autoren ein sehr viel sinnvollerer Ansatz gewesen als diesen Lärm zu veranstalten. Im Endeffekt hätte schon ein "jo mei, die kommt damit halt nicht klar" gereicht. Besser als diese sinnentleerten Unterstellungen die Asht um sich wirft.

Ich würde einfach Rezensenten überhaupt nicht für so einen Dialog in die Pflicht nehmen (und den Autor auch nicht).


Es geht ja nicht um irgendwelche Pflichten sondern um Möglichkeiten. Myriel zeigt durch die Kommentarfunktion, dass sie Diskussionen nicht unbedingt abgeneigt ist. Die lässt sich in Blogs nämlich auch abschalten. Aber diese Möglichkeit wollte der Autor scheinbar nicht nutzen, weil die Leserin nur 90 Seiten von seinem Buch gelesen hat. Als Rezensentin würde ich Myriel noch nicht mal bezeichnen. Und sie selbst erhebt auch nirgendwo den Anspruch, dass ihr Blog mustergültige Rezensionen präsentiert. Auch wenn Asht es so wahrzunehmen scheint.

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70

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:30

Zitat

Zitat von »Miasmamann«


Das hat mit Maßstäben nichts zu tun. Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.

Unzweifelhaft. Aber die Bewertung eines Textes hängt von der Wahrnehmung ab. Die mag sich in manchen Fällen durch ein solches Wissen ändern. Das wäre für Fans bzw. den Autoren ein sehr viel sinnvollerer Ansatz gewesen als diesen Lärm zu veranstalten. Im Endeffekt hätte schon ein "jo mei, die kommt damit halt nicht klar" gereicht. Besser als diese sinnentleerten Unterstellungen die Asht um sich wirft.
Das sehe ich wie Kain und es betrifft jede Art von "Kunst".

71

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:36

Was noch angemerkt werden könnte: Eine Rezension kann auf alle Fälle zu einem inneren Dialog führen. Wenn ich mich nicht täusche, wurde das weiter oben schon angedeutet. Gerade wenn sich schlechte Bewertungen häufen. Das gibt dem Autoren die Möglichkeit, die gemachten Fehler zu erkennen und künftig zu vermeiden. Das beinhaltet meines Erachtens auch Abbrüche aus stilistischen Gründen. Das Internet gibt hier eben auch die Möglichkeit, auf eine ungleich größere Meinungsvielfalt blicken zu können. Mit seinem Verhalten hat sich Asht aber genau das womöglich verbaut.

72

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:39

Das sehe ich wie Kain und es betrifft jede Art von "KunstIch rede hier nicht über Kunst sondern über Handwerk.
Ich rede nicht über Kunst (auch nicht über "Kunst") sondern von Handwerk. Auf Diskussionen über Kunst lasse ich mich auch nicht ein. Idr. ist der Begriff Kunst in meinen Augen nichts anderes als ein Versuch, schlechtes Handwerk zu entschuldigen oder künstlich aufzuwerten.
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Franz Kafka


73

Mittwoch, 25. Januar 2012, 13:42

Idr. ist der Begriff Kunst in meinen Augen nichts anderes als ein Versuch, schlechtes Handwerk zu entschuldigen oder künstlich aufzuwerten.


Oh ja! Das passiert leider viel zu oft. Und: Nicht mal gutes Handwerk ist zwangsläufig Kunst und das ist auch vollkommen in Ordnung. Anhänger des guten Handwerkers verstehen das leider nur nicht immer und halten das für einen Angriff ...

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74

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:01

Zitat

Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.
Dann habe ich die Frage, welche allgemeingültigen Kriteríen einen guten Text ausmachen und welches Vorwissen erforderlich ist, um Texte adäquat beurteilen zu können.

