Zwielicht Classic 6

      Zwielicht Classic 6

      Zwielicht Classic 6 ist erschienen und beendet die Classic Staffel:
      defms.blogspot.de/2013/08/zwielicht-classic-6.html

      Ob es nächstes Jahr weitergeht oder nicht steht noch nicht hundertprozentig fest.

      Die Playlist:
      Andreas Flögel - Vielleicht hilft ein Engel (2005)
      Sieglinde Holewecky - Traumzeit (2014)
      Jerk Götterwind - Zombiville (2010)
      Michael Siefener - Das Experiment (2009)
      Arthur Gordon Wolf - Oh Geliebte! (2009)
      Tobias Bachman - Die letzte Telefonzelle (2010)
      Regina Schleheck - Fliegenpilze (2011)
      Stefan Lessmann - Die Klassenfahrt (1994)
      Josef Helmreich - One-Night-Stand (2008)
      Sascha Dinse - Jahrestag (2013)
      Felix Woitkowski - Die Todtenbraut. Einführung
      Friedrich Laun - Die Todtenbraut (1811)

      + Interviews mit Michael Siefener und Christian Weis.

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      HarryW schrieb:

      Zu wenig Exemplare verkauft, als dass sich die Classic-Serie lohnt?

      Ich sage es mal so. Anthologien lohnen sich generell eher nicht. Anthologien mit Sammlungen schon erschienener Geschichten eher noch weniger. Da Zwielicht und Zwielicht Classic aber eher ein Liebhaber Projekt ist, macht das eigentlich nichts.
      Tiefpunkt der bisherigen Verkäufe war Zwielicht Classic 5, bei Ausgabe 6 geht es eher wieder nach oben.
      Das ist der eine Grund. Der andere liegt auch darin, dass sich die Autoren scheinbar für eine Zweitverwertung wenig interessieren. Ich dachte als ich die Reihe ins Leben rufte, ob ich Leser finden würde, wäre fraglich, aber Autoren haben bestimmt ein Interesse daran, ihre Geschichten wiederveröffentlicht zu sehen.
      Das stimmt aber nicht. Die Resonanz aus Autorensicht ist eher übersichtlich.
      Zwielicht Classic erschien jetzt in einem schnellen Rhythmus. Drei Bände pro Jahr, jeweils im Abstand von 6-8 Wochen ein Dreierpack. Das war der Versuch zu sehen, ob an einer regelmäßigen Anthologiereihe Bedarf besteht. Meine Erkenntnis: Sie besteht nicht. Anthologien liest man wohl eher von Zeit zu Zeit.
      Mit der gedruckten Ausgabe verbreiterte sich aber auch die Leserschaft der Zwielicht Classic. Aktuell habe ich von Zwielicht Classic 2 mehr gedruckte Bücher verkauft als ebooks.
      Daher plane ich jetzt, erstmal die fehlenden drei Ausgaben nach und nach als gedruckte Version zu veröffentlichen. Parallel ist ja Zwielicht 3 erschienen und Zwielicht 4 erscheint im Sommer 2014.
      Im Moment schlägt der Pendel in Richtung Zwielicht Classic 7, aber evtl. erst nach erscheinen aller sechs Ausgaben in gedruckter Version. Vielleicht finde ich auch einen Verlag für die Reihe. Aber eine Entscheidung wird erst nächstes Jahr fallen.
      Mir war bisher nicht klar, dass du dir von Autorenseite mehr Feedback erhofft hast - ist aber gut und interessant zu wissen. Vielleicht müsste man das ja mal etwas breiter streuen. Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, wie breit die Infos um Zwielicht Classic gestreut sind. Hast du in anderen Foren auch darauf aufmerksam gemacht? Falls nicht, macht es irgendwie Sinn, dass hier nicht allzuviel Feedback kommt, da wir uns alle ja recht gut kennen. Hast du dir mal überlegt, ob es was bringen könnte, Agenten anzuschreiben, damit die die Nachricht unter ihren Autoren gezielt verbreiten? Das sollte ja in deren Interesse liegen. Weiterhin könnte ich mir vorstellen, dass es auch mal cool wäre, etwas bekanntere Autoren anzufragen ... einen Eschbach, Hohlbein, Lossau usw. Ich denke, da gibt es sicher den einen oder anderen, der in seinter Anfangs- oder Frühzeit interessante Stories schrieb, die man nochmals auf die Welt loslassen könnte.
      Die erste Hälfte habe ich jetzt in ziemlich kurzer Zeit gelesen. Nachdem die letzte Ausgabe eher eine kleine Enttäuschung für mich war, habe ich in Ausgabe 6 doch schon weitaus mehr Gutes gefunden, als ich erwartete. Zum ersten wäre da das Cover, das für mich eines der besten der letzten Jahre darstellt. Und es gefällt mir umso besser, weil ich von Lothar Bauer bisher nur SF-Motive zu Gesicht bekommen habe und immer dachte, dass er sich zu sehr auf ein Genre festlegt. Immer wieder schön, wenn man eines Besseren belehrt wird. Das zweite Highlight ist Michael Siefeners Geschichte 'Das Experiment', die sich auf eine ganz eigentständige Weise mit Pädophilie auseinandersetzt. Ein unsichtbarer Beobachter und ein Kumpane (wohl die Verkörperung vom Autor, der den Leser an die Hand nimmt) beschatten einen auf den ersten Blick ganz normalen Bürger, schlüpfen in ihn, um dessen Innenleben und Leben zu erkunden. Dabei stossen sie auf einen Charakter, der zwischen religiösem Wahn und Pädophilie gefangen ist. Sprachlich und inhaltlich erste Klasse, richtig literarisch, was selten im Genre ist. Das dritte Highlight ist Tobias Bachmans um die letzte Telefonzelle, die noch in Betrieb ist. Sie ist über die Jahre intelligent geworden. Ein Agent beschattet sie, weil dort ein feindlicher Agent auftauchen soll, den es zu eliminieren gilt. Tobias spielt hier auf ganz eigene, ironische Art mit Themen, die aus seiner Begeisterung für Philip K. Dick sprechen. Grossartig.

      Die anderen Geschichten bis zur Hälfte sind handwerklich durchaus ansprechend, leiden meines erachtens aber daran, dass sie zu vorhersehbar oder uninspiriert sind. Ist sicher aber auch Geschmackssache. Auf jeden Fall freue ich mich auf die zweite Hälfte des Buches. Jetzt aber zwischendurch ein Roman.
      Habe den Rest nun auch gelesen. Aber da war nicht mehr viel dabei, dass mich gepackt hat. Die Interviews mit Christian Weis und Michael Siefener fand ich grossartig - gerade letzteres, weil ich von dem Mann überhaupt nichts wusste. Wirklich interessant. Damit bleibt die 6. Ausgabe der Zwielicht Classic Reihe für mich eine der empfehlenswerten.