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75

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:12

Zitat

Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.
Dann habe ich die Frage, welche allgemeingültigen Kriteríen einen guten Text ausmachen und welches Vorwissen erforderlich ist, um Texte adäquat beurteilen zu können.
Öh ja ... dann ... viel Spaß dabei, es herauszufinden? (Die Frage im Zusammenhang mit meiner Aussage ergibt entweder keinen Sinn oder ich bin zu blöd sie zu kapieren ... was hat die Qualität oder Qualifikation eines Rezensenten mit der Forderung zu tun, dass ein (prosaischer) Text für sich zu stehen hat und für sich überzeugen muss, ohne "Entschuldigungen" oder auch nur (nötige oder unnötige) "Erklärungen" von Außen.)
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Jakob

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76

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:39

Zitat

Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.
Dann habe ich die Frage, welche allgemeingültigen Kriteríen einen guten Text ausmachen und welches Vorwissen erforderlich ist, um Texte adäquat beurteilen zu können.

Geht es dir jetzt darum, wie man sich gegen den Vorwurf, kein "objektiver" Rezensent zu sein, absichern kann bzw. wie man die literarischen Qualitäten eines Werkes zweifelsfrei nachweisen kann? Dann würde ich ganz dogmatisch behaupten: Gar nicht. Eine Rezension kann mehr oder weniger gut begründet sein, aber nicht "objektiv" in dem Sinne, dass sie eine Bewertung anhand allgemeingültiger Kriterien liefert.
Was ich gut und sinnvoll finde ist, wenn aus einer Rezension halbwegs hervorgeht, welche Kriterien die Rezensent anlegt. Wenn jemand einfach nur schreibt: "War doof zu lesen", dann hat diese Aussage kaum einen Wert, weil ich den Grund für diese Einschätzung nicht kenne. Wenn es dagegen heißt: "geschraubter Stil und eine Flut an Adjektiven", dann weiß ich, dass der Rezensent wahrscheinlich einen klaren, knappen Stil bevorzugt.

77

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:41

Grammatik und Rechtschreibung sind mitunter durchaus messbare Kriterien. ;-)

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78

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:43

Zitat

dass ein (prosaischer) Text für sich zu stehen hat und für sich überzeugen muss, ohne "Entschuldigungen" oder auch nur (nötige oder unnötige) "Erklärungen" von Außen.)


Sehe ich auch so, nur wenn mehrere über einen Text reden oder schreiben, wird es häufig verschiedene Meinungen dazu geben.



Und

Zitat

Das einzige was bei der Bewertung eines Textes zählt ist der Text selbst und nichts anderes.




kommt bei mir so an, als würde es DAS Kriterium geben, was einen guten Text ausmacht.



@ Jakob und Kain: Genau, das sind Kriterien, an denen die Qualität eines Textes messbar wird. Und treffend wie du sagst:



Zitat

dann weiß ich, dass der Rezensent wahrscheinlich einen klaren, knappen Stil bevorzugt.


bedeutet es nicht zwangsläufig, dass dadurch ein Buch schlecht ist.

79

Mittwoch, 25. Januar 2012, 14:57

Weder habe ich je bestritten, dass man über Texte unterschiedlicher Meinung sein kann, noch habe ich behauptet es würde DAS EINE Kriterium geben. Wüsste gerne, wie du darauf kommst? (Ernsthaft. Das war keine rhetorische Frage).
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HarryW

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80

Mittwoch, 25. Januar 2012, 18:17

Bei all der Präsenz des etwas doofen Herrn Asht frage ich mich seit Tagen so richtig verzweifelt, was zur Hölle ein TWIN-PRYX ist. Ich kann nicht mal mehr zur Arbeit, so sehr nimmt mich dieser obskure Titel in Beschlag, bei dem ich an den guten alten "Raider heisst jetzt Twix"-Werbespot denken muss. Den Stinker (also das Buch) kaufe ich auf keinen Fall, also kann ich das Rätsel alleine nicht lösen. Vermutungen mache ich aus Angst vor einer Klage durch Verlag und Autor keine. Bitte bitte ... es soll sich jemand hier outen, der sich durch die 900 Seiten geplagt hat, immer noch aufrecht steht und Erklärungen liefern kann.

